BayreuthMuscheln sind lecker, keine Frage. Aber der Genuss dieser schalenbewehrten, zweiklappigen Weichtiere ist keineswegs ungefährlich. Wissenschaftler der Universität Bayreuth haben in häufig konsumierten Muscheln größere Mengen von Mikroplastik nachgewiesen – untersucht wurden die europäische Miesmuschel, die Grünschalmuschel, die gewellte Teppichmuschel und die pazifische Venusmuschel. In allen untersuchten Muschelproben seien kleine Kunststoffteilchen gefunden worden, heißt es in der Bayreuther Studie, die jetzt in der Zeitschrift Environmental Pollution veröffentlicht wurde. Muschelproben aus dem Nordatlantik und dem Südpazifik seien am stärksten belastet gewesen.

Foto: dpa/Bernd Wüstneck
Mikroplastik-Teilchen aus dem Meer: Die Partikel können so klein sein, dass sie weder zu sehen noch zu fühlen sind.

Die Ursachen für die Belastung sind klar: Im Meer landen Unmengen an Plastikmüll – was die Menschen eben so wegwerfen. Muscheln filtern das Wasser und nehmen damit winzige Kunststoffteilchen auf. Die Bayreuther Forscher untersuchten nach eigenen Angaben Muscheln aus zwölf Ländern, alle 45 Muscheln seien in Lebensmittelgeschäften eingekauft worden. Sie stammen aus Aquakulturen und aus Wildfängen in der Nordsee, dem Mittelmeer, dem Atlantik, dem Südpazifik, dem Südchinesischen Meer und dem Golf von Thailand. Die Studie vergleicht also die weltweite Belastung mit Mikroplastik. 

Im Rahmen der Forschung von 2014 bis 2018 wies das Bayreuther Team neun unterschiedliche Kunststoffsorten nach. Ein Gramm Muschelfleisch enthielt laut der Studie zwischen 0,13 und 2,45 Mikroplastik-Partikel. Die Kunststoffteilchen seien winzig klein – zwischen 0,003 und fünf Millimetern. Diese Partikel nimmt der Mensch, der zuvor das Plastik in die Meere entsorgt hat, wieder auf – je kleiner die Teilchen, desto weniger merkt er davon.