Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt.
Foto: imago images/Peter Widmann

BerlinDer Start der Weihnachtsmarkt-Saison steht kurz bevor. Von den etwa 90 Berliner Märkten wird ein Großteil ab kommenden Montag eröffnet. Lichterglanz, der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln: Das lockt auf den Weihnachtsmärkten nicht nur Tausende von Besuchern an. Es sorgt auch für jede Menge Müll und hohen Stromverbrauch. Dagegen wollen die Kommunen bundesweit vorgehen. Gerade jetzt, wo in Deutschland für mehr Klima- und Umweltschutz gekämpft werden soll. So ist es auch in Berlin: Die Bezirke erteilen bei der Genehmigung der Weihnachtsmärkte den Betreibern nun neben Sicherheits- auch Umweltauflagen.

Verbotsliste ist lang

„Von Müllvermeidung, Mülltrennung, Abwasserentsorgung, Mehrweggeschirr, Energieeinsparung ist darin alles erfasst“, teilt etwa das Bezirksamt Mitte mit. Deren Liste der Forderungen und   Verbote für die Märkte, die auch von den anderen Bezirken aufgestellt wurden, ist lang. So ist an Imbissständen die Abgabe von Portionspackungen etwa für Kaffeesahne, Ketchup oder Senf nicht mehr zulässig. Der Verkauf von Speisen, die nicht zum sofortigen Verzehr bestimmt sind, dürfen nicht mehr in sogenannten Warmhalteverpackungen wie Alufolie ausgegeben werden, heißt es weiter.

Ein wichtiger Punkt: Die Imbisshändler dürfen auf den Weihnachtsmärkten kein Geschirr aus Plastik ausgeben. Es darf nur aus wiederverwendbaren oder kompostierbaren Materialien bestehen. Zu letzterem gehören   Teller und Becher aus Pappe, Besteck aus Holz.   Glühwein und andere Getränke müssen in Pfandgläsern oder -tassen aus Glas oder Keramik ausgeschenkt werden. So wolle man dafür sorgen, dass auf den Weihnachtsmärkten der Hauptstadt der Müll reduziert wird.

Drastische Mittel

Die Betreiber werden die Richtlinien umsetzen müssen. Sogar drastische Mittel wurden bereits angekündigt. Etwa auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, wo nach Angaben des Schaustellerverbandes Berlin in einer Marktsaison etwa 300 Tonnen Müll anfallen. „Auf dem Markt gilt striktes Plastikgeschirrverbot. Imbissbuden-Besitzer, die dagegen verstoßen, müssen mit einer Bußgeldverwarnung durch den Bezirk rechnen“, sagt Verbandssprecherin Angelika Grüttner.

Sie weist darauf hin, dass die Händler außerdem strikt angewiesen wurden, den anfallenden Müll getrennt in Tonnen zu entsorgen. „Nach Bio, Glas, Papier und Kartonage, genau wie in jedem normalen Haushalt“, sagt Grüttner. Ein Problem sei jedoch der Verpackungsmüll, „der etwa durch Kartons entsteht, in denen die Waren angeliefert werden“, erklärt Schaustellerverbandschef Michael Roden. Er hält die Anforderungen der Bezirke für richtig. „Auch die Weihnachtsmärkte müssen sich dem Umweltschutz stellen“, sagt er. „Wir wollen ja nicht alle im Müll ersticken.“

Auf LED-Beleuchtung umgestellt

Zu den Auflagen der Bezirke gehört auch die Reduzierung des Energieverbrauches. Daran hält sich Arnold Bergmann, Betreiber des Weihnachtsmarktes am Alexanderplatz   schon lange.   „Um weniger Strom zu verbrauchen, haben wir, wie viele andere Märkte, auch unsere Lichterketten mit über 60000 Lampen auf LED umgestellt“, sagt er. „Das schont die Umwelt und auch den Geldbeutel.“ Um neun Zehntel würden mit der neuen Beleuchtung die Energiekosten gesenkt. „Eine Glühbirne verbraucht 40 Watt, eine LED-Leuchte nur vier Watt. Das zahlt sich aus, trotz höherer Anschaffungskosten für die LED-Ketten“, sagt Bergmann.