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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der  Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

Aktuelle Entwicklungen auf einen Blick

  • EU sammelt 7,4 Milliarden für Corona-Impfstoff
  • DFL: Insgesamt zehn Corona-Fälle bei der ersten großen Testrunde
  • Italien meldet wesentlich mehr Tote als in Vorjahren
  • Mehr als 3,5 Millionen Corona-Infektionen weltweit
  • Forschungsministerin dämpft Impfstoff-Erwartungen
  • Baden-Württemberg: Polizei bekommt Zugriff auf Corona-Daten
  • Geheimdienstpapier: Schwere Vorwürfe gegen China
  • US-Pharmakonzern Gilead will Mittel Remdesivir exportieren

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+++ 4. Mai +++

WHO bezeichnet US-Aussagen über Labor in Wuhan als „spekulativ“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Aussagen der US-Regierung zur Herkunft des neuartigen Coronavirus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan als „spekulativ“ bezeichnet. „Wir haben von der US-Regierung keine konkreten Daten oder Beweise über die angebliche Herkunft des Virus erhalten, sodass dies aus unserer Perspektive weiterhin spekulativ ist“, sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf.

Erst am Sonntag hatte US-Außenminister Mike Pompeo China in der Debatte über den Ursprung des Coronavirus erneut scharf angegriffen. Es gebe „überwältigende Beweise“ dafür, dass der neuartige Erreger aus einem Labor in Wuhan stamme, sagte Pompeo. Der US-Außenminister warf Peking mit Blick auf die Corona-Krise eine „kommunistische Desinformationskampagne“ vor. China blockiere außerdem weiterhin die Beteiligung von Experten aus westlichen Ländern an den Untersuchungen zum Coronavirus.

EU sammelt 7,4 Milliarden für Corona-Impfstoff

Eine globale Allianz gegen das Coronavirus hat 7,4 Milliarden Euro für die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten gesammelt und ihr selbstgestecktes Ziel damit erreicht. „Die Welt ist vereint gegen das Coronavirus und die Welt wird gewinnen“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag nach einer von der Brüsseler Behörde organisierten Geberkonferenz mit Dutzenden Ländern und Organisationen.

Ziel der Konferenz war eine Summe von 7,5 Milliarden Euro beziehungsweise 8 Milliarden Dollar zu sammeln. Umgerechnet sind genau 8,07 Milliarden Dollar zusammengekommen.

Emmanuel Macron (r.), Präsident von Frankreich und Jean-Yves le Drian (M.), Außenminister von Frankreich, nehmen im Pariser Elysee-Palast an einer internationalen Videokonferenz über Impfungen teil.
Foto: dpa/AP/POOL Reuters/Gonzalo Fuentes

Mit einem Beitrag von einer Milliarde Euro trägt die EU-Kommission selbst einen großen Anteil dazu bei. Weitere Großspenden kommen etwa aus Deutschland (525 Millionen Euro), Frankreich (500 Millionen Euro), Großbritannien (umgerechnet 442 Millionen Euro) und Kanada (umgerechnet 780 Millionen Euro). Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sagte 100 Millionen Euro zu, Italien 140 Millionen Euro.

Ziel der Initiative ist, dass alle Kräfte für die Forschung an Impfstoffen und Arzneien gebündelt werden und alle Länder weltweit - auch ärmere - davon profitieren. Von der Leyen machte am Montag zugleich klar, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch viel mehr Geld gebraucht werde: «Der heutige Sprint war ein großartiger Start unseres Marathons.» UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, dass rund fünf Mal so viel Geld nötig sei. (dpa)

Italiens Regierungschef will mehr Frauen in Beratergremien zur Corona-Krise

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will mehr Frauen in die Expertengremien aufnehmen, die seine Regierung in der Corona-Krise beraten. Conte forderte am Montag seinen Chef-Berater Vittorio Colao auf, mehr Frauen an der Beraterrunde für die Lockerung der Corona-Auflagen zu beteiligen. Mit ihren "fachlichen Qualitäten" könnten sie dem Land "entscheidend" weiterhelfen, sagte Conte. Auch der Zivilschutz und alle Ministerien sollen demnach den Frauenanteil in ihren Beratergremien erhöhen, die bisher hauptsächlich aus Männern bestehen.

Conte reagierte damit auf einen Aufruf mehrerer Senatorinnen, die mehr Frauen in den verschiedenen Expertengremien verlangt hatten. Die italienische Regierung lässt sich bei ihrem Fahrplan für die Lockerungen von einem Gremium aus Ökonomen, Juristen, Soziologen und anderen Experten beraten, das von dem früheren Vodafone-Chef Vittorio Colao geleitet wird. (AFP)

Merkel: Deutschland gibt 525 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung

Deutschland will 525 Millionen Euro für die internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus bereitstellen. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag bei einer Online-Geberkonferenz, zu der die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen eingeladen hatte.

Die Pandemie sei eine globale Herausforderung, die auch nur mit einer weltweiten Zusammenarbeit besiegt werden könne, sagte Merkel. Sie kritisierte, dass in dieser Zeit nicht alle zu einer multilateralen Zusammenarbeit bereit seien. „Es ist eine Stunde der Hoffnung“, sagte Merkel. Und: „Deutschland wird sich tatkräftig einbringen.“ (dpa)

Innenministerium verteidigt Grenzkontrollen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Verlängerung der Grenzkontrollen bis zum 15. Mai mit den Ministerpräsidenten der angrenzenden Bundesländer abgesprochen. Das teilte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Montag auf Nachfrage vor der Presse in Berlin mit. Neun Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten vergangene Woche gefordert, die Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und der Schweiz sollten wieder für alle Reisenden geöffnet werden.

Der Sprecher räumte ein, dass die aktuelle Situation für manche Menschen in der Grenzregion ungewohnt und schwierig sei. Auf der anderen Seite „erleben wir auch viele, viele Menschen, die sich verständnisvoll verhalten“, fügte er hinzu. Er betonte, „wir sind permanent bestrebt, die Auswirkungen auf die Bevölkerung auf das unbedingt notwendige Maß zu begrenzen“.

Seehofer hatte entschieden, die Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Österreich, Dänemark, Luxemburg und der Schweiz bis zum 15. Mai zu verlängern. Sein Sprecher sagte, bis zu diesem Zeitpunkt gälten auch die Einreisebeschränkungen für Menschen aus Drittstaaten. Von daher befinde man sich hier im „Gleichklang“ mit der EU-Kommission. (dpa)

Opel-Mutterkonzern PSA fährt Werke wieder an

In der Corona-Krise nimmt die französische Opel-Mutter PSA die Produktion in Europa schrittweise wieder auf. Erste Neustarts habe es am Montag gegeben, in Frankreich seien Wiedereröffnungen am Montag kommender Woche (11. Mai) geplant, teilte der Konzern mit den Stamm-Marken Peugeot und Citroën in Rueil-Malmaison bei Paris mit. Für die deutschen Werke stehen noch keine Termine fest, wie ein Sprecher in Rüsselsheim ergänzte. Diese würden in Abstimmung mit den Sozialpartnern festgelegt. (dpa)

Italien meldet wesentlich mehr Tote als in Vorjahren

Das italienische Statistikamt hat im Zuge der Corona-Pandemie von Ende Februar bis März wesentlich mehr Tote gemeldet als in den Vorjahren. Vom 20. Februar bis zum 31. März seien mehr als 90.000 Menschen gestorben - fast 38,7 Prozent mehr als durchschnittlich zu dieser Zeit in den Jahren 2015 bis 2019, teilte die nationale Statistikbehörde Istat am Montag mit. Der Corona-Ausbruch wurde in Italien am 20. Februar in der Lombardei und in Venetien entdeckt. Vor allem der stark betroffene Norden meldete erheblich mehr Tote in diesen Wochen.

Das bedeute in der Periode eine „Übersterblichkeit“ von 25.354 Fällen, davon seien 13.710 diagnostizierte Covid-Fälle, teilte Istat mit. Istat legte nahe, dass es sich bei den zusätzlichen Toten um nicht diagnostizierte Covid-19-Todesfälle handeln könnte oder auch um Menschen, die wegen der Krise in den Krankenhäusern nicht in die Klinik gingen oder nicht behandelt werden konnten.

90 Prozent der „Übersterblichkeit“ konzentriere sich auf die Gemeinden mit hohen Infektionszahlen, vor allem im Norden des Landes. Alleine im März ging die Zahl der Toten in Bergamo - einer der am stärksten betroffenen Provinzen - im Vergleich zu 2015-2019 um 568 Prozent nach oben, 391 Prozent waren es in Cremona und 370 Prozent in der Provinz Lodi. Dagegen lag die Sterblichkeit in wenig betroffenen Regionen im Süden laut Istat teils unter der normalen Rate.

Die Istat-Studie basiert auf Daten von rund 6900 Gemeinden, 87 Prozent der Gesamtzahl. Experten weisen seit langem darauf hin, dass die offiziell genannte Zahl der Toten in Italien von derzeit etwa 29.000 weit unter der wahren Zahl der Opfer liegt. Vor allem zu Beginn wurden viele Tote gar nicht auf das Virus untersucht, auch starben in Altersheimen oder in Familien zuhause viele Menschen, die nicht in die Statistik eingingen. (dpa)

Polizei in Baden-Württemberg bekommt Zugriff auf Corona-Daten

Die Polizei in Baden-Württemberg darf von Dienstag an auf die Daten der Gesundheitsämter über mit dem Coronavirus infizierte Menschen zugreifen. Mit einer nun erlassenen Verordnung gebe es eine sichere rechtliche Grundlage, erklärte der stellvertretende baden-württembergische Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag in Stuttgart. Das Wissen, dass jemand an Corona erkrankt sei, sei mit der beste Schutz vor einer Ansteckung.

Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte, durch die sichere und zentrale Datenabfrage über das federführende Landesgesundheitsamt sei gelungen, Gesundheitsschutz und Datenschutz in Einklang zu bringen. „Damit kann die Polizei Personen identifizieren, die sich nicht an die Auflagen halten und andere gefährden.“ Daten von Menschen, die nicht mehr ansteckend sind, würden arbeitstäglich aus dem Abfragesystem gelöscht. (AFP)

Einer der ersten aus Italien eingeflogenen Corona-Patienten verlässt Klinik

Einer der ersten aus Italien nach Deutschland eingeflogenen Corona-Patienten hat das Krankenhaus verlassen. Nach sechswöchiger intensivmedizinischer Behandlung wurde der 57-Jährige aus Bergamo am Montag von Mitarbeitern des Universitätsklinikums Leipzig verabschiedet. Er wurde anschließend in ein Rehabilitationszentrum verlegt. Auf eigenen Wunsch bleibt er der Klinik zufolge für die Reha in Sachsen.

Felice Perani und ein weiterer Patient waren am 24. März als erste Covid-19-Kranke aus Italien nach Deutschland gebracht worden. Der zweite Patient, ebenfalls ein 57-Jähriger aus Bergamo, starb allerdings an seiner schweren Erkrankung. Perani dankte den Leipziger Ärzten bei seinem Abschied am Montag mit den Worten: „Sie haben mir das Leben gerettet - wäre ich nicht hierhergekommen, wäre ich nun tot.“ Nach Angaben der Ärzte war sein Zustand bei der Ankunft in Deutschland äußerst kritisch gewesen. (AFP)

DFL: Insgesamt zehn Corona-Fälle bei der ersten großen Testrunde 

In den 36 Clubs der Fußball-Bundesliga und 2. Bundesliga sind insgesamt zehn Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Neben Spielern wurden dabei auch der Trainerstab und Physiotherapeuten der Clubs untersucht, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Montag mitteilte. Insgesamt 10 von 1724 Corona-Tests seien dabei positiv ausgefallen. „Die entsprechenden Maßnahmen, zum Beispiel die Isolation der betroffenen Personen inklusive Umfelddiagnostik, wurden durch die jeweiligen Clubs nach den Vorgaben der örtlichen Gesundheitsbehörden unmittelbar vorgenommen“, hieß es von der DFL.

Neben den beiden Testwellen, die Teil des Hygienekonzepts der DFL sind, wurde in Abstimmung mit dem Bundesarbeitsministerium nun auch „ein verpflichtendes Trainingslager unter Quarantäne-Bedingungen vor einer möglichen Fortsetzung des Spielbetriebs“ integriert. Sobald das Mannschaftstraining gestartet wird, sind zudem unabhängig von der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zwei Tests pro Woche in regelmäßigen Abständen vorgesehen. (dpa)

Großer Ansturm: Indien öffnet Alkoholläden wieder

In Indien haben viele Alkoholgeschäfte erstmals wieder geöffnet - und nur wenige Stunden danach mussten einige schon wieder schließen. Der Ansturm war nach mehr als fünf Wochen Pause so groß, dass sich vor den Läden lange Schlangen bildeten und Leute Abstandsregeln ignorierten. Polizisten schlugen teils mit Stöcken zu, um Ordnung zu schaffen, wie Fernsehbilder und Internetvideos zeigten sowie Medien berichteten.

Während der Ausgangssperre war laut örtlichen Medien auch der Alkohol-Schwarzmarkt aufgeblüht. Zudem drängten viele Bundesstaaten darauf, wieder Alkohol zu verkaufen, denn dies ist eine wichtige Einnahmequelle - eine, die sie besonders jetzt im Corona-Kampf gut gebrauchen können. (dpa)

Mumbai: Ein Polizist in Zivil holt mit einem Schlagstock gegen die in einer Warteschlange stehenden Kunden eines Alkoholika-Ladens aus. Sie haben nicht den nötigen Abstand zueinander eingehalten, sagte der Beamte.
Foto: AP/dpa/Rajanish Kakade

UN: Corona-Impfstoff und Arzneien für alle kosten rund 40 Milliarden

Die Entwicklung von Impfstoffen und wirksamen Arzneien gegen das Coronavirus und die Verteilung in aller Welt wird nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres rund 40 Milliarden Euro kosten. Nötig sei das größte öffentliche Gesundheitsprogramm der Geschichte, erklärte Guterres am Montag zur internationalen Geberkonferenz der EU-Kommission.

Er begrüße die Zusagen diverser Länder, um bei der Online-Konferenz auf 7,5 Milliarden Euro Anschubfinanzierung zu kommen. «Aber um jeden überall zu erreichen, werden wir wahrscheinlich fünf Mal so viel brauchen», betonte Guterres. Er kündigte eine weitere Konferenz Ende Mai an, um die Anstrengungen am Laufen zu halten. (dpa)

Forschungsministerin dämpft Impfstoff-Erwartungen

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat vor zu großen Erwartungen mit Blick auf eine schnelle Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus gewarnt. „Wir dürfen keine Wunder erwarten“, sagte die CDU-Politikerin am Montag bei einer Telefonkonferenz.

Nach wie vor gehe man davon aus, dass Impfstoffe frühestens Mitte nächsten Jahres breit zur Verfügung stehen könnten. Und dann müsse man immer noch damit rechnen, dass sie nicht alle Erwartungen erfüllten. „Vielleicht schützen sie nur vor einer schweren Erkrankung, vielleicht müssen sie regelmäßig aufgefrischt werden“, ergänzte Karliczek. Aber auch das wäre nach ihren Worten „immer noch ein großer Gewinn“. In der Regel dauerten Impfstoffentwicklungen mehr als 10 Jahre.

Die Ministerin kündigte ein „großangelegtes Sonderprogramm“ zur Impfstoffentwicklung und -herstellung in Deutschland an. Dabei solle es um die Unterstützung von Unternehmen und Forschergruppen gehen und um den Ausbau von Studienkapazitäten bei der Impfstofferprobung. Sie könne sich beispielsweise vorstellen, dass in späteren Phasen klinischer Studien auch Menschen aus sogenannten systemrelevanten Berufen und Risikogruppen auf freiwilliger Basis teilnähmen, um die Zahl der Probanden zu erhöhen. Karliczek nannte als Beispiel Polizisten, Lehrer oder medizinisches Personal. In der Bundesregierung arbeite man an diesem Programm. Sie wünsche sich, dass es „zeitnah“ vorgestellt werden könne. (dpa)

Hilfsorganisationen fordern Regeln für gerechte Verteilung von Corona-Impfstoff

Kurz vor der Geberkonferenz für den Kampf gegen das Coronavirus am Montag haben zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen transparente Regeln für eine gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen gefordert. "Egoistische Interessen von Staaten oder Gewinnerwartungen von Firmen dürfen nicht über Leben von Menschen gestellt werden", forderten die Organisationen sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kirche in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Mittel müssten alle Menschen weltweit erreichen, insbesondere die am stärksten Gefährdeten, forderten die Unterzeichner, zu denen unter anderem Ärzte ohne Grenzen, Misereor und Medico International zählen. Sie sprachen sich zudem für den Verzicht auf Exportbeschränkungen für Schutzkleidung aus.

Die Präsidentin der beiden Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, äußerte zudem Zweifel, ob die EU die richtige Instanz zur weltweiten Koordinierung der Corona-Hilfen sei. Bislang sei völlig unklar, was mit den eingesammelten Geldern der Online-Geberkonferenz geschehe, sagte Füllkrug-Weitzel dem Sender SWR am Montag.

"Da fließen öffentliche Gelder, ohne dass es Mechanismen zur Rechenschaftslegung gibt. Das ist stark ungewöhnlich", kritisierte sie. Zudem seien bei der Konferenz nur wenige Menschen aus Entwicklungsländern beteiligt, und auch die Zivilgesellschaft sei nicht eingeladen worden. "Diejenigen, die sicherstellen, dass die Menschen auch wirklich geheilt werden, die sitzen alle nicht mit am Tisch. Es sitzen die am Tisch, die jetzt verdienen können", sagte sie.

Die EU-Kommission hat für Montag eine internationale Online-Geberkonferenz organisiert, um Spenden für den Kampf gegen das Coronavirus zu sammeln. Das von der Behörde ausgegebene Ziel sind Zusagen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro. Mit dem Geld soll die Entwicklung eines Impfstoffes sowie die Behandlung der Krankheit finanziert werden. Zudem soll es dazu eingesetzt werden, Gesundheitssysteme weltweit zu unterstützen. (AFP)

Niedersachsen will Gastronomie ab Montag mit Einschränkungen öffnen

Niedersachsen will die Gastronomie ab dem kommenden Montag mit Einschränkungen wieder öffnen. Restaurants, Gaststätten und Biergärten sollen dann mit maximal der Hälfte der Plätze für Gäste öffnen können, sagte Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Montag in Hannover. Zudem soll eine Reservierungspflicht gelten. (dpa)

Geberkonferenz soll Milliarden für Corona-Impfstoff bringen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen startet um 15 Uhr eine internationale Allianz zur Finanzierung von Impfstoffen und Arzneien gegen das Coronavirus. Bei einer Online-Geberkonferenz sollen mindestens 7,5 Milliarden Euro eingeworben werden. Teilnehmer sind unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und UN-Generalsekretär Antonio Guterres. 

Die Schirmherrschaft über die Initiative haben neben den EU-Institutionen auch Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Saudi-Arabien übernommen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO ist beteiligt. Unterstützt wird das Vorhaben zudem von der Weltbank und privaten Stiftungen wie dem Wellcome Trust und der Bill and Melinda Gates Foundation. (dpa/afp)

Wahlkampf: Trump stellt Corona-Impfstoff und Wirtschaftswunder in Aussicht

Ein Corona-Impfstoff bis Jahresende und eine beeindruckende Erholung der Wirtschaft - mit solchen Beteuerungen will US-Präsident Donald Trump offenbar die Gunst der Wähler zurückgewinnen. Er sei „zuversichtlich“, dass sein Land bis Jahresende über einen Corona-Impfstoff verfüge, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit) in einen Fernsehinterview im symbolträchtigen Lincoln Memorial in Washington. 2021 werde der Aufschwung nach der Corona-Krise den US-Bürgern ein „unglaubliches Jahr“ bescheren.

Der US-Präsident setzt darauf, dass ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus demnächst andere Schutzmaßnahmen überflüssig macht. „Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende des Jahres, bis Ende des Jahres einen Impfstoff haben“, sagte Trump.

Zugleich räumte er ein, dass Experten seine Einschätzung in Zweifel ziehen könnten. „Die Ärzte werden sagen: 'Das sollten sie nicht sagen'“, vermutete der US-Präsident. Er spreche aber aus, was er denke. Seiner Einschätzung nach seien einige Firmen „sehr nah“ an einem Erfolg. Wenn ein anderes Land vor den USA einen Impfstoff entwickele, sei ihm das „egal, ich möchte nur einen Impfstoff bekommen, der funktioniert“, fügte der Präsident hinzu.

Von der US-Wirtschaft erwartet der Präsident nach eigenem Bekunden eine schnelle Erholung von der Corona-Krise. "Wir werden ein unglaubliches folgendes Jahr haben", prognostizierte er.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Mehr als 1,15 Millionen Infektionen sowie 67.674 Todesfälle wurden hier bereits registriert (afp)

Entwicklungsminister Müller: Neue Dimension der Zusammenarbeit gegen Coronavirus nötig

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie setzt Entwicklungsminister Gerd Müller auf eine international deutlich verstärkte Zusammenarbeit. „Covid-19 besiegen wir nur weltweit oder nicht. So wie es bei Pocken, Masern oder Polio gelungen ist“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der am heutigen Montag von der EU-Kommission geplanten Online-Geberkonferenz. Er hoffe, dass die Konferenz ihr Ziel von 7,5 Milliarden Euro im Kampf gegen das Virus erreichen werde. Von besonderer Bedeutung sei die Beteiligung von Unternehmen und Stiftungen an der Initiative. Nötig sei eine „globale Zusammenarbeit in einer völlig neuen Dimension“.

„Die WHO sollte etwa zu einem Welt-Pandemie-Zentrum werden mit einem globalen Forschungsverbund und einem gezielten Monitoring und Frühwarnsystem“, so Müller zur Rolle der Weltgesundheitsorganisation. „Und für die Zeit, wenn ein Impfstoff vorhanden ist, bereiten wir mit der globalen Impfallianz Gavi bereits eine weltweite Impfkampagne vor.“

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Geberkonferenz einberufen, bei der Staats- und Regierungschefs und Organisationen aus aller Welt Spenden zusagen können.

Schon mehr als 3,5 Millionen Corona-Infektionen weltweit nachgewiesen

Weltweit haben sich bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Von den weltweit 3.500.517 nachgewiesenen Infektionen endeten 246.893 tödlich, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Montag ergaben. Der am schwersten betroffene Kontinent ist Europa mit 1.547.180 Ansteckungen und 143.584 Todesfällen. Das am schwersten betroffene Land sind die USA mit 1.158.040 Infektionen und 67.680 Todesfällen.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Fallzahlen noch deutlich höher liegen, da nicht alle Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet werden. In Deutschland wurden bis Sonntag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 162.496 Ansteckungen und 6649 Todesfälle registriert. Deutlich mehr Corona-Tote haben Italien, Großbritannien, Spanien und Frankreich zu beklagen. (afp)

+++ 3. Mai +++

Spahn räumt falsche Zahlen ein: Derzeit 25.000 Menschen mit Corona infiziert

Derzeit sind in Deutschland rund 25 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahl nannte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin» mit Stand vom Morgen. Er räumte ein, vor einigen Tagen eine falsche Zahl genannt zu haben. Er habe von der Zahl aller Infizierten die der Genesenen abgezogen, aber vergessen, auch die Todesfälle abzuziehen. «Da lag ich um 6000 daneben.» Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die von Spahn genannte falsche Zahl akut Infizierter in der Pressekonferenz nach der letzten Bund/Länder-Konferenz verwendet.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus kann nach Einschätzung von Spahn womöglich noch Jahre dauern. Es gebe viel versprechende Ansätze, aber die Entwicklung von Impfstoffen sei «das Herausfordernste, mit das Schwierigste, das es gibt in der Medizin», sagte der CDU-Politiker. «Es kann auch Jahre dauern, weil es natürlich auch Rückschläge geben kann, das haben wir bei anderen Impfstoffen gesehen.» (dpa/BLZ)

US-Pharmakonzern Gilead will Mittel Remdesivir exportieren

Der Pharmakonzern Gilead Sciences will das zur Behandlung von Covid-19-Patienten in den USA zugelassene Mittel Remdesivir auch in andere Länder exportieren. Sein Unternehmen liege in dieser Frage mit der US-Regierung auf einer Linie, sagte Konzernchef Daniel O'Day am Sonntag dem TV-Sender CBS. Remdesivir solle sowohl den Patienten in den USA als auch Corona-Infizierten in anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden, in denen der Einsatz des Mittels erlaubt werde.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte am Freitag eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 erteilt. Zuvor hatte eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzt. Laut FDA darf das Mittel bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden, die im Krankenhaus wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung behandelt werden. (AFP)

Geheimdienstpapier: Schwere Vorwürfe gegen China wegen Corona-Krise

In der Corona-Krise nimmt internationale Kritik an Chinas Umgang mit der Pandemie zu. In einem westlichen Geheimdienstpapier wird Peking scharf für den Umgang mit der Epidemie gerügt. Das Dossier der «Five Eyes» genannten Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung «Saturday Telegraph» am Wochenende berichtete. Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war. Auch US-Außenminister Mike Pompeo erhob am Sonntag erneut schwere Anschuldigungen gegen Peking. (dpa)

Mehr als 163.400 Corona-Nachweise in Deutschland - über 6.700 Tote

In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag über 163.400 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: knapp 162.300 Infektionen). Mindestens 6.715 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 6.639). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit Stand Sonntag bei 0,74. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwa sieben weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 130.600 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Keine Quarantäne in Frankreich bei Einreise aus anderem EU-Land

Die wegen der Corona-Pandemie geplanten Quarantäne-Regeln in Frankreich fallen weniger strikt aus als zunächst angekündigt. Menschen, die aus der EU, dem Schengenraum oder Großbritannien einreisen, seien davon ausgenommen, teilte die Präsidentschaft am Sonntag mit. Dies gelte unabhängig von der Nationalität der Einreisenden. Die Regelungen für Franzosen und andere EU-Bürger, die aus anderen Regionen nach Frankreich reisen oder zurückkehren, sollen den Angaben zufolge in den kommenden Tagen präzisiert werden. (AFP)

Slowenien: Erster Tag ohne Neuansteckungen seit Corona-Ausbruch

Das EU-Land Slowenien hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in einem 24-Stunden-Zeitraum keine einzige Neuansteckung registriert. Von 500 Tests sei kein einziger positiv gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur STA am Sonntag. Damit bleibe die Zahl der Menschen, die nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert wurden, bei 1439. Die Zahl der Toten wurde mit 59 angegeben. Den ersten Corona-Fall hatte das Land am 4. März verzeichnet. Seitdem wurden 55 520 Tests durchgeführt. Das zwischen Alpen und Adria gelegene Slowenien hat zwei Millionen Einwohner. (dpa)

Weltweit mehr als 243.000 Corona-Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist weltweit auf mehr als 243.000 gestiegen. Wie am Sonntag eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab, starben rund um den Globus mindestens 243.637 Infizierte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg weltweit auf mehr als 3,4 Millionen. Die USA sind mit mehr als 1,1 Millionen Infektions- und 66.385 Todesfällen weiterhin das am stärksten betroffene Land.

Europa ist mit mehr als 1,5 Millionen Fällen und mehr als 142.611 Toten nach wie vor der am stärksten betroffene Kontinent. Die zweitmeisten Corona-Toten wurden in Italien verzeichnet. Die Opferzahl liegt dort bei 28.710. In Großbritannien starben inzwischen 28.131 Infizierte. In Spanien starben 25.264 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Erreger, in Frankreich gibt es 24.760 Tote. (AFP)

Trump-Beraterin nennt Corona-Proteste in Michigan besorgniserregend

Die Koordinatorin der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Deborah Birx, hat sich besorgt über die jüngsten Proteste in Michigan gegen Corona-Beschränkungen geäußert - anders als US-Präsident Donald Trump. Für sie persönlich seien die Proteste wegen des Infektionsrisikos hochgradig besorgniserregend, sagte Birx am Sonntag dem Fernsehsender Fox News. Mit Blick auf die Tatsache, dass die Demonstranten in großer Zahl ohne Masken eng beieinanderstanden, erklärte sie, wenn diese Menschen nun daheim ihre Großeltern ansteckten und eine Erkrankung ein unglückliches Ende nehme, würden sie sich das ihr Leben lang nicht verzeihen. Birx mahnte: «Wir müssen einander schützen, auch wenn wir unsere Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen.» (dpa)

Ethiker Dabrock hält Bundesliga-Neustart für „unverantwortlich“ und „verheerend“

Der Ethiker Prof. Peter Dabrock hält eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga in vielerlei Hinsicht für eine schlechte Idee. „Ich halte diese Idee medizinisch und epidemiologisch für unverantwortlich. (...) Praktisch halte ich sie für undurchführbar und juristisch für problematisch. Vor allen Dingen hielte ich es für gesellschaftlich fatal, sogar verheerend, sollte jetzt wieder gespielt werden“, sagte Dabrock im Interview mit den Nürnberger Nachrichten. (SID)

Spahn bittet Ethikrat um Stellungnahme zu Corona-Immunitätsausweis

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme zum geplanten Corona-Immunitätsnachweis gebeten. Die Nutzung eines solchen Immunitätsausweises „wirft auch ethische Fragen auf“, heißt es in dem Schreiben von Spahn, wie das Bundesgesundheitsministerium am Sonntag bestätigte. Es sei ihm „deshalb ein Anliegen, dass die ethischen Aspekte im Rahmen der Anwendung der Vorschrift eine ausreichende Würdigung erfahren“. Die Ethik-Experten sollten daher eine Einschätzung abgeben, „wie und in welchem Zusammenhang der Nachweis einer Immunität genutzt werden sollte“. (AFP)

Daten nachgemeldet: 474 weitere Corona-Todesfälle in Italien

Italien hat am Samstag 474 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen gemeldet, der im Vergleich zum Vortag besonders starke Anstieg dürfte aber statistische Gründe haben. Denn die Region Lombardei hatte bislang 282 unberücksichtigte Todesfälle aus dem Monat April nachgemeldet. Von den Zahlen her wäre es eigentlich der größte Anstieg der Opferzahl seit elf Tagen gewesen. Die täglich vom Zivilschutz mitgeteilte Zahl neuer Todesopfer wäre damit so groß wie seit dem 21. April nicht mehr gewesen, als die Behörde von 534 weiteren Toten berichtet hatte. Am Freitag lag die Zahl bei 269. Ohne die nachgemeldeten Zahlen liegt die Zunahme der Todesfälle bei 192. (dpa)

Französischer Gesundheitsminister Véran stellt Sommer-Tourismus infrage

In der Corona-Krise wird in der französischen Regierung bereits die Sommer-Feriensaison infrage gestellt. Gesundheitsminister Olivier Véran sagte der Zeitung Le Parisien, er wisse nicht, ob die Strände wieder öffnen könnten. Er würde sich persönlich auch kein Flugticket kaufen. Er antwortete auf die Frage, ob die Franzosen in die Sommerferien fahren könnten. Der Tourismus in ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land, im Sommer kommen auch viele Ausländer in beliebte Ferienregionen wie die Bretagne, Korsika oder die Côte d'Azur. (dpa)

Reisebeschränkungen für 31 Städte in Türkei vorerst verlängert

Das türkische Innenministerium hat wegen der Corona-Pandemie erlassene Reisebeschränkungen für 31 Städte und Provinzen vorerst um einen Tag verlängert. Ob die Maßnahme, die nun bis Montag um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) gelte, darüber hinaus erhalten bleibe, werde auf einer Kabinettssitzung beraten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das Innenministerium in Ankara.

Seit einem Monat sind 31 Städte und Provinzen in der Türkei, darunter Istanbul und Ankara, wegen des Coronavirus weitestgehend abgeschottet. Die Grenzen der betroffenen Regionen bleiben dabei für Reisen auf dem Land-, Luft- und Seeweg geschlossen - ausgenommen ist der Transport unverzichtbarer Güter. Für Reisen zwischen den Städten benötigen die Einwohner eine Genehmigung. (dpa)

Thailand lockert Corona-Auflagen - Restaurants und Märkte geöffnet

Im Zuge von Lockerungen einiger Corona-Auflagen haben in Thailand am Sonntag Restaurants, Märkte, Parks, Sportvereine und einige Geschäfte wieder geöffnet. Gleichzeitig warnte die Regierung vor Nachlässigkeit. „Es gibt keine Maßnahmen der Regierung, die besagen, dass man unachtsam werden sollte“, sagte der Oberbefehlshaber der Armee, General Pornpipat Benyasri, am Sonntag.

Laut örtlichen Medienberichten drängten sich Autos mit Reisenden über das Feiertagswochenende auf den Straßen im ganzen Land, nachdem die Regierung am Donnerstag die ersten Lockerungen angekündigt hatte. Reisende müssen laut Pornpipat auf ihrer Rückreise an Kontrollpunkten mit Gesundheitschecks wie Temperaturmessungen rechnen. „Bitte bleiben Sie zu Hause, gehen Sie vielleicht einigen erlaubten Aktivitäten nach, und arbeiten Sie von zu Hause aus weiter“, appellierte Pornpipat an die Menschen. (dpa)

Entwicklungsminister fordert Abkehr vom traditionellen Kapitalismus

Entwicklungsminister Gerd Müller plädiert wegen der Corona-Krise für eine Abkehr von den Spielregeln des bisherigen Kapitalismus. „Der Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus der letzten 30 Jahre muss aufhören“, sagte der CSU-Politiker der Rheinischen Post (Montag). Er bezeichnete die Corona-Krise als einen Weckruf an die Menschheit, mit Natur und Umwelt anders umzugehen.

„Ein Auslöser der Pandemie liegt auch am Raubbau an der Natur, in der Rodung der Regenwälder. Deswegen müssen wir umdenken und können nicht einfach zur Normalität der Globalisierung zurückkehren“, so Müller. Lebten alle Menschen auf der Welt wie die Deutschen „mit einer ständigen Steigerung des Verpackungsmülls und der bisherigen Art zu wirtschaften, bräuchten wir zwei Erden“. (dpa)

FDP-Generalsekretärin fordert regionale Unterschiede bei Lockerung der Corona-Auflagen

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hat das Vorpreschen einiger Bundesländer bei der Lockerung der Kontaktbeschränkungen begrüßt. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP forderte die FDP-Politikerin am Sonntag ein regional abgestuftes Öffnungskonzept: „Gut begründete Unterschiede sind Chance und Stärke des Föderalismus“, sagte sie. „Was in einer Region verhältnismäßig ist, kann in einer anderen unangemessen sein.“ Wenn die Maßnahmen als unverhältnismäßig empfunden werden, drohe die Akzeptanz zu sinken, warnte sie. (AFP)

Polen hebt Auflagen für Pendler teilweise auf

Von diesem Montag an, dem 4. Mai, gelten neue Regeln für polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren. Laut einer Verordnung der Regierung in Warschau müssen die Pendler bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr wie bislang für 14 Tage in Quarantäne, berichtet dpa.

Diese Regelung gelte allerdings nicht für Menschen, die einen medizinischen Beruf ausüben oder in Pflegeeinrichtungen tätig sind, heißt es in der Verordnung vom 30. April. Am Freitag hatte es in Mecklenburg-Vorpommern auf der deutschen Seite das Grenzübergangs Linken-Lubieszyn einen Protest gegen diese Ausnahmeregelung für medizinisches Personal gegeben, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. 

Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau beschlossen, die EU-Binnengrenzen für Ausländer zu schließen. Dabei soll es auch bis zum 13. Mai bleiben. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Polen, die aus dem Ausland zurückkehrten, mussten seitdem für 14 Tage in Quarantäne. Diese Regelung hatte besonders Berufspendler an der Grenze zu Deutschland und Tschechien hart getroffen.

USA: Kunstflugstaffeln bedanken sich bei Corona-Helfern

Als Dank an Ärzte und Pflegepersonal in der Corona-Krise sind Kunstflugstaffeln der US-Streitkräfte über Washington und andere Städte geflogen. Die Blue Angels (Blauen Engel) der US-Marine und die Thunderbirds (Donnervögel) der Luftwaffe überquerten  am Sonnabend in Formation über Washington, Baltimore und Atlanta. In Washington versammelten sich viele Menschen auf der National Mall, um die Darbietung zu verfolgen. Unter dem Motto „Amerika stark“ waren die Blue Angels und die Thunderbirds Ende April bereits über New York City, Newark, Trenton, New Jersey und Philadelphia geflogen.

Die Kunstflieger über dem Himmel von Washington. 
Foto: AP Photo/Jacquelyn Martin

Seehofer für Bundesliga-Neustart im Mai

Der auch für den Sport zuständige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterstützt die Fortsetzung der Bundesliga-Saison unter strengen Bedingungen. „Ich finde den Zeitplan der DFL plausibel und unterstütze einen Neustart im Mai“, sagte Seehofer der Bild am Sonntag. „Für mich ist aber auch klar, dass es keine Privilegien für die Fußball-Bundesliga geben kann.“ So könne es nicht sein, dass Profi-Spieler öfter getestet werden als etwa Ärzte, Pfleger oder Polizisten, die in täglichem Kontakt mit den Bürgern stehen. Außerdem dürfe es durch ein höheres Testaufkommen im Sport an keiner Stelle zu Engpässen im öffentlichen Gesundheitswesen kommen.  

Der CSU-Politiker hob hervor, für Fußballprofis müssten dieselben Regeln gelten wie für alle anderen auch. „Wenn es einen Corona-Fall in einer Mannschaft oder bei der Mannschaftsbetreuung gibt, dann müssen der gesamte Club und gegebenenfalls auch die Mannschaft, gegen die man zuletzt gespielt hat, zwei Wochen lang in Quarantäne“, forderte Seehofer.  Entsprechend bestünden „Risiken für den Spielplan und die Tabelle“, mahnte der Minister.

+++ 2. Mai +++

Sachsen-Anhalt lockert Kontaktbeschränkungen

Sachsen-Anhalt lockert die seit sechs Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen. Von Montag an dürfen fünf Menschen zusammen unterwegs sein, auch wenn sie nicht in einem Haushalt leben, wie die Landesregierung am Samstag beschloss. Bisher war nur die Begleitung durch einen Menschen oder durch mehr Angehörige des eigenen Haushalts erlaubt.  Zudem sollen ab 11. Mai dort wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen möglich sein, allerdings pro Person nur von einer Stunde pro Tag und mit strikter Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Damit ist das von der Pandemie wenig betroffene Sachsen-Anhalt einer der Lockerungsvorreiter. Nach einer Schaltkonferenz von Bund und Ländern am Donnerstag hatte die Bundesregierung verkündet, dass die strengen Kontaktbeschränkungen weiterhin aufrecht erhalten bleiben sollen.

Zudem muss es in Sachsen-Anhalt künftig keinen triftigen Grund mehr geben, um das Haus zu verlassen. Von Montag an dürfen außerdem alle Einzelhandelsgeschäfte unabhängig von der Größe ihrer Verkaufsfläche wieder öffnen, sie müssen aber Auflagen einhalten. Das sieht die fünfte Eindämmungsverordnung vor, die das Kabinett am Samstag in Magdeburg auf den Weg gebracht hat. Demnach dürfen auch wie geplant Friseure, Massage- und Fußpflegepraxen, Nagel- und Kosmetikstudios sowie Fahrschulen öffnen. Vorgesehen ist auch, dass Kinderspielplätze ab 8. Mai unter bestimmten Bedingungen wieder genutzt werden können. Voraussetzung ist, dass die Landkreise das im Einzelfall oder per Allgemeinverfügung erlauben. (dpa/AFP)

Mehr als 162.700 Corona-Nachweise in Deutschland - über 6.600 Tote

In Deutschland sind bis Samstagabend mehr als 162.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 161.900 Infektionen). Mindestens 6.659 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6.601). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag bei 0,78. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa acht weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 129.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

In Frankreich hat sich der Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus weiter verlangsamt: 166 Menschen starben innerhalb der vergangenen 24 Stunden in Krankenhäusern und Altenheimen nach einer Infektion mit dem neuartigen Erreger, wie das Gesundheitsministerium am Samstagabend in Paris mitteilte. Dies war der geringste Wert seit fünf Wochen. Auch die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen ging weiter zurück. Insgesamt verzeichnete Frankreich bislang 24.760 Corona-Todesfälle und damit vierthöchste Opferzahl weltweit. (AFP)

Trauerfeiern in Thüringen wieder in Räumen möglich

In Thüringen dürfen Trauerfeiern künftig wieder in geschlossenen Räumen möglich sein. Dies sieht die neue Verordnung der Landesregierung zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie vor, die Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Samstagabend erlassen hat. Zum Schutz vor einer Ansteckung waren Trauerfeiern zuletzt nur im Freien zugelassen. An Trauerfeiern teilnehmen dürfen weiterhin nur der engste Familien- und Freundeskreis, ein Trauerredner oder Geistlicher und das erforderliche Personal des Bestattungsunternehmens. Die neue Verordnung tritt am kommenden Montag (4. Mai) in Kraft und gilt vorerst bis zum 25. Mai. (dpa)

Weltweit mehr als 240.000 Corona-Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist weltweit auf mehr als 240.000 gestiegen. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Samstag ergab, starben rund um den Globus inzwischen 240.231 Infizierte, die meisten von ihnen in den USA, wo mehr als 65.000 Tote gemeldet wurden.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg weltweit auf knapp 3,7 Millionen. Europa ist mit mehr als 1,5 Millionen Corona-Fällen und mehr als 141.000 Toten weiterhin der am stärksten betroffene Kontinent. (AFP)

Zahl der neuen Todesfälle in Italien so hoch wie seit dem 21. April nicht mehr

Nur zwei Tage vor Beginn der schrittweisen Lockerung der Corona-Ausgangssperren ist die Zahl der neuen Todesfälle in die Höhe geschossen. Binnen 24 Stunden seien 474 Menschen an den Folgen ihrer Virusinfektion gestorben, so viele wie seit dem 21. April nicht mehr, teilten die Behörden am Samstag mit. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg demnach auf 28.710, das ist die zweithöchste Zahl nach den USA.

Nach Informationen der italienischen Medien liegt der drastische Anstieg daran, dass bisher nicht registrierte Opfer, die im April außerhalb der Krankenhäuser starben, mitgezählt wurden, da sie erst am Samstag gemeldet worden seien. Tatsächlich liege die Zahl der neuen Todesopfer bei 192. (AFP)

US-Forscher: Mehr als 65.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind Wissenschaftlern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 65.000 Menschen durch eine Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Samstagvormittag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA lag demnach bei mehr als 1,1 Millionen - etwa ein Drittel der weltweit mehr als 3,3 Millionen Fälle.

US-Präsident Donald Trump hatte noch am 17. April gesagt, seine Regierung rechne mit 60.000 bis 65.000 Toten infolge der Coronavirus-Epidemie in den USA. Diese Schwelle ist nun überschritten. Frühere Modelle, die das Weiße Haus vorgestellt hatte, hatten mindestens 100.000 Tote in den USA vorhergesagt. (dpa)

Corona-Reproduktionszahl in Schweden unter 1,0 gesunken 

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen geht nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Schweden zurück. Der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell bestätigte im Gespräch mit dem Sender SVT, dass die sogenannte Reproduktionszahl seit einigen Tagen unter 1,0 liege. Dies besagt, dass ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Schwede durchschnittlich weniger als einen weiteren Schweden ansteckt. „Das bedeutet, dass die Pandemie allmählich abebben wird“, erklärte Tegnell am späten Freitagabend in dem Sender.

Eine Zusammenstellung der schwedischen Gesundheitsbehörde zeigt, dass die Reproduktionsrate im Land seit dem 10. April relativ stabil bei rund 1,0 lag. Am 1. April hatte sie demnach noch 1,40 betragen, am 25. April - dem letzten bislang veröffentlichten Wert - nach mehrtägigem Rückgang nur noch 0,85.

Schweden geht im Kampf gegen die Corona-Krise einen international beachteten Sonderweg. Im Vergleich zu den meisten anderen Ländern hat das skandinavische Land mit lockereren Maßnahmen auf die Pandemie reagiert, Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen wurden zum Beispiel niemals geschlossen. Vielmehr appelliert es an die Vernunft der Bürger, damit diese Abstand halten und die Corona-Verbreitung somit abgebremst werden kann. Verglichen mit dem Rest Skandinaviens haben die Schweden jedoch relativ viele Infektions- und Todesfälle: Bis Samstagvormittag wurden mehr als 22.000 Infektionen und mehr als 2.650 Tote mit Covid-19-Erkrankung erfasst. (dpa)

Quarantäne für Migranten von der „Alan Kurdi“ endet - Aufnahme unklar

An diesem Sonntag endet für die 17-köpfige Besatzung des deutschen Schiffes „Alan Kurdi“ und für 146 von ihr gerettete Migranten die Corona-Quarantäne vor Italiens Küste. Wie es für die Geretteten weitergeht, ist noch völlig ungewiss. Die Innenministerien in Rom und Berlin teilten am Samstag auf Anfrage mit, Beratungen dazu seien noch nicht abgeschlossen. „Es laufen intensive Gespräche, um eine Lösung zu finden, die alle zufriedenstellt, dabei machen wir gute Fortschritte“, sagte ein Sprecher von Italiens Innenministerin Luciana Lamorghese der Deutschen Presse-Agentur. An der Lösung sollten nicht nur die Deutschen beteiligt sein.

Die Besatzungsmitglieder der „Alan Kurdi“, die aus Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich und Österreich kommen, warteten am Samstag nach Angaben eines Sprechers der Organisation Sea-Eye auf die Erlaubnis, in den Hafen einzulaufen. Dann sollen nach den Vorgaben der Behörden ärztliche Untersuchungen sowie Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten auf dem Schiff folgen. „Wir hoffen, dass unsere Crew-Mitglieder dann nächste Woche - nach acht Wochen freiwilliger Arbeit - zu ihren Familien zurückkehren können“, sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler. Sea-Eye wolle dann alles tun, damit das Schiff bald wieder auslaufen könne, um Menschen zu retten. (dpa)

Mehr als 1,5 Millionen Coronavirus-Infektionen in Europa

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Europa ist auf mehr als 1,5 Millionen gestiegen. Damit entfallen fast die Hälfte der knapp 3,4 Millionen Infektionsfälle weltweit auf Europa, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben vom Samstag ergab. Europa ist mit 1.506.853 Infektionsfällen und 140.260 Todesfällen immer noch der am stärksten betroffene Kontinent. Weltweit wurden mittlerweile 3.350.224 Infektionsfälle und 238.334 Todesfälle registriert. In fünf europäischen Ländern wurden inzwischen mehr als 150.000 Infektionsfälle registriert: Spanien (215.216 Fälle und 24.824 Todesfälle), Italien (207.428 Fälle und 28.236 Todesfälle), Großbritannien (177.454 Fälle und 27.510 Todesfälle), Frankreich (167.346 Fälle und 24.594 Todesfälle) und Deutschland (161.703 Fälle und 6575 Todesfälle). In Russland, wo inzwischen 124.054 Fälle und 1222 Todesfälle registriert wurden, ist der tägliche Anstieg derzeit am größten. (AFP)

Cottbus: Keine bestätigten Corona-Infektionen mehr

In Cottbus gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung keine labordiagnostisch bestätigten Fälle von Corona-Infektionen mehr. Die vorerst letzten drei Infizierten seien am Samstag als genesen eingestuft worden, teilte die Stadt mit. Auch im Carl-Thiem-Klinikum, das die Menschen in der Region Südbrandenburg versorgt, werde derzeit kein Patient wegen einer Corona-Infektion stationär betreut (Stand 10 Uhr).

Seit dem Beginn der Corona-Krise waren in Cottbus 39 Infizierte registriert worden. Bereits seit dem 12. April war kein weiterer Fall hinzu gekommen. „Der aktuelle Stand konnte nach Einschätzung des Stabes erreicht werden, weil sich die große Mehrheit der Cottbuser in den zurückliegenden Wochen besonnen, akribisch und verständnisvoll an die geltenden Regelungen zum gegenseitigen Schutz und zum Distanzhalten gehalten hat“, hieß es in der Pressemitteilung. Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt Potsdam wurden nach der aktuellen Statistik rund 600 Fälle registriert (Stand 1. Mai, 10 Uhr).

Allerdings leben noch 21 Cottbuser wegen einer möglichen Infektion in häuslicher Quarantäne. Dabei handele es sich um Reiserückkehrer und andere Verdachtsfälle, erklärte Stadtsprecher Jan Gloßmann. (dpa)

Merkel: Corona-Impfstoff muss für alle zur Verfügung stehen

Sobald es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, muss dieser nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allen Menschen zur Verfügung stehen. Es gehe darum, „wie wir für alle Menschen auf der Welt Impfstoffe entwickeln, Medikamente und gute Diagnosemöglichkeiten bereitstellen“, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Kanzlerin äußerte sich im Vorfeld einer internationalen Geber-Videokonferenz zur Corona-Krise am Montag.

Deutschland ist einer der Gastgeber dieser Konferenz, zu der die EU-Kommission eingeladen hat und bei der finanzielle Mittel unter anderem für die Impfstoffforschung zusammenkommen sollen. „Heute fehlen für die Entwicklung eines Impfstoffes noch geschätzt etwa acht Milliarden Euro“, sagte Merkel. Deshalb sei es wichtig, dass sich jetzt ein großes Bündnis dieser Arbeit verpflichte und sich möglichst viele Akteure auch mit finanziellen Beiträgen engagierten. Dies solle auch die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten ermöglichen.

„Deutschland wird sich mit einem deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen“, kündigte Merkel an. „Es gehört zu den vornehmsten Aufgaben, Millionen von Menschenleben zu retten auf dieser Welt“, betonte die Kanzlerin. Deutschland wolle dabei eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeiten, die in dieser Frage eine Schlüsselrolle habe. Wichtig sei, „dass ein Impfstoff allen Menschen zugutekommt, wenn er einmal entwickelt wurde“ und dass auch Medikamente und Diagnosemöglichkeiten „möglichst vielen zugutekommen“. Daher müssten diese in großen Mengen produziert werden können. (AFP)

Weißes Haus blockiert Anhörung von Fauci im US-Repräsentantenhaus

Das Weiße Haus blockiert eine geplante Anhörung des prominenten US-Regierungberaters und Immunologen Anthony Fauci zur Corona-Krise im US-Repräsentantenhaus. Der Vizesprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, teilte am Freitagabend (Ortszeit) mit, es sei „kontraproduktiv“, Menschen, die an Maßnahmen gegen das Virus arbeiteten, derzeit bei Anhörungen im Kongress auftreten zu lassen. Diese könnten „zu gegebener Zeit“ angehört werden. Der Sprecher des Haushaltsausschusses im Repräsentantenhaus, Evan Hollander, sagte dem Sender NBC, man habe Fauci kommende Woche zur Reaktion der Regierung von US-Präsident Donald Trump auf das Virus befragen wollen. (dpa)

UNO-Flüchtlingshilfe: Afrika droht humanitäre Katastrophe 

Das UN-Flüchtlingshilfswerk befürchtet angesichts der Corona-Pandemie eine humanitäre Katastrophe in etlichen afrikanischen Staaten. Seit dem ersten bestätigten Fall Ende Februar hätten sich in West- und Zentralafrika Tausende weitere Menschen angesteckt, sagte der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe Deutschland, Peter Ruhenstroth-Bauer, der „Saarbrücker Zeitung“. Dabei gehe es um eine von Gewalt, Hunger und Dürre geprägte Region, in der schon vor Ausbruch des Virus insgesamt rund zehn Millionen Menschen internationale Hilfe benötigt hätten.

„Europa muss schnell aktiv werden und beim Aufbau funktionierender staatlicher Strukturen helfen, bevor sich die Lage weiter zuspitzt“, sagte er. Zu nennen sei hier vor allem die Ausbreitung von Armut, Kriminalität, Terrorismus und Waffenhandel. „Wird das nicht unterbunden, droht eine humanitäre Katastrophe, deren Folgen auch Europa zu spüren bekommen wird.“ (dpa)

Wirtschaft dringt auf Ende der Corona-Beschränkungen

Angesichts des Konjunktureinbruchs dringen Wirtschaftsverbände auf einen schnellen Ausstieg aus den Anti-Corona-Maßnahmen. Die Industrieverband BDI pocht auf die Vorlage eines klaren Exit-Plans an diesem Mittwoch. „Unsere Unternehmen wollen und müssen wissen, in welchen Stufen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder anlaufen soll - und zwar nach dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am 6. Mai“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Jede Woche eines Shutdowns kostet die deutsche Volkswirtschaft einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag an Wertschöpfung.“ (dpa)

Corona-Diebstahlschutz in Japan: Mit Aufklebern gegen Einbrecher

Japanische Ladeninhaber rüsten ihre wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Geschäfte mit Aufklebern gegen Einbrecher aus: „Wir haben aufgehört, Bargeld aufzubewahren“ oder „Gib es auf, ein Dieb zu sein“. Mit solch unmissverständlichen Botschaften an den geschlossenen Ladentüren hofft man in der japanischen Industriestadt Nagoya, potenzielle Einbrecher abhalten zu können. Während der gerade begonnenen „Goldenen Woche“, einer Aneinanderreihung nationaler Feiertage, komme es jedes Jahr vermehrt zu Einbrüchen, zitierte die Nachrichtenagentur Jiji Press am Samstag einen Vertreter der Polizei, die diese Aufkleber verteilt hat. (dpa)

+++ 1. Mai +++

Mehr als 161.900 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 6600 Tote

In Deutschland sind bis Freitagabend mehr als 161.900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 160 400 Infektionen). Mindestens 6601 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6401). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag bei 0,79. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa sieben bis neun weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 126 900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Mittel Remdesivir erhält in den USA Sonderzulassung für Coronavirus

Das antivirale Mittel Remdesivir hat in den USA eine Sonderzulassung für die Behandlung von Coronavirus-Patienten erhalten. Wie Präsident Donald Trump am Freitag sagte, stellte die Arzneimittelbehörde FDA eine Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die Lungenkrankheit Covid-19 aus. Zuvor hatte eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzt. (AFP)

UN-Chef: Pandemie löst „Angst und Leiden“ bei Älteren aus

Die Coronavirus-Pandemie löst nach Einschätzung von UN-Generalsekretär António Guterres „ungekannte Angst und Leiden“ bei älteren Menschen auf der ganzen Welt aus. Das liege einerseits daran, dass die Sterblichkeitsrate bei älteren Infizierten deutlich höher liege, sagte Guterres am Freitag per Video-Botschaft. Andererseits führe die Krise auch dazu, dass ältere Menschen stärker von Armut, Diskriminierung und Isolation bedroht seien - insbesondere in ärmeren Ländern. Guterres rief die internationale Gemeinschaft zu Maßnahmen zum besonderen Schutz und zur besseren Einbindung älterer Menschen, auch digital, in die Gesellschaft auf. (dpa)

Merkel unterstützt Sammlung von Milliarden für einen Corona-Impfstoff

Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs haben einen Aufruf zur Sammlung von 7,5 Milliarden Euro für Impfstoffe und Arzneien gegen das Coronavirus gestartet. Sie äußerten sich vor einer für Montag geplanten internationalen Geberkonferenz in einem gemeinsamen Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).

„Wir werden alle unsere eigenen Zusagen auf den Tisch legen, und wir freuen uns, von Partnern aus der ganzen Welt begleitet zu werden“, heißt es in dem Aufruf. „Die Mittel, die wir mobilisieren, werden eine beispiellose globale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Regulierungsbehörden, Industrie und Regierungen, internationalen Organisationen, Stiftungen und Vertretern des Gesundheitswesens in Gang setzen.“

Unterzeichnet haben neben Merkel der französische Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschef Giuseppe Conte, die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg, EU-Ratschef Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Von der Leyen hatte die Konferenz Mitte April angekündigt. (dpa)

Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sinkt weiter

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sinkt weiter. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, erklärt RKI-Präsident Lothar Wieler. Weniger als 1700 Meldungen neuer Patienten täglich - im Vergleich zum Höchstwert Ende März sind das drei Viertel weniger.

Grafik: BLZ/Galanty
Quelle: RKI, AFP

Max-Planck-Forscherin Viola Priesemann hat in diesem Zusammenhang die behutsamen Lockerungen der Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern gelobt. „Schon jetzt von der Bremse zu gehen wäre unverantwortlich gewesen“, sagte die Co-Autorin einer Strategiestudie für den Lockdown-Ausstieg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Das nächste Treffen von Kanzlerin und Länderchefs am 6. Mai sei „der frühestmögliche Zeitpunkt, um über die Aufhebung von weiteren Kontaktsperren zu entscheiden“, denn erst dann werde man „beginnen zu erkennen, ob sich wegen der Lockerungen seit dem 18. April wieder mehr Menschen angesteckt haben“.

Zugleich hält Priesemann eine baldige Rückkehr zu mehr Alltag für möglich. „Wenn die Reproduktionszahl deutlich unter 1 bleibt, geht es in absehbarer Zeit mit den Neuinfektionen weiter deutlich nach unten. Dann stecken sich schon bald täglich nur noch wenige Hundert Menschen an. Genau das ist entscheidend, um von den massiven Kontaktbeschränkungen auf eine gezielte Kontaktnachverfolgung umzusteigen“, sagte die Wissenschaftlerin.

In Deutschland sind bis Freitagnachmittag mehr als 161 500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 160 000 Infektionen). (dr)

Mehr als 27.000 Corona-Tote in Großbritannien

Die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ist auf mehr als 27.000 gestiegen. 739 Menschen seien innerhalb der vergangenen 24 Stunden an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag in London. Damit gebe es nun insgesamt 27.510 Todesopfer. (AFP)

Spanier dürfen erstmals seit sieben Wochen wieder das Haus verlassen

Erstmals seit sieben Wochen dürfen die Spanier am Samstag wieder ihre Häuser verlassen. Sport im Freien und Spaziergänge von Mitgliedern eines Haushaltes sind wieder erlaubt. Diese Lockerung der strengen Corona-Restriktionen ist Teil eines langfristigen Plans der Regierung, nach Wochen des Stillstandes wieder etwas Alltag zuzulassen. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder, es starben schon mehr als 24.800 Menschen. Allerdings ging die Zahl der neuen Todesfälle in den vergangenen Tagen kontinuierlich zurück.

Seit dem 14. März gilt in dem Land die europaweit schärfste Ausgangssperre, sie wurde vorerst bis zum 9. Mai verlängert. Allerdings ist es im Rahmen der vorsichtigen Lockerungen seit kurzem bereits Kindern unter 14 Jahren erlaubt, mit einem Erwachsenen eine Stunde am Tag das Haus zu verlassen. Zum Schutz der Risikogruppe dürfen Senioren nicht im gleichen Zeitraum wie Kinder ins Freie. (AFP)

Weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich

Österreich setzt einen neuen Schritt bei seinem Lockerungs-Kurs in der Corona-Krise. Von Samstag an dürfen alle Geschäfte sowie viele Dienstleistungsbetriebe wie Friseure wieder öffnen. Es gelten diverse Vorschriften. So soll möglichst ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Zahl der erlaubten Kunden wurde auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche festgelegt.

In einem ersten Schritt waren am 14. April alle Bau- und Gartenmärkte sowie kleine Geschäfte geöffnet worden. Da die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus dennoch sehr niedrig blieb, hielt die Regierung an der Öffnung aller Geschäfte zum 2. Mai fest. Als nächste Schritte sind die Öffnung der Lokale und Restaurants Mitte Mai sowie der Neustart der Hotels Ende Mai geplant. Seit Freitag dürfen Österreicher ihr Haus wieder ohne besonderen Grund verlassen. In der Öffentlichkeit müssen sie allerdings weiterhin einen Mindestabstand von einem Meter zu Menschen halten, die nicht im selben Haushalt leben.(dpa/AFP)

Bulgarien: Keine Maskenpflicht im Freien mehr

In Bulgarien ist das Tragen einer Schutzmaske im Freien als Maßnahme im Kampf gegen das neue Coronavirus nicht mehr obligatorisch. Gesundheitsminister Georgi Ananiew änderte am Freitag eine Anordnung vom 12. April entsprechend. Die Menschen können sich nun im Freien, in Parkanlagen, auf Straßen und an Bushaltestellen ohne Mund-Nase-Schutz aufhalten. Die Maskenpflicht gilt aber bis zum 13. Mai weiter in Bussen und Bahnen, Läden und Kirchen. Dann soll auch ein zweimonatiger Ausnahmezustand enden. (dpa)

Komoren bestätigen als eins der letzten Länder ersten Corona-Fall 

Als eins der letzten Länder der Welt hat der Inselstaat der Komoren den ersten Fall von Covid-19 bestätigt. Es handele sich um einen 50-Jährigen, der mit einem erkrankten französisch-komorischen Staatsbürger in Kontakt gekommen sei, teilte der Präsident des Staates im Indischen Ozean, Azali Assoumani, am Donnerstag mit. (dpa)

Indien verlängert weltgrößte Ausgangssperre um weitere zwei Wochen

Indien hat die weltgrößte Ausgangssperre um weitere zwei Wochen verlängert. Die Regierung erklärte am Freitagabend (Ortszeit), dass die Sperre deutlich die Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 verringert habe. Bisher sollte sie bis zum 3. Mai dauern. In Coronavirus-Hotspots, sogenannten roten Zonen, wollen weiter strikte Regeln mit sehr eingeschränkter Bewegung gelten. Aber in orangen und grünen Zonen, die mindestens drei Wochen keine bekannten neuen Fälle aufweisen, soll es Lockerungen geben. (dpa)

Bundesregierung plant offenbar Direkteinstieg bei Lufthansa 

Die Bundesregierung plant laut einem Bericht des "Spiegel" einen Direkteinstieg bei der angeschlagenen Fluggesellschaft Lufthansa. Dem Magazin zufolge geht es um Hilfen im Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden Euro. Der "Spiegel" berief sich auf Angaben aus Verhandlungskreisen. Die Lufthansa ist wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten. (AFP)

Madrid schließt riesiges Corona-Feldkrankenhaus: „Eine Wunderklinik“

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat das von der Krise schwer betroffene Spanien einen wichtigen symbolischen Erfolg errungen: Das im Madrider Messezentrum Ifema errichtete riesige Feldkrankenhaus wurde am Freitag wegen der schnell sinkenden Zahl der Covid-19-Kranken eineinhalb Monate nach der Öffnung wieder geschlossen. Nach Angaben der Behörden wurden im Ifema, wo im vergangenen Dezember noch der UN-Klimagipfel getagt hatte, mehr als 4000 Patienten behandelt. Lediglich 17 Kranke konnten im Ifema nicht gerettet werden. 

Die meisten Kranken hätten das „Wunder-Krankenhaus gesund verlassen“, darunter eine 103 Jahre alte Frau, sagte die Regierungschefin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, bei der Schließungszeremonie. Man sei zuversichtlich, dass man selbst bei einem Wiederaufflammen der Pandemie im Herbst nie wieder ein Krankenhaus im Ifema werde errichten müssen. Das Gesundheitssystem Madrids werde bereits „reformiert und modernisiert“, betonte sie.

Die Klinik mit 1350 Betten, darunter 16 für Intensiv-Patienten, war in Rekordzeit von nur 48 Stunden errichtet und am 21. März eröffnet worden. Bei einem Besuch hatte König Felipe VI. die Einrichtung als „Ort der Hoffnung für die Moral ganz Spaniens“ bezeichnet. (dpa)

Russischer Regierungschef mit Coronavirus infiziert 

Russland Regierungschef Michail Mischustin hat sich mit dem Coronavirus infiziert und seine Amtsgeschäfte vorläufig niedergelegt. Er begebe sich in Selbstisolation, sagte der 54-Jährige am Donnerstagabend in Moskau. Das Staatsfernsehen übertrug eine entsprechende Videoschalte des Ministerpräsidenten mit Kremlchef Wladimir Putin. Der Präsident äußerte die Hoffnung auf eine rasche Genesung Mischustins. Vize-Regierungschef Andrej Beloussow (61) soll nunmehr die Aufgaben Mischustins übernehmen. Putin ernannte ihn vorübergehend per Erlass zum Ministerpräsidenten. (dpa)

EU-Aufbauplan: Bundesregierung sieht kreditfinanzierte Zuschüsse skeptisch 

Die Bundesregierung sieht Ideen der EU-Kommission skeptisch, zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Pandemie geliehenes Geld als Zuschüsse an Krisenländer auszuzahlen. Dies könnte gegen europäisches Recht verstoßen, erklärte der deutsche EU-Botschafter Michael Clauß nach „Spiegel“-Informationen dem Europaausschuss des Bundestags. Die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag die Äußerungen.

Es geht um das von den EU-Staaten vereinbarte Wiederaufbauprogramm in Billionenhöhe. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen soll Details ausarbeiten. Sie will mit Hilfe von Garantien der EU-Staaten im nächsten siebenjährigen EU-Haushalt eigene Anleihen ausgeben und am Kapitalmarkt Geld leihen - das scheint im Kreis der 27 Länder auch konsensfähig. (dpa)

Hessen lockert Beschränkungen für Zoos, Spielplätze und Friseure 

Die Corona-Beschränkungen für viele Freizeiteinrichtungen und Dienstleister werden in Hessen von Montag an gelockert. Unter anderem Spielplätze, Zoos, Botanische Gärten und Museen dürfen wieder öffnen, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Dabei müssen strenge Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Museen, Ausstellungen, Schlösser und Gedenkstätten dürfen aber weiter keine Gruppenführungen anbiete.

Friseure, Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie Massagepraxen dürfen von kommender Woche an wieder öffnen. Anbieter müssen für die gesamte Dauer des Kundenkontaktes eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies gelte auch für Kunden, sofern die Behandlung dies erlaube. Auch Fahrschulen dürfen wieder öffnen, jedoch nur für Berufskraftfahrer.

Kliniken und ambulante Praxen können wieder medizinische Eingriffe und Operationen vornehmen, die bislang untersagt waren, wenn sie nicht zwingend notwendig waren. Die Landesregierung einigte sich ferner darauf, dass in allen Gesundheitseinrichtungen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. (dpa)

EZB: Wirtschaft könnte bis Ende 2022 unter Vorkrisen-Niveau liegen 

Die Wirtschaft der Eurozone könnte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bis Ende 2022 brauchen, um das Niveau vor der Corona-Krise wieder zu erreichen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte in einem gravierenden Szenario noch bis Ende 2022 unter dem Niveau von Ende 2019 liegen, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Notenbank.

In diesem pessimistischen Szenario dürfte die Wirtschaft in diesem Jahr um 12 Prozent schrumpfen. Für das zweite Quartal wird sogar ein Rückgang um 15 Prozent des BIPs erwartet.

Bei einem milden Verlauf der Krise erwartet die EZB einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent in diesem Jahr. Im mittleren Szenario wird ein Minus von acht Prozent prognostiziert. (dpa)

Israels Schulen öffnen in Corona-Krise wieder schrittweise 

Israels Schulen öffnen in der Corona-Krise von Sonntag an wieder schrittweise. Zunächst sollten die Grundschulen die ersten bis dritten Klassen vor Ort unterrichten sowie die weiterführenden Schulen die beiden höchsten Klassenstufen, teilte die Regierung am Freitag mit. Kindergärten und Kitas sollten sich auf eine geplante Öffnung vom 10. Mai an vorbereiten. In Israel beginnt die Arbeitswoche sonntags. (dpa)

Neue Corona-Verordnung für Rheinland-Pfalz erlassen 

Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium die fünfte Verordnung seit Beginn der Krise erlassen. Weiter geschlossen sind demnach Restaurants, Cafés, Theater, Kinos, Sportanlagen, Schwimmbäder, Kosmetiksalons sowie Fahrschulen. Die im Internet veröffentlichte Verordnung tritt an diesem Sonntag in Kraft und gilt bis zum 17. Mai.

Generell geöffnet werden dürfen nach der neuen Verordnung alle Einzelhandelsbetriebe. Dabei müssen detaillierte Abstands- und Hygienevorkehrungen beachtet werden. Auch Spielplätze können wieder genutzt werden. Museen sind noch in der Liste der geschlossenen Einrichtungen aufgeführt, dürfen aber nach Angaben von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ab dem 11. Mai wieder öffnen. (dpa)

Spanien erwartet enormen Anstieg von Haushaltsdefizit auf über zehn Prozent 

Wegen der Corona-Krise rechnet Spanien mit einer Explosion seines Haushaltsdefizits auf mehr als zehn Prozent. Das Defizit werde voraussichtlich von 2,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im vergangenen Jahr auf 10,34 Prozent im laufenden Jahr steigen, teilte Haushaltsministerin María Jesús Montero am Freitag auf einer Pressekonferenz in Madrid mit, bei der sie die an die EU-Kommission übermittelten Prognosen ihrer Regierung erläuterte. (AFP)

EU-Kulturminister: Europäische Hilfen auch für Kunst und Medien 

Die europäischen Hilfsprogramme angesichts der Corona-Pandemie sollen nach dem Willen der EU-Kulturminister auch Kultur und Medien zugute kommen. Eine gemeinsame Erklärung, die mit Ausnahme Ungarns von allen EU-Mitgliedsstaaten mitgetragen wurde, würdigte die Bedeutung von Kreativen und Journalisten für eine demokratische Gesellschaft, wie das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag mitteilte. Die auf EU-Ebene geplanten Hilfen aus den Fonds und Programmen müssten Kultur und Medien erreichen.  (dpa)

Laschet hält an Kurs der Lockerungen fest

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält an seinem Kurs der schrittweisen Lockerungen in der Corona-Krise fest. „Im demokratischen Rechtsstaat ist es selbstverständlich, den Menschen ihre Freiheitsrechte zurückzugeben, sobald dies unter Abwägung aller relevanten Aspekte möglich ist“, sagte Laschet dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). Mögliche weitere Schritte würden anhand medizinischer Kriterien sowie unter Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Aspekte bewertet.

Mit der von ihm geforderten Rückkehr in eine „verantwortungsvolle Normalität“ habe er „angemahnt, zwischen der Stilllegung des öffentlichen Lebens und den Schäden, die die Schließungen verursachen, besser abzuwägen“. Abstands- und Hygieneregeln seien verhältnismäßiger als pauschale Schließungen: „Wo Öffnungen verantwortbar sind, sollten wir sie vorsichtig, behutsam, tastend ermöglichen und gleichzeitig deutlich machen, in welchem Bereich derzeit keine Öffnungen möglich sind“, sagte Laschet der Zeitung. (dpa)

Verbotene Stadt in Peking wieder geöffnet

Mehr als drei Monate nach der Schließung wegen des Ausbruchs des neuen Coronavirus in China sind der Kaiserpalast in Peking und die Große Mauer wieder für Besucher geöffnet worden. Auch Parks und Museen öffneten am Freitag ihre Tore, berichtet dpa. Eintrittskarten mussten über das Internet bestellt werden. Die Zahl der Besucher wurde stark begrenzt. Der Verbotene Stadt genannte Kaiserpalast lässt nur 5000 Besucher täglich zu – vor Corona waren 80.000 erlaubt. Städtische Parks erlauben nur 30 Prozent der üblichen Besucherzahlen.

In New York wurden Dutzende Leichen in Lastwagen gefunden 

In der Nähe einer Bestattungsfirma in New York sind Dutzende Leichen in mehreren Transportern gefunden worden, berichtet dpa. Er habe die Fahrzeuge angemietet, weil es angesichts der vielen Toten in der Coronavirus-Pandemie keinen Platz mehr in den eigenen Räumen gegeben habe, sagte der Besitzer des Unternehmens im Stadtteil Brooklyn am Donnerstag (Ortszeit) der «New York Times». Außerdem sei sein Kühlraum ausgefallen und der Bedarf an Miet-Kühllastern sei derzeit so groß, dass er nicht mehr genügend bekommen habe. «Mir ist der Platz ausgegangen. Uns kommen die Leichen zu den Ohren raus.» 

Anwohner hatten wegen des Verwesungsgeruchs aus den Lastern die Polizei alarmiert. Später wurden die Leichen in einen gekühlten Lastwagen verlagert. Die Situation sei «schrecklich» und «absolut inakzeptabel», sagte Bürgermeister Bill de Blasio. «Ich habe keine Ahnung, wie irgendein Bestattungsinstitut so etwas geschehen lassen kann.» Die Millionenmetropole New York ist mit mehr als 14 000 bestätigten Toten durch das Coronavirus derzeit das Epizentrum der Krise in den USA. Der Höhepunkt des Ausbruchs scheint allerdings überschritten.


+++ 30. April +++

Portugal startet am Montag „vorsichtigen“ Lockdown-Ausstieg

Nach Ende des sechswöchigen Ausnahmezustands zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden in Portugal am Montag erstmals wieder zahlreiche Läden öffnen dürfen. Ministerpräsident António Costa gab am Donnerstagabend einen detaillierten Drei-Phasen-Plan zum „schrittweisen und vorsichtigen“ Ausstieg aus dem Lockdown bekannt. „Das bedeutet aber keineswegs, dass die Pandemie vorbei ist, dass es keine Risiken mehr gibt und dass wir zu jener Normalität zurückkehren werden, die es vor dieser Krise gab“, warnte er und  appellierte an jeden Einzelnen, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Ab Montag zunächst kleinere Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 200 Quadratmetern wieder öffnen, darunter Buch-, Friseur- und Schuhläden sowie Autohäuser. Man darf außerdem wieder im Freien Sport treiben. In einer zweiten Phase, die am 18. Mai beginnt, werden alle Läden mit Flächen zwischen 200 und 400 Quadratmetern den Betrieb wieder aufnehmen können. Auch Cafés, Kneipen und Restaurants sowie Schulen und Tagesheime sollen dann wieder öffnen. Aber die Eltern werden entscheiden dürfen, ob ihre Kinder weiter zu Hause bleiben sollen oder nicht.

Ab dem 1. Juni, dem Beginn von Phase drei, werden die großen Läden, die Einkaufszentren sowie Kinos, Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen wieder Besucher empfangen dürfen - allerdings mit deutlich reduziertem Gästevolumen. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen bleiben derweil mindestens bis Ende Mai untersagt, Homeoffice bleibt - überall dort, wo möglich - Pflicht. Konkrete Pläne zur Wiederaufnahme des Tourismus gibt es vorerst nicht. (dpa)

Stärkster Wirtschaftseinbruch in Frankreich seit 1949

Frankreichs Wirtschaft hat im ersten Quartal wegen den Folgen der Corona-Krise den stärksten Konjunktureinbruch seit mehr als 70 Jahren erlitten. In den ersten drei Monaten des Jahres sei die Wirtschaftsleistung um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft, teilte das nationale Statistikinstitut mit. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte, die Zahlen zeigten die „Wucht der wirtschaftlichen Erschütterung“, mit der das Land konfrontiert sei.

Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ist damit der stärkste seit 1949. Das Ausmaß habe auch den Einbruch von 1968 übertroffen, als Streiks die Wirtschaft belastet hatten. Als Grund für den schweren konjunkturellen Rückschlag in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone gelten harte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mit den Zahlen bestätigten sich auch Vorhersagen, wonach Frankreich wegen der Corona-Krise in eine Rezession rutscht. (dpa)

BLZ/Galanty
Quelle: Insee, AFP

Mehr Todesfälle als in früheren Jahren

Seit der letzten Märzwoche sind laut Statistischem Bundesamt in Deutschland vergleichsweise viele Menschen gestorben. Seit dem lägen die Sterbezahlen «tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019», teilte das Amt am Donnerstag in Wiesbaden mit. «Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es nahe liegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen». Basis der jüngeren Daten in der Sonderauswertung ist eine vorläufige Auszählung von Sterbefallmeldungen der Standesämter bis zum 5. April, berichtet dpa. 

Sechs Milliarden Euro zur Unterstützung der Krankenhäuser

Zur Unterstützung der Krankenhäuser in der Corona-Krise stellt der Bund laut dem „Handelsblatt“ einem Bericht zufolge weitere sechs Milliarden Euro zur Verfügung. Das Geld erhielten die Kliniken dafür, „dass sie seit dem 16. März 2020 planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe verschoben haben, um freie Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten zu schaffen“", heißt es danach in einem Schreiben des Bundesfinanzministerium an den Haushaltsausschuss.

Der finanzielle Ausgleich werde den Krankenhäusern aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bereitgestellt, heißt es demnach weiter. Die Summe von sechs Milliarden Euro beruht demnach auf einer Schätzung - „der finale Mehrbedarf kann erst zu einem späteren Zeitpunkt auf der Grundlage der tatsächlichen Ausgleichsbeträge errechnet werden“. (AFP)

Karliczek: Ausnahmesituation im Schulbetrieb „bis weit in das nächste Schuljahr“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek rechnet für lange Zeit nicht mit einer Rückkehr zum gewohnten Schulbetrieb. „Die Ausnahmesituation wird bis weit in das nächste Schuljahr andauern“, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren.“ So lange werde es eine Mischform von Präsenzunterricht und digitalem Unterricht geben, sagte Karliczek. In der Schule seien strenge Hygiene- und Abstandsregeln zu befolgen. (dpa)

Studie: Kinder vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene 

Kinder sind einer Analyse in Deutschland zufolge in der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Die Forscher warnen aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland. (dpa)

Los Angeles bietet allen Einwohnern kostenlose Corona-Tests an

Los Angeles bietet allen Einwohnern ab sofort kostenlose Coronavirus-Tests an. Die kalifornische Metropole sei die erste große US-Stadt, die die Tests unabhängig vom Vorhandensein von Symptomen zur Verfügung stelle, erklärte Bürgermeister Eric Garcetti am Mittwoch im Onlinedienst Twitter. Neben Händewaschen und Abstandsregeln seien Tests „eines der besten Mittel, die wir haben, um die Ausbreitung dieses Virus zu stoppen“, sagte Garcetti bei einer Pressekonferenz. (AFP)

Bund will bis 6. Mai Konzept für Schulen, Kitas und Sport erarbeiten 

Der Bund will bis zum 6. Mai ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeiten lassen. Kanzleramtschef Helge Braun soll mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder auf der Grundlage der Empfehlungen der jeweiligen Ministerkonferenzen Vorschläge machen, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder am Donnerstagnachmittag. (dpa)

Bund will Gottesdienste unter strengen Auflagen wieder zulassen 

Die Bundesregierung will Gottesdienste und andere religiöse Versammlungen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie bundesweit wieder zulassen - allerdings nur unter strengen Auflagen. Die Teilnehmerzahl solle begrenzt werden, auch sollten Abstands- und Hygieneregeln gelten, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Corona-Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Donnerstagnachmittag.

Unter diesen Voraussetzungen sollen "Versammlungen zur Religionsausübung fortan wieder stattfinden können", heißt es in der Beschlussvorlage, deren Entwurf AFP vorliegt. Die bisher erzielten Erfolge bei der Eindämmung der Corona-Pandemie ließen "eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen zu". Gerade auch wegen des besonderen Schutzes der Religionsfreiheit im Grundgesetz sei es "geboten, Versammlungen zur Religionsausübung wieder zu ermöglichen". (AFP)

Bund will Spielplätze wieder öffnen

Der Bund will die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossenen Spielplätze wieder öffnen lassen. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstagnachmittag. (dpa)

Arbeitslosenquote steigt auf 5,8 Prozent - 10 Millionen Menschen in Kurzarbeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April wegen der Corona-Krise im Vergleich zum März um 308.000 auf 2,644 Millionen Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg saisonuntypisch um 0,7 Punkte auf 5,8 Prozent.

Deutschlands Unternehmen haben in der Corona-Krise bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Diesen Rekordwert gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. (dpa)

Regierung will Corona-Beschränkungen bis 10. Mai verlängern 

Die derzeitigen Corona-Beschränkungen sollen mindestens um eine Woche bis zum 10. Mai verlängert werden. Bis dahin solle das „wesentliche Paket“ in Kraft bleiben, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstag im Sender n-tv. Über weitere Öffnungsschritte wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am 6. Mai entscheiden. Bis bisherigen Corona-Auflagen waren zunächst bis zum 3. Mai befristet. (AFP)

Kanzleramtschef: Entscheidung zu Neustart der Bundesliga erst nächste Woche

Kanzleramtschef Helge Braun geht davon aus, dass eine Entscheidung über einen Neustart der Fußball-Bundesliga mit Spielen ohne Zuschauer frühestens in der kommenden Woche fallen wird. Der CDU-Politiker sprach am Donnerstag im Sender n-tv von einem „sensiblen Thema“. Für einen Starttermin für die Bundesliga wage er „noch gar keine Prognose“. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Proficlubs erhoffen sich einen Start für die letzten Spiel bereits im Mai. (dpa)

Wirtschaft in Eurozone bricht im ersten Quartal um 3,8 Prozent ein 

Die Corona-Krise hat deutliche Auswirkungen auf Europas Wirtschaft. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte, sank die Wirtschaftsleistung in der Eurozone aus 19 Staaten im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr. In der gesamten EU aus 27 Staaten schrumpfte die Wirtschaft im Zeitraum von Januar bis März um 3,5 Prozent. (AFP)

Erste Studienergebnisse zu Corona-Wirkstoff Remdesivir

Der Wirkstoff Remdesivir kann die Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten einer US-Studie zufolge verkürzen. Die Ergebnisse der Untersuchung seien sehr positiv zu bewerten, sagte der Immunologe und Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) der USA, Anthony Fauci am Mittwoch (Ortszeit). Eine im Fachmagazin „The Lancet“ vorgestellte chinesische Studie kommt hingegen zu dem Schluss, dass sich der Zustand der Patienten mit Remdesivir nicht wesentlich verbessert. Aus Patientenmangel wurde diese Studie allerdings frühzeitig abgebrochen. (dpa)

Greta Thunberg spendet in Corona-Krise 100.000 Dollar an Unicef

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat dem UN-Kinderhilfswerk Unicef 100.000 US-Dollar (92.000 Euro) im Kampf gegen die Corona-Krise gespendet. „Wie die Klimakrise ist auch die Coronavirus-Pandemie eine Kinderrechtskrise“, zitierte Unicef die 17-jährige Thunberg am Donnerstag. Die Spende entnimmt Thunberg einem Preisgeld, das sie von der dänischen Nichtregierungsorganisation Human Act für ihr Engagement gegen den Klimawandel bekommen hat. (AFP)

Großbritannien registriert zweitmeiste Corona-Tote in Europa

In Großbritannien wurde die offizielle Zahl der Corona-Toten deutlich auf 26 097 nach oben korrigiert. Nur in Italien ist die Bilanz bislang noch verheerender: Die John-Hopkins-Universität in den USA meldete am frühen Donnerstagmorgen für Italien 27 682 Tote.

Enthalten waren in der britischen Statistik erstmals auch Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten aus England und Wales. Noch am Dienstag hatte die Zahl der Toten bei 21 678 gestanden - das waren aber nur die Sterbefälle in Krankenhäusern. Es wird befürchtet, dass viele Pflegeheime von Infektionen betroffen sind und sich das Virus dort ungehindert ausbreiten kann. (dpa)

Corona-Krise spaltet den Einzelhandel im März 

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben den deutschen Einzelhandel gespalten. Zu den Umsatzgewinnern im März gehörten neben den Online-Händlern vor allem Supermärkte und Apotheken, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. Die zahlreichen Geschäftsschließungen zur Abwehr der Pandemie führten hingegen zu hohen Einbußen im Handel mit Nicht-Lebensmitteln. Geschäfte für Schuhe und Textilien verloren im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als die Hälfte ihres Umsatzes. Unter dem Strich machte der gesamte Einzelhandel preisbereinigt 2,8 Prozent weniger Umsatz als vor einem Jahr. Nominal landeten 1,5 Prozent weniger in den Kassen. (dpa)

Vorgaben für Wiedereröffnung belasten Friseursalons 

Die Auflagen zur Wiedereröffnung der Friseursalons vom 4. Mai an werden sich nach Angaben ihres Verbands beim Umsatz bemerkbar machen. Die vorgeschriebenen Einmalhandschuhe und Mundschutze seien etwa aufgrund der hohen Nachfrage zurzeit teuer und das belaste die Betreiber, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem müssten viele Salons mit weniger Arbeitsplätzen auskommen, um Mindestabstände einhalten zu können. Dadurch könnten weniger Kunden gleichzeitig bedient werden. (dpa)

Merkel berät mit Länderregierungschefs über weiteres Vorgehen in der Corona-Krise 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät am Donnerstag mit den Regierungschefs der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Weitreichende Entscheidungen - etwa über weitere Lockerungen der Maßnahmen, sind von den Beratungen per Videoschalte aber nicht zu erwarten. Unter anderem soll es um die Frage gehen, inwiefern bundesweit wieder Gottesdienste oder andere religiöse Veranstaltungen stattfinden können. Mit einem Ergebnis wird gegen 16.30 Uhr gerechnet. (AFP)

SPD-Chefs für Recht auf Homeoffice mit klaren Regeln

Vor dem Tag der Arbeit am 1. Mai hat die SPD-Spitze ein Recht auf Homeoffice mit klaren Regeln gefordert. Mittelfristig müsse dann stärker darauf geachtet werden, wie die Arbeitsplätze zuhause ausgestattet seien. „Eigentlich müssten alle Arbeitgeber zum Beispiel zuhause nachprüfen, ob der Stuhl überhaupt geeignet ist“, sagte SPD-Chefin Saskia Esken der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt herrscht eine Art Ausnahmezustand, aber mittelfristig muss es ein Recht auf Homeoffice mit klaren Regeln geben.“ (dpa)

Österreich: Bundesliga darf bis 31. Juli spielen 

Die österreichische Fußball-Bundesliga könnte bis zum 31. Juli noch Spiele der aktuell unterbrochenen Saison austragen. Österreichs Verband ÖFB gab einem Antrag der Liga statt, im Fall der Notwendigkeit die Meisterschaft über den 30. Juni hinaus fortzusetzen. Zuletzt hatten die zwölf Klubs der Spielklasse in einer Video-Konferenz unter bestimmten Bedingungen der Wiederaufnahme der Spielzeit in Form von Geisterspielen zugestimmt. (sid)

Jedem Zweiten geht Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen zu schnell

Jedem zweiten Deutschen geht die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu schnell. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertraten 49 Prozent diese Meinung. Nur 15 Prozent sagten dagegen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden zu langsam zurückgenommen. 28 Prozent sind mit dem eingeschlagenen Tempo zufrieden, 8 Prozent machten keine Angaben. (dpa)


+++ 29. April +++

RKI: Ermittlung der Ansteckungsrate leicht geändert - Wert bei 0,75 

Das Robert Koch-Institut hat die Ermittlung der Ansteckungsrate mit dem neuen Coronavirus leicht geändert. Den am Mittwoch veröffentlichten RKI-Schätzungen zufolge liegt die sogenannte Reproduktionszahl bei 0,75 (Datenstand 29. April, 0.00 Uhr). Das bedeutet, 10 Infizierte stecken im Schnitt 7,5 Menschen an. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt somit leicht. Seit Mittwoch nutzt das RKI ein sogenanntes Vier-Tage-Mittel für die Schätzung der aktuellen Neuinfektionen und damit auch der Reproduktionszahl. Zuvor wurde ein Drei-Tage-Mittel genutzt.

Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 bis 1 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse diese Reproduktionszahl unter 1 liegen. Daneben ist unter anderem die Zahl der Neuinfizierten pro Tag wichtig. (dpa)

Mehr als 159.000 Corona-Nachweise in Deutschland

(dpa) In Deutschland sind bis Mittwochabend mehr als 159.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 157.500 Infektionen). Mindestens 6132 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6054). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. (dpa)

Private Treffen nehmen seit Ostern wieder zu

Seit der Osterwoche treffen sich Menschen wieder häufiger mit Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen. Zu diesem Ergebnis kommen Sozialforscher der Universität Mannheim im Rahmen einer Corona-Studie. Anfang April seien noch 70 Prozent der Befragten für mindestens sieben Tage ohne private Begegnungen geblieben. Einer Meldung der Universität vom Mittwoch zufolge steigt die Zahl der Treffen nun wieder.

Die Angaben basieren auf täglichen Befragungen vom 20. März bis zum 24. April, die die Forscher stichprobenartig in Deutschland vorgenommen haben. Dabei haben sie auch regionale Unterschiede festgestellt. In Bayern hätten über die Osterfeiertage 60 Prozent der Menschen auf private Treffen verzichtet, im Rest der Republik lag dieser Anteil bei 45 Prozent. Zudem berichteten alleinlebende Menschen deutlich häufiger als andere, dass sie in den vergangenen Wochen private Treffen hatten. An der Studie nahmen nach Forscherangaben täglich 445 und 567 (im Durchschnitt 505) Menschen teil. (dpa)

Zahlreiche Menschen genießen den Sonnenuntergang am Ufer des Landwehrkanals.
Foto: dpa/Jörg Carstensen

Polens verlängert Grenzkontrollen bis zum 13. Mai

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Polen seine Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern bis zum 13. Mai beibehalten. Einen entsprechenden Erlass habe Innenminister Mariusz Kaminski unterzeichnet, teilte das Ministerium in Warschau am Mittwoch mit. Die Grenzen zu Deutschland, Tschechien, zur Slowakei und zu Litauen können bis dahin nur an bestimmten Übergängen überquert werden.

Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus beschlossen, die EU-Binnengrenzen für Ausländer zu schließen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen. Polen, die aus dem Ausland zurückkehren, müssen für 14 Tage in Quarantäne.

Diese Regelung hat besonders Berufspendler an der Grenze zu Deutschland und Tschechien hart getroffen. Präsident Andrzej Duda kündigte am Mittwoch in einem Facebook-Chat an, die Regierung in Warschau bemühe sich um eine Lösung für diese Personengruppe. Derzeit sei man noch in Gesprächen mit Berlin und Prag. Bereits in den kommenden Tagen wolle die polnische Regierung eine Regelung für die Pendler bekanntgeben. (dpa)

WHO-Chef nach drei Monaten Notlage: Solidarität hilft gegen Covid-19

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut zu einer solidarischen Antwort der internationalen Gemeinschaft gegen das Coronavirus aufgerufen. «Mehr je als zuvor sollte die Menschheit zusammenstehen, um das Virus zu besiegen», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Vor drei Monaten, am 30. Januar, hatte die WHO eine globale Gesundheitsnotlage wegen der neuen Lungenkrankheit ausgerufen. «Wir haben den Alarm früh und oft ausgelöst», sagte Tedros. Er erinnerte daran, dass zu diesem Zeitpunkt außerhalb Chinas nur 82 Covid-19-Fälle und keine Todesfälle gemeldet worden seien. (dpa)

Schleswig-Holstein: Ab 4. Mai wieder Besuche in Pflegeheimen

Das Besuchsverbot in Pflegeheimen in Schleswig-Holstein wird gelockert. Vom 4. Mai an können Pflegeeinrichtungen unter strengen Hygieneanforderungen den Besuch einer Person für maximal zwei Stunden ermöglichen, wie Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Mittwoch nach einer Verständigung der Jamaika-Koalition mitteilte. Zudem soll ab dem 11. Mai die Öffnung von Spielplätzen ermöglicht werden, unter Beachtung von Hygienevorschriften, wie Garg weiter sagte. (dpa)

Google und Apple schalten Vorab-Schnittstellen für Corona-Apps frei 

Google und Apple stellen eine erste Vorab-Version ihrer Schnittstellen für die geplanten Corona-Warn-Apps bereit. Zugang dazu bekommen ausgewählte App-Entwickler, die mit Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten, teilten die US-Konzerne am Mittwoch mit.

Die Corona-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten. (dpa)

Giffey startet Aktion gegen häusliche Gewalt - mit Supermärkten

Zusammen mit Supermärkten hat Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) am Mittwoch die bundesweite Aktion „Zuhause nicht sicher?“ gegen häusliche Gewalt gestartet. „Gerade in der Corona-Zeit spielt sich bei den meisten Menschen fast das gesamte Leben zu Hause ab“, sagte Giffey am Mittwoch. Sich im eigenen Zuhause nicht sicher zu fühlen, sei ein „unerträglicher Zustand“.

In rund 26.000 Märkten sollen Menschen über Hilfsangebote informiert werden: auf Plakaten, Kassenbons und Eigenmarken der Unternehmen. „Bei der Information über diese Hilfsangebote spielen Supermärkte eine wichtige Rolle, denn sie gehören zu den wenigen öffentlichen Orten, die zurzeit regelmäßig aufgesucht werden“, sagte Giffey. An der Aktion beteiligt sind die Einzelhandelsketten Aldi Nord und Süd, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Real und Rewe. (dpa)

Spahn für stärkeres regionales Vorgehen bei Corona-Maßnahmen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür ausgesprochen, beim weiteren Vorgehen in der Corona-Krise größeres Augenmerk auf regionale Entwicklungen zu legen. Die zu erkennenden regionalen Unterschiede beim Infektionsgeschehen seien für die weitere Arbeit wichtig, machte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin deutlich.

Er verwies darauf, dass es zum Beispiel in Ländern und Landkreisen teils hohe und teils deutlich niedrigere Infektionszahlen gemessen an 100.000 Einwohnern gebe. Wenn es etwa in Landkreisen weniger als fünf neue Infektionen binnen sieben Tagen gebe, könnten Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten dort besser nachverfolgen als bei höheren Infektionszahlen.

Deswegen sei es wichtig, für die Zukunft noch stärker als bisher regionale Entwicklungen in den Blick zu nehmen, sagte Spahn. Es gelte, gemeinsam mit den Ländern und Kommunen auch differenziert darauf reagieren zu können, um Infektionsketten zu unterbrechen. (dpa)

Bundesregierung rechnet mit schwerer Rezession

Die Bundesregierung rechnet wegen der Corona-Pandemie mit einer schweren Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 6,3 Prozent zurückgehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch in Berlin bei Vorlage der Frühjahrsprognose. Für das kommende Jahr erwartet die Regierung demnach aber "im Zuge des Aufholprozesses" einen Zuwachs um 5,2 Prozent.

Der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung werde im Verlauf des zweiten Quartals diesen Jahres erwartet, sagte Altmaier weiter. Danach setze die Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten ein.

Im Einzelnen rechnet die Regierung mit einem Rückgang der Exporte im Jahr 2020 um 11,6 Prozent. 2021 sollen sie dann wieder um 7,6 Prozent zulegen. Auch die Importe dürften laut Prognose stark einbrechen, und zwar um 8,2 Prozent. Sie sollen im Jahr 2021 wieder um 6,5 Prozent zulegen.

Der Arbeitsmarkt gerät laut Prognose "stark unter Druck", im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Erwerbstätigen demnach um 370.000 zurückgehen. Besonders betroffen seien Gastgewerbe, Handel und Unternehmensdienstleistungen. Die Kurzarbeit werde im März und April in "noch nie dagewesenem Ausmaß" ansteigen. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent ansteigen, heißt es weiter in der Prognose. (AFP)

Schweiz hebt Corona-Maßnahmen früher auf als geplant

Der großflächige Stillstand von Kultur und Wirtschaft geht in der Schweiz schneller zu Ende als geplant. Schon ab 11. Mai sollen nicht nur Läden, Märkte und obligatorische Schulen, sondern auch Museen, Bibliotheken und Restaurants wieder öffnen. Das kündigte die Regierung am Mittwoch an. Bislang hatte sie für die Öffnung von Restaurants und Museen Anfang Juni ins Auge gefasst.

Möglich sei das, weil die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus rückläufig seien. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt. In Restaurants sollen dann aber zunächst nur maximal vier Personen an einem Tisch sitzen und zwischen Gästegruppen soll zwei Meter Abstand bestehen. Größere Festivals soll es im Sommer nicht geben. Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen werden voraussichtlich nicht vor September wieder erlaubt. (dpa)

US-Wirtschaft ist im ersten Quartal geschrumpft

Die Wirtschaftsleistung der USA ist wegen der Coronavirus-Pandemie im erste Quartal um 4,8 Prozent geschrumpft. Das bedeutet ein Ende von einem Jahrzehnt des Wirtschaftswachstums und den stärkste Rückgang des Bruttoinlandsprodukts seit 2008, dem Jahr der weltweiten Finanzkrise, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Das volle Ausmaß der Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Wirtschaft könne noch nicht abgebildet werden, erklärte das Ministerium.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind in den USA und weltweit verheerend: Das Virus und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung haben die Wirtschaftsaktivität in vielen Branchen weitgehend zum Erliegen kommen lassen. Zahlreiche Betriebe mussten zumindest vorübergehend schließen. In den USA verloren binnen fünf Wochen mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job. (AFP)

Länder legen Stufenplan für Öffnung von Gastronomie und Hotels vor

Mit einem Drei-Stufen-Plan wollen die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen schrittweise die coronabedingten Einschränkungen für den Tourismus, die Gastronomie und die Hotellerie zurücknehmen. Eingeleitet werden soll die Öffnung mit touristischen Outdoor-Angeboten wie Zoos, Freizeitparks und Klettergärten, wie die Wirtschafts- und Tourismusminister der drei Länder am Mittwoch mitteilten.

In der zweiten Phase sollen Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen und Hotels folgen. Später solle dann der Übernachtungstourismus ohne Restriktionen wieder möglich sein. Dieses Konzept wollen die Länder in die Wirtschaftsministerkonferenz einbringen. „Zu welchem Datum die einzelnen Phasen beginnen, werden die Länder in Abstimmung mit dem Bund in Eigenverantwortung bestimmen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Bei allen Maßnahmen sei zu beachten, „dass der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger Vorrang hat“. Deshalb sehe das Konzept die Einhaltung strikter Abstandsregelungen, Hygienevorgaben und Registrierungspflichten vor. Voraussetzung sei auch immer, dass die epidemiologische Lage sich weiter stabilisiere. (dpa)

Kabinett beschließt weitere Corona-Hilfen für Beschäftigte 

Beschäftigte, die wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen müssen, sollen weitere Hilfen bekommen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzespakets von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Das Paket geht auf einen Beschluss der Koalitionsspitzen von vergangener Woche zurück, wonach das Kurzarbeitergeld bei längerem Bezug befristet auf bis zu 80 Prozent des letzten Nettolohns erhöht werden soll - bei Menschen mit Kindern auf bis zu 87 Prozent. Bisher sind es 60 oder 67 Prozent. Arbeitslosengeld soll demnach länger zu bekommen sein. (dpa)

Krankschreibungen per Telefon vorerst bis 18. Mai möglich 

 Arbeitnehmer können sich vorerst bis 18. Mai auch ohne Praxisbesuch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung wegen der Corona-Krise, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich ist, wurde erneut verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Sie wäre sonst am 4. Mai ausgelaufen. (dpa)

Sportminister: Fußballer müssen bei positivem Test in Quarantäne 

Die Sportminister der Bundesländer haben dem deutschen Profi-Fußball grundsätzlich grünes Licht für einen Neustart gegeben, aber ein strenges Vorgehen im Falle eines positiven Corona-Tests gefordert. «Die SMK weist daraufhin, dass im Falle einer positiven Testung von Spielern und Betreuern Quarantänemaßnahmen für das betroffene Team erforderlich sind», heißt es in einer Beschlussvorlage der Runde für das Kanzleramt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. (dpa)

Seehofer will Grenzkontrollen bis zum 15. Mai verlängern 

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen an deutschen Grenzen bis zum 15. Mai verlängern. Einen entsprechenden Vorschlag werde er an diesem Donnerstag im Corona-Krisenkabinett vorlegen, sagte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Mittwoch auf Anfrage. Im Anschluss sei auch noch eine Abstimmung dazu mit den Ministerpräsidenten der von den Kontrollen betroffenen Bundesländer geplant. (dpa)

Deutsche Beihilfen für Mittel gegen Coronavirus genehmigt 

Deutschland darf Firmen bei der Forschung an Impfstoffen, Arzneien und Medizinprodukten gegen die Corona-Pandemie mit Zuschüssen, Vorschüssen und Steuervorteilen fördern. Die EU-Kommission teilte am Mittwoch mit, die Maßnahmen seien genehmigt. Damit würden Investitionen in wichtige Forschung und Entwicklung vorangebracht, betonte Kommissionsvize Margrethe Vestager. Die EU-Kommission arbeite für dieses Ziel eng mit den Mitgliedsstaaten zusammen.

Die Kommission achtet auch in der Krise darauf, dass staatliche Hilfen nicht den Wettbewerb im Binnenmarkt verzerren. Die Regeln wurden jedoch gelockert und bereits riesige Hilfsprogramme genehmigt. (dpa)

Bundesregierung will zu Corona-Eindämmung Tests und Meldepflichten ausweiten 

Die Bundesregierung hat ein zweites Gesetzespaket zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Der vom Kabinett gebilligte Gesetzentwurf sieht mehr Tests und ausgeweitete Meldepflichten vor. Teil des Gesetzesvorhabens ist zudem das Finanzierungskonzept für den geplanten Pflegebonus, den Beschäftigte in den Altenheimen wegen der besonderen Belastung in der Corona-Krise erhalten sollen.

Die Kosten für die steuerfreie Bonus-Zahlung von bis zu 1500 Euro sollen zu zwei Dritteln die Pflegekassen übernehmen, sie sollen dafür einen Zuschuss vom Bund bekommen. Das restliche Drittel sollen Länder und Arbeitgeber aufbringen, wobei sich die gemeinnützigen Träger gegen eine Beteiligung wehren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits im Vorfeld regelmäßige Tests von Heimbewohnern und Pflegekräften angekündigt. Die Kosten für die Tests sollen umfangreicher als bisher übernommen werden. Vorgesehen ist zudem, dass künftig auch genesene Patienten und negative Testresultate gemeldet werden müssen. (AFP)

Grütters will Strukturfonds für Kulturszene in Corona-Krise

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will nun ebenfalls einen Strukturfonds zur Rettung der Kulturszene in der Corona-Krise. An einem solchen Rettungsschirm arbeite sie intensiv mit dem Finanzministerium, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Inforadio des rbb. „Das läuft mit Hochdruck.“

Wie einzelne Elemente einer solchen zusätzlichen Kulturhilfe aussehen könnten, müsse beraten werden. „Ich bin gerne bereit, in diese Gespräche jetzt auch Länderminister mit einzubeziehen“, sagte Grütters. Sie hoffe sehr, dass „angesichts der dringenden Not“ auch rasche Abstimmungen mit dem Bundestag möglich seien.

Die Länder hatten zuletzt mehr Einsatz vom Bund gefordert und eine gemeinsame Arbeitsgruppe angeregt. „Es bedarf weiterer gemeinsamer Anstrengungen, um eine drohende Verarmung der Kunst- und Kulturlandschaft nach der Corona-Krise zu verhindern“, hieß es in einem Schreiben an Grütters sowie die Minister für Finanzen und Wirtschaft, Olaf Scholz (SPD) und Peter Altmaier (CDU).

Auch die Länder verweisen auf Forderungen etwa des Kulturrates nach einem Infrastrukturfonds. Nach dessen Schätzung müsste ein solcher Fonds etwa 500 Millionen Euro umfassen. (dpa)

Bundesregierung verlängert Reisewarnung bis 14. Juni 

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen. (dpa)

DOSB nimmt Hürde: Rückkehr zum vereinsbasierten Sport eingeleitet 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat auf dem Weg zurück zum vereinsbasierten Sporttreiben in Deutschland eine wichtige Hürde genommen. Die Sportminister der Länder haben sich für eine schrittweise Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebes in enger Abstimmung mit dem DOSB-Konzept entschlossen und wollen diesen Beschluss der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten für die Gespräche ab dem 30. April übergeben.

„Wir freuen uns sehr, dass die Sportminister-Konferenz sich so eindeutig hinter eine schrittweise und an die Situation angepasste Rückkehr in den Vereinssport gestellt hat“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. D„ie unzähligen positiven Effekte des Sports fehlen unseren Mitgliedern und damit der Gesellschaft von Tag zu Tag mehr.“ (sid)

Bundesregierung will Reisewarnung bis Mitte Juni verlängern 

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie einem Bericht zufolge bis Mitte Juni verlängern. Das berichtete der «Spiegel» am Mittwoch unter Berufung auf einen entsprechenden Beschlussvorschlag, den das Auswärtige Amt (AA) kurz vor der Kabinettssitzung unter den Bundesministerien abgestimmt habe. Demnach heiße es in der Beschlussvorlage, die bisher gültige Reisewarnung gelte «bis auf weiteres», mindestens aber bis Mitte Juni. Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. Die Verlängerung soll laut «Spiegel» an diesem Mittwoch vom Kabinett verlängert werden, mindestens bis zum 14. Juni. (dpa)

159.912 Infizierte: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 157.641 angegeben - ein Plus von 1304 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 159.912 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 6115 Todesfälle, die JHU 6314 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 120.400. (AFP)

Fast jeder Zweite lehnt Grenzöffnungen für Sommerurlaub ab 

Fast jeder zweite Deutsche lehnt eine Öffnung der Grenzen für den Sommerurlaub im europäischen Ausland ab. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 48 Prozent dafür, die wegen der Corona-Pandemie erlassene Ausreisesperre für Touristen auch im Sommer aufrecht zu erhalten. 20 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern. Nur 13 Prozent plädieren dafür, schon im Sommer den Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union wieder vollständig zu erlauben. (dpa)

US-Vizepräsident Pence ignoriert Maskenpflicht bei Krankenhausbesuch 

US-Vizepräsident Mike Pence hat beim Besuch einer US-Klinik gegen die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske verstoßen. Videos zeigen, wie sich Pence am Dienstag (Ortszeit) gemeinsam mit Medizinern und einem Patienten in einem Krankenzimmer der Mayo-Klinik in Minnseota aufhielt und als Einziger keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Um die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus zu verringern, ist in dem Krankenhaus für Patienten, Besucher und Mitarbeiter das Tragen von Schutzmasken Pflicht.

Das Büro des Vizepräsidenten sei vor dem Besuch auf die Maskenpflicht hingewiesen worden, erklärte die Klinik. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Raum. Pence, Präsident Donald Trump und andere hochrangige Regierungsmitarbeiter folgen diesem Rat bislang nicht.

Pence erklärte seinen Maskenverzicht mit den Worten, Schutzmasken seien dazu da zu verhindern, dass Infizierte andere Leute ansteckten - er sei aber gar nicht infiziert. (AFP)

Corona-Krise sorgt für heftigen Gewinneinbruch bei Daimler 

Die Coronavirus-Krise hat bei Daimler auch unter dem Strich für einen herben Gewinneinbruch gesorgt und den Autobauer nur knapp an einem Verlust vorbeischrammen lassen. Im ersten Quartal stürzte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf nur noch 94 Millionen Euro ab, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch rund 2,1 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz ging im Vergleich dazu nur leicht um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück.

Daimler hatte im ersten Quartal nur 644 300 Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen können. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Erste vorläufige Zahlen hatte der Konzern bereits vergangene Woche veröffentlicht und dabei auch schon angekündigt, dass man wegen der Coronavirus-Pandemie sowohl bei Absatz und Umsatz als auch beim Gewinn 2020 unter dem Vorjahreswert liegen werde. (dpa)

Insgesamt fast zwei Monate: El Salvador verlängert strenge Quarantäne 

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in El Salvador wegen der Corona-Krise sind bis zum 16. Mai verlängert worden. «Wir sind in der kritischsten Phase der Infektionen, und das Virus hat sich im ganzen Land ausgebreitet», schrieb Präsident Nayib Bukele am Dienstag (Ortszeit) auf Twitter.

El Salvador hat eine der strengsten Regelungen Lateinamerikas. Seit dem 22. März gilt dort eine Ausgangssperre - Ausnahmen gibt es nur zum Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten sowie für Arbeiten, die als unerlässlich gelten. Schon am 11. März - noch vor der ersten bestätigten Infektion im Land - hatte der kleine mittelamerikanische Staat mit rund sechs Millionen Einwohnern seine Grenzen geschlossen. (dpa)

Corona-Krise reißt Airbus in die roten Zahlen 

Die Corona-Krise und Sonderabschreibungen haben den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im ersten Quartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 481 Millionen Euro nach einem Gewinn von 40 Millionen ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch in Toulouse mitteilte. Der Umsatz sank wegen Unterbrechungen bei der Flugzeug-Auslieferung infolge der Pandemie um 15 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sackte um knapp die Hälfte auf 281 Millionen Euro nach unten. (dpa)

Trumps Gesundheitsberater: USA sind nicht bereit für Profi-Sport

Der Gesundheitsberater von US-Präsident Donald Trump sieht die USA in der Corona-Krise noch längst nicht bereit für eine Rückkehr zum Profi-Sport. „Ich würde gerne alle Sportarten zurück haben können“, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, in einem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Interview der „New York Times“. „Aber als ein Gesundheitsbeamter, Arzt und Wissenschaftler muss ich jetzt sagen, wenn man sich das Land anschaut, sind wir dazu noch nicht bereit.“ In manchen Sportarten sei es machbar, das zu schaffen. „Aber im Moment sind wir es nicht.“ (dpa)

China will Volkskongress ab dem 22. Mai abhalten 

Der wegen der Corona-Pandemie verschobene Volkskongress in China findet in diesem Jahr ab dem 22. Mai statt. Das berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. Eigentlich hätte das in China wichtigste politische Ritual des Jahres schon am 5. März stattfinden sollen, war aber wegen des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 verschoben worden. Rund 6000 Abgeordnete des Volkskongresses und Mitglieder der parallel tagenden beratenden Konsultativkonferenz kommen jährlich aus allen Provinzen in die Hauptstadt. (dpa)


+++ 28. April +++

Familienminister für Kita-Wiedereinstieg in vier Phasen – Zeitkorridor offen

Die Familienminister von Bund und Ländern empfehlen in der Corona-Krise einen „behutsamen“ Wiedereinstieg in die Kinder-Tagesbetreuung in vier Stufen. Das teilte das Ministerium von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstagabend mit. Ein konkretes Datum für die mögliche Wiederaufnahme des Kita-Betriebs wird in dem gemeinsamen Beschluss nicht genannt. Die vier Phasen umfassen demnach die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb.

Der Beschluss soll in die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag einfließen. Letztlich liegt die Entscheidung bei den einzelnen Bundesländern. (dpa)

Saarländischer Verfassungsgerichtshof kippt Ausgangsbeschränkungen

Im Saarland müssen die im Zuge der Corona-Pandemie verfügten Ausgangsbeschränkungen nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs sofort gelockert werden. Es gebe „aktuell keine belastbaren Gründe für die uneingeschränkte Fortdauer der strengen saarländischen Regelung des Verbots des Verlassens der Wohnung“ mehr, entschieden die Verfassungsrichter am Dienstag. Das heißt: Begegnungen in Familien sowie das Verweilen im Freien unter Wahrung der notwendigen Abstände und Kontaktbeschränkungen sind ab sofort wieder möglich.

Wenige Stunden zuvor hatte die saarländische Landesregierung angekündigt, die Ausgangsbeschränkung solle vom 4. Mai an gelockert werden. Eine Sprecherin des Gerichtes sagte am Abend, der Beschluss der Verfassungsrichter gelte ab sofort. Der Verfassungsgerichtshof erklärte, er wisse sich „in Übereinstimmung mit dem Vorhaben der Landesregierung“, die Ausgangsbeschränkungen zu lockern.

Seit 21. März durften die Saarländer ihre Wohnung wegen der Corona-Pandemie nur mit einem triftigen Grund verlassen. Dazu gehören der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Die Maßnahmen der Landesregierung seien wegen der vergleichsweise hohen Infektionszahlen im Saarland „geboten“ gewesen (Beschluss vom 28. April 2020 – Lv 7/20), hieß es vom Gericht. (dpa)

US-Forscher: Mehr als eine Million Corona-Infektionen in den USA

In den USA hat es Wissenschaftlern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehr als eine Million nachgewiesene Infektionen mit dem Virus gegeben. Das ging am Dienstagnachmittag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits mehr als 57.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. (dpa)

Ausnahmezustand in Tschechien nun doch bis 17. Mai verlängert

Entgegen früherer Ankündigungen hat Tschechien den wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufenen Ausnahmezustand noch einmal verlängert. Er gilt nun bis zum 17. Mai. Dafür stimmten am Dienstagabend 54 Parlamentsabgeordnete, dagegen 24. Der Notstand erlaubt es der Regierung zufolge unter anderem, das weitgehende Einreiseverbot für Ausländer vorerst aufrechtzuerhalten und medizinische Güter ohne Ausschreibung zu beschaffen.

Die Regierung in Prag hatte ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zuletzt stark gelockert. So wurden die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben und die meisten Geschäfte wieder geöffnet. Weiterhin gelten eine Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit und das Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Personen.

US-Regierung prüft Einreiseverbot für Brasilien

Angesichts der Corona-Epidemie in Brasilien prüft die US-Regierung das Verhängen eines Einreiseverbots für Menschen aus dem südamerikanischen Land. Eine solche Maßnahme werde derzeit ernsthaft erwogen, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag im Weißen Haus bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Bundesstaates Florida, Ron DeSantis.

Florida hat traditionell viele Flug- und Geschäftsverbindungen mit den Ländern Südamerikas. Im März war eine brasilianische Delegation um Präsident Jair Bolsonaro in die Vereinigten Staaten gereist und hatte dort Präsident Donald Trump in dessen Resort Mar-a-Lago zum Abendessen getroffen. Bei mehr als einem Dutzend Delegationsmitgliedern wurde danach Sars-CoV-2 nachgewiesen.

In Brasilien gab es der US-Universität Johns Hopkins zufolge bis Dienstagmittag (Ortszeit) gut 67.000 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 sowie etwa 4600 Todesfälle.

Walter-Borjans pocht bei Staatshilfen in Corona-Krise auf Rückzug aus Steueroasen

In der Diskussion um Staatshilfen wegen der Corona-Krise hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans von Unternehmen mehr Transparenz und einen Rückzug aus Steueroasen gefordert. Wer vom Staat Geld haben wolle, müsse diejenigen Tochterfirmen in Steueroasen schließen, „die nur der Steuervermeidung dienen und sonst keinen Geschäftszweck haben“, sagte Walter-Borjans der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe), NDR und WDR.

Der SPD-Chef kritisierte Konzerne, die einerseits in der Corona-Krise nach Staatshilfen riefen, gleichzeitig aber den Staat mithilfe von Briefkastenfirmen in Steueroasen um wichtige Einnahmen prellten. Jedes Jahr entgehen dem Staat laut „Süddeutscher Zeitung“ rund 18 Milliarden Euro, weil Konzerne Gewinne in Steueroasen verschieben und gesetzliche Schlupflöcher nutzen. Das Blatt berief sich auf Berechnungen von Forschern aus Berkeley und Kopenhagen. (dpa)

Corona-Krise könnte Hunger in Ostafrika massiv steigern

Die Zahl der von Nahrungsmittelknappheit betroffenen Menschen in Ostafrika könnte sich aufgrund der Corona-Pandemie mehr als verdoppeln. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) erklärte am Dienstag, die Versorgung mit Lebensmitteln sei derzeit bereits für rund 20 Millionen Menschen gefährdet. Ihre Zahl könnte innerhalb von drei Monaten auf bis zu 43 Millionen ansteigen.

Betroffen sind demnach neun Länder in der Region, darunter Äthiopien, Ruanda und Uganda. Diese hätten bislang im Vergleich zu anderen Ländern der Welt zwar nur wenige Coronavirus-Infizierte registriert. Jedoch seien diese Staaten aufgrund schlechter Gesundheitssysteme und schwacher Wirtschaftsleistung besonders anfällig für die Auswirkungen der Pandemie, sagte WFP-Sprecherin Elisabeth Byrs.

Um Menschen in Afrika in den kommenden drei bis sechs Monaten zu unterstützen, benötigt das Welternährungsprogramm nach eigenen Angaben dringend mehr als 500 Millionen Dollar (rund 460 Millionen Euro). (AFP)

Frankreich lockert Ausgangssperre ab dem 11. Mai schrittweise

Frankreich will die seit sechs Wochen geltende Ausgangssperre ab dem 11. Mai lockern. Ab diesem Datum sollen Geschäfte und Schulen schrittweise wieder öffnen, wie Premierminister Edouard Philippe am Dienstag in einer Regierungserklärung in der Pariser Nationalversammlung ankündigte. Geplant sind eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie eine massive Ausweitung der Corona-Tests. Zudem soll es eine Handy-App zur Nachverfolgung der Infektionswege geben.

„Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“, unterstrich Philippe. Die Zahl der Corona-Tests soll dafür von derzeit 50.000 auf bis zu 700.000 pro Woche ausgeweitet werden. Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern sollen frühestens ab September wieder erlaubt werden. Auch Kulturfestivals oder Fußball-Profispiele soll es bis dahin nicht geben. (AFP)

Giffey startet Aktion gegen häusliche Gewalt – mit Supermärkten

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) startet am Mittwoch die bundesweite Aktion «Zuhause nicht sicher?» gegen häusliche Gewalt. Die Posteraktion im Rahmen der Initiative «Stärker als Gewalt» richtet sich an Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aber auch an Freunde und Nachbarn, die helfen wollen, wie das Familienministerium mitteilte.

Da in der Corona-Krise Supermärkte zu den Orten gehören, die noch regelmäßig aufgesucht werden, beteiligen sich die Einzelhandelsketten Aldi Nord und Süd, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Real und Rewe an der Aktion. Bundesweit sollen dann in Zehntausenden Supermärkten Poster mit Hilfsangeboten hängen. (dpa)

Turkish Airlines verlängert Flugstopp wegen Coronavirus bis 28. Mai

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines setzt ihre Flüge wegen der Coronavirus-Krise nun bis zum 28. Mai aus. Das teilte die Gesellschaft am Dienstagabend mit. Geschäftsführer Bilal Eksi twitterte sein Bedauern und schrieb, dass dies sowohl die nationalen als auch die internationalen Flüge betreffe. Internationale Flüge sollten bisher am 20. Mai wiederaufgenommen werden, Inlandsflüge am 1. Mai. (dpa)

EU-Ratschef Michel: Schuldenerlass für afrikanische Länder prüfen

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in Afrika abzufedern, sollen die EU-Staaten nach dem Willen von EU-Ratschef Charles Michel über einen möglichen Schuldenerlass beraten. Man müsse die Bitte der afrikanischen Länder gemeinsam mit den Partnern des Internationalen Währungsfonds (IWF) prüfen, sagte der Belgier am Dienstag nach einer Video-Konferenz mit den Staats- und Regierungschefs der fünf Sahel-Staaten. In drei Monaten wolle man sich erneut mit den G5-Staaten zu einer Videokonferenz treffen. (dpa)

Griechenland lockert Corona-Beschränkungen etappenweise

Griechenland wird die Corona-Sperren vom nächsten Montag an in mehreren Etappen langsam aufheben. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte am Dienstag im Staatsfernsehen Lockerungen „Schritt für Schritt“ an. Am 4. Mai dürfen Friseursalons, Elektrogeschäfte und Buchhandlungen wieder aufmachen. Zudem darf man dann wieder ohne Einschränkungen auf die Straße. Der Unterricht für die Schüler der letzten Klasse des Gymnasiums soll am 11. Mai wieder beginnen.

Erst in den Wochen nach dem 4. Mai sollen auch die größeren Geschäfte und Einkaufszentren, die anderen Schulklassen und im Juni auch stufenweise die Hotels wieder öffnen. Der Neustart des internationalen Flugverkehrs soll innerhalb der EU besprochen werden. Griechenland hat inzwischen europaweit eine der geringsten Sterblichkeitsraten pro 100.000 Einwohner. (dpa)

Putin verlängert arbeitsfreie Zeit wegen Corona bis Mitte Mai

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Russlands Präsident Wladimir Putin die arbeitsfreie Zeit um gut zwei Wochen verlängert. Diese Regelung gelte nun bis einschließlich 11. Mai, sagte der Kremlchef am Dienstag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. Damit wären viele Russen dann insgesamt sechs Wochen bei vollem Lohnausgleich zu Hause. Erst nach dieser Zeit werde es schrittweise Lockerungen geben, meinte Putin. 

Viele Russen sind bereits seit Ende März im Zwangsurlaub. Nicht wenige befürchten, dass sie nach Lockerung der Maßnahmen in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Prognosen zufolge könnten künftig bis zu neun Millionen Menschen ohne Arbeit sein. In vielen Regionen des Landes gelten Ausgangsbeschränkungen. Auch diese sollen etwa in der Millionenmetropole Moskau um zwei weitere Wochen verlängert werden. (dpa)

Luxemburg testet seine gesamte Bevölkerung auf das neuartige Coronavirus

Luxemburg will seine gesamte Bevölkerung auf das neuartige Coronavirus testen. Alle gut 600.000 Einwohner sollten binnen eines Monats untersucht werden, sagte Forschungsminister Claude Meisch am Dienstag bei einer Video-Pressekonferenz. Damit müssten rund 20.000 Corona-Tests am Tag vorgenommen werden. Laut Meisch wird die Test-Offensive rund 40 Millionen Euro kosten.

Bislang wurden in dem Großherzogtum gut 39.000 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. Dabei wurden 3729 Infektionen nachgewiesen, 88 der Infizierten starben. (AFP)

Human Rights Watch: Versorgung von zwei Millionen im Nordosten Syriens gefährdet

Im Nordosten Syriens ist nach Angaben von Menschenrechtlern die Versorgung von zwei Millionen Menschen in der Corona-Krise akut gefährdet. Die Organisation Human Rights Watch klagte am Dienstag in New York über einen großen Mangel an medizinischen Produkten zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19. Wegen der wenigen Tests - besonders in dem von kurdischen Gruppen kontrollierten Nordosten - gebe es wahrscheinlich kein echtes Bild über das Ausmaß der Infektionen in dem Bürgerkriegsland.

Die Menschenrechtler stützen sich auf Interviews mit zehn Angestellten von Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen, die in der Region an der Grenze zum Irak arbeiten. Die schlechtere Versorgung hängt mit einem Kompromiss im UN-Sicherheitsrat zusammen, der den Zugang für humanitäre Hilfe beschränkt. Wegen einer Blockadehaltung vor allem vom syrischen Verbündeten Russland ist der für medizinische Güter wichtige Übergang Al-Jarubija geschlossen. (dpa)

Jeder Schüler soll vor Ferien die Schule besucht haben 

Alle Schüler in Deutschland sollen vor den Sommerferien in die Schulen zurück können. Der Schulbesuch solle tage- oder wochenweise möglich werden, sagte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Stefanie Hubig (SPD), am Dienstag in Mainz. Auf dieses Ziel hätten sich die Kultusminister der Länder geeinigt - es werde in den Bundesländern unterschiedliche Vorgehensweisen geben.

Hubig sagte, maßgeblich für das Vorgehen an den Schulen werde sein, wie sich das Infektionsgeschehen entwickle. Ob die Schüler einzelne Tage oder wochenweise in die Schulen zurückkehrten, werde jedes Land für sich entscheiden. Es gebe unterschiedliche örtliche Gegebenheiten. Für Schüler mit einem Gesundheitsrisiko gebe es keine Präsenzpflicht – dasselbe gelte für Lehrer.

Die Sommerferien beginnen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Als erstes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern ab dem 22. Juni Sommerferien; insgesamt sechs Bundesländer bekommen bereits im Juni die großen Ferien. Als letzte Bundesländer starten Bayern und Baden-Württemberg Ende Juli mit den Sommerferien. (AFP)

Mecklenburg-Vorpommern testet Pflege- und Altenheime flächendeckend auf Coronavirus

Knapp 25.000 Bewohner von 570 Pflege- und Altenheimen sowie Tagespflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern sollen flächendeckend auf das Coronavirus getestet werden. Das kündigte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag vor Journalisten in Schwerin an. Auch etwa 15.000 Beschäftigte in den Heimen sollen bis zu dreimal entsprechend überprüft werden.

Hintergrund sei die relativ hohe Zahl von Corona-Infektionen in den Heimen. Das Testprogramm werde etwa dreieinhalb Millionen Euro kosten und solle helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen und zu durchbrechen.

Die Außengastronomie wird in Mecklenburg-Vorpommern voraussichtlich am 11. Mai wieder freigegeben. Laut Glawe könnten Restaurants acht bis zehn Tage später öffnen, wenn die Zahl der Corona-Infektionen im Land weiterhin so gering bleibe. (AFP)

EU-Staaten: Grenzkontrollen in Corona-Krise nur vorsichtig lockern

Die EU-Staaten wollen die in der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen nur mit aller Vorsicht lockern. Man sei sich darüber einig gewesen, dass man beim Öffnen der europäischen Binnengrenzen ebenso behutsam vorgehen müsse wie bei einer möglichen Öffnung der EU-Außengrenzen, sagte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic am Dienstag nach einer Videoschalte mit seinen EU-Amtskollegen. Kroatien hat derzeit den Vorsitz der EU-Staaten inne.

Bozinovic betonte, die 27 Länder wollten alle Lockerungen der Corona-Maßnahmen in enger Abstimmung miteinander vornehmen, um eine zweite Infektionswelle zu vermeiden. „Die Einschränkungen werden nach und nach gelockert und zuerst in Feldern und Bereichen mit einem vergleichsweise geringen Risiko, was die Verbreitung des Virus angeht“, sagte Bozinovic. (dpa)

Corona-Ausnahmezustand in Portugal endet am 2. Mai

Portugal wird den noch bis zum 2. Mai geltenden Alarmzustand wegen der Corona-Krise nicht verlängern. Das Virus solle vom nächsten Wochenende an „mittels anderer Instrumente“ unter Kontrolle gehalten werden, sagte Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Dienstag nach einem Treffen mit Fachleuten des Gesundheitswesens. Der Alarmzustand - zweithöchste Notstandsstufe des Landes - war am 18. März ausgerufen worden.

Zuvor hatte der sozialistische Ministerpräsident António Costa bereits angekündigt, dass Portugal die zur Bekämpfung der Pandemie verhängten Maßnahmen im Mai schrittweise lockern will. Die neuen Regeln werden voraussichtlich noch diese Woche bekanntgeben. Die Regierung erwägt zunächst eine Öffnung von Einzelhandelsgeschäften, von Friseurläden und von Kindergärten. (dpa)

Tausende Corona-Tote in britischen Pflegeheimen 

In britischen Pflegeheimen sind Tausende Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben. Allein in England und Wales starben 4343 Heimbewohner in zwei Wochen (10. bis 24. April), wie die nationale Statistikbehörde ONS am Dienstag mitteilte.

Die Betreiber der Einrichtungen fürchten, dass der Höhepunkt der Pandemie in ihren Häusern noch nicht erreicht ist. In den Heimen nehme die Zahl der Toten deutlich zu, warnten sie. (dpa)

Gottesdienste ab 4. Mai in Mecklenburg-Vorpommern wieder möglich 

In den Kirchen, Synagogen und Moscheen in Mecklenburg-Vorpommern können vom 4. Mai an wieder Gottesdienste abgehalten werden. Pro zehn Quadratmeter Innenraumfläche dürfe eine Person am Gottesdienst teilnehmen, teilte Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung mit. Der Mindestabstand von 1,50 Meter müsse eingehalten werden. Außerdem müssten Teilnehmerlisten geführt werden, um im Fall einer Corona-Infektion die Kette nachvollziehen zu können. (dpa)

Tchibo führt Maskenpflicht ein

Erste Einzelhändler haben für ihre Läden eine Maskenpflicht eingeführt. So gilt zum Beispiel bundesweit in allen Tchibo-Filialen Maskenpflicht, das betrifft auch die Berliner Geschäfte. Das bestätigte die Konzernspitze in Hamburg am Dienstag auf Anfrage der Berliner Zeitung. Der Kaffeeröster betreibt in Berlin 20 Filialen, von denen derzeit jedoch nicht alle geöffnet sind

Der Senat will auf seiner heutigen Sitzung über eine Maskenpflicht im Einzelhandel beraten. Es ist davon auszugehen, dass der Senat einen formellen Beschluss dazu fasst und Berlin damit seinen Sonderstatus als einziges Bundesland ohne eine solche Pflicht verliert. (BLZ)

Spahn strebt Rückkehr zu Normalbetrieb in Krankenhäusern ab Freitag an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt eine schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb in den Krankenhäusern an. Die Entwicklung bei den Coronavirus-Neuinfektionen lasse es zu, ab Mai einen Teil der Krankenhauskapazitäten auch wieder für planbare Operationen zu nutzen, heißt in Empfehlungen Spahns an die Landesgesundheitsminister, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Er unterbreitet darin einen Stufenplan für die Rückkehr zum normalen Klinikbetrieb. (AFP)

Mehr als 156 200 Corona-Nachweise in Deutschland - 5845 Tote 

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mehr als 156 200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 155 500 Infektionen). Mindestens 5845 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 5738). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. (dpa)

Hamburgs Schulsenator: Kein normaler Schulbetrieb vor Sommerferien

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) schließt eine Rückkehr zum normalen Unterricht vor den Sommerferien klar aus. Das sei das Einzige, was man derzeit garantieren könne, sagte der SPD-Politiker dem Sender NDR Info vor der am Dienstag geplanten weiteren Beratung der Kultusminister über ein gemeinsames Konzept zur schrittweisen weiteren Öffnung der Schulen.

Eltern, Schülern und Lehrkräften werde mit dem Lernen von Zuhause viel zugemutet, erklärte der Hamburger Ressortchef. Daher sollten bald möglichst alle Klassenstufen wenigstens einmal pro Woche zur Schule gehen können. Dort könnten sie Tipps zum Lernen zuhause bekommen und Materialien sichten. Das sei aus pädagogischen Gesichtspunkten wichtig. (dpa)

Bahn verlängert Kulanzregelung über 1. Mai hinaus

Wer eine Bahnreise über das kommende lange Wochenende geplant hatte und nicht antreten will, kann seine Fahrkarte in einen Gutschein umtauschen. Das gilt für Fernverkehrstickets der Deutschen Bahn mit Reisedatum bis 4. Mai, die bis zum 13. März gekauft worden sind, wie die Bahn am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. Die Gutscheine seien online erhältlich und drei Jahre gültig. Die Bahn verlängert damit eine entsprechende Kulanzregelung, die bisher für Fahrten bis 30. April galt.

Für Fernverkehrsfahrten nach dem 4. Mai gilt nun: Kunden können ihre Tickets noch bis zum 31. Oktober flexibel nutzen - sofern sie vor dem 13. März gekauft worden sind. Bislang galt, dass die Bahn diese Tickets bis zum 30. Juni akzeptiert. Die Regelung gilt auch für Sparpreis- und Super-Sparpreis-Tickets. (dpa)

Jedes neunte Geschäft im Einzelhandel von Insolvenz bedroht

Rund jedes neunte Einzelhandelsgeschäft in Deutschland könnte nach Angaben des Handelsverbands infolge der Corona-Krise Insolvenz anmelden müssen. „Wir fürchten, dass nun bis zu 50 000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, weil ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach Angaben des Verbands gibt es in Deutschland rund 300 000 Einzelhandelsunternehmen mit rund 450 000 Geschäften.

„In den vier Wochen Schließungen der Geschäfte im Non-Food-Bereich haben wir rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren, den wir auch nicht wiederbekommen werden. Pro Tag waren dies rund eine Milliarde Euro“, so Genth. In der ersten Woche nach der Öffnung sei zudem ein großer Kundenansturm ausgeblieben, zurzeit verliere der Handel täglich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. „Wir fürchten sehr, dass die Innenstädte nach der Krise nicht mehr so aussehen werden wie vor der Krise.“ (dpa)

Veranstalter: Absage Olympischer Spiele im Fall andauernder Pandemie in 2021

Die wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr auf Sommer 2021 verschobenen Olympischen Spiele sollen nach Veranstalterangaben im Fall einer dann weiter andauernden Pandemie abgesagt werden. Die Spiele könnten nicht über 2021 hinaus verschoben werden, sagte Japans Chef-Organisator Yoshiro Mori der Zeitung „Nikkan Sports“ am Dienstag. „In dem Fall werden sie abgesagt.“ (AFP)

Trump lässt Entschädigungsforderungen an China wegen Virus prüfen

US-Präsident Donald Trump will möglicherweise Entschädigungen von China für die Corona-Pandemie einfordern. Seine Regierung prüfe derzeit, wie Peking für die Verbreitung des Coronavirus „zur Rechenschaft gezogen“ werden könne, sagte Trump am Montag in Washington. Er äußerte sich nicht dazu, welche Entschädigungssumme seine Regierung verlangen könnte. Es handle sich um eine „sehr substanzielle“ Summe, sagte Trump lediglich.

Trump hat China wiederholt wegen seines Umgangs mit dem Coronavirus scharf kritisiert. Zwischenzeitlich sprach er vom „chinesischen Virus“, weil der Erreger erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan bei einem Menschen festgestellt worden war. Washington wirft Peking vor allem mangelnde Transparenz zu Beginn der Krise vor. (AFP)

Conte besucht erstmals seit Virus-Ausbruch Lombardei

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn der Corona-Krise in der besonders betroffenen Lombardei die nur minimale Lockerung der Ausgangsbeschränkungen verteidigt. „Alle haben gehofft, dass wir schnell zur Normalität zurückkehren, aber die Bedingungen sind dafür nicht gegeben, das müssen wir klar und deutlich sagen“, erklärte Conte am Montagabend bei einem Besuch in Mailand. (dpa)

Handelsverband: Läden nicht für Ausstattung von Masken zuständig

Der Handel sieht sich nicht in der Verantwortung, den Bürgern zum Einkaufen kostenlos Masken zur Verfügung zu stellen. „Wir halten das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für eine Bürgerpflicht. Jeder ist dafür selbst verantwortlich“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Auch sei der Handel nicht dafür zuständig, die Maskenpflicht zu kontrollieren. „Wir sind nicht die Polizei. Das ist eine hoheitliche Aufgabe. Dafür reicht unser Hausrecht nicht aus.“ Die Androhung von Ladenschließungen, weil Kunden keine Masken tragen, hält der HDE-Chef „erst recht für überzogen“. (dpa)

Mehr als 66 000 Corona-Infizierte in Brasilien 

Kein Land in Lateinamerika ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als Brasilien: Mittlerweile hat das größte Land der Region mehr als 66 000 Infizierte registriert; 4205 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bereits gestorben. Dies geht aus den jüngsten Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums in Brasília vom Montag hervor. (dpa)

Ölpreise fallen weiter - US-Öl zeitweise unter 11 Dollar 

Die Ölpreise haben am Dienstag nach dem Preissturz vom Wochenstart weiter nachgegeben. Neben dem seit Mitte März anhaltenden Druck durch Nachfrageschwäche und Angebotsschwemme, belasten sinkende Lagerkapazitäten und Verkäufe großer Ölfonds die Notierungen. Der Preis für US-Öl fiel daher im asiatischen Handel zeitweise unter die Marke von 11 Dollar. Vor einer Woche war der Preis für US-Öl zum Kontraktwechsel zeitweise in den Negativbereich gerutscht.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 19,22 Dollar. Das waren 77 Cent weniger als am Montag. Der Preis für die US-Sorte WTI sank um 1,67 Dollar auf 11,11 Dollar je Barrel.

Die Lage am Rohölmarkt ist unverändert kritisch. Einer wegen der Corona-Pandemie wegbrechenden Nachfrage steht ein viel zu großes Angebot gegenüber. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Erdöl in die verbliebenen freien Lager fließt. (dpa)


+++ 27. April +++

Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat New York abgesagt

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus ist die Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat New York abgesagt worden. Das entschieden die demokratischen Mitglieder des Wahlvorstands des Bundesstaates mit rund 19 Millionen Einwohnern am Montag, wie US-Medien berichteten.

New York ist damit der erste US-Bundesstaat, der die demokratische Vorwahl - zum ersten Mal in seiner Geschichte - ganz absagt. Zahlreiche andere Bundesstaaten haben ihre Vorwahlen bereits verschoben. Die Vorwahl in New York hatte ursprünglich Ende April stattfinden sollen und war dann wegen der Corona-Pandemie zunächst auf den 23. Juni verschoben worden. (dpa)

Maas deutet Verlängerung der Reisewarnung an

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat angedeutet, dass seine Mitte März ausgesprochene Reisewarnung verlängert werden könnte. „Die Reisewarnung, die es gibt, geht bis zum Sonntag dieser Woche“, sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einer Spezialausgabe des ZDF-Magazins „Wiso“. Er gehe davon aus, „dass in den Wochen darauf zunächst einmal es keinerlei Hinweise gibt, diese Reisewarnung aufzuheben.“

Die Hoffnungen auf einen normalen Sommerurlaub für die Deutschen dämpfte der Bundesaußenminister erneut: „Es gibt in vielen Ländern Einreiseverbote, es gibt Ausgangssperren, der Flugverkehr liegt am Boden - zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es leider keinerlei Hinweise darauf, dass sich das in den nächsten Wochen verbessern wird.“ Niemand werde in diesem Jahr einen Urlaub verbringen können, wie er ihn kenne. Es werde sicher überall Einschränkungen geben, sagte Maas.

Mehr als 23.000 Corona-Tote in Frankreich - Hoffnung bei Rheumamittel

In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Toten auf 23.293 Todesfälle gestiegen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen wurden in den vergangenen 24 Stunden 437 neue Todesfälle gezählt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt seien 14.497 Menschen in Krankenhäusern und 8796 in Pflegeeinrichtungen wie Altenheimen gestorben. Derzeit würden 28.055 Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Krankenhäusern behandelt, die Zahl sei weiter rückläufig. Das gelte auch für die Zahl der Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden.

„Heute haben wir ermutigende Ergebnisse in der klinischen Forschung gesehen“, teilte das Ministerium außerdem mit. Es gebe internationale und nationale Studien, die eine Überreaktion des Immunsystems bei manchen Verläufen der Erkrankung untersuchen. Dabei habe eine Studie gezeigt, dass die mit dem Rheumamittel Tocilizumab behandelten Patientinnen und Patienten weniger Beatmungshilfe benötigten und eine geringere Sterblichkeitsrate in den folgenden 14 Tagen aufwiesen, so das Ministerium.

„Dies ist das erste getestete Medikament, für das in einer klinischen Studie eine signifikante Wirkung beobachtet wird“, hieß es weiter. „Weitere laufende Studien sind erforderlich, um den Wert dieser Behandlung zu bestätigen“, mahnte das Ministerium.

Wirtschaftseinbruch um bis zu 10 Prozent in der EU erwartet 

Die EU-Kommission erwartet wegen der Corona-Krise einen Wirtschaftseinbruch um fünf bis zehn Prozent in der Europäischen Union. Genauere Zahlen würden Anfang Mai vorgestellt, sagte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis am Montag dem Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments.

Harte Daten zum Arbeitsmarkt fehlten noch, fügte er hinzu. Doch könne er einige Beispiele nennen. So habe etwa Österreich 900.000 Menschen in Kurzarbeit und 500.000 Arbeitslose, was sich auf 35 Prozent der Beschäftigten summiere. In Frankreich seien 9,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Es handele sich um beispiellose Zahlen.

Dombrovskis bekräftigte, dass auf EU-Ebene nicht nur kurzfristige Gegenmaßnahmen getroffen worden seien. Die EU-Kommission arbeite auch am Wiederaufbaufonds, den die Staats- und Regierungschefs vorige Woche grundsätzlich vereinbart hatten. Neue Details gab Dombrovskis aber nicht preis. Der Vorschlag der Kommission soll bis Mitte Mai vorliegen. (dpa)

WHO-Chef Tedros: Die Welt hätte auf uns hören sollen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat angesichts der weltweiten Verbreitung des neuartigen Coronavirus eine verspätete Reaktion der internationalen Gemeinschaft kritisiert.„Die Welt hätte aufmerksam auf die WHO hören sollen, denn der globale Notstand wurde am 30. Januar ausgerufen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Seine Behörde habe die Länder jedoch nicht dazu zwingen können, die WHO-Empfehlungen zu befolgen, fügte er hinzu.

Außerhalb Chinas habe es nur 82 Infektions- und noch keine Todesfälle gegeben, als die WHO die höchste Alarmstufe ausgerufen habe, betonte Tedros. Seiner Organisation war zuvor von verschiedenen Seiten vorgeworfen worden, zu spät auf das Auftreten des Virus in China reagiert zu haben. Besonders heftig wurde die WHO von US-Präsident Donald Trump kritisiert, der die Zahlungen an die UN-Organisation einstellte. Er warf der UN-Organisation „Missmanagement“ in der Corona-Krise und Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. (AFP)

Geringster Anstieg der Corona-Todesfälle in britischen Kliniken seit März

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 360 Menschen im Krankenhaus am Coronavirus gestorben. Dies sei der geringste Anstieg seit vergangenem Monat, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Insgesamt sind damit in den Kliniken des Landes nach offiziellen Angaben 21.092 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Unter den neu registrierten Toten sind den Angaben zufolge auch 82 Mitarbeiter des nationalen Gesundheitsdienstes NHS und 60 Sozialarbeiter. (AFP)

EU-Innenminister beraten über Grenzkontrollen und Corona-Apps

Grenzen, Asylrecht, Kriminalität: Die EU-Innenminister beraten am Dienstag (9.30 Uhr) über die Auswirkungen der Corona-Krise. In der Video-Konferenz soll es unter anderem über die Situation an den europäischen Binnen- sowie den Außengrenzen gehen. Seit Beginn der Krise haben viele Länder wieder Kontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum eingeführt. Zudem ist die Einreise von außerhalb der EU stark eingeschränkt. Auch über künftige Lockerungen der Kontrollen soll beraten werden.

Zudem wollen die EU-Staaten über einen Leitfaden der EU-Kommission zum Asylrecht in der Corona-Krise diskutieren. Außerdem soll es um Kriminalität in Zusammenhang mit der Pandemie gehen und den Gebrauch von Corona-Apps, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Spaniens Regierung präsentiert Plan für Corona-„Deeskalation“

Mehr als sechs Wochen nach dem Beginn der strengen Corona-Ausgehsperre in Spanien will Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag einen Plan für eine schrittweise „Deeskalation“ vorlegen. Erarbeitet wurde dieser in den vergangenen Wochen, nun soll er vom Kabinett verabschiedet werden.

Voraussichtlich sollen die Regeln für den Ausstieg aus der Abriegelung im ganzen Land gleich sein, jedoch werden die Lockerungen eventuell in einzelnen Regionen zeitversetzt erfolgen - je nachdem, wie heftig ein Gebiet betroffen ist.

CDU-Politiker  Frei schlägt Steueranreize bei Gebrauch von Corona-App vor

Der Vizechef der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), hat steuerliche Anreize für den Gebrauch der geplanten Corona-App vorgeschlagen. Der gesundheitliche und wirtschaftliche Nutzen einer solchen App zur Nachverfolgung von Infektionsketten sei "so hoch, dass man über eine Steuergutschrift einen zusätzlichen Anreiz setzen kann", sagte Frei der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Dienstag.

Die App könne den gewünschten Effekt einer Eindämmung der Pandemie nur dann erzielen, wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung sie aktiv nutzten, sagte der CDU-Politiker. Er wolle deshalb "den Anreiz für einen wirklichen Gebrauch der App erhöhen". (AFP

Große Geschäfte in Bayern können ab sofort beschränkt wieder öffnen

Nach einer scharfen Rüge des Verwaltungsgerichtshofs lockert Bayern seine Einschränkungen für den Einzelhandel: Auch große Geschäfte können ab sofort wieder öffnen, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter beschränken. Das Gesundheitsministerium änderte am Montag die bisherige Linie, der zufolge diese Läden mit wenigen Ausnahmen gar nicht öffnen durften.

„Wenn derartige Geschäfte öffnen, nachdem sie - zum Beispiel durch Absperrungen - die tatsächlich für Kunden zugängliche Verkaufsfläche auf maximal 800 Quadratmeter begrenzt haben, wird dies ab sofort nicht mehr beanstandet“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montag auf Anfrage.

Obergerichte uneins über Corona-Verkaufsverbote

Die Verkaufsverbote für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern spalten die deutsche Rechtsprechung. Am Montag verkündeten die Oberverwaltungsgerichte in Bayern, Niedersachsen und dem Saarland unterschiedliche Entscheidungen zur Rechtmäßigkeit der Verkaufsverbote. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof (BayVGH) in München sieht in der 800-Quadratmeter-Regel einen verfassungswidrigen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes.

Die Oberverwaltungsgerichte in Niedersachsen und dem Saarland dagegen halten die Vorschrift für rechtens. Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte einheitliche Regelungen für alle Einzelhändler unabhängig von der Ladengröße.

Ständige Mitglieder des Sicherheitsrates wollen Video-Gipfel zu Corona abhalten

Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben sich nach Angaben Moskaus auf einen Video-Gipfel zur Corona-Pandemie geeinigt. Die Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens, Chinas und Frankreichs unterstützten die russische Initiative für einen solchen Gipfel, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in einer Internet-Ansprache. Ein Termin sei bislang noch nicht festgelegt worden.

Ziel der Konferenz sei es, Wege zu finden, wie die Staaten "ihren eigenen Beitrag zur Schaffung von Möglichkeiten zur Bekämpfung des Coronavirus leisten können", sagte Lawrow weiter. Es wird erwartet, dass der UN-Sicherheitsrat inmitten von Forderungen nach einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit noch in dieser Woche seine erste Pandemie-Resolution verabschiedet. (AFP)

VW nimmt Nutzfahrzeuge-Produktion in Polen wieder auf

Nach fünfwöchiger Pause in der Corona-Krise hat der VW-Konzern am Montag die Produktion von Nutzfahrzeugen in seinen Werken in Polen langsam wieder hochgefahren. Die Arbeit in Posen (Poznan) und an zwei weiteren Standorten werde zunächst mit 20 Prozent der Kapazität aufgenommen, teilte der Konzern am Montag mit.

Zur ersten Schicht nach der Pause sei am Montagmorgen rund ein Viertel der insgesamt 11.000 Beschäftigten erschienen. Die Hygienekonzepte, Abstandsregeln und das Tempo der Produktion seien an die neuen Bedingungen angepasst worden. (dpa)

Schulen, Kitas und Unis in Rumänien bleiben bis September geschlossen

In Rumänien bleiben Schulen, Kindergärten und Universitäten wegen der Coronavirus-Pandemie noch bis September geschlossen. Präsident Klaus Iohannis sagte am Montag, die Regierung habe die Idee einer schnellen Öffnung "aufgegeben". Für Schüler sei es "unmöglich", sich an die Abstandsregeln zu halten. Um keine "großen Risiken" einzugehen, könne der Unterricht daher erst nach den Sommerferien wieder beginnen.

Eine Ausnahme wird für die Schüler der Abschlussklassen der Grund- und Oberschulen gemacht: Sie sollen im Juni für zehn Tage in die Schule gehen, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Für alle anderen Schüler soll es in den kommenden Monaten weiter Fernunterricht geben.

Bildungsministerin Monica Anisie hatte vergangene Woche entschieden, dass der Online-Unterricht künftig verpflichtend ist. Schülervertreter hatte dies als "diskriminierend" kritisiert. "Hunderttausende Schüler haben keinen Zugang zu digitalen Geräten und können nicht am Online-Unterricht teilnehmen", erklärte der Nationale Schülerrat. (AFP)

Bundesregierung erwägt regionale Unterschiede bei Lockerung der Corona-Auflagen

In der Frage der Lockerung einzelner Corona-Auflagen kann sich die Bundesregierung ein unterschiedliches Vorgehen von Region zu Region vorstellen. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies am Montag darauf, dass sich das Virus in Deutschland „nicht gleichmäßig ausbreitet“. Dies könne bedeuten, dass „Beschränkungen in bestimmten Regionen aufrecht erhalten oder die zwischenzeitlichen Lockerungen wieder verschärft werden müssen“. Eine Entscheidung über Lockerungen stehe aber erst in der kommenden Woche an.

Nach Seiberts Worten hält die Bundesregierung grundsätzlich an ihrem Ziel fest, „in den großen Zügen unserer Corona-Politik zwischen Bund und Ländern eine gemeinsame Haltung zu erreichen“. Eine regionale Differenzierung bei der Fortführung der Maßnahmen sei aber denkbar, da einzelne Regionen unterschiedlich von der Pandemie betroffen seien. (AFP)

Altmaier: Konzerne sollen bei Staatshilfen auf Dividenden-Ausschüttung verzichten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die staatlichen Finanzhilfen für Konzerne in der Corona-Krise an Bedingungen knüpfen. Wenn große Unternehmen staatliche Unterstützung bekämen, müssten sie auf die Ausschüttung von Dividenden verzichten, sagte Altmaier am Montag im Deutschlandfunk.

Auch das Management müsse einen Beitrag erbringen, sagte Altmaier. Wie hoch der Verzicht auf Boni sei, müsse im Einzelfall geklärt werden. Andernfalls könne dies den Steuerzahlern nicht zugemutet werden. Der CDU-Politiker betonte, dass er sich bei den genannten Bedingungen mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) einig sei. (AFP)

Söder nach Gerichtsentscheid: Auflagen für Handel werden korrigiert

Nach der vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof festgestellten Verfassungswidrigkeit der Corona-Beschränkungen für den Handel in Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder Korrekturen angekündigt. Diese Woche ändere sich aber nichts, sagte der CSU-Chef am Montag nach einer Videoschalte des CSU-Vorstands. „Wir überlegen uns, das wollten wir ohnehin tun, wie wir mit nächster Woche dann umgehen.“ Dabei orientiere man sich an der Gerichtsentscheidung.

Bayerns höchstes Verwaltungsgericht hatte das von der Staatsregierung in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Richter sehen das wegen der Ungleichbehandlung mit kleineren Ländern und der Ausnahmen für größere Geschäfte in anderen Branchen als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Das Gericht setzte die Vorschrift wegen der Pandemie-Notlage „ausnahmsweise“ nicht außer Kraft, stellte aber die Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz fest. (dpa)

Schule in Corona-Pandemie: Prüfungsvorbereitung per Staatsfernsehen

Schüler in Russland können sich seit Montag auch über das Staatsfernsehen auf ihre Prüfungen vorbereiten. Dazu werden jeweils am Vormittag entsprechende Sendungen ins Programm genommen, wie der Sender OTR mitteilte. Sie sollen dabei helfen, dass Jugendliche der Klassenstufen neun bis zwölf ihre Prüfungen bestehen.

„Das gilt für Schüler, die zu Hause keinen Zugriff aufs Internet haben“, sagte der Vize-Minister für Medien, Alexej Wolin, der Agentur Interfax. Obwohl es nicht viele ohne Internetzugang gebe, „wollen wir keine Menschen erster oder zweiter Klasse in Russland haben“. (dpa)

Kuba entsendet mehr als 200 Ärzte nach Südafrika

Mehr als 200 Ärzte und medizinisches Personal aus Kuba sind am Montag in Südafrika eingetroffen, um das Land im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Wie das südafrikanische Präsidialamt mitteilte, gehören der Delegation Epidemiologen, Experten für öffentliche Gesundheit, Allgemeinmediziner und auf medizinische Ausrüstung spezialisierte Techniker an, welche „die in Südafrika laufenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 unterstützen werden“.

Südafrika ist das von der Pandemie am stärksten betroffene Land auf dem Kontinent. Staatschef Cyril Ramaphosa kündigte zum 1. Mai eine schrittweise Lockerung der seit dem 27. März geltenden Corona-Beschränkungen an. In Südafrika leben 57 Millionen Menschen, nach Regierungsangaben wurden bereits 168.000 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. (AFP)

Bundesregierung dämpft Hoffnung auf schnelle neue Lockerungen 

Bei der Bund-Länder-Schalte zur Corona-Krise an diesem Donnerstag sind kaum weitgehende neue Lockerungen zu erwarten. Regierungssprecher Steffen Seibert dämpfte am Montag die Hoffnungen. „An diesem 30. April wird es wichtige vorbereitende Beratungen und sehr begrenzte Beschlüsse geben“, sagte er in Berlin. Der Termin komme zu früh, um die Auswirkungen der zuletzt beschlossenen Öffnungen beurteilen zu können. Stattdessen verwies Seibert auf die nächsten geplanten Beratungen am 6. Mai. (dpa)

Auswärtiges Amt: Kein baldiges Ende der Corona-Reisewarnungen

In der Corona-Krise ist bei den aktuellen Reisewarnungen und Beschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr nicht mit einem schnellen Ende zu rechnen. Das Auswärtige Amt strebe bei Gesprächen in Brüssel aber mit den EU-Partnern an, gemeinsame Kriterien dafür zu entwickeln, wann der Reiseverkehr und der Verkehr insgesamt wieder aufgenommen werden könne, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin.

„Die Reisewarnung gilt aktuell bis zum 3. Mai, und über die Verlängerung muss bis dahin gesprochen und entschieden werden“, sagte der Sprecher. Er sprach von einem „klaren Erwartungsmanagement“, dass die Urlaubssaison 2020 anders sein werde als gewünscht und gewohnt. „Es gibt noch keine förmliche Entscheidung, aber Sie hören aus meinen Worten, dass mit einem baldigen Ende der Reisewarnungen jetzt nicht unmittelbar zu rechnen ist“, sagte er.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, das gelte auch für die sogenannten Binnengrenzkontrollen, die an fünf Landgrenzen Deutschlands bis einschließlich 4. Mai vorläufig angeordnet seien. Über eine Verlängerung dieses Schritts werde vorher zu entscheiden sein. (dpa)

Bundesregierung rechnet mit 6,3 Prozent Minus bei Wirtschaftsleistung 

Die große Koalition rechnet wegen der Corona-Pandemie laut einem Medienbericht in diesem Jahr mit dem größten Einbruch des Wirtschaftswachstums seit Gründung der Bundesrepublik. In der Frühjahrsprognose, die am Mittwoch vorgestellt werden soll, gehe die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen wird, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag). 2021 soll es dann wieder bergauf gehen. Die Verluste könnten aber nicht komplett aufgeholt werden. Zuvor hatte das «Handelsblatt» online darüber berichtet. (dpa)

Gericht: 800-Quadratmeter-Regel für Geschäfte ist verfassungswidrig

Dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern weiterhin geschlossen bleiben müssen, ist aus Sicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs verfassungswidrig. Das hat das Gericht am Montag entschieden. Das Urteil gilt zwar nur für das Land Bayern. Die Flächenbegrenzung gibt es allerdings in allen Bundesländern, weil sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder vereinbart worden war. (dpa)

Spanien startet Corona-Antikörperstudie mit 90 000 Teilnehmern 

Spanien will mit Hilfe von Antikörpertests in 36 000 Haushalten mit rund 90 000 Bewohnern das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land abschätzen. Die Testreihe sollte an diesem Montag beginnen und sich über mehrere Wochen hinziehen. Alle Teilnehmer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen durchgeführt werden.

Die Studie findet landesweit statt, die Teilnahme ist freiwillig. Die Gesundheitsbehörden hoffen, mit der Analyse auch Informationen über die Übertragung des Virus in Privathaushalten nach sechswöchiger Ausgehsperre zu erhalten. (dpa)

Après-Ski-Bar in Ischgl: Hätten im Nachhinein einiges anders gemacht

Der Betreiber der Après-Ski-Bar „Kitzloch“ im österreichischen Ischgl bedauert, sein Lokal aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus nicht schon früher geschlossen zu haben. „Im Nachhinein hätten auch wir wahrscheinlich einige Sachen anders gemacht“, sagte Bernhard Zangerl in der ORF-Nachrichtensendung „Zeit im Bild“. „Wir haben aber einfach die Anweisungen befolgt, die wir bekommen haben und darauf vertraut, dass uns die Experten die richtigen Anweisungen geben“, so Zangerl.

Der beliebte Wintersportort Ischgl gilt als eine der Keimzellen des Coronavirus für Teile Europas. Das „Kitzloch“ war besonders in den Fokus geraten, weil es sich beim ersten bestätigten Corona-Fall in Ischgl um einen Mitarbeiter dieses Lokals handelte.(dpa)

Britischer Premier Johnson wieder im Amt 

Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach der Genesung von seiner Coronavirus-Infektion Forderungen nach einer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen eine Absage erteilt. «Ich verstehe eure Ungeduld», sagte Johnson am Montag mit Blick auf Forderungen von Unternehmen und seiner eigenen Partei, die Maßnahmen zurückzufahren. Er verwies jedoch darauf, dass eine zweite Erkrankungswelle vermieden werden müsse.

Der 55-Jährige nahm nach mehrwöchiger Erkrankung die Amtsgeschäfte wieder auf. In den vergangenen zweieinhalb Wochen hatte sich der konservative Politiker auf seinem offiziellen Landsitz in Chequers nahe London von der Lungenkrankheit Covid-19 erholt. Zuvor musste er mehrere Tage auf der Intensivstation verbringen. Er wurde von Außenminister Dominic Raab vertreten. (dpa)

Auswärtiges Amt gibt 300 Millionen für internationale Corona-Hilfe 

Das Auswärtige Amt stellt für die Arbeit von Hilfsorganisationen in der Corona-Krise 300 Millionen Euro bereit. Deutschland reagierte damit auf einen Aufruf der Vereinten Nationen, die die Kosten für zusätzliche humanitäre Hilfe im Kampf gegen Covid-19 auf etwa zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,85 Milliarden Euro) beziffert haben. (dpa)

Kanzleramt: Bei Corona-Anpassungen regionale Lage berücksichtigen

Das Kanzleramt hat sich ausdrücklich zu einer regional angepassten Reaktion auf die Corona-Krise bekannt. Bei der Überprüfung der Maßnahmen mit den Ländern „muss auch berücksichtigt werden, dass die Epidemie sich in Deutschland nicht gleichmäßig ausbreitet, sondern die Lage regional unterschiedlich sein kann“, schreibt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Zwischenbilanz der Maßnahmen im Kampf gegen Corona für die Koalitions-Abgeordneten von Union und SPD.

„Das kann bedeuten, dass Beschränkungen in bestimmten Regionen aufrechterhalten oder nach zwischenzeitlichen Lockerungen wieder verschärft werden müssen“, schreibt Braun, der selbst Mediziner ist. Wenige Tage vor der nächsten Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Donnerstag betont der Kanzleramtschef, das Ausbruchsgeschehen dauere an. „Um im Interesse der gesamten Bevölkerung die Überlastung des Gesundheitssystems dauerhaft zu vermeiden, ist es für eine Aufhebung der Kontaktbeschränkungen noch zu früh.“

Im Kapitel „Ausblick“ des am Freitag an die Koalitionsabgeordneten im Bundestag übermittelten 22 Seiten langen Schreibens zieht Braun insgesamt dennoch eine positive Zwischenbilanz. „Trotz der aktuell ernsten Situation hat Deutschland Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken“, schreibt er. Die jüngsten Entwicklungen gäben Anlass zur Hoffnung, „dass dank des unermüdlichen Einsatzes des medizinischen und pflegerischen Personals viele Menschenleben gerettet werden können und dass eine Überlastung des Gesundheitssystems, wie sie andere Länder erlebt haben, vermieden werden kann“. (dpa)

Condor bekommt wegen Corona-Krise weitere Staatshilfe 

Die angeschlagene Fluggesellschaft Condor bekommt wegen der Corona-Krise weitere Staatshilfen. "Wir haben uns auf einen KfW-Kredit mit einem Gesamtvolumen von 550 Millionen Euro verständigt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag. Die EU-Kommission bestätigte die Unterstützungsmaßnahme im Schnellverfahren. (AFP)

Scheuer für Maskenpflicht auch im öffentlichen Fernverkehr 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer setzt sich für eine Schutzmasken-Pflicht auch im öffentlichen Fernverkehr ein. Das wolle er für die Gespräche der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten in dieser Woche Vorschlagen, sagte der CSU-Politiker am Montag. Im öffentlichen Nahverkehr, also etwa in Bussen, S-, U- und Straßenbahnen, ist von diesem Montag an das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in allen Bundesländern Pflicht, auch ein Tuch oder Schal reichen aus. Aus Scheuers Sicht wäre es ein „Systembruch“, das im Fernverkehr anders zu machen, wie er sagte. Er glaube auch, dass die Bürger dazu bereit seien. (dpa)

Bayer steigert Umsatz und Gewinn in Corona-Krise deutlich 

Der Chemiekonzern Bayer hat Umsatz und Gewinn in der Corona-Krise deutlich gesteigert und vor seiner Hauptversammlung entsprechend positive Quartalszahlen vorgelegt. Der Konzerngewinn von Januar bis März betrug knapp 1,5 Milliarden Euro und lag damit um 20 Prozent über dem Vorjahreswert, wie Bayer am Montag mitteilte. Demnach stieg der Quartalsumsatz um fast sechs Prozent auf rund 12,8 Milliarden Euro. (AFP)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 155.193 angegeben - ein Plus von 1018 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 157.770 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 5750 Todesfälle, die JHU 5976 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 114.500. (AFP)

Grundschulen öffnen in Norwegen wieder

Nach wochenlangen Schulschließungen hat in Norwegen der Unterricht an Grundschulen wieder begonnen. Kinder der ersten bis vierten Klassen kehrten am Montag auf die Schulbänke zurück. Als Vorsichtsmaßnahme wurden die Klassen auf maximal 15 Kinder verkleinert. (AFP)


+++ 26. April +++

Italien lockert die Corona-Beschränkungen

Italien lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Corona-Beschränkungen und erlaubt den Bürgern zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend in Rom bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur schrittweisen Öffnung des Landes an. (dpa)

Trump und Macron beraten über Corona-Krise

US-Präsident Donald Trump und der französische Staatschef Emmanuel Macron haben über die Corona-Krise beraten. Nach Darstellung des Weißen Hauses äußerten beide am Sonntag die Hoffnung auf ein baldiges Treffen der Vetomächte des UN-Sicherheitsrates, um über das Vorgehen in der Pandemie zu diskutieren. „Präsident Trump und Präsident Macron waren sich über die Notwendigkeit einig, die Weltgesundheitsorganisation zu reformieren“, erklärte die Regierungszentrale in Washington weiter. Von französischer Seite gab es zunächst keine Informationen über die Inhalte des Gesprächs.

Trump hatte kürzlich den Stopp der US-Beiträge an die WHO veranlasst. Er wirft der Sonderorganisation der Vereinten Nationen Hörigkeit gegenüber China und eine zu zögerliche Antwort auf den Corona-Ausbruch vor.(dpa)

Britischer Premier Johnson will Regierungsgeschäfte wieder aufnehmen

Der britische Premierminister Boris Johnson will nach der Genesung von einer Covid-19-Erkrankung wieder die Regierungsgeschäfte aufnehmen. Er wird am Montag in sein Büro in der Londoner Downing Street zurückkehren. Johnson war schwer an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt und musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden.

Am 12. April wurde der 55-Jährige aus dem Krankenhaus entlassen, in den vergangenen zwei Wochen erholte er sich auf dem Regierungs-Landsitz Chequers nahe London. (AFP)

Rettungspaket für Lufthansa geplant, Hilfen für Condor erwartet

Ein milliardenschweres Rettungspaket für die angeschlagene Lufthansa rückt immer näher. Bei dem Paket gehe es um ein Volumen von neun bis zehn Milliarden Euro, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Wochenende aus Regierungskreisen. Kurz vor der Entscheidung sind auch neue Hilfen für den Ferienflieger Condor.

Bei der Lufthansa ist offen, in welcher Form die Bundesregierung dem Dax-Konzern hilft und wie viel Mitspracherecht die Politik im Falle einer vorübergehenden staatlichen Beteiligung haben soll. In der Koalition gibt es dazu unterschiedliche Positionen.

Wie die dpa erfuhr, laufen Verhandlungen unter Hochdruck. Es seien auch Gespräche auf höchster Ebene geplant. Wie es am Sonntag in Regierungkreisen hieß, treffen Meldungen über ein Ministertreffen zur Lufthansa Anfang nächster Woche aber nicht zu. Darüber hinaus könnten grundsätzlich zu einzelnen Unternehmen in Hinblick auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse keinerlei Kommentierungen vorgenommen werden. (dpa)

Erstmals wieder Proteste in Hongkong

In Hongkong ist es erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder zu Protesten gegen die china-freundliche Regierung und Peking gekommen. Trotz strikter Abstandsregeln kamen in einem Einkaufszentrum der chinesischen Sonderverwaltungszone am Sonntag Hunderte Menschen zusammen, um Forderungen nach Demokratie zu erneuern. In Hongkong sind wegen der Pandemie derzeit nur Versammlungen von maximal vier Menschen erlaubt. Sie müssen 1,5 Meter Abstand halten.

Einer der Anführer der Demonstranten, Avery Ng, sagte: «Wir sind hier, um unseren Ärger und Frust über die Brutalität der Polizei auszudrücken.» Man habe sich in kleinen Gruppen verteilt und an die Abstandsregeln gehalten. Die Polizei widersprach und drohte mit hohen Geldstrafen. Die Schutzmaßnahmen gegen den neuen Corona-Virus sind in Hongkong noch bis mindestens 7. Mai in Kraft. In den vergangenen Tagen gab es in der Millionenmetropole kaum noch neue Infektionen. (dpa)

Corona-App: Nutzerdaten sollen dezentral gespeichert werden

Wann eine Corona-Warn-App auf die Smartphones geladen werden kann, ist offen - aber eine wichtige Entscheidung ist gefallen. Die Nutzerdaten sollen dezentral gespeichert werden, wie Kanzleramtschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) am Sonntag bestätigten. Diese Lösung ist nach Einschätzung von Experten besser für den Datenschutz als ein zentraler Datenabgleich. Zudem wird der Weg frei, die Apps mit den Smartphone-Systemen von Apple und Google zu verknüpfen. Das dürfte die Apps effizienter und sicherer machen. Freiwillig nutzbare Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. (dpa)

VW schaltet auch am Stammsitz wieder die Bänder an

Nach fast eineinhalb Monaten Zwangspause in der Corona-Krise fährt der VW-Konzern am Montag die Autoproduktion auch in der Wolfsburger Zentrale wieder langsam hoch. Im sächsischen Zwickau, wo das neue E-Modell ID.3 gefertigt wird, sowie bei den SUVs und Kleinwagen in Bratislava (Slowakei) hatte das Unternehmen kürzlich schon mit dem Neustart begonnen. Neben Wolfsburg sollen nun Hannover und Emden sowie weitere Standorte in Europa hinzukommen. (dpa)

Schäuble warnt vor Überlastung des Staates in der Corona-Krise

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat angesichts der massiven Hilfen in der Corona-Krise vor einer Überforderung des Staates gewarnt. Es gebe im Moment ein verbreitetes Gefühl, «wir könnten jedes Problem mit unbegrenzten staatlichen Mitteln lösen, und die Wirtschaft kriegen wir hinterher wieder mit einem Konjunkturprogramm in Gang», sagte der CDU-Politiker dem «Tagesspiegel» (Sonntag). «Der Staat kann aber nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen», betonte Schäuble. In seiner Amtszeit als Bundesfinanzminister war es gelungen, von 2014 an Haushalte ohne Neuverschuldung aufzustellen.

«Wir werden mit den klassischen Mitteln umso weniger anfangen können, je länger die Krise dauert», betonte Schäuble. Es werde zu strukturellen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik kommen. (dpa)

Sachsen-Anhalt will ab Anfang Mai wieder Gottesdienste erlauben

Nach mehreren Wochen coronabedingter Verbote will Sachsen-Anhalt unter Auflagen ab Anfang Mai wieder Gottesdienste zulassen. Darauf habe sich die schwarz-rot-grüne Landesregierung verständigt, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Sonntag in Halle. Details sollen bei einer Sitzung am 2. Mai festgelegt werden, bei der sich das Kabinett mit den Corona-Beschränkungen befasst. Voraussetzung für Gottesdienste sei, dass die Religionsgemeinschaften vorab Schutzkonzepte vorlegten und vom Land genehmigen ließen, sagte Haseloff. Auch andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen angekündigt, ab Anfang Mai wieder Gottesdienste unter Auflagen zu erlauben. (dpa=

US-Regierung erwägt Kredite für angeschlagene Ölindustrie

Die US-Regierung erwägt, der angeschlagenen Ölindustrie mit Krediten aus der Krise zu helfen. Finanzminister Steve Mnuchin sagte am Sonntag in der Nachrichtensendung Fox News, ein Rettungsprogramm, von dem die Aktionäre profitierten, werde es nicht geben. Darlehen seien aber in der engen Wahl, er prüfe diese Option derzeit mit dem Energieministerium.

Am Freitag hatte Mnuchin vor Reportern gesagt, eine von mehreren Möglichkeiten sei die Übernahme von Anteilen an Ölunternehmen durch die Regierung. Nun stellte er klar, dass Präsident Donald Trump Rettungsaktionen sowohl für Fluggesellschaften als auch für Ölkonzerne ausgeschlossen habe. „Wir werden erneut Kredite für Unternehmen in einem Szenario nach strategischer Bedeutung prüfen, aber keine Rettungsaktionen“, sagte er und setzte hinzu: „Keine Rettungsaktionen für Aktionäre.“  (AFP)

Fließbänder bei VW-Tochter Skoda laufen wieder an

Der Autobauer Skoda fährt die Produktion in Tschechien nach mehr als fünfwöchiger Pause schrittweise wieder hoch. Der Betrieb läuft am Montag in der Früh an, wie ein Sprecher der Volkswagen-Tochter am Sonntag auf dpa-Anfrage bestätigte. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten die Fließbänder im Stammwerk Mlada Boleslav und an den beiden anderen tschechischen Standorten Vrchlabi und Kvasiny seit dem 18. März stillgestanden. 

Um Ansteckungen am Arbeitsplatz zu vermeiden, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ein ganzes Maßnahmenbündel erstellt. Es umfasst mehr als 80 Einzelpunkte. Desinfektion und Mundschutz sind Pflicht. (dpa)

Arbeitgeber gegen Recht auf Homeoffice

Die Arbeitgeber lehnen Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ab, das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich zu verankern. „Politische Ladenhüter aus der Zeit vor dem größten Wirtschaftsrückgang seit vielen Jahrzehnten aufzuwärmen, wirkt etwas aus der Zeit gefallen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, am Sonntag. „Wir brauchen ein Belastungsmoratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken.“

Es sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll sei, so Kampeter. „Dabei müssen betriebliche Belange und die Wünsche der Kunden eine zentrale Rolle spielen. Mit Homeoffice allein kann die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden.“ (dpa)

Armbänder zur Zyklusüberwachung sollen in Liechtenstein Corona entdecken

Um mögliche Coronavirus-Infektionen zu entdecken, wollen Forscher im Fürstentum Liechtenstein 2200 Freiwillige mit biometrischen Armbändern ausstatten. Die sogenannte COVI-GAPP-Studie soll zeigen, ob die Armbänder eine Corona-Infektion frühzeitig feststellen können, wie Verantwortliche am Sonntag mitteilten. Ausgeführt wird die Studie von dem pharmazeutischen Unternehmen Dr. Risch Gruppe und dem Schweizer Start-up AVA, welches das Armband entwickelt hat.

Die Armbänder werden normalerweise genutzt, um den Fruchtbarkeitszyklus bei Frauen zu überwachen. Das Armband misst die Hauttemperatur, den Puls, die Atemfrequenz und die Durchblutung des Trägers. Die Forscher hoffen, mit diesen Daten Infizierte schnell isolieren und behandeln zu können. Außerdem könnten mit den Armbändern isolierte und besonders gefährdete Personen aus der Ferne gesundheitlich überwacht werden. (AFP)

Mehr als 150.000 Corona-Fälle in Großbritannien

Im Vereinigten Königreich sind mehr als 152.800 Einwohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl stieg binnen eines Tages um rund 4460 Fälle an. Mehr als 20.700 Menschen starben in Großbritannien bisher infolge einer Infektion. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden den Behörden 413 Todesopfer gemeldet. (BLZ)

Kinder in Spanien dürfen eine Stunde lang an die frische Luft

Erstmals seit sechs Wochen dürfen Kinder in Spanien wieder vor die Tür. Die spanische Regierung erlaubt nun Kindern unter 14 Jahren rauszugehen. Sie dürfen mit einem Elternteil bis zu eine Stunde lang innerhalb eines Kilometers von Zuhause spazieren gehen. Die Kinder dürfen ein Spielzeug mitnehmen, aber nicht mit anderen Kindern spielen. (BLZ)

Nerze in niederländischen Farmen mit Coronavirus infiziert

Die Behörden in den Niederlanden haben am Sonntag zwei Nerzfarmen im Süden des Landes abgeriegelt, nachdem bei den Tieren das Coronavirus nachgewiesen wurde. „Die Nerze haben verschiedene Krankheitssymptome, einschließlich Atembeschwerden gezeigt“, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Eine Übertragung von Menschen auf die Tiere sei wahrscheinlich, weil mehrere Angestellte des Betriebs Symptome einer Erkrankung mit Covid-19 gezeigt hatten. Andere Fälle hätten gezeigt, dass wieselartige Tiere „für das Virus anfällig waren“, hieß es weiter. (AFP)

Streit um Gutscheine für abgesagte Reisen

Zwischen Berlin und Brüssel ist offener Streit darüber ausgebrochen, ob Kunden für abgesagte Reisen Gutscheine bekommen sollten. Die Bundesregierung ist für Gutscheine, um den Unternehmen zu helfen. Der EU-Kommissar für Justiz und Verbraucherschutz, Didier Reynders, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, nach EU-Recht hätten Verbraucher die Wahl, ob sie einen Gutschein oder eine Erstattung wollen. Der Bundes-Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß hält Sommerurlaub in Deutschland für möglich - aber keine Fernreisen. (dpa)

Nationales Eurovision-Finale am 16. Mai

Normalerweise ist das Finale des Eurovision Song Contest der TV-Abend des Jahres, der Europa vereint. Dieses Jahr plant die ARD nach der Absage des ESC 2020 nun ein nationales Finale der Musikshow mit eigenem Voting. In der Show «Eurovision Song Contest 2020 - das deutsche Finale live aus der Elbphilharmonie» präsentiert Barbara Schöneberger am 16. Mai vor leeren Rängen zwischen 20.15 Uhr und 22.00 Uhr ein Finale mit zehn ESC-Teilnehmern dieses Jahres, wie der bei der ARD federführende NDR am Sonntag mitteilte. (dpa)

Zahl der Neuinfektionen in Deutschland vergleichsweise niedrig

In Deutschland ist die Zahl der neu gemeldeten Infektionen weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Wurden Anfang April zum Teil mehr als 6000 Neuinfektionen am Tag gemeldet, lag die Zahl in den vergangenen Tagen deutlich niedriger, teils bei unter 2000. Bis Sonntagnachmittag wurden mehr als 155.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 153.600 Infektionen). Mindestens 5720 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Samstag wie in den Tagen zuvor bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 112.000 (Vortag: 109.800) Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Bundesliga unter Druck

Auch der deutsche Fußball wartet gespannt auf Entscheidungen der Politik. Im Werben für eine zeitnahe Rückkehr der Bundesliga warnte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor einem Kollaps des ganzen Systems: «Wenn wir den Fußball nicht weiterspielen, dann säuft die ganze Bundesliga ab», sagte Dortmunds Geschäftsführer in der Sendung «Wontorra - allein zu Hause» bei Sky am Sonntag. Der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagte dem «Kicker», er halte sogenannte Geisterspiele ohne Publikum für «lebensnotwendig und bedingungslos». Eine Maskenpflicht für Bundesliga-Fußballer ist vorerst vom Tisch: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sprach sich gegen den Vorschlag von Mitarbeitern seines Hauses aus. (dpa)

Politiker stimmen auf Geduldsprobe in der Corona-Krise ein 

Vor erneuten Bund-Länder-Beratungen in der Corona-Krise in den kommenden Tagen haben Spitzenpolitiker Hoffnungen auf weitere Lockerungen gedämpft. Während an diesem Montag vielerorts erstmals Schutzmasken in Bussen, Bahnen und Geschäften Pflicht werden, wollen die Kultusminister über die Zukunft der Schulen beraten. Erste Schüler durften bereits wieder in den Unterricht gehen, an diesem Montag kommen weitere dazu.

Mit Blick auf eine Telefonschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag (30. April) sagte CSU-Chef Markus Söder «Focus online», er würde «diesmal nicht allzu viel erwarten». Der saarländische Regierungschef Tobias Hans (CDU) äußerte in der «Rheinischen Post» «große Sorgen, dass wir Ende April feststellen, dass wir wieder weiter in die Krise reingerutscht sind.» Seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer sagte der dpa, man dürfe nicht verspielen, was man dankt der Disziplin der Bevölkerung geschafft habe. Merkel hatte gesagt, dass voraussichtlich erst am 6. Mai über weitere Lockerungen entschieden werde. (dpa)

Brad Pitt nimmt Trump als Gesundheitsexperte auf die Schippe

Der Schauspieler Brad Pitt ist in die Rolle des führenden Virus-Experten der US-Regierung, Anthony Fauci, geschlüpft und hat dabei Präsident Donald Trump auf die Schippe genommen. Für die Show „Saturday Night Live“ verpasste sich Pitt graue Haare, Anzug, Brille und imitierte Faucis New Yorker Akzent sowie dessen etwas rauchige Stimme. In Bezug auf Trumps frühere Äußerung, wonach das neuartige Coronavirus wie ein Wunder einfach wieder verschwinden werde, sagte der falsche Fauci: „Ein Wunder wäre toll. Wer mag schon keine Wunder, aber ein Wunder sollte nicht der Plan A sein.“

Der wahre Fauci, der 79 Jahre alte Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, hatte vor Kurzem auf die Frage, von wem er gerne in einem Hollywood-Film gespielt würde, geantwortet: Brad Pitt natürlich. Fauci nimmt als Experte häufig an den Coronavirus-Pressekonferenzen des Präsidenten teil und wird dabei für sein nüchternes Auftreten geschätzt. Er scheut sich auch nicht, Aussagen des Präsidenten einzuordnen oder ihnen zu widersprechen.

Zu Trumps Aussage, dass es „sehr bald“ eine Impfung gegen das Coronavirus geben werde, sagte Pitt in Faucis Stimme, das sei zutreffend, wenn man die gesamte Geschichte des Planeten Erde als Maßstab heranziehe. Experten rechnen frühestens Mitte nächsten Jahres mit einem Impfstoff. Pitt nahm zum Ende der Show-Einlage die Perücke ab und wandte sich an Fauci: „Danke für Ihre Besonnenheit und Ihre Klarheit in dieser beunruhigenden Zeit.“ Der Schauspieler dankte auch den Mitarbeitern des Gesundheitswesens und deren Familien. (dpa)

Baden-Württemberg will künftig auch symptomfreie Menschen auf Corona testen

Entgegen der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) will Baden-Württemberg künftig auch Menschen auf das Coronavirus testen, die keine entsprechenden Symptome haben. Untersucht werden sollen nun „auch Menschen ohne Symptome, die aber in engem Kontakt zu Infizierten stehen oder zuletzt gestanden sind“, erklärte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Sonntag. „Einen deutlichen Schwerpunkt der Testungen setzen wir auf Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten.“

„Eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests“ sei eine „sehr wirksame Methode“, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Landesregierung sprach von einer „bundesweit einmaligen Strategie“. 

Die Laborkosten für Tests bei Menschen ohne Symptome werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In Baden-Württemberg wird den Angaben zufolge das Land dafür aufkommen, „bis der Bund die Finanzierung geregelt hat“. (afp)

Arbeitsminister Heil will Recht auf Homeoffice einführen

Angesichts der in der Corona-Krise vielfach genutzten Möglichkeit zum Homeoffice will Bundesarbeitsminister Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) innerhalb des nächsten halben Jahres ein Gesetz für das Recht auf Heimarbeit vorlegen. Das sagte er der „Bild am Sonntag“.

Wo es betrieblich möglich sei, könne künftig jeder Arbeitnehmer das Arbeiten von zuhause aus einfordern. Heimarbeit soll aber für die Arbeitnehmer eine freiwillige Möglichkeit bleiben. „Wir wollen mehr Homeoffice ermöglichen, aber nicht erzwingen“, sagte Heil. Mit „fairen Regeln“ werde er verhindern, dass „sich die Arbeit zu sehr ins Private frisst“. Auch im Homeoffice gebe es einen Feierabend - „und zwar nicht erst um 22 Uhr“.

In der Corona-Krise sei die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge von zwölf auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen, sagte Heil. „Das wären acht Millionen Männer und Frauen, die ihren Job gerade von zu Hause aus erledigen.“

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) unterstützte den Vorschlag. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich ist“, sagte er der Zeitung „Das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten.“ (afp)

+++ 25. April +++

US-Forscher: Mehr als 200.000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion gestorben. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore verzeichnete am Samstagnachmittag (Ortszeit) mehr als 2,8 Millionen nachgewiesene Infektionen.

Die von der Universität veröffentlichten Infektions- und Todeszahlen sind in der Regel höher als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmäßiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO meldete bis Samstag mehr als 2,7 Millionen bestätigte Infektionen und mehr als 187.800 Todesfälle.

Die meisten Todesfälle infolge der Coronavirus-Pandemie gab es laut Johns-Hopkins-Universität in den USA (mehr als 52.700), wo die Zahl der nachgewiesenen Infektionen ebenfalls am höchsten ist (mehr als 924.500). Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern - insbesondere anhand absoluter Zahlen - erweisen sich allerdings sowohl mit Blick auf die Infizierten- als auch auf die Totenzahlen als schwierig. Nicht nur sind die Bevölkerungsstrukturen unterschiedlich. Die Staaten befinden sich auch in verschiedenen Stadien der Pandemie und unterscheiden sich in Hinblick auf die Zahl der durchgeführten Tests. Hinzu kommt die erwartete hohe Dunkelziffer.  (dpa)

Spanien stellt vorsichtige Lockerung in Aussicht

Seit dem 14. März gilt in Spanien eine strikte Ausgangssperre: Nur zum Einkaufen oder für den Arztbesuch dürfen die Menschen derzeit ihre Wohnung verlassen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte nun per Videobotschaft an, dass es ab dem 2. Mai wieder erlaubt sein könnte, draußen Sport zu machen - vorausgesetzt die Corona-Fallzahlen gingen weiter nach unten. Auch Spaziergänge mit einer Person, die mit im eigenen Haushalt lebt, könnten ab Anfang Mai wieder möglich sein. (BLZ)

Polizei erlässt Aufenthaltsverbot für beliebte Gegend in Kopenhagen

Tagelang haben viele Kopenhagener trotz der Corona-Krise das gute Wetter im Freien genossen - jetzt hat die Polizei ein Aufenthaltsverbot für eine beliebte Gegend in der Stadt ausgesprochen. Vorläufig bis zum 1. Mai um 23.59 Uhr sei es von nun an untersagt, sich in einer bestimmten Zone am Wasserufer im Stadtteil Islands Brygge aufzuhalten, teilte die Polizei der dänischen Hauptstadt am Samstagabend mit. Damit solle die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhindert werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder in Höhe von umgerechnet knapp 335 Euro. Spaziergänge, Läufe und das Gassi gehen mit dem Hund bleiben dagegen in der Zone erlaubt. (dpa)

Saarland stellt Bürgern Schutzmasken zur Verfügung

Wegen der ab Montag geltenden Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase in bestimmten Situationen stellt das Saarland seinen Bürgern Schutzmasken zur Verfügung. Jeder bekomme fünf Masken, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der "Bild"-Zeitung (Onlineausgabe). Diese würden "in einem großen Kraftakt in den nächsten Tagen über die Kommunen kostenlos an die Saarländerinnen und Saarländer ausgegeben". In dem Bundesland wohnen etwa eine Million Menschen. (AFP)

Vor allem in kleineren Orten sollen die Masken dem Bericht zufolge direkt nach Hause gebracht werden, unter anderem von Ortsvorstehern und Feuerwehrleuten. Anderswo, etwa in Saarbrücken, gibt es demnach zentrale Verteilstellen. Auch "Drive-in"-Optionen für Autofahrer soll es geben.

New York will Corona-Tests ausweiten

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York will die Zahl der Virus-Tests drastisch erhöhen. „Ab heute dürfen alle Apotheken Tests vornehmen“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Damit würden auf einen Schlag 5000 neue Test-Orte verfügbar. Bisher überprüft New York laut Cuomo rund 20.000 Menschen täglich, das ist mehr als jeder andere US-Bundesstaat. Cuomo will diese Zahl nun auf 40.000 verdoppeln.

Zugleich lockerte er die Bedingungen, wer sich untersuchen lassen kann. In der Vergangenheit akzeptierten viele Kliniken nur Menschen mit schweren Corona-Symptomen wie Atemnot. Künftig sollen Bürger in besonders wichtigen Berufen getestet werden, etwa Ärzte, Polizisten und Feuerwehrleute. Cuomo kündigte auch an, die Zahl der Antikörper-Tests zu erhöhen. (dpa)

Das Coronavirus.
Foto: imago

Zahl der Todesopfer in französischen Kliniken sinkt

In Frankreich sind innerhalb von 24 Stunden erneut 369 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Von ihnen starben nach Angaben der Behörden vom Samstagabend 198 Menschen im Krankenhaus, das ist der niedrigste Wert seit einem Monat. Auch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen des Landes sei den 17. Tag in Folge gesunken. Es seien aktuell 4725 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in intensivmedizinischer Behandlung. Insgesamt starben seit Beginn der Corona-Krise in Frankreich Anfang März bereits mehr als 22.600 Menschen. (AFP)

Zahl der Corona-Todesfälle in britischen Kliniken steigt auf mehr als 20.000 

In Großbritanniens Krankenhäusern sind inzwischen mehr als 20.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag in London mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 813 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gezählt. Damit verzeichnet Großbritannien offiziell nunmehr 20.319 Corona-Tote.

Die britische Regierung hatte vor kurzem erklärt, die Epidemie habe in Großbritannien ihren Höhepunkt erreicht. Allerdings liegen die Zahlen von Samstag erneut höher als jene vom Vortag, als 684 Todesfälle gezählt wurden.

Kritiker bemängeln, dass die Todesfallzahlen in Großbritannien unvollständig sind. In der offiziellen Statistik werden nur die Toten in Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben. (AFP)

Russland verteidigt WHO gegen Vorwürfe aus den USA

Russland verteidigt die Weltgesundheitsorganisation WHO gegen Vorwürfe aus den USA, die UN-Behörde leiste schlechte Arbeit in der Corona-Krise. „Ich glaube, die WHO wird ihrer Rolle als leitendes und koordinierendes Organ durchaus gerecht“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag russischen Agenturen zufolge. „Ja, es ist nicht ideal. Aber niemand ist perfekt.“ Wenn es Kritik an der Behörde gebe, habe dies weniger mit der WHO selbst zu tun, sagte Lawrow. „Meiner Meinung nach will man mit diesen Angriffen eher die eigenen Maßnahmen rechtfertigen, die zu spät und unzureichend waren.“

Mitten in der Coronavirus-Pandemie hatte US-Präsident Donald Trump einen Stopp der Zahlungen an die WHO veranlasst. Die Maßnahme stieß international auf Kritik. Trump machte die Organisation für die Vielzahl an Toten in der Krise mitverantwortlich. (dpa)

Mehr als 120.000 Corona-Tote in Europa

Durch die Coronavirus-Pandemie sind in Europa bereits 120.140 Menschen ums Leben gekommen. Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben. Europa bleibt damit der am schwersten betroffene Kontinent.

Die meisten Todesfälle gab es in Italien mit 25.969, Spanien mit 22.902 und Frankreich mit 22.245. Insgesamt gab es in Europa laut Behörden rund 1,3 Millionen bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

Weltweit starben mindestens 197.303 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus ausgelöst wird. Die USA bleiben das Land mit den weltweit meisten Todesopfern. Dort starben nach jüngsten Angaben fast 52.000 Menschen. (AFP)

Mehr als 152.400 Corona-Nachweise in Deutschland - 5461 Tote 

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 152.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 149.900 Infektionen). Mindestens 5461 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 5265). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) haben in Deutschland rund 109 800 (Vortag Stand 10.15: 106 800) Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch hierzulande mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Corona-freies Tadschikistan schließt nun doch Schulen

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus werden im zentralasiatischen Tadschikistan nun doch vorsorglich Schulen geschlossen und Sportveranstaltungen abgesagt. Die Schüler sollen mindestens für zwei Wochen in den Urlaub geschickt werden. Das ordnete die autoritäre Regierung unter Präsident Emomali Rachmon überraschend am Samstag in Duschanbe an.

Die Ex-Sowjetrepublik präsentiert sich seit langem als eines der letzten Corona-freien Länder der Welt. Experten zweifeln diese Angaben jedoch stark an. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch kritisierte zudem das Fehlen von umfassenden Schutzmaßnahmen für die rund neun Millionen Bewohner in dem verarmten Hochgebirgsland an der Grenze zu China. (dpa)

Umfrage: Corona-Pandemie ist größte Sorge der Deutschen

Die Corona-Pandemie ist für die Deutschen aktuell die größte Sorge. In einer Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens Forsa für die Sender RTL und n-tv nannten 60 Prozent der Teilnehmer die Pandemie als das größte Problem, wie die Sender am Samstag mitteilten. 44 Prozent fürchten hier besonders die negativen Auswirkungen der Krise auf die deutsche Wirtschaft.

Vor einem Jahr hatte die Befragung den Angaben zufolge den Klimaschutz als drängendste Herausforderung der Gesellschaft identifiziert. In der aktuellen Erhebung nannten dieses Thema aber nur noch zehn Prozent als größtes Problem. (AFP)

Spanien: Mehr Corona-Genesene als Neu-Infizierte

Aus dem schwer von der Corona-Krise getroffenen Spanien gab es am Samstag erneut hoffnungsvolle Hinweise auf eine weitere Abschwächung der Pandemie. Den zweiten Tag in Folge wurden mehr von der Lungenkrankheit Genese als neu mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierte registriert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 3500 Covid-19-Patienten als geheilt entlassen worden, während die Zahl der neuen Corona-Fälle bei knapp 3000 gelegen habe. Im gleichen Zeitraum seien 378 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit gestorben, teilte das Ministerium mit. Zum Höhepunkt der Pandemie in Spanien im März waren es mehr als doppelt so viele pro Tag. Insgesamt stieg die Zahl der Corona-Toten damit auf fast 23.000, die Zahl der Infizierten auf mehr als 220.000 und die Zahl der Genesenen auf mehr als 95.000. (dpa)

Grüne und Handelsverband fordern Konsumgutscheine als Hilfe für Einzelhandel 

Die Grünen-Fraktion im Bundestag setzt für die Unterstützung des Einzelhandels in der Corona-Krise auf Gutscheine für alle. Als Teil eines "Fonds zur Rettung der Innenstädte" solle jeder Bürger einen "Kauf-vor-Ort-Gutschein" in Höhe von 250 Euro bekommen, heißt es in einem Konzeptpapier prominenter Abgeordneter. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hält Konsumgutscheine für eine gute Möglichkeit, Ladeninhabern zu helfen.

In dem am Samstag veröffentlichten Papier der Grünen-Abgeordneten heißt es, der Gutschein "kann nur im stationären Handel, für stationäre Dienstleistungen oder in der Gastronomie eingelöst werden". Die 250 Euro sollen in Geschäften ausgegeben werden können, "die vom Shutdown betroffen waren". Eine Verwendung im Online-Handel wird ausgeschlossen. (AFP)

+++ 24. April +++

Virologe Drosten: Frühere Erkältung könnte zu Corona-Immunität führen

Milde oder symptomlose Corona-Verläufe könnten nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten mit früheren Infektionen mit Erkältungs-Coronaviren zusammenhängen. Unter Berufung auf eine Studie eines Charité-Kollegen bekräftigte der Wissenschaftler am Freitag im NDR-Podcast, dass eine gewisse Hintergrundimmunität in der Bevölkerung zu bestehen scheine. Drostens Team habe an der Studie zu sogenannten T-Helferzellen mitgewirkt, die zentral für die Immunantwort seien.

Die Forscher hätten bei Untersuchungen von Abwehrzellen in Proben aus der Zeit vor der Pandemie gesehen, dass bei 34 Prozent der Patienten reaktive T-Zellen vorlagen, die bestimmte Teile des neuen Coronavirus sozusagen erkannten. Sogenannte Reaktivität sei erwartbar, wenn man die Erkrankung hinter sich habe - allerdings hätten diese Patienten keinen Kontakt mit Sars-CoV-2 gehabt, so Drosten. Dass dennoch reaktive T-Zellen vorlagen, könne an durchgemachten Infektionen mit menschlichen Erkältungs-Coronaviren liegen.

Drosten sprach von der ersten derartigen Beobachtung weltweit, er warnte aber auch vor einer Über-Interpretation der Ergebnisse. Man dürfe nun keinesfalls schließen, dass ein Drittel der Bevölkerung immun sei. Weitere Erklärungen für milde oder symptomlose Verläufe seien auch, dass die Betroffenen anfangs weniger Viren abbekommen haben oder insgesamt in besserer Verfassung sind. (dpa)

Mehr als 152.300 Corona-Nachweise in Deutschland - 5454 Tote

In Deutschland sind bis Freitagabend mehr als 152.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: Mehr als 149.900 Infektionen). Mindestens 5454 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 5261). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag wie in den beiden Vortagen bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 106.800 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Johns Hopkins University: Mehr als 50.000 Coronavirus-Tote in den USA

In den USA sind mehr als 50.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das ging am Freitagvormittag (Ortszeit) aus Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins hervor.

Die Daten der US-Forscher zeigen in der Regel höhere Stände als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmäßiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden Infektions- und Todeszahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. (dpa)

Trump: Äußerung zu Injektion von Desinfektionsmitteln war Sarkasmus

US-Präsident Donald Trump will seine umstrittenen Äußerungen zu möglichen Therapieansätzen gegen das Coronavirus nach viel öffentlicher Kritik als Sarkasmus verstanden wissen. „Ich habe Reportern (...) sarkastisch eine Frage gestellt, nur um zu sehen, was passieren würde“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus in Washington. „Ich dachte, das wäre klar.“

Trump gab an, er habe keineswegs Amerikaner dazu aufrufen wollen, Desinfektionsmittel zu sich zu nehmen. Er habe lediglich eine „sehr sarkastische“ Frage an eine „feindliche Gruppe“ von Reportern gestellt.

Trump hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus Forscher unter anderem dazu ermuntert, im Kampf gegen das Coronavirus Möglichkeiten zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen. Anlass für seine Äußerung waren Ausführungen eines Regierungsexperten zum Thema gewesen: William Bryan vom Heimatschutzministerium hatte zuvor erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel den Erreger Sars-CoV-2 auf trockenen metallischen Flächen wie einer Türklinke rasch abtöteten. Trump nahm darauf Bezug und sagte: „Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch spritzen oder fast säubern ... wäre interessant, das zu prüfen.“ Das sei natürlich Ärzten zu überlassen. „Aber es klingt für mich interessant.“ (dpa)

FTI, TUI und Alltours verlängern Reisestopp bis Mitte Mai

Die Reiseveranstalter TUI, FTI und Alltours verlängert den Stopp aller Reisen bis zum 15. Mai. Das teilten die Unternehmen am Freitag mit. Grund ist die Corona-Pandemie. Bislang hatten TUI und FTI nur Reisen bis zum 3. Mai abgesagt, Alltours bis Ende April. „Gäste, deren Urlaub damit leider nun nicht mehr stattfinden kann, erhalten in den kommenden Tagen schriftlich von uns alle Informationen zur Stornierung“, sagte FTI-Chef Dietmar Gunz. Bei TUI hieß es, man bereite sich auf den Neustart des Tourismussektors vor. „Zwar ist heute noch nicht klar, wann Reisen wieder beginnen können“, sagte der Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing, Hubert Kluske. „Allerdings haben wir schon heute die Gewissheit, dass die Deutschen wieder reisen wollen, sobald dies möglich ist“. Sobald einzelne Länder grünes Licht gäben, sei TUI in der Lage, Reisen dorthin anzubieten. „Wir gehen davon aus, dass wir im Hochsommer wieder Gäste in verschiedene Urlaubsziele fliegen werden.“ Alltours erklärte, man hoffe, „dass nach dem 15. Mai zunächst der Tourismus mit Individualanreise in Deutschland wieder langsam beginnen kann“. (dpa)

Israels Regierung lockert weitere Corona-Beschränkungen

Um die brachliegende Wirtschaft wieder anzukurbeln, hat Israels Regierung am Freitag weitere Corona-Beschränkungen gelockert. Ab Sonntag dürfen demnach alle Geschäfte mit Ausnahme von Einkaufszentren wieder öffnen, solange sie die Schutzauflagen wie Maskenpflicht und Begrenzung der Kundenzahl beachten. Restaurants und Cafés dürfen eingeschränkt wieder öffnen, um Essen zum Mitnehmen anzubieten. Bisher war nur Lieferservice erlaubt. Auch Friseure und Kosmetikstudios dürfen mit eingeschränkter Kundenzahl ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Die Lockerungen gelten zunächst bis zum 3. Mai, teilten Finanzministerium, Gesundheitsministerium sowie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer gemeinsamen Erklärung mit. (AFP)

Saudi-Arabien will Waffenruhe im Jemen verlängern

Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis hat sich dafür ausgesprochen, die von ihm einseitig erklärte Waffenruhe im Jemen zu verlängern. Sie war am 8. April für zwei Wochen ausgerufen worden und solle nun einen weiteren Monat gelten, zitierte die saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA Vertreter des Bündnisses. So solle die Ausbreitung des Coronavirus in dem Kriegsland verhindert werden. (BLZ)

Lufthansa rechnet mit umfangreichem Stellenabbau

Wegen der Corona-Krise könnten bei der Fluggesellschaft Lufthansa bis zu 10.000 Jobs wegfallen. Das teilte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Carsten Spohr, in einem internen Schreiben mit. Die Flotte der Airline werde sich um etwa 100 Maschinen verkleinern. Spohr rechnet demnach erst 2023 damit, dass die Lufthansa in ein Gleichgewicht zurückfinden könne. Auch nach der Krise kämen auf das Unternehmen mindestens zehn Prozent niedrigere Erlöse und eine um zehn Prozent geringere Auslastung zu. (BLZ)

Guterres: Corona-Impfung muss als öffentliches Gut gesehen werden

Im medizinischen Wettlauf im Kampf gegen das Coronavirus hat UN-Generalsekretär António Guterres für ein gemeinsames Vorgehen plädiert. „Eine Covid-19-Impfung muss als globales öffentliches Gut betrachtet werden“, twitterte Guterres am Freitag. Eine solcher Stoff dürfe nicht nur für ein Land oder eine Region hergestellt werden, sondern müsse für jeden Menschen erhältlich sein. In einer Botschaft am Freitag sagte der UN-Chef zudem, dass Forschungsdaten international geteilt und die Politik beiseitegelegt werden müssten. (dpa)

Estland verlängert Corona-Notstand bis 17. Mai

Estland hat den noch bis zum 1. Mai laufenden Corona-Notstand um weitere gut zwei Wochen ausgedehnt und auch erste Lockerungen der strengen Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Der Corona-Krisenstab der Regierung hatte am Mittwoch eine Ausstiegsstrategie aus dem Corona-Notstand vorgelegt. Nach Angaben von Ratas wird das Kabinett voraussichtlich in der kommenden Woche darüber entscheiden. Der Plan sieht eine stufenweise Lockerung vor und orientiert sich an Schlüsselkriterien. Einen Zeitplan enthält er nicht.

Voraussetzung für eine Lockerung sei dabei immer die Einhaltung der Verhaltens- und Hygienevorschriften, erklärte Estlands Regierungschef. Die nächsten Schritte zielten auf eine „vernünftige und ausgewogene Wiederbelebung der Wirtschaft.“ (dpa)

Bundeswehr leistet in 200 Fällen Amtshilfe wegen Corona-Krise

Bei der Bundeswehr sind inzwischen mehr als 450 Anträge auf Amtshilfe wegen der Corona-Krise eingegangen. „Davon sind knapp 200 gebilligt worden“, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im SWR-„Interview der Woche“. Dabei habe sich die Art der Anträge im Verlauf der Krise stark verändert. „Das war am Anfang natürlich vor allen Dingen die Bitte nach Schutzausstattung und sehr stark auch die Bitte nach Unterstützung mit Sanitätspersonal“, sagte Kramp-Karrenbauer. Inzwischen seien die ABC-Abwehreinheiten der Bundeswehr zum Beispiel dabei, Desinfektionsmittel zu produzieren. Außerdem helfe die Bundeswehr in Pflegeheimen oder bei der Nachverfolgung von Infektionsketten.

Robert-Koch-Institut empfiehlt generelle Testung aller Atemwegsinfektionen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die generelle Testung aller Atemwegserkrankungen auf eine mögliche Corona-Infektion. Die Tests seien nicht mehr an die Bedingung geknüpft, dass es ausreichend Testkapazitäten gebe, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Freitag in Berlin. Zum einen gebe es mehr Testkapazitäten, zudem sei die Erkältungssaison vorbei, und es seien „mehr Treffer“ zu Covid-19-Erkrankungen zu erwarten.

Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen „besonders wichtig“, Corona-Erkrankungen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte Schaade. „Wir empfehlen dringend, dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte.“ (afp)

Ärztepräsident fordert frühe Planung für Vergabe von Corona-Impfstoff

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat frühzeitige Planungen für die Vergabe eines Impfstoffs gegen das Coronavirus angemahnt. Schon jetzt müssten Konzepte für eine „gestaffelte Verteilung“ des Serums entwickelt werden, sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Besonders wichtig sei es, zunächst die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schützen, um die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte kürzlich eine erste klinische Prüfung eines Impfstoffkandidaten des Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech genehmigt. Der Test an rund 200 Teilnehmern soll erste Erkenntnisse dazu liefern, ob der Wirkstoff verträglich ist und die erhoffte Reaktion des Immunsystems auslöst. Jedoch rechnet PEI-Präsident Klaus Cichutek weiterhin nicht vor dem kommenden Jahr mit einem Impfstoff.

Auch Reinhardt sagte, bis zu einem zugelassenen Impfstoff sei es noch ein langer Weg. „Und ganz sicher werden wir nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung haben“, betonte er. Deshalb sei es notwendig, bereits jetzt Kriterien für die Vergabe festzulegen. (afp)

US-Kongress bringt neues Rettungspaket gegen Corona-Krise auf den Weg

Das Volumen der Staatshilfen in den USA im Kampf gegen die Corona-Krise schwillt weiter gigantisch an. Der Kongress in Washington brachte am Donnerstag ein weiteres Hilfspaket auf den Weg. Es hat ein Volumen von fast einer halben Billion Dollar (483 Milliarden Dollar, 448 Milliarden Euro) und soll vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen unterstützen. Die Gesamtsumme der US-Staatsprogramme gegen die Krise wächst damit auf mehr als 2,5 Billionen Dollar.

Das neue Rettungspaket soll in erster Linie sicherstellen, dass kleinere Betriebe ihre Mitarbeiter weiter bezahlen und deren Arbeitsplätze erhalten können. Eingeplant sind auch 60 Milliarden Dollar für andere Sektoren, vor allem die Landwirtschaft. Ferner sind 75 Milliarden Dollar für Krankenhäuser sowie 25 Milliarden Dollar für Coronavirus-Tests vorgesehen.

Die Pandemie hat die US-Wirtschaft massiv getroffen, die Arbeitslosigkeit ist dramatisch gestiegen. Nach jüngsten Angaben des US-Arbeitsministeriums meldeten sich vergangene Woche 4,4 Millionen Menschen neu arbeitslos. Damit verloren binnen fünf Wochen rund 26,4 Millionen Menschen ihre Jobs.

Die USA sind das am heftigsten von der Pandemie heimgesuchte Land der Welt. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag wurden binnen 24 Stunden weitere 3176 Todesfälle gezählt - eine der bislang höchsten täglichen Opferzahlen. Die Gesamtzahl der Todesopfer der Pandemie in den USA stieg damit auf rund 49.700. Die Zahl der Infektionsfälle wuchs auf rund 865.000. (afp)

Corona: Brasilien vermeldet mehr als 400 Todesopfer in 24 Stunden

Brasilien hat erstmals mehr als 400 Todesfälle durch das Coronavirus innerhalb von 24 Stunden registriert. Nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) lag die Zahl der Gestorbenen zwischen Mittwoch und Donnerstag bei 407. Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie.

Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 3313 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Fast 50.000 Infizierte wurden in dem größten Land Lateinamerikas inzwischen registriert; die tatsächlichen Zahlen dürften unter anderem aufgrund fehlender Tests weitaus höher liegen.

Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus verharmlost, hält nichts von Einschränkungen des öffentlichen Lebens und fordert eine Rückkehr zur Normalität. Im Streit über den richtigen Umgang mit dem Virus entließ der Rechtspopulist in der vergangenen Woche Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta, der eine strikte Linie vertreten hatte. (dpa)

+++ 23. April +++

Nach Gerichtsurteil: Tschechien hebt Ausgangsbeschränkungen überraschend auf

Die tschechische Regierung hat die seit Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen überraschend aufgehoben. Dies gelte ab Freitag, sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech am späten Donnerstagabend in Prag. Seit dem 16. März durften die Bürgerinnen und Bürger nur zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder auf Spaziergänge in Grünanlagen gehen. Damit sollte die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eingedämmt werden.

Das Minderheitskabinett reagierte damit auf die aktuelle Entscheidung eines Gerichts in Prag, das die bisherigen Maßnahmen aus formalen Gründen für rechtswidrig erklärt hatte. Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern blieben verboten. Aufgehoben wird damit auch das Ausreiseverbot für tschechische Bürger. Nach der Rückkehr müssen sie einen negativen Test auf das Coronavirus vorlegen oder in eine 14-tägige Quarantäne. Der weitgehende Einreisestopp bleibt nach Angaben des Innenministeriums bestehen - mit neuen Ausnahmen für Geschäftsleute aus EU-Staaten.

Das Kabinett beschloss zudem Erleichterungen für tschechische Berufspendler, die in Deutschland oder Österreich arbeiten. Sie dürfen nun täglich die Grenze überqueren, wenn sie alle 14 Tage einen neuen, aktuellen Test auf das Coronavirus vorlegen können. (dpa)

Mecklenburg-Vorpommern: Eigentümer dürfen wieder in Ferienwohnungen

Eigentümer von Ferienwohnungen dürfen vom 1. Mai an wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Auch können Dauercamper aus dem Land auf die Campingplätze zurückkehren. Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag nach einem Tourismusgipfel von Branchenvertretern und der Landesregierung bekannt. Über weitere Lockerungsschritte soll am 5. Mai auf der Grundlage der dann vorliegenden Infektionszahlen beraten werden. Ein Fahrplan sieht fünf Schritte vor, wie Schwesig sagte. Schritt zwei soll eine vorsichtige Wiedereröffnung der Gastronomie sein, Schritt drei Übernachtungen für Urlauber aus Mecklenburg-Vorpommern. In einem vierten Schritt sollen Übernachtungen für Gäste aus anderen Bundesländern ermöglicht werden. Zuletzt soll es wieder mit dem Tagestourismus und dem internationalen Tourismus losgehen. (dpa)