Berlin - Thomas ist mitten im Geschehen, als es passiert. Im April dieses Jahres arbeitet der 39-Jährige als Krankenpfleger in einer Klinik in Berlin-Charlottenburg. Ein Patient, der positiv auf Covid-19 getestet wurde, landet auf seiner Station für Innere Medizin. „Er durfte eigentlich nicht da sein. Es wurden extra Stationen für Corona-Patienten eingerichtet“, erzählt Thomas am Telefon. Seinen echten Namen und seine konkrete Arbeitsstelle möchte er nicht in den Medien lesen – „heutzutage weiß man ja nie“, sagt er.

Thomas steckt sich bei diesem Patienten mit Covid-19 an. Infiziert sieben Kollegen. Gibt das Virus an seine beiden Töchter – acht Monate und sechs Jahre alt – und seine Frau weiter. Sein ganzer Körper schmerzt, er bekommt hohes Fieber, sein Geschmackssinn schwindet und sein Husten wird immer schlimmer. Aber alles, woran er damals denken kann, ist seine Familie, erzählt er: „Was habe ich bloß falsch gemacht, habe ich mich immer wieder gefragt.“ Er habe sich zu Hause isoliert, den Kontakt zu beiden Töchtern und seiner 32-jährigen Frau unterbunden. Als die Kinder Symptome bekommen, geht der Berliner alle erdenklichen Szenarien durch: „Was, wenn es schlimmer wird. Was, wenn ihnen etwas passiert – wegen mir? Ich hätte mir niemals verzeihen können.“

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