MiamiWir müssen das melden, auch wenn es sich jedes Jahr aufs Neue ereignet. Chronistenpflicht, Sie wissen schon: In dem für seine milden Winter bekannten und deswegen von vielen Rentnern bewohnten Florida wird es zu Weihnachten wieder empfindlich kalt, weswegen der Nationale Wetterdienst in Miami per Twitter vor „frostigen Temperaturen“ und – das ist eine regionale Besonderheit – vor „herabfallenden Leguanen“ warnt. 

Die Bewohner des Sonnenscheinstaates sind also angehalten, für ein paar Tage Shorts und T-Shirts gegen wärmere Kleidung tauschen und zudem aufzupassen, dass ihnen kein ob der Kälte erstarrtes Reptilien von den Palmen auf den Kopf „herabregnet“ wie es hier heißt.

Das Phänomen ist bekannt: Bei Temperaturen unter vier Grad Celsius fallen die wechselwarmen Leguane in eine Kältestarre. Sie können sich nicht mehr auf den Bäumen halten, in denen sie bevorzugt leben. Die Behörden raten wie jedes Jahr davon ab, die Reptilien zum Aufwärmen mit nach Hause zu nehmen, da sie Menschen angreifen können, wenn sie bei steigenden Temperaturen wieder zum Leben erwachen.

 Die in der Region eigentlich nicht heimischen Leguane wurden in den 60er-Jahren aus Süd- und Mittelamerika eingeschleppt. In den vergangenen Jahren sorgten überdurchschnittlich warme Temperaturen in Florida dafür, dass sie sich zu einer regelrechten Plage ausbreiteten. Sie begegnen einem überall und beschädigen die heimische Flora – weshalb sie auch bei Umweltschützen nicht wohlgelitten sind.

Im vergangenen Jahr riefen die Behörden dazu auf, möglichst viele von ihnen zu töten. Wie die Zeitung The Guardian berichtete, nutzten einige geschäftstüchtige Bewohner die Kältetage des letzten Winters, um die Leguane aufzusammeln, zu schlachten und das Fleisch zu 60 Dollar je Pfund feilzubieten.