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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der  Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

Aktuelle Entwicklungen auf einen Blick

  • Spanien: 950 Corona-Tote in 24 Stunden
  • WHO: Fünf Prozent der Corona-Todesopfer unter 60 Jahre
  • 6,65 Millionen Arbeitslosenanträge in den USA
  • Kontaktbeschränkungen in Deutschland sollen bis 19. April gelten
  • Mehr als 76.000 Infizierte in Deutschland gemeldet (Johns Hopkins)
  • Mehr als 200.000 Corona-Fälle in den USA nachgewiesen
  • WHO besorgt über raschen Anstieg der Corona-Zahlen

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+++ 2. April +++

WHO: Fünf Prozent der Corona-Todesopfer unter 60 Jahre

Fast alle Opfer des Coronavirus in Europa gehörten zu der Gruppe der älteren Menschen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, waren 95 Prozent der Verstorbenen 60 Jahre oder älter. Zugleich warnte die WHO vor der Einschätzung, dass jüngere Menschen nicht durch das Virus bedroht seien. Auch bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen könne die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen, so WHO-Vertreter Hans Kluge. Bei den unter 50-Jährigen seien dies insgesamt zwischen zehn und 15 Prozent. (BLZ)

Robert-Koch-Institut rät zum Tragen von „Behelfsmasken“

Entgegen bisheriger Ratschläge empfiehlt das Robert-Koch-Institut nun auch Menschen ohne Krankheitssymptomen das Tragen von Atemschutzmasken. Auf der Internetseite des Institutes heißt es: Durch das Tragen einer sogenannten Behelfsmaske" können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden". Wissenschaftlich belegt sei dies jedoch nicht. (BLZ)

Neue Rekord-Totenzahl in Spanien: 950 Corona-Opfer in 24 Stunden 

Spanien hat am Donnerstag einen neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Mittag mit. Zuvor hatte das Land fünf Tage hintereinander mehr als 800 Tote zu beklagen, jedoch gab es noch nie mehr als 900 Opfer. Damit sind in Spanien insgesamt bereits rund 10 000 Menschen an Covid-19 gestorben. Gleichzeitig kletterte aber auch die Zahl der geheilten Patienten auf eine Höchstmarke: Seit Mittwoch wurden fast 4100 Menschen als gesund entlassen. (dpa)

Coronavirus: Lage am US-Arbeitsmarkt verschlechtert sich dramatisch

In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut dramatisch angestiegen. Ihre Zahl hat sich in der Woche bis 28. März von 3,3 Millionen auf nunmehr 6,65 Millionen etwa verdoppelt, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Erstanträge in der Vorwoche war bereits die höchste seit Beginn der Erfassung der Daten gewesen, nun gibt es einen neuen Rekord.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen. (dpa)

Mehr als 1000 Corona-Tote in Großbritannien innerhalb von 24 Stunden

In Großbritannien ist die Zahl der Todesopfer innerhalb nur eines Tages von 1600 auf 2921 angestiegen, wie das Gesundheitsministerium des Landes mitteilte. Bisher seien knapp 163.200 Bürger auf das Virus getestet worden, rund 33.700 dieser Tests fielen positiv aus. (BLZ)

EU-Kommission will Beschäftigte in Krise mit 100 Milliarden Euro unterstützen 

Die EU-Kommission will Arbeitnehmer und Selbstständige in der Corona-Krise mit bis zu 100 Milliarden Euro unterstützen. Ihre Behörde schlage ein "neues Solidaritätsinstrument" vor, "um Menschen im Job und Unternehmen am Laufen zu halten", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Die dafür nötigen Kredite sollten sich aus "Garantien" der Mitgliedstaaten speisen. (AFP)

Mehr als hunderttausend Österreicher laden sich "Stopp Corona"-App aufs Handy

Mehr als hunderttausend Menschen in Österreich haben sich bereits eine "Stopp Corona"-App des Roten Kreuzes aufs Handy geladen, die als eine Art Kontakttagebuch dienen soll. Es habe bereits gut 130.000 Downloads gegeben, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Roten Kreuzes der Nachrichtenagentur AFP. Die App war erst in der vergangenen Woche gestartet worden. (AFP)

Kabinett für Gutscheine bei abgesagten Veranstaltungen und Reisen 

Bei abgesagten Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen sollen die Verbraucher nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt einer sofortigen Rückzahlung bekommen. Das «Corona-Kabinett» stimmte am Donnerstag einer entsprechenden Lösung zu, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Bevor sie umgesetzt werden kann, muss sie allerdings noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Neben Deutschland wollen auf EU-Ebene viele weitere Mitgliedsstaaten ähnlich vorgehen. (dpa)

200 Milliarden Euro: Scholz plädiert für europäische Hilfsmaßnahmen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert im Kampf gegen die Corona-Krise einem Bericht zufolge für europäische Hilfsmaßnahmen von mindestens 200 Milliarden Euro. Er werbe für Kredite des Euro-Rettungsfonds (ESM) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie für eine neue Arbeitslosenrückversicherung, die Kurzarbeit finanzieren solle, berichtete das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sagte der Zeitung: "Der Vorstoß, den Olaf Scholz jetzt über abgewandelte ESM-Kredite unternimmt, ist richtig." (AFP)

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)
Foto: Peter Kneffel / POOL / AFP

USA kaufen Frankreich Masken aus China "auf dem Rollfeld" weg 

Die französische Corona-Krisenregion im Grenzgebiet zu Deutschland hat den USA vorgeworfen, ihr dringend benötigte Schutzmasken aus China wegzukaufen. Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken "auf dem Rollfeld" in China auf. "Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis", kritisierte Rottner.

"Wir müssen kämpfen", fügte der Regionalpräsident hinzu. Wie viele Masken die USA weggekauft hätten, sagte er nicht. Die Regierung in Paris bestätigte die Angaben zunächst nicht. Frankreich hat wegen der Corona-Krise eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt. Präsident Emmanuel Macron will das Land durch das Ankurbeln der heimischen Produktion bis Jahresende aber unabhängig von der Volksrepublik machen. (AFP)

Griechenland riegelt Flüchtlingslager wegen Coronavirus-Infektionen ab

Griechenland hat am Donnerstag ein Flüchtlingslager nahe Athen abgeriegelt, nachdem 21 Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren. Der Zugang zum Ritsona-Lager werde für zwei Wochen eingeschränkt, teilte das Migrationsministerium mit. Zudem werde zusätzliches medizinisches Personal in die Region geschickt.

Eine Frau aus dem Lager war diese Woche nach der Geburt ihres Kindes in einem Athener Krankenhaus positiv auf das Virus getestet worden. Es war der erste nachgewiesene Infektionsfall in einem griechischen Flüchtlingslager. Inzwischen seien auch 20 weitere Flüchtlinge positiv getestet worden, teilte das Ministerium mit. Mitarbeiter des Lagers hätten sich nicht infiziert. Insgesamt wurden 63 Menschen getestet.

Kurz zuvor hatte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis noch die Schutzmaßnahmen in den griechischen Lagern gelobt. Die Behörden seien bei der Nachverfolgung von Kontakten im Falle einer Infektion gut aufgestellt, sagte er dem Sender CNN. "Wir werden weiterhin sehr, sehr genau beobachten, was in unseren Lagern passiert, und wir bauen die medizinischen Einrichtungen weiter aus."

In Griechenland sind bislang 1415 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. 50 Infizierte starben. Die Sorge ist groß, dass sich das Coronavirus auch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland ausbreiten könnte. (afp)

Krankenhaushygieniker: Selbst genähte Schutzmasken schützen vor Ansteckung

Im Gegensatz zum Robert-Koch-Institut (RKI) raten führende Hygieniker zum Tragen eines einfachen Mund-Nase-Schutzes, weil dieser effektiv vor einer Corona-Ansteckung schütze. Wer angehustet werde und einen Mundschutz trage, "schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben", sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der "Neuen Osnabrücker Zeitung". (AFP)

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Nach Ostern Mundschutzpflicht in Nordhausen in Thüringen 

Nach Jena führt nun auch der Landkreis Nordhausen in Thüringen schrittweise eine Mundschutzpflicht in Geschäften, Bussen und Taxis ein. Ab Montag gilt dies zunächst als Empfehlung, nach Ostern wird es laut neuer Allgemeinverfügung zur Pflicht. Ziel sei es, andere vor Infektionen zu schützen, betonte Landrat Matthias Jendricke (SPD). Da Mund und Nase auch per Tuch, Schal oder selbstgenähter Maske bedeckt werden könnten, brauche niemand medizinischen Mundschutz zu kaufen. «Wir wissen, dass diese momentan Mangelware sind.» Ladeninhaber und Busfahrer könnten Personen ohne Mund-Nasen-Schutz künftig den Zutritt verweigern. (dpa)

Philippinischer Präsident will Randalierer während Ausgangssperre erschießen lassen

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat die Sicherheitskräfte seines Landes angewiesen, Randalierer während der wegen der Corona-Krise verhängten Ausgangssperre zu erschießen. "Meine Befehle an die Polizei und das Militär lauten: Wenn es Ärger gibt oder Kämpfe ausbrechen und Euer Leben in Gefahr ist, erschießt sie", sagte er in einer Rede am Mittwochabend. "Statt Ärger zu machen, werdet Ihr von mir ins Grab geschickt."

Rund die Hälfte der 110 Millionen Philippinen sind derzeit von einer Ausgangssperre betroffen. Darunter sind auch viele Menschen, die in großer Armut leben und durch die strengen Beschränkungen ihren Jobs verloren haben.

Kurz vor Dutertes Ansprache waren rund zwei dutzend Menschen in einem Armenviertel der Hauptstadt Manila nach Protesten gegen die Regierung festgenommen worden. Sie hatten der Regierung vorgeworfen, den Armen keine Lebensmittel-Hilfen zukommen zu lassen. (AFP)

Spahn gegen zu frühe Aufhebung der Corona-Maßnahmen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem zu frühen Ausstieg aus den Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. Zu sehen sei zwar ein Abflachen bei den Steigerungsraten, dies sei aber noch kein abschließender Trend, sagte der CDU-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Dabei könnte es sich auch um statistische Effekte, Meldeeffekte handeln. Die stark einschränkenden Maßnahmen wie Schul- oder Geschäftsschließungen lägen noch nicht allzu lange zurück, betonte Spahn. Sie könnten sich teils in den Statistiken noch nicht bemerkbar machen. «Sagen wir die Richtung stimmt, ob sie dauerhaft anhält, das werden wir die nächsten Tage sehen.»

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, die Ausgehbeschränkungen bis Sonntag nach Ostern zu verlängern. (dpa)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
Foto:
imago images/photothek

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 73.522 angegeben - ein Plus von 6156 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 77.981 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 872 Todesfälle, die JHU 931 Tote. (AFP)

KMK-Präsidentin dämpft Erwartungen an rasche Wiedereröffnung der Schulen nach der Osternn

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), hat Erwartungen an eine rasche Wiedereröffnung der Schulen nach der Osterpause gedämpft. "Im Moment wissen wir nicht sicher, ob die Schulen am 20. April wieder öffnen können", sagte Hubig den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabmeldung vom Donnerstag. (AFP)

Hamburg plant Bußgelder bis zu 25 000 Euro bei Corona-Verstößen 

In der Corona-Krise will Hamburg mit Bußgeldern schnell und spürbar Verstöße gegen die Auflagen bestrafen. Das sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag im Sender NDR 90,3. Die meisten Hamburger hielten sich sehr gut an die geltenden Regeln, aber es gebe täglich eine etwa dreistellige Zahl an Verstößen.

«Hier wollen wir einfach mit Bußgeldern jetzt dagegen noch etwas besser vorgehen können, weil das ist dann eine sehr schnelle spürbare Folge von Verstößen und damit versprechen wir uns dann noch bessere Durchsetzbarkeit», sagte Grote. Der Hamburger Senat will laut NDR die neue Verordnung zur Corona-Pandemie mit den Bußgeldern noch am Donnerstag beschließen, sie könnte dann am Freitag in Kraft treten.

Laut «Bild» werden 150 Euro fällig bei Nichteinhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit oder beim Betreten von Spielplätzen. Wer sogenannte Corona-Partys abhalte, muss laut «Bild» dann 1000 Euro zahlen. Ungenehmigte Ladenöffnungen würden demnach mit 2500 Euro und die Öffnung von Speiselokalen mit 4000 geahndet. Wer mehrfach erwischt werde, dem drohten Strafen von bis zu 25 000 Euro. (dpa)

Tragen von Schutzmasken wird auf den Philippinen zur Pflicht 

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die Regierung der Philippinen das Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit angeordnet. Es seien auch wiederverwertbare oder selbst gemachte Masken, Gesichtsschutzmasken und Taschentücher erlaubt, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung. Die Pflicht gilt für die Hauptinsel Luzon, wo mehr als die Hälfte der über 100 Millionen Einwohner leben. Dort gelten seit dem 16. März bereits strenge Ausgangsbeschränkungen. (dpa)

Söder fordert europäischen Marshallplan wegen Corona-Krise 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einen "Marshallplan für ganz Europa" gefordert, um nach einer Überwindung der Corona-Krise die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. "Wir müssen die Wirtschaft gemeinsam in allen europäischen Ländern wiederaufbauen", sagte Söder dem "Handelsblatt". Gemeinsame europäische Anleihen, sogenannte Eurobonds, lehnte er aber erneut ab.

"Natürlich braucht es europäische Solidarität", betonte der Ministerpräsident. Diese sei auch im deutschen Interesse, denn "wir können uns nicht abkoppeln". Es werde darum gehen, ob Europa ökonomisch seinen Platz in der Welt behaupten könne.

"Corona-Bonds im Sinne einer europäischen Schuldenvergemeinschaftung kann es nicht geben", sagte Söder aber weiter. Stattdessen sollten bestehende Hilfsinstrumente wie der Euro-Rettungsfonds ESM genutzt werden, "um schnell und kraftvoll zu helfen". Anders als in der Finanzkrise solle dabei diesmal auf strikte Reformauflagen für betroffene Länder verzichtet werden. (AFP)

Auszahlung von Corona-Soforthilfen läuft an:1,3 Milliarden Euro bereits ausgezahlt

Nach dem großen Ansturm auf Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt die Auszahlung langsam in Gang. Bis Dienstagabend wurden allein in neun Bundesländern mehr als 370 000 Anträge bewilligt, wie eine Länderumfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen demnach bereits an in Existenznot geratene Unternehmen. (dpa)

Ein junger Mann versucht den Antrag für die Zuschüsse für Selbstständige mit Geldern des Berliner Senats herunterzuladen. 
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Neuseeland erlaubt wegen Corona-Krise Rückreise Tausender Ausländer

Tausende wegen der Coronavirus-Krise in Neuseeland festsitzende Ausländer, darunter auch viele Deutsche, werden von Freitag an den Pazifikstaat verlassen können. Die Regierung in Wellington, die Rückführungsflüge zunächst gestoppt hatte, kündigte einen entsprechenden Plan an. Dieser werde die «sichere und geordnete Ausreise von Zehntausenden» Gestrandeter ermöglichen, sagte der stellvertretende Premierminister Winston Peters am Donnerstag. (dpa)

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Kramp-Karrenbauer: Schutzkleidung auch bei Bundeswehr knapp 

Auch die Bundeswehr leidet den Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) unter der Knappheit von Schutzausrüstung. «Wir haben auch Vorräte für eine gewisse kurze Frist», sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. «Ansonsten leiden wir natürlich wie alle im Moment darunter, dass wir noch nicht in einem ausreichenden Maße etwa Schutzmasken nachführen können, dass das Fachpersonal eben auch knapp ist.»

Hilfsgesuche aus den Ländern seien deshalb «immer eine schwierige Abwägung», weil das entsprechende Material und Personal dann in den eigenen Krankenhäusern fehle, erklärte die Ministerin. Die Bundeswehr hatte etwa vor knapp zwei Wochen damit begonnen, Ausrüstung wie Schutzmasken und Kittel nach Heinsberg in Nordrhein-Westfalen zu liefern. Der von der Corona-Krise besonders stark betroffene Kreis hatte zuvor um Hilfe gebeten. (dpa)

Paket- und Kurierbranche leidet unter Corona-Krise

Weniger Warenlieferungen aus Asien und Amerika und weniger Geschäftspost: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Kurier- und Paketdienste nach Angaben aus der Branche negativ aus - trotz geschlossener Einzelhandelsgeschäfte.

«Im Durchschnitt fällt deutlich mehr weg als dazu kommt», sagt Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP). Diesem gehören unter anderem Subunternehmen der großen Paketdienste wie DHL und DPD an.

Problematisch sei für viele Dienstleister unter anderem, dass lukrative Fahrten von Unternehmenszentralen zu Filialen ausblieben. Dabei werden normalerweise gleich mehrere Pakete an dieselbe Adresse geliefert. Auch die geschlossenen Grenzen haben laut dem BdKEP einen negativen Effekt. «Das Weltpostsystem ist sehr stark heruntergefahren. Sendungen fehlen in den Mengenströmen», sagt Schumann. (dpa)

Coronavirus: Deutsche Firmen in China kommen nur langsam in Schwung

Nach dem Abflachen der Coronavirus-Epidemie in China sehen deutsche Unternehmen zwar eine Verbesserung ihrer Lage, jedoch werden noch immer große Herausforderungen ausgemacht. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung unter den Mitgliedern der Deutschen Handelskammer in China hervor. «Deutsche Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast auf Vorkrisenniveau zu produzieren», sagte Maximilian Butek, Mitglied des Vorstands der Deutschen Handelskammer in der Region, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Die Ergebnisse der März-Umfrage zeigten, dass sich Personalquote, Produktionskapazitäten und die interne Logistik für die meisten Befragten normalisiert haben. Die eigentliche Geschäftstätigkeit sei aber noch kaum wieder aufgenommen worden.

«Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Unternehmen sind nach wie vor gravierend», teilte die Kammer mit. Mehr als zwei Drittel der befragten Firmen prognostizierten demnach für das erste Halbjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang. Das sind 20 Prozent mehr als bei einer Umfrage im Februar. Die meisten Unternehmen seien bestrebt, Investitionen zu verschieben oder sogar ganz abzublasen. Das Geschäft wird laut Kammer voraussichtlich erst zu Beginn des zweiten Halbjahres wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren. (dpa)

US-Musiker Adam Schlesinger an Covid-19 gestorben 

Der US-Musiker Adam Schlesinger, der auch als Filmkomponist bekannt wurde, ist nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Dies teilte sein Anwalt Josh Grier laut der «New York Times» und dem Magazin «Rolling Stone» am Mittwoch mit. Der Emmy- und Grammy-Preisträger wurde 52 Jahre alt. Er war zuletzt in einem Krankenhaus an ein Beatmungsgerät angeschlossen. (dpa)

Neuinfektionen in Südkorea sinkt auf unter 100 

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder auf unter 100 gesunken. Am Mittwoch seien 89 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Die Gesamtzahl stieg auf 9976. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus kletterte um vier auf 169. (dpa)


+++ 1. April +++

Mehr als 200.000 Corona-Fälle in den USA nachgewiesen

In den USA sind mehr als 200.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden - so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore von Mittwoch hervor. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) verzeichnete die Universität 203.608 Fälle. Ein Großteil der Infektionen wurde im Bundesstaat New York registriert. Gemessen an der absoluten Zahl der bestätigten Infektionen sind die USA inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen. 

Die Werte der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer nur schwer vergleichen. Zudem hinkt der Vergleich der absoluten Zahlen wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner gibt es in Deutschland mehr nachgewiesene Infektionen als in den USA.

US-Präsident Donald Trump begründet die hohe Zahl der Infektionen immer wieder damit, dass die USA mehr als jedes andere Land testen würden. Das stimmt zwar in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerungszahl. So hat beispielsweise Südkorea pro Kopf mehr getestet als die USA. Auch wenn in den USA mittlerweile deutlich mehr getestet wird, klagen unter anderem die Gouverneure immer noch über einen Mangel an Tests. (dpa)

Sechswöchiges Baby stirbt in den USA an Coronavirus-Infektion

In den USA ist ein sechswöchiges Baby an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Ned Lamont, erklärte am Mittwoch, das Baby sei vergangene Woche leblos in ein Krankenhaus gebracht worden und habe nicht wiederbelebt werden können. Ein Test auf die Lungenerkrankung Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, sei nun positiv ausgefallen. Es handle sich vermutlich um eines der jüngsten Covid-19-Opfer überhaupt, schrieb Lamont im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Das bricht uns das Herz.“ (AFP)

UN-Klimakonferenz in Glasgow wird wegen Coronavirus verschoben

Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. (dpa)

WHO besorgt über raschen Anstieg der Corona-Zahlen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt über die "rasche Eskalation" der Coronavirus-Pandemie gezeigt. Die Zahl der Todesopfer habe sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In den kommenden Tagen sei mit einem Anstieg der Infektionszahlen auf eine Million und der Zahl der Todesopfer auf 50.000 zu rechnen, sagte er. Die Weltgesundheitsorganisation prüft nun, ob das Tragen von Mundschutz in der allgemeinen Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann. "Die WHO trägt alle verfügbaren Informationen zusammen und wägt ab, ob das umfassendere Tragen von Mundschutz Ansteckungen eindämmen kann", sagte Tedros.(BLZ)

Mehr als 76.000 Infizierte in Deutschland gemeldet

In Deutschland sind mittlerweile 76.544 Corona-Fälle nachgewiesen (Johns Hopkins University, Stand 19 Uhr). 858 Menschen sind an den Folgen der Virus-Erkrankung gestorben. (BLZ)

Krankenhäuser in Paris überlastet - Erstmals über 4000 Tote

Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Corona-Krise in den Krankenhäusern zu. «Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind», sagte Aurélien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, am Mittwoch dem Sender Franceinfo. «In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation.»

Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon sagte am Abend, dass in Frankreich erstmals mehr als 4000 Patienten der Covid-19-Krankheit erlegen seien. Es starben in Krankenhäusern 4032 Menschen, das waren 509 mehr als am Vortag. (dpa)

Wieder viele Tote in Italien - mehr als 110.000 Infektionen

Italien hat mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages im Zuge der Corona-Pandemie vermeldet - allerdings bleibt der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Bis Mittwoch stieg die Zahl der derzeit erfassten Positiven um 2937 auf 80 572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. Eingerechnet der Toten und Geheilten lag die Summe der erkannten Infektionen bei insgesamt 110.574. Es kamen 727 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 13.155. Der Druck auf die Kliniken scheint aber abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu.

Die Regierung hat mittlerweile die Maßnahmen wie Ausgangssperren bis zum 13. April verlängert. (dpa)

Corona-Regeln missachtet: Boateng mit Geldstrafe belegt

 Ex-Weltmeister Jérôme Boateng ist vom FC Bayern München mit einer Geldstrafe belegt worden. Der Club bestrafte den Verteidiger, weil er sich trotz der geltenden Corona-Ausgangsbeschränkungen von seinem Wohnort entfernt hatte. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwochabend mitteilte, habe der 31-Jährige am Dienstag ohne Genehmigung des Vereins München verlassen. Über die Höhe der Geldstrafe ist nichts bekannt.

Boateng kann die Strafe nicht verstehen. Er akzeptiere jede Strafe der Welt, wenn sie berechtigt sei, sagte er der «Bild». «Und ich weiß, dass es sicherlich ein Fehler war, den Verein nicht über meine Fahrt zu informieren, aber in dem Moment hatte ich nur meinen Sohn in Kopf. Ihm ging es gesundheitlich nicht gut», sagte der Ex-Nationalspieler. «Wenn ein Sohn seinen Vater ruft, dann fahre ich natürlich noch los, egal zu welcher Uhrzeit! Für ihn nehme ich jede Strafe in Kauf, das ist schließlich mein Sohn. Ich möchte den Vater sehen, der in so einem Moment nicht losfährt, um an der Seite seines vierjährigen Sohnes zu sein. Wenn es dafür dann eine Strafe gibt, dann Respekt. Ich finde das traurig.» (dpa)

Corona-Krise: Bulgariens Regierung will Ausnahmezustand verlängern

Bulgariens Regierung will im Kampf gegen das Coronavirus den seit 13. März geltenden Ausnahmezustand vom Parlament um einen Monat verlängern lassen. Der Druck auf das Gesundheitssystem durch die Ausbreitung des Coronavirus könne nur durch verlängerte Maßnahmen verringert werden, begründete die Regierung in Sofia ihre Entscheidung am Mittwoch. (dpa)

Corona-Krise: Putin unterzeichnet Gesetze für härtere Gangart

Kremlchef Wladimir Putin hat in der Corona-Krise den Weg freigemacht für massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Russland. Der Präsident unterzeichnete am Mittwochabend mehrere Gesetze, darunter auch eine Vollmacht für die Regierung, im ganzen Land den Ausnahmezustand zu verhängen. In Kraft traten durch Putins Unterschrift auch die vom Parlament am Vortag beschlossenen Gesetze für schärfere Strafen bei Verstößen gegen die Quarantänevorschriften und wegen der Verbreitung von Falschnachrichten. Möglich sind nun hohe Geld- und Haftstrafen.

Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa bat Putin darum, die aktuell laufende arbeitsfreie Woche noch zu verlängern. Der Kremlchef hatte die Corona-Ferien bei vollem Lohn per Erlass eingeführt. In Moskau und vielen anderen Regionen gelten Ausgangssperren. Das öffentliche Leben steht still. Erlaubt sind nur Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt und zur Apotheke sowie zum Ausführen von Hunden.

In Moskau, der größten Stadt Europas, wird diskutiert, dass Bewohner künftig womöglich nur noch nach Online-Registrierung und mit Sondergenehmigungen der Stadt – in Form von QR-Codes – auf die Straße dürfen. Die Stadt teilte mit, dass die Technik dafür einsatzbereit sei. Details der Regelung waren unklar. Regierungskritiker warnen vor einem «digitalen Konzentrationslager» in der Hauptstadt. Die Hilfsorganisation «Doktor Lisa» forderte, die 15 000 Obdachlosen der Stadt in den nun leeren Hotels und Hostels unterzubringen. (dpa)

WHO-Chef verlangt wegen Corona-Krise Schuldenerlass für arme Länder

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Schuldenerlass für ärmere Länder gefordert, damit sie die Folgen der Coronavirus-Pandemie meistern können. „Wir müssen zusammenstehen, um dieses unbekannte und gefährliche Virus zu bekämpfen“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Obwohl es relativ wenig bestätigte Infektionen mit dem Virus, das Covid-19 auslösen kann, in Afrika, Zentral- und Südamerika gibt, ist uns klar, dass Covid-19 ernstzunehmende soziale, wirtschaftliche und politische Konsequenzen für diese Regionen haben könnten“, sagte der WHO-Chef. Auch dort müssten Länder aber in der Lage sein, Menschen zu testen, Infizierte zu isolieren und Kontakte von Infizierten zu überwachen. Zudem bräuchten ärmere Menschen Hilfe, die ihre Jobs wegen der Ausgangseinschränkungen verlieren. „Viele Entwicklungsländer werden es schwer haben, soziale Programme aufzulegen“, sagte Tedros. „Für diese Länder ist ein Schuldenerlass unumgänglich, damit sie in der Lage sind, sich um ihre Bevölkerung zu kümmern und den wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern.“ (dpa)

Knappe Schutzmasken können ausnahmsweise wiederverwendet werden

Angesichts des riesigen Bedarfs wegen der Corona-Krise sollen Schutzmasken für das medizinische Personal unter bestimmten Voraussetzungen ausnahmsweise wiederverwendet werden können. Dazu seien besondere Sicherheitsauflagen einzuhalten, teilten das Gesundheits- und das Arbeitsministerium nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Mittwoch mit. Wenn nicht ausreichend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist, wird demnach ein Verfahren möglich, bei dem Masken einer Person zugeordnet und durch Erhitzen dekontaminiert werden können. So könnten besonders Atemschutzmasken mit Filterfunktion maximal drei Mal wieder aufbereitet werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärten, damit sei schnell und vorausschauend eine sichere Lösung für mögliche Lieferengpässe gefunden worden. Es würden zugleich alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern. Der Schutz des Gesundheits- und Pflegepersonals habe oberste Priorität. (dpa)

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Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern

Bund und Länder verlängern die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise bis zum 19. April. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. In fast allen Bundesländern enden an diesem Tag die Osterferien der Schüler.

Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Ob es danach Lockerungen geben könne, sei vollkommen offen, wurde aus Teilnehmerkreisen betont. Nach dpa-Informationen mahnten Merkel für die Bundesregierung und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Regierungschefs der Länder an, dass es vor Ostern keinerlei Diskussion über Lockerungen der bestehenden Maßnahmen geben solle. Am 14. April - dem Dienstag nach Ostern - wolle man erneut über die Lage beraten. Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage. (BLZ)

SPD erwägt Vermögensabgabe zur Bewältigung von Corona-Krise

Die SPD findet eine Vermögensabgabe zur Bewältigung der finanzpolitischen Folgen der Corona-Krise überlegenswert. Eine einmalige Abgabe durch besonders wohlhabende Bürger sei „eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen“, sagte Parteichefin Saskia Esken der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ von Mittwoch. Zuvor hatte dies bereits die Linke gefordert. Die FDP hingegen hält nichts davon. Scharfe Kritik kam aus der Union. Um die Folgen der Krise für den Staatshaushalt zu bewältigen, werde eine „faire Lastenverteilung“ gebraucht, sagte Esken. Diese könne für die SPD nur so aussehen, „dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen“. (AFP)

Merkel: Besonderer Schutz für Pflegeheime notwendig

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus haben Bund und Länder die Notwendigkeit von Schutzvorkehrungen für Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen unterstrichen. „Hier leben Menschen, die besonders anfällig für Infektionen sind, die müssen wir besonders schützen“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten. Alle Länder wollten Maßnahmen treffen, durch die sichergestellt werde, dass durch neue Personen im Pflegeheim nicht die Gefahr steige, dass jemand sich mit dem Virus infiziere. Merkel versicherte, es müssten auch mit Nachdruck mehr Schutzmasken besorgt werden. (dpa)

Wimbledon wegen Coronavirus-Krise komplett abgesagt

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt Wimbledon aus. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werde das vom 29. Juni bis 12. Juli angesetzte Tennis-Turnier nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit und kündigten die nächste Auflage für den 28. Juni bis 11. Juli 2021 an. (dpa)

Merkel würde Tracking-App auch selbst nutzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für den Einsatz sogenannter Tracking-Apps in der Corona-Krise ausgesprochen, wenn diese in Tests erfolgversprechende Ergebnisse liefern. Merkel würde eine solche App nach eigenen Angaben auch selbst nutzen. „Klar ist jetzt schon, dass wir das auf freiwilliger Basis machen würden“, sagte sie am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder. Wenn sich bei Tests dieser Apps herausstelle, dass sie die Nachverfolgung von Kontaktfällen besser überprüfbar machten, dann würde sie „unbedingt dafür sein, dass den Bürgern zu empfehlen und wäre dann natürlich auch bereit für mich selber das anzuwenden und damit vielleicht anderen Menschen zu helfen“, sagte Merkel. (dpa)

Galeria Karstadt Kaufhof beantragt Schutzschirmverfahren

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat angesichts der Umsatzausfälle infolge der Corona-Pandemie beim Amtsgericht Essen ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Essen mit. (dpa)

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Algerien und Irak entlassen Tausende Häftlinge wegen Coronavirus

Offenbar aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sollen in Algerien und im Irak Tausende Gefangene entlassen werden. Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret zur Begnadigung von mehr als 5000 Häftlingen. Ausgenommen sind Häftlinge, die wegen Terrorismus, Korruption, Spionage, Drogenhandel, Vergewaltigung oder Mord verurteilt wurden. In dem nordafrikanischen Land wurden bisher 716 Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet, darunter 44 Todesopfer. Einen Grund für den Schritt nannte das algerische Präsidialamt nicht. In Algerien und vielen weiteren Ländern gibt es allerdings Sorgen, dass das Virus sich in Gefängnissen rasch ausbreiten könnte. In vielen Ländern Afrikas sowie in der arabischen Welt sind Gefängnisse Menschenrechtsorganisationen zufolge überfüllt. (dpa)

Ehemaliger Regierungschef von Somalia an Covid-19 gestorben

Der ehemalige Regierungschef von Somalia Nur Hassan Hussein hat sich in London mit dem Coronavirus infiziert und ist an den Folgen gestorben. Das sagte sein Sohn Haji Mohamed Nur Adde am Mittwoch dem somalischen Radiosender Radio Mogadischu. Hussein, genannt auch Nur Adde, sei zwei Wochen lang krank gewesen. Der 1938 geborene Politiker war von 2007 bis 2009 Ministerpräsident von Somalia. Sein Sohn nannte der Deutschen Presse-Agentur 1937 als Geburtsjahr. Das von Konflikten zerrüttete Land am Horn von Afrika hat bislang mindestens fünf offiziell bestätigte Fälle von Covid-19 und keine Tote. In Großbritannien haben sich mehr als 25 000 Menschen mit Sars-CoV-19 infiziert und mindestens 1700 Menschen sind gestorben. (dpa)

Verdopplung bei Infiziertenzahlen verlangsamt sich

Eine nicht unwesentliche Aussagekraft, wie die Anti-Corona-Maßnahmen funktionieren, hat die Frist, in der sich die Infiziertenzahl verdoppelt. Laut der «Süddeutschen Zeitung» liegt die Zeit, in der sich die Infizierten-Zahlen verdoppeln, in NRW bei 10,2 (Vortag: 9) Tagen, in Bayern bei 6,2 (Vortag: 5). Den größten Verlangsamungseffekt hat nach den Zahlen der Zeitung inzwischen Berlin mit 12,1 (Vortag: 9) Tagen. Für ganz Deutschland lag die Verdopplungsrate demnach am Mittwochvormittag bei 7,1 Tagen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte diese Zahl, also die Verlangsamung der Verdoppelung, zum Maßstab gemacht für mögliche Lockerungen der Maßnahmen. Nach den Worten ihres Kanzleramtschefs Helge Braun (CDU) haben sich die Zahlen bundesweit zunächst noch nach drei Tagen verdoppelt. Das Ziel müsse jedoch sein, dass sich die Infizierten-Zahlen erst nach «10, 12 oder 14 Tagen» verdoppeln. (dpa)

Studie: Ausgangsperre im chinesischen Wuhan hat womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert

Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus signifikant verzögert. Die drastischen Maßnahmen in Wuhan, das als Epizentrum der Pandemie gilt, innerhalb der ersten 50 Tage hätten anderen Städten im Land wertvolle Zeit zur Vorbereitung eigener Beschränkungen verschafft, schreiben Forscher aus China, den USA und Großbritannien in einem am Dienstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Beitrag. (AFP)

Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert.
Foto: NOEL CELIS / AFP

Neue Höchstzahl von Corona-Toten in Spanien 

Spanien hat eine neue Höchstzahl beim Anstieg der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie registriert. In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der Corona-Toten um 864 auf mehr als 9000 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Mittwoch mit.

Die Zahl der landesweit Infizierten stieg demnach auf 102.136 Fälle. Nur in Italien und den USA wurden bislang mehr Infektionen nachgewiesen. Allerdings verlangsamt sich die Ausbreitung des Virus in Spanien den Regierungsangaben zufolge. Am Mittwoch betrug der Anstieg der Infektionen acht Prozent, am Dienstag waren es noch knapp elf Prozent gewesen. (AFP)

Studie: Deutschland Schlusslicht bei Höhe des Kurzarbeitergelds 

Bei der Höhe des gesetzlich gezahlten Kurzarbeitergeldes ist Deutschland nach einer aktuellen Studie Schlusslicht unter den europäischen Ländern mit vergleichbaren Regelungen. Während in Deutschland die Beschäftigten lediglich 60 oder in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts erhalten, wird nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in vielen anderem europäischen Ländern ein deutlich höheres Kurzarbeitergeld von 80 bis zu 100 Prozent bezahlt. Die Forscher des zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehörenden Instituts drängen deshalb auf eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes in Deutschland.

Von den 15 europäischen Ländern, die in der Untersuchung berücksichtigt wurden, zahlen demnach vier Staaten (Irland, Dänemark, die Niederlande und Norwegen) ein Kurzarbeitergeld, das bis zu 100 Prozent des Lohnausfalls kompensiert. In Schweden, Österreich, Großbritannien, Italien, Slowenien und der Schweiz liegt das Kurzarbeitergeld bei 80 Prozent oder mehr. In Spanien, Belgien und Frankreich wird der Lohnausfall zu 70 Prozent ausgeglichen. Portugiesen erhalten 66,6 Prozent ihres Bruttolohnes. In der Regel gehen großzügigere Leistungen der Studie zufolge allerdings mit einer kürzeren Bezugsdauer einher. (dpa)

Vier weitere Covid-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind mittlerweile 22 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien vier weitere Opfer dazugekommen, sagte eine Sprecherin der Diakonie Wolfsburg am Mittwoch. Die Diakonie betreibt das Heim. Gleichzeitig gebe es auch gute Nachrichten: Vier Bewohner seien auf dem Weg der Besserung. «Die scheinen es tatsächlich zu schaffen.» Wie viele Infizierte insgesamt in dem Heim leben, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. Am Montag hatte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) von insgesamt 79 positiv getesteten Menschen gesprochen. (dpa)

Laschet beruft Expertenrat in Corona-Krise ein 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in der Corona-Krise einen Expertenrat gegründet, der ihn im weiteren Umgang mit der Krise beraten und Exitstrategien für die Zeit nach der Pandemie entwickeln soll. Der Expertenrat solle "noch in dieser Woche starten", sagte Laschet am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landtag. Es gelte, bereits jetzt "über den Tag danach nachdenken" (AFP)

Corona: Eltern können Notfall-Kinderzuschlag online beantragen 

In der Corona-Krise haben viele Eltern mit Einkommenseinbußen zu kämpfen. Betroffene können in solchen Fällen einen Notfall-Kinderzuschlag erhalten. Der Antrag dazu lässt sich auch online stellen. Unter www.kinderzuschlag.de finden Eltern alle Informationen, die sie für einen Antrag brauchen. Schritt für Schritt werden sie durch das Formular geführt, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt. (dpa)

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Coronavirus sorgt für Rekordzahl an Arbeitslosen in Österreich 

In Österreich waren seit 1946 noch nie so viele Menschen arbeitslos wie aktuell. Wie der Arbeitsmarktservice (AMS) am Mittwoch in Wien mitteilte, sind in der Alpenrepublik derzeit etwas mehr als 504 000 Menschen ohne Job - ein Anstieg um 52,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hinzu kommen etwas mehr als 58 000 Menschen, die beim AMS derzeit eine Schulung machen. Allein zwischen dem 15. und dem 31. März stieg die Zahl der Arbeitslosen um fast 200 000. (dpa)

Los Angeles bringt Obdachlose in Corona-Krise auf Campingplatz am Meer unter 

Wegen fehlender Unterkünfte werden mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Obdachlose aus Los Angeles derzeit unter anderem auf einem Campingplatz am Meer untergebracht. Auf dem Campingplatz Dockweiler RV in der Nähe von LA wurden dazu etwa hundert weiße Wohnmobile aufgereiht. Die Eingänge werden von Wachleuten mit Schutzmasken bewacht, Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden in Schutzkleidung sind unterwegs, um die Infizierten zu betreuen. (AFP)

Ski-Anlagen in Schweden werden nun doch geschlossen 

Weil man die medizinischen Dienste nicht überlasten will, schließen nun auch in Schweden die größten Ski-Anlagen. Der Betreiber Skistar teilte am Dienstagabend mit, dass die Saison in den Anlagen in Sälen, Vemdalen und Åre am 6. April vorzeitig beendet werde. Damit folge man dem Rat der Gesundheitsbehörden. Andere Resorts wie Riksgränsen im Norden Schwedens, die nicht zu Skistar gehören, sind weiter geöffnet. In Norwegen wurde die Schließung der Skistar-Gebiete in Trysil und Hemsedal bereits am 12. März angeordnet. (dpa)

Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen «keine andere Wahl». Zuvor hatte der «Spiegel» über den Mietstopp berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern. (dpa)

Zahl der Corona-Infizierten in China steigt mit neuer Zählweise 

In China ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag wegen einer neuen Zählweise deutlich gestiegen. Wie aus den Daten der Pekinger Gesundheitskommission vom Mittwoch hervorging, wurden erstmals auch solche Menschen in die offizielle Statistik aufgenommen, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten.

Laut der Kommission gab es im Vergleich zum Vortag 130 neue Nachweise dieser Art. Insgesamt stünden derzeit 1367 «asymptomatische» Fälle unter Beobachtung. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Symptomen stieg den offiziellen Daten zufolge um 36, wovon 35 bei Menschen nachgewiesen wurden, die aus dem Ausland nach China eingereist waren. Erneut wurden auch sieben Todesfälle gemeldet. (dpa)

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit einer Probe eines Corona-Tests. 
Foto: Imago Images

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote bis 13. April 

Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch in Rom im Senat an. Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April.

Italien ist das am schwersten in Europa von der Covid-19-Krankheit betroffene Land. Die Zahl der Menschen, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden, liegt über 105 000, mehr als 12 000 Menschen sind gestorben. (dpa)

Zahl der Corona-Toten in den Vereinigten Staaten steigt auf über 4000 

In den USA ist die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus auf über 4000 gestiegen. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in den Vereinigten Staaten betrug am Mittwoch 4076, wie aus den Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer der Pandemie innerhalb von vier Tagen mehr als verdoppelt. Mehr als 40 Prozent der Todesfälle wurden demnach im US-Bundesstaat New York registriert. (AFP)

Rektorenpräsident für Verschiebung des Sommersemesters 

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, hat sich für eine Verschiebung des Sommersemesters ausgesprochen. «Wir sollten den Beginn des Sommersemesters nach hinten schieben und deutschlandweit etwas später starten – natürlich nur, wenn der Shutdown bis dahin aufgehoben ist», sagte Alt dem «Handelsblatt» (Mittwoch). «Danach organisieren wir eine möglichst komplette Vorlesungszeit, die später als üblich endet. Das Wintersemester würde dann ebenfalls etwas zeitversetzt, beispielsweise ab 1. oder 15. November beginnen. So könnten wir im Sommersemester 2021 wieder in den Normalmodus zurückehren.» (dpa)

Verein verlost in Corona-Krise sechsmonatiges Grundeinkommen 

In der Corona-Krise brechen vielen Menschen Aufträge und Einnahmen weg. Diskutiert wird in dem Zusammenhang auch wieder über das Thema Grundeinkommen. Der Deutsche Musikrat hatte kürzlich eine auf sechs Monate befristetes staatliche Zahlung in Höhe von 1000 Euro für Künstler gefordert. An diesem Mittwoch will der Verein «Mein Grundeinkommen» 40 bedingungslose Grundeinkommen von monatlich 1000 Euro für ein halbes Jahr verlosen. Wer freiberuflich arbeite, stehe durch die Corona-Krise vor Hartz IV, erklärte Vereinsgründer Michael Bohmeyer. Menschen, die in Kurzarbeit geschickt würden oder für die Kinderbetreuung unbezahlten Urlaub nehmen müssten, würden sich verschulden. «Das Grundeinkommen durchbricht diese Abwärtsspirale.» (dpa)

Walter-Borjans für Corona-Bonds: «Geht um die Rettung Europas» 

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat sich für Corona-Bonds - also gemeinsame europäische Anleihen - ausgesprochen. «Das gebietet nicht nur die europäische Solidarität, das gebietet auch der Eigennutz», sagte er am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Europa könne sich wirtschaftlich nur so von der Corona-Krise erholen. (dpa)

Lufthansa schickt insgesamt 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit 

Der Lufthansa-Konzern will in der Corona-Krise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87 000 Mitarbeiter beantragt worden ist. Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Zuvor hatte das Portal «Business Insider» berichtet. Der größte Luftverkehrskonzern Europas beschäftigte 2019 rund 135 000 Männer und Frauen. (dpa)

Niederlande verlängern Maßnahmen bis Ende April

Die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie bis zum 28. April verlängert. «Wir haben es noch lange nicht geschafft», warnte Premier Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag. Schulen, Museen, Restaurants und Cafés bleiben geschlossen, öffentliche Veranstaltungen verboten. Bürger sollen soweit es geht, zu Hause zu bleiben. (dpa)

Taiwan spendet zehn Millionen Masken

Taiwan will zehn Millionen Schutzmasken an die am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder spenden. Die Inselrepublik wird sieben Millionen Masken in elf europäische Länder schicken, darunter Italien, Spanien und Deutschland, wie das Außenministerium in Taipeh der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die USA werden demnach zwei Millionen Masken erhalten. Eine weitere Million Masken würden an diplomatische Verbündete Taiwans geschickt.

Taiwan ist der der zweitgrößte Maskenhersteller der Welt und wird bald 15 Millionen chirurgische Masken pro Tag herstellen können, wie Präsidentin Tsai Ing-wen am Mittwoch sagte, als sie die Spende verkündete. (dpa)

Coronavirus: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240 000 Tote in den USA

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner wegen der Corona-Epidemie auf historisch schwierige Zeiten und auf dramatische Opferzahlen in naher Zukunft eingeschworen. «Die nächsten zwei oder drei Wochen werden zu den schwierigsten gehören, die wir in diesem Land jemals hatten», sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. «Wir werden Tausende Menschen verlieren.» Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose zwischen 100 000 und 240 000 Tote in den USA durch das Coronavirus - trotz Maßnahmen zur Eindämmung.

Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte auf die Frage, ob sich die Amerikaner auf die Wahrscheinlichkeit von 100 000 Toten einstellen müssten: «Die Antwort ist ja, so ernüchternd diese Zahl ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein.» Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. (dpa)

Steinmeier und Co. rufen zu «globaler Allianz» gegen Corona auf 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit vier weiteren Staatsoberhäuptern zur Bildung einer «globalen Allianz» gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. «Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind», heißt es in einem gemeinsamen Namensartikel in der «Financial Times» (Mittwoch). «Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen.»

Der Namensbeitrag unter der Überschrift «Für eine globale Allianz gegen die Pandemie» wurde von Bundespräsident Steinmeier, Jordaniens König Abdullah II., der Präsidentin Singapurs, Halimah Yacob, der Präsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, sowie dem Präsidenten Ecuadors, Lenín Moreno Garcés, verfasst. «Wir alle stehen vor demselben Gegner, und es bringt uns nur Vorteile, wenn ihm die gesamte Menschheit vereint und entschlossen entgegentritt», schreiben sie darin weiter. (dpa)

Bayern-Star Coutinho lässt 20 Tonnen Lebens- und Hygienemittel verteilen 

Trotz Quarantäne im fernen München hat Bayern-Fußballstar Philippe Coutinho eine gewaltige Hilfsaktion in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro angeleiert. Der 27-Jährige spendete laut dem Internetportal Globoesporte rund 20 Tonnen Lebens- und Hygienemittel, die seit Dienstag in Armenvierteln rund um das Stadion von Vasco da Gama, wo er seine Karriere begann, verteilt werden. (sid)

Panama: Frauen und Männer dürfen nicht mehr gleichzeitig vor die Tür 

In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Maßnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hieß es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet.

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6.30 und 19.30 Uhr draußen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen - welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab. Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg 

Die Corona-Krise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine «stärkere und effektivere Antwort», die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York. «Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung», sagte der UN-Chef. «Und jetzt ist der Moment der Wahrheit.»

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. «Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen.» Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet. (dpa)

Kalifornien will wegen Coronavirus Gefangene entlassen 

Kalifornien will wegen der Corona-Krise vorzeitig bis zu 3500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag haben sich nachweislich vier Insassen und 25 Angestellte mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsäßen. (dpa)

Trotz Corona vorerst keine Evakuierung von US-Flugzeugträger 

Trotz der Ansteckung mehrerer Besatzungsmitglieder an Bord des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» mit dem Coronavirus ist es nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Mark Esper derzeit nicht notwendig, das Schiff zu evakuieren. «Ich denke nicht, dass wir an diesem Punkt sind», sagte Esper dem Sender CBS am Dienstag (Ortszeit). «Wir verlegen eine Menge Vorräte und Hilfe, medizinische Unterstützung auf den Träger in Guam», sagte der Minister weiter. Der Flugzeugträger liegt derzeit mit mehr als 4000 Besatzungsmitgliedern vor der Pazifikinsel vor Anker. Nach Berichten von US-Medien gibt es an Bord mindestens 100 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Keiner sei schwer erkrankt, sagte Esper. (dpa)


+++ 31. März +++

Russland schickt Corona-Hilfe in die USA

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den USA bereitet Russland einen Hilfsflug vor. Die Maschine mit medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung solle voraussichtlich noch am Dienstag starten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Tagsüber seien sämtliche Vorbereitungen getroffen worden. Angesichts der „schrecklichen epidemiologischen Situation“ habe Russland diese Hilfe angeboten.

Kremlchef Wladimir Putin und sein US-Kollege Donald Trump hatten am Montag miteinander telefoniert. Das Angebot kommt überraschend, weil die Beziehungen zwischen Moskau und Washington seit Jahren angespannt sind. (dpa)

Mehr als 68.000 Infizierte in Deutschland gemeldet - 682 Tote

In Deutschland sind insgesamt 68.180 Corona-Fälle bekannt (Johns Hopkins University, Stand 19.30 Uhr). Das sind gut 4000 mehr als noch am Vortag. 682 Menschen sind an dem Virus gestorben. (BLZ)

Covid-19: Fast 500 Tote innerhalb von 24 Stunden in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten an einem Tag drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 499 neue Todesfälle zu verzeichnen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstagabend in Paris. Damit starben bisher die meisten Menschen an einem Tag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Insgesamt gebe es 3523 Todesopfer, so Salomon.

Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, stieg demnach um mehr als 450. Fast 23.000 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, sagte Salomon. Mehr als 5000 davon auf Intensivstationen. (dpa)

Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim

Auch in einem Seniorenheim im bayerischen Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt.

Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim. (dpa)

Spahn und Laschet gegen Maskenpflicht in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen eine Tragepflicht für Schutzmasken in Deutschland ausgesprochen. «In der jetzigen Lage sehe ich keine Notwendigkeit zu einer Verpflichtung», sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. Spahn hatte zuvor zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum in Düsseldorf besucht.

Der Minister sagte, es müsse unterschieden werden zwischen medizinischen Masken zum Schutz des medizinischen Personals vor einer Ansteckung und anderen in der Öffentlichkeit getragenen - auch selbstgenähten - Masken. Bei diesen gehe es darum, andere nicht anzustecken. Sie könnten «tatsächlich auch eine Hilfe sein dabei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen». Er nehme wahr, dass es eine zunehmende Bereitschaft gebe, aus Solidarität mit anderen, diese Masken zu tragen, sagte Spahn.

Laschet nannte Spahns Äußerungen «treffend». Man sei jetzt prioritär damit beschäftigt, Masken für den medizinischen Bereich zu beschaffen. «Und wenn es sich gesellschaftlich entwickelt, dass jeder den anderen auch schützen will, dann ist das in Ordnung. Eine Pflicht sehe ich nicht.» (dpa)

Bayreuther Festspiele für 2020 abgesagt

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Zuerst hatte BR-Klassik darüber berichtet. (dpa)

Trump und Erdogan beraten über Corona-Krise

US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich in der Coronavirus-Krise beraten. Nach Darstellung des Weißen Hauses waren sich die beiden Staatschefs in ihrem Telefonat am Dienstag einig, dass es derzeit für Konfliktländer wichtiger denn je sei, Vereinbarungen über einen Waffenstillstand einzuhalten und an Lösungen zu arbeiten - insbesondere im Fall von Syrien und Libyen. Die Präsidenten wollten eng im Kampf gegen das Virus und bei der Stärkung der Wirtschaft zusammenarbeiten, erklärte Sprecher Judd Deere. Aus dem türkischen Präsidialpalast hieß es, dass Erdogan und Trump über bilaterale und regionale Entwicklungen sowie über den Kampf gegen das neuartige Coronavirus gesprochen hätten. Man wolle Erfahrungen und Daten austauschen. (dpa)

Weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle

Drei Monate nach den ersten gemeldeten Fällen gibt es weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sowie fast 40.000 Covid-19-Todesfälle. Von den bis Dienstagvormittag nachgewiesenen 777.798 Infektionsfällen in aller Welt gehen 386.282 - also knapp die Hälfte - auf Europa zurück, wie eine Auflistung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auf Twitter zeigte. International gibt es 37.272 registrierte Corona-Todesfälle, davon 26 110 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Großbritannien. (dpa)

H&M beantragt Kurzarbeitergeld für fast 20.000 Beschäftigte

Die schwedische Modekette H&M hat angesichts der Schließung aller Filialen in Deutschland durch die Corona-Krise für fast 20.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld für den Zeitraum vom März bis Mai beantragt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Das Unternehmen kündigte an, es werde das Kurzarbeitergeld nach einer mit dem Gesamtbetriebsrat abgeschlossenen Vereinbarung im März auf 100 Prozent des Nettogehalts aufstocken, im April und Mai auf 90 Prozent. Auch für Minijobber und Werksstudenten seien Lösungen gefunden worden. (dpa)

Mehr als 1000 Tote durch Corona in den Niederlanden

Die Zahl erfasster Todesopfer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist in den Niederlanden auf 1039 gestiegen. Das sind 175 mehr als am Vortag, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag meldeten. Die Zahl registrierter Infektionen stieg demnach um 845 auf 12 595. Die Behörden gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und Toten aus. In den Niederlanden werden nur ernsthaft Erkrankte auf das Virus getestet. (dpa)

Heil: 470.000 Betriebe haben in Corona-Krise bislang Kurzarbeit angezeigt

In der Corona-Krise ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bislang von 470.000 Betrieben eine Anzeige auf Kurzarbeit eingegangen. Wie viele Menschen von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht genau abschätzen, sagte Heil am Dienstag in Berlin. Es sei aber damit zu rechnen, dass es mehr als während der Finanzkrise seien; damals betraf dies 1,4 Millionen Menschen. (AFP)

Bundesliga-Stopp bis 30. April

Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wie erwartet bis mindestens 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums beschlossen am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig.Der Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga ist wegen der Corona-Pandemie seit dem 12. März und damit erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt. Der nun ausgeweiteten Unterbrechung fallen die Spieltage Nummer 28 bis 31 zum Opfer. (SID)

Russlands oberster Corona-Arzt hat sich angesteckt

Moskaus prominentester Coronavirus-Chefarzt hat sich mit der hochansteckenden Lungenkrankheit infiziert. Dennis Prozenko hatte erst in der vergangenen Woche den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Krankenhaus Kommunarka in der Hauptstadt geführt. Der Gesundheitszustand des Mediziners sei normal, teilten die Ärzte der Agentur Interfax zufolge am Dienstag mit. Prozenko werde in der Moskauer Klinik behandelt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin werde regelmäßig auf das Coronavirus getestet. «Es ist alles in Ordnung.» In Russland gibt es mit Stand vom Dienstag 2337 Corona-Fälle. (dpa)

Athen: Erste Coronavirus-Infektion in griechischem Flüchtlingslager

Erstmals ist in Griechenland in einem Flüchtlingslager eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Betroffen ist eine Frau, bei der das Virus nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt wurde, wie das griechische Migrationsministerium am Dienstag mitteilte. Die Menschen, die mit der aus Afrika stammenden Frau in Kontakt gekommen sind, seien isoliert worden. Ähnliche Maßnahmen seien im Camp von Ritsona im Norden Athens getroffen worden. Es werde nun nachgeforscht, wo genau die Frau infiziert wurde. Im Lager von Ritsona - wo nach Schätzungen der Athener Medien rund 3000 Menschen leben - ist die Lage bei weitem nicht so schlimm wie in den Camps auf den Inseln im Osten der Ägäis. Weitere Informationen sollte es am frühen Abend in Athen beim täglichen Briefing des Coronavirus-Krisenstabes geben. (dpa)

Spanien meldet mit 849 Corona-Toten an einem Tag neuen Höchstwert

In Spanien ist mit 849 Todesopfer durch das Coronavirus binnen 24 Stunden ein neuer Höchstwert verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg damit auf 8189, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Weitere 9222 Menschen infizierten sich neu mit dem Virus. Damit verzeichnet das Land jetzt 94.417 offiziell bestätigte Infektionen.

Am Tag zuvor war die Zahl der neuen Todesfälle in Spanien leicht zurückgegangen. Dies hatte die Hoffnung geweckt, das Land könnte den Höhepunkt der Pandemie erreicht haben. Die Zahlen vom Dienstag machten diese Hoffnung aber wieder zunichte. Spanien weist nach Italien die weltweit höchste Zahl an Todesopfern durch die Coronavirus-Pandemie auf. (afp)

Sieben Jahre Haft: Russland beschließt strenge Strafen bei Quarantäne-Verstößen

In Russland werden Quarantäne-Verstöße künftig mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft. Das Unterhaus des russischen Parlaments verabschiedete am Dienstag im Eilverfahren ein entsprechendes Gesetz. Zudem wurden die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ausgeweitet. In mehr als 40 der 85 Regionen Russlands ist das öffentliche Leben damit weitgehend lahmgelegt.

Wer die Quarantäne missachtet und damit absichtlich viele Menschen infiziert oder den Tod eines anderen verursacht, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft. Sterben zwei oder mehr Menschen, können bis zu sieben Jahre Haft verhängt werden. Die Abgeordneten der Duma verabschiedeten zudem ein Gesetz, das es der Regierung ermöglicht, den landesweiten Notstand auszurufen. Die Duma beriet am Dienstag zudem über einen Gesetzentwurf, der bis zu fünf Jahre Haft für das Verbreiten von Falschinformationen über das Coronavirus vorsieht.

In rund 40 russischen Regionen wurden am Dienstag Ausgangsbeschränkungen verhängt. den Anfang hatte am Montag die Hauptstadt Moskau gemacht. Dort dürfen die zwölf Millionen Einwohner ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

In Russland wurden nach offiziellen Angaben bis Dienstag 2337 Infektions- und 17 Todesfälle gemeldet, die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte jedoch höher liegen. In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 500 Neuinfektionen gemeldet - der bislang höchste Anstieg binnen eines Tages. Die meisten Fälle wurden in Moskau registriert. (AFP)

Gegen Corona-Panik: Weißrusslands Staatschef redet die Gefahr klein

Volle Cafés, Fußball in Stadien und Schulbetrieb – inmitten eines allgemeinen Lockdowns in Europa gibt sich Weißrussland als Insel der Freiheit. Der autoritäre Staatschef Lukaschenko kämpft gegen die Panik - und redet die Gefahr klein. Doch es regt sich Kritik. (dpa)

RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen

Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. «Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf», erläuterte er. «Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird.» 

Pro Woche würden rund 350 000 Menschen in Deutschland getestet, sagte Wieler. Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich. Mit handfesten Zahlen zur bundesweiten Entwicklung der Pandemie rechnet er in wenigen Wochen. Bis Ostern lasse sich wahrscheinlich ein Trend ablesen, ergänzte er.

Die aus den vom RKI erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests. Deshalb seien in Deutschland auch viele leichte Fälle registriert, die nicht zum Tod führten. Bislang liege das Durchschnittsalter der Infizierten bei 47 Jahren. (dpa)

Lambrecht: Handydaten-Erfassung nur auf freiwilliger Basis 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält eine Nutzung von Handydaten zur Eindämmung des Corona-Virus nur unter dem Aspekt der Freiwilligkeit für möglich. «Die Freiwilligkeit ist ein ganz wichtiger Aspekt. Da können und wollen wir nicht drumherum», sagte sie am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Zudem müsse klar sein, dass es nur eine Nutzung auf Zeit wäre und die Daten nach der Krise gelöscht würden. «Alle Einschränkungen dürfen nur so lange gebraucht werden, wie es absolut notwendig ist.»

Unter diesen Voraussetzungen könne sie sich vorstellen, dass mehr Menschen einer Erhebung von Bewegungsdaten über eine Handyapp zustimmen, sagte die SPD-Politikerin. «Es geht darum, Infektionsketten zu unterbrechen.»

Über Handydaten ließen sich Kontaktpersonen von Infizierten prinzipiell finden und warnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer «epidemischen Lage von nationaler Tragweite» zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln. Nach heftiger Kritik aus der Opposition, aber auch der SPD, stellte Spahn diese Pläne zunächst zurück. Im Gespräch sind nun die Möglichkeiten einer App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten. (dpa)

Zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus wird die Nutzung von Handydaten diskutiert. 
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Jena plant Mundschutz-Pflicht 

Die Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. «In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden», teilte die Stadt mit. Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten. (dpa)

Kardinal in Rom an Covid-19 erkrankt

Der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom ist an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums, Angelo De Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews. Der 66-Jährig habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.

Der Papst ist Bischof von Rom. Franziskus habe mit De Donatis aber in letzter Zeit keinen Kontakt gehabt, so Vaticannews. In dem kleinen Kirchenstaat gibt es mittlerweile einige wenige Corona-Fälle. Franziskus ist allerdings nicht betroffen, wie der Vatikan am Wochenende mitgeteilt hatte. (dpa)

Corona-Krise: Infektionsgebiet im Nordosten Rumäniens gesperrt 

Rumänien sperrt die im Nordosten gelegene Stadt Suceava und acht benachbarte Dörfer, weil dort mehr als ein Viertel aller Infektionen mit dem neuen Coronavirus aufgetreten sind. Das beschloss die Regierung am späten Montagabend. Von den landesweit 2109 Patienten, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sind, leben 593 in der Kreishauptstadt Suceava, die rund 92 000 Einwohner hat.

Vor allem das Kreiskrankenhaus von Suceava gilt als Infektionsherd. Dazu hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen, wie am Dienstag bekannt wurde. Etwa die Hälfte der Patienten sowie 100 Ärzte und Pfleger haben sich infiziert. Der Direktor der Klinik wurde daraufhin entlassen. Er soll es zudem unterlassen haben, Corona-Todesfälle zu melden, wie das lokale Gesundheitsamt erklärte. Von den bisher landesweit 65 Corona-Todesopfern kommen 13 aus Suceava, teilte die Regierung in Bukarest mit.

Der Großraum Suceava soll nun von Polizei und Militär überwacht werden. Zugang haben nur noch Pendler, die dort im Bereich Lebensmittelversorgung, öffentliche Dienstleistung und Verwaltung arbeiten. Auch Warentransporte sind weiter zugelassen. (dpa)

Verband: 100 Millionen Euro Soforthilfe für Zoos dringend nötig 

Der Verband der Zoologischen Gärten hat wegen der Corona-Krise ein Soforthilfe-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro für mehr als 50 Zoos in Deutschland gefordert. In einem Brief wandte sich Verbandschef Jörg Junhold, selbst Zoodirektor in Leipzig, am Dienstag auch an Kanzlerin Angela Merkel und wies auf die Notwendigkeit sofortiger Unterstützung hin. «Anders als andere Einrichtungen können wir unseren Betrieb nicht einfach runterfahren – unsere Tiere müssen ja weiterhin gefüttert und gepflegt werden.»

Nach Junholds Worten arbeiten Zoos derzeit ohne Einnahmen, aber mit gleichbleibend hohen Ausgaben weiter. Ein einzelner Zoo müsse in der aktuellen Krise einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa einer halben Million Euro verkraften. Insgesamt werden 56 deutsche Zoos vom Verband mit Sitz in Berlin vertreten. In den Einrichtungen werden mehr als 180 000 Wirbeltiere gepflegt und gezüchtet. Viele von ihnen sind bedrohte Arte. (dpa)

Johns-Hopkins-Universität meldete 66.885 Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 61.913 angegeben - ein Plus von 4615 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 66.885 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 583 Todesfälle, die JHU 645 Tote. (AFP)

Laborärzte: Flächendeckende Coronavirus-Tests «illusorisch» 

Für großflächige Coronavirus-Tests in der Bevölkerung sieht der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) momentan keine Möglichkeiten. «Die wünschenswerte "flächendeckende" Testung ist derzeit illusorisch», sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Testmaterialien wie Entnahmesets und Reagenzien für die Labore würden von Tag zu Tag knapper. Auch die Lieferzeiten der ebenfalls erforderlichen PCR-Geräte seien derzeit extrem lang. Bei PCR-Tests werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor mit Hilfe dieser Geräte auf Viren-Erbgut untersucht.

Tests müssten derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden, wozu das Robert-Koch-Institut Kriterien erarbeitet habe, sagte Bobrowski. Damit Hausärzte und Fachärzte weiterhin diese «wichtige medizinische Priorisierung» durchführen und gezielt Hilfe leisten könnten, brauche es ausreichend Schutzkleidung und Atemschutzmasken für die Mediziner, sagte der BDL-Vorsitzende. Wer getestet wird, entscheiden im Moment Kliniken und Ärzte selbst. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt die Kapazität in Deutschland zur Zeit bei rund 300 000 bis 500 000 Tests pro Woche.

Die Idee, auch tiermedizinische Labore zu nutzen, lehnt der Laborärzteverband ab. «Tiermedizinische Labore haben keine Zulassung für die Untersuchung von humanpathogenen Proben. Es fehlt darüber hinaus das gesamte Know-how des Patientenmanagements und dem damit verbundenen Schutz der persönlichen Daten», sagte Bobrowski. Maßnahmen zur Ausweitung der Tests sollten immer von den fachärztlichen Diagnostikern im Labor ausgehen, wie dies derzeit der Fall ist. (dpa)

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Söder fordert «nationale Notfallproduktion» von Schutzmasken 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine «nationale Notfallproduktion» von Schutzmasken gefordert. «Was wir dringend brauchen sind mehr Masken und zwar die hochwertigen Masken für unser gesamtes Personal in den Krankenhäusern und Arztpraxen», sagte der CSU-Chef am Dienstag im «ARD Morgenmagazin». «Wichtig ist, dass wir eine nationale Notfallproduktion endlich bekommen.» Die deutsche Wirtschaft müsse jetzt darauf umstellen. Es brauche einen ausreichenden Vorrat in Krankenhäusern, Arztpraxen und Altersheimen, forderte er. (dpa)

Flugverkehr in Frankfurt geht weiter kräftig zurück 

Der Verkehr am Frankfurter Flughafen nimmt wegen der Coronavirus-Pandemie immer stärker ab. In der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März) sei die Passagierzahl im Vergleich zum Vorjahr um 91 Prozent auf knapp 119 000 gesunken, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am Dienstag in Frankfurt mit. Das waren noch mal deutlich weniger als noch in der Vorwoche, als noch etwas mehr als 331 000 Passagiere abgefertigt wurden. (dpa)

Trump: Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden 

Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der US-Regierung für Besucher aus Europa soll verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte US-Präsident Donald Trump am Montag im Garten des Weißen Hauses. Dies werde dabei helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, sagte Trump. «Es ist sehr wichtig, Grenzen zu haben.»

Es blieb zunächst unklar, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April auslaufen sollte, verlängert werden sollte. Trump hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die restriktiven Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen. (dpa)

Zwischenbilanz: Wenige neue Corona-Tests in Klinik Wolfsburg positiv

Nach der Corona-Infektion mehrerer Mitarbeiter im Klinikum Wolfsburg ist bislang ein kleiner Teil der neuen Tests positiv ausgefallen. Rund die Hälfte der seit Sonntag untersuchten Proben von Patienten und anderen Kontaktpersonen der ursprünglich 14 positiv getesteten Klinik-Mitarbeiter sei ausgewertet, teilte die Stadt Wolfsburg am Montagabend mit. «Nur ein geringer Teil ist positiv», heißt es in der Mitteilung. Konkrete Zahlen werden nicht genannt. Für Rückfragen war die Stadt am Abend zunächst nicht zu erreichen.

Die übrigen Ergebnisse würden für Dienstag erwartet. «Bis die ausstehenden Testergebnisse vorliegen, kann noch keine endgültige Entscheidung getroffen werden, wie der Betrieb weiterlaufen kann», teilte die Stadt mit. «Nach den heutigen Ergebnissen sind wir zuversichtlich, dass das Klinikum - sobald wir ein vollständiges Bild haben - den Wolfsburgerinnen und Wolfsburgern ab Mittwoch wieder wie vorher zur Verfügung steht», wird Oberbürgermeister Klaus Mohrs zitiert. (dpa)

Angst vor Corona: Experten warnen vor Folgen psychischer Belastung 

Die psychische Belastung der Bundesbürger durch die Coronavirus-Pandemie ist nach Ansicht von Experten in Krisenplänen noch nicht ausreichend berücksichtigt. «Die Fachleute müssen sich darauf einstellen, dass sowohl eine Welle von Gesunden kommen wird, die plötzlich Ängste hat, die behandelt werden müssen - als auch auf die Verschlechterung der Symptomatik von bereits psychisch Erkrankten», sagte die Berliner Psychiaterin Iris Hauth, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. In China hätten sich Krisentelefone als hilfreich erwiesen. Bereits psychisch erkrankte Menschen benötigten weitergehende Hilfen wie zum Beispiel Video-Sprechstunden.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat bereits eine anonyme und kostenlose Corona-Hotline geschaltet. Die aktuelle Situation löse Unsicherheit und Befürchtungen aus, hieß es vom Verband. Die Hotline mit der Nummer 0800 777 22 44 sei täglich von 8 bis 20 Uhr geschaltet. (dpa)

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China meldet 48 weitere Infektionen mit Coronavirus 

China hat 48 weitere Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Wie die Gesundheitskommission in Peking am Dienstag mitteilte, wurden sämtliche Fälle erneut bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Schon seit Wochen gibt es in der Volksrepublik fast ausschließlich nur noch solche «importierte Fälle». Die Ausbreitung im Inland ist dagegen nach offiziellen Angaben unter Kontrolle gebracht worden. Allerdings machen die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist. (dpa)

Coronavirus: Südkorea mit Anstieg von Neuinfektionen 

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder auf mehr als 100 gestiegen. Am Montag seien 125 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Damit wurden bisher 9786 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus kletterte um vier auf 162. (dpa)

Athletendorf der PanAm-Spiele öffnet Tore für Coronavirus-Patienten 

Sieben Monate nach den Panamerikanischen Spielen in Perus Hauptstadt Lima wird das Athletendorf mit mehr als 1000 Wohnungen seine Tore für die Coronavirus-Patienten des südamerikanischen Landes öffnen. Am Montag wurden in zwei Wohntürmen 900 Betten für die Intensivbehandlung von an COVID-19 erkrankten Patienten freigegeben.

Staatspräsident Martin Vizcarra versprach für den Bedarfsfall gar 3000 Betten in den sieben bis zu 20 Stockwerken hohen Komplexen, die während der Mini-Olympiade des amerikanischen Kontinents sowie der paralympischen Wettbewerbe bis 1. September 2019 von Sportlern belegt waren. (sid)


+++ 30. März +++

Zahl der Corona-Ansteckungen in Italien stabilisiert sich - Regierung will Ausgangssperre verlängern

Italien wagt die vorsichtige Hoffnung auf eine Besserung in der Corona-Pandemie: Der Anstieg der Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen ist so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Ihre Zahl nahm bis Montag um 1648 auf 75.528 zu - so wenig wie seit dem 10. März nicht. Darin sind Tote und Genesene nicht eingerechnet. Die Gesamtinfektionen stiegen auf 101 739, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte. Auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11.591.

Dennoch wolle die Regierung die Beschränkungen bis mindestens Ostern (12. April) verlängern, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. In diese Richtung bewege sich die Regierung nach Beratungen mit einer Expertenkommission. (dpa)

USA: Rund 150.000 bestätigte Corona-Infektionen und fast 3000 Tote

In den Vereinigten Staaten gibt es nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr als 150.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Dort gibt es damit weiterhin mehr bekannte Infektionen als in jedem anderen Land der Welt, noch vor Italien, Spanien und China. Bis Montagnachmittag (Ortszeit) gab es 153.000 Infektionen mit Sars-CoV-2, wie aus einer Übersicht der Universität Johns Hopkins hervorging. Mehr als 2800 Menschen kamen in den USA laut Johns Hopkins infolge der Lungenerkrankung Covid-19 ums Leben. (dpa)

Coronavirus - Mehr als 3000 Tote in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten am Montag auf mehr als 3000 angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 418 weitere Todesfälle verzeichnet, wie die Behörden am Montag mitteilten. Mehr als 5000 Menschen befänden sich auf Intensivstationen, hieß es weiter. Insgesamt seien aktuell fast 21 000 Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Krankenhaus. Rund 34 Prozent der schwer Erkrankten seien jünger als 60 Jahre, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon. Insgesamt zählt Frankreich 44.550 bestätigte Infektionen. (dpa)

WHO gegen allgemeines Mundschutztragen 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. „Unser Rat: wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist“, sagte Ryan. (dpa)

Hoffnung für Tausende Touristen: Rückflüge aus Südafrika in Sicht

Für mehr als 10.000 in Südafrika festsitzende ausländische Touristen zeichnet sich trotz einer Einstellung des kommerziellen Flugbetriebs eine Lösung ab. Dank intensiver Gespräche mit der Regierung des Kap-Staates könnten Rückflüge schon bald starten, sagte der deutsche Botschafter Martin Schäfer am Montag dem südafrikanischen TV-Sender SABC. Eventuell zum Ende der Woche schon seien erste Rückflüge nach Europa mit der nationalen südafrikanischen Fluggesellschaft SAA möglich. „Wir haben einen Deal mit SAA, brauchen aber noch Genehmigungen“, sagte er später dem Sender eNCA. (dpa)

Erste Coronavirus-Infektion in Kriegsgebiet Ostukraine

Im Kriegsgebiet Luhansk im Osten der Ukraine haben die Behörden der Separatisten erstmals eine Infektion mit dem gefährlichen Coronavirus bestätigt. Der Patient sei in einem Krankenhaus isoliert worden, teilte der zuständige Arzt, Dmitri Dokaschenko, am Montag in Luhansk örtlichen Medien zufolge mit. Mehr als 200 Menschen befinden sich in dem Gebiet unter Beobachtung in medizinischen Einrichtungen. Im benachbarten Donezker Rebellengebiet soll es dagegen bisher keine Infektionen geben. Die Donezker Aufständischen untersagten den Bewohnern jegliche Ausreisen. (dpa)

Fast 64.000 Corona-Nachweise in Deutschland

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen in Deutschland liegt aktuell bei 63.929 (Johns Hopkins University, Stand: 19.30 Uhr). 560 Menschen sind an dem Virus bisher verstorben.

Auch dritter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kann immer mehr aufatmen: Auch bei ihrem dritten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Er ergänzte: „Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen.“ Merkel hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. (dpa)

Militär kämpft in Spanien mit Desinfizierungsaktionen gegen Corona

In Spanien kämpft das Militär auch mit gewaltigen Desinfizierungsaktionen gegen das Coronavirus. Im Rahmen der „Operation Balmis“ seien bislang landesweit mehr als 1300 Seniorenheime, 500 Krankenhäuser, 64 Flughäfen, 22 Häfen und fast 250 Metro-Stationen, Bahnhöfe und Bushaltestellen entseucht worden, teilte das Verteidigungsministerium in Madrid am Montag mit. Tausende Soldaten sind im Einsatz. (dpa)

Prinz Charles nach Corona-Infektion aus häuslicher Quarantäne entlassen

Nach seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus hat der britische Thronfolger Prinz Charles die Quarantäne wieder verlassen können. In Absprache mit seinem Arzt habe der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. am Montag die Selbst-Isolation beendet, teilte sein Büro mit. Der 71-Jährige sei „wohlauf“ und habe nur leichte Symptome der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gehabt. Der Prinz war vor einer Woche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er begab sich deshalb zusammen mit seiner ein Jahr älteren Frau Camilla, die sich nicht angesteckt hatte, in Schottland in Selbst-Isolation. Die Ärzte gehen den Angaben zufolge davon aus, dass Charles sich am 13. März angesteckt hat - genau einen Tag, nachdem er zuletzt seine Mutter, die Queen, gesehen hatte. (AFP)

Neue Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht wegen Corona-Regeln

Beim Bundesverfassungsgericht sind weitere Eilanträge im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eingegangen. Einmal geht es um die in Berlin und Brandenburg verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionskrankheit, wie ein Sprecher des Gerichts in Karlsruhe am Montag sagte (Az. 1 BvR 712/20). Die zweite Verfassungsbeschwerde richtet sich demnach gegen die in der vergangenen Woche beschlossene Regelung, wonach Mietern in den nächsten drei Monaten nicht gekündigt werden darf, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können (Az. 1 BvR 714/20). Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet. Die Richter haben im Eilverfahren schon drei Corona-Klagen abgewiesen. Zwei Strafrechtler aus München hatten vergeblich versucht, laufende Hauptverhandlungen zu stoppen, die der Vorsitzende Richter trotz möglicher Ansteckungsrisiken fortsetzen wollte. Zwei Studenten wehrten sich dagegen, dass Proteste und Demonstrationen im Moment generell verboten sind - auch das ohne Erfolg. (dpa)

Umstrittenes Corona-Notstandsgesetz in Ungarn verabschiedet

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban.
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Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Macht mit Hilfe der Corona-Krise erheblich ausgebaut: Das Parlament in Budapest billigte am Montag mit deutlicher Mehrheit einen Gesetzentwurf der Regierung, der es Orban nun ermöglicht, im Rahmen eines Notstands von unbegrenzter Dauer per Dekret zu regieren. Kritiker in Ungarn und im Ausland werfen Orban vor, die Pandemie als Vorwand zu nutzen, um die Machtstellung seiner nationalkonservativen Regierung noch weiter auszubauen.

Dem Gesetz zufolge kann die Regierung den am 11. März wegen der Pandemie verhängten Notstand ohne die Zustimmung des Parlaments unbegrenzt verlängern. Sie erhält das Recht, „die Anwendung bestimmter Gesetze per Dekret auszusetzen“, feste Vorgaben nicht einzuhalten und „andere außergewöhnliche Maßnahmen einzuführen, um die Stabilität des Lebens, der Gesundheit, der persönlichen und materiellen Sicherheit der Bürger wie der Wirtschaft zu garantieren“. 

Orbans Kritiker befürchten angesichts seiner Politik in den vergangenen zehn Jahren einen Missbrauch der neuen Sonderrechte: Zahlreiche unabhängige Organisationen verweisen darauf, dass es in Ungarn seit 2010 vielfache Angriffe auf den Rechtsstaat in den Bereichen Justiz, Zivilgesellschaft und Meinungsfreiheit gegeben habe. Für Beunruhigung sorgt auch eine Klausel in dem Entwurf, welche die Möglichkeit einer „erzwungenen parlamentarischen Pause“ vorsieht. (AFP)

Drosten: Corona in Pflegeheimen „Beginn einer neuen Entwicklung“

Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase in der Epidemie, die auch mit mehr gemeldeten Todesfällen einhergeht. „Wir sehen jetzt in diesen Tagen die Eintragungen zum Beispiel in Seniorenpflegeheime und haben hier dann den Beginn einer neuen Entwicklung“, sagte Drosten am Montag im NDR-Podcast.

Wegen mehrerer Effekte gleichzeitig werde man jetzt zwangsläufig ein Ansteigen der berichteten Fallsterblichkeit sehen, sagte Drosten. Man sehe das jetzt schon an der Statistik: Sie liege nicht mehr bei 0,2 bis 0,4, sondern im Bereich 0,8 Prozent. Das liege daran, dass andere Altersgruppen als bisher von Sars-CoV-2 betroffen seien. Hinzu komme, dass man bei der Diagnostik nicht mehr einer exponentiellen Entwicklung hinterherkommen könne: „Ich glaube nicht, dass wir unsere jetzige Testkapazität realistischerweise noch deutlich steigern können“, sagte Drosten mit Blick auf PCR-Tests. Davon könnten derzeit mehr als eine halbe Million pro Woche in Deutschland gemacht werden. Er sei aber unsicher, wie lange die Industrie dem großen Bedarf an Laborreagenzien noch nachkommen könne, so der Charité-Virologe. (dpa)

BASF in Schwarzheide: Rund 200 Mitarbeiter müssen in die Kurzarbeit

Der Chemiekonzern BASF schickt am Standort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) 213 seiner rund 2000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das Unternehmen reagiert nach eigenen Angaben damit auf den deutlichen Nachfragerückgang in Abnehmerbranchen wie etwa der Automobilindustrie. Dort habe der Produktionsstopp verschiedener Hersteller zu Absatzeinbrüchen für mehrere Betriebe am Lausitzer Produktionsstandort geführt, wie BASF am Montag weiter mitteilte. Von Kurzarbeit betroffen sind zunächst Mitarbeiter, die in Anlagen arbeiten, in denen technische Kunststoffe, Wasserbasislacke und Schaumstoffe hergestellt werden. (dpa)

Wichtige Arbeiter sollen leichter über EU-Grenzen kommen

Zehntausende Erntehelfer und Altenpflegerinnen sollen nach neuen Leitlinien der EU-Kommission möglichst freie Fahrt an den innereuropäischen Grenzen haben. Sie sollten wie Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten, Lastwagenfahrer, Beschäftigte der Lebensmittelbranche und einige andere Berufe als „systemrelevant“ eingestuft werden, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Für sie alle sollen an der Grenze spezielle Schnellverfahren eingeführt werden. Das schließe verhältnismäßige Gesundheitskontrollen ein. (dpa)

Slowakei lockert Corona-Sperren für Geschäfte

Die slowakische Regierung hat ihre für Geschäfte geltenden Vorschriften zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus vorsichtig gelockert. Um den Schaden für die Wirtschaft zu begrenzen, dürfen seit Montag zahlreiche Geschäfte wieder öffnen, die bisher geschlossen bleiben mussten. Betroffen von der Lockerung sind beispielsweise Bau- und Gartenmärkte mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern, Optiker, Läden mit Stoffen und Kurzwaren, Fahrradgeschäfte, Autowerkstätten und technische Prüfanstalten sowie Notare und Anwaltskanzleien. Bisher durften nur Grundversorger wie Lebensmittelläden, Drogerien und Tankstellen offen bleiben.

Um die Lockerung nutzen zu können, müssen die Ladenbesitzer aber strikte Bedingungen einhalten. So gibt es eine von der Verkaufsfläche abhängige Obergrenze für Kunden, die gleichzeitig ins Geschäft gelassen werden. Auch müssen die Händler dafür sorgen, dass sich ihre Kunden am Geschäftseingang die Hände desinfizieren und Handschuhe tragen. Die Lockerung stelle somit eine „Prüfung für das Verantwortungsbewusstsein“ dar und könne jederzeit wieder zurückgenommen werden, hatte der konservative Regierungschef Igor Matovic schon am Wochenende erklärt. Weitere Schutzmaßnahmen wie das verpflichtende Tragen eines Mundschutzes beim Verlassen der eigenen Wohnung bleiben unverändert in Kraft. Bis auf Widerruf bleiben auch alle Schulen und Kindergärten geschlossen. (dpa)

Sauberere Luft wegen Corona-Sperren auch in deutschen Städten

Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen. Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

Die Bilder des Satelliten «Sentinel-5» aus der Zeit vom 5. bis 25. März 2019 und derselben Zeit 2020 zeigen drastische Unterschiede für Großstädte wie Düsseldorf, Essen, Köln oder Frankfurt. Die europäische Agentur ESA hatte bereits vorige Woche Bilder für Europa veröffentlicht. Jetzt hat die EPHA Vergleichsdaten einzelner Städte aufgeführt. (dpa)

Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

Das Land Niedersachsen hat nach mehreren Corona-Toten in einem Wolfsburger Pflegeheim einen Aufnahmestopp für alle entsprechenden Einrichtungen verhängt. Das sagte Landessozialministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover. Ausnahmen gebe es nur für Pflegeheime, die eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner garantieren könnten. (AFP)

Bund: Inzwischen 20 Millionen Schutzmasken ausgeliefert 

Für den Kampf gegen das Coronavirus sind über den Bund inzwischen 20 Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken beschafft worden. Sie wurden an Länder und Kassenärztliche Vereinigungen für die Verteilung an Kliniken, Praxen und Pflegeheime ausgeliefert, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Die Beschaffung von Schutzausrüstung laufe weiter. Auch Unternehmen anderer Branchen hätten mittlerweile umgestellt und produzierten Masken, darunter etwa in der Textilindustrie.

Zur Frage, ob auch Privatleute Masken tragen sollten, machte die Regierung deutlich, dass dies eine freiwillige Entscheidung sei - mit einem normalen nicht-medizinischen Mund-Nase-Schutz könne man andere vor einer Ansteckung schützen. Dies sei vielleicht «eine sinnvolle Ergänzung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es dürfe aber nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen und dass man dann Hygieneregeln wie Abstandhalten und Händewaschen vernachlässige. (dpa)

Schwedische Bestatter kennzeichnen Särge von Covid-19-Toten 

Bestatter in Schweden wollen die Särge von Covid-19-Toten mit einem speziellen Tropfensymbol kennzeichnen. Damit solle darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Särge beim Transport von der Leichenhalle nicht geöffnet werden sollten, sagte der Leiter des Verbandes der schwedischen Bestattungsunternehmen, Ulf Lernéus, am Montag der Zeitung «Aftonbladet». Bislang könne niemand ein von den Leichen ausgehendes Ansteckungsrisiko ausschließen. Weil es sich um eine Tropfeninfektion handele, sei das Symbol dreier Tropfen zur Kennzeichnung gewählt worden. Lernéus' Verband repräsentiert 430 autorisierte Bestatter in dem skandinavischen EU-Land. (dpa)

Neuer Termin: Olympische Spiele starten am 23. Juli 2021

Die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden und am 8. August enden. Diesen neuen Termin fast genau ein Jahr nach der eigentlich geplanten Eröffnungsfeier gab das Internationale Olympische Komitee am Montag bekannt. (dpa)

Die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden.
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Ärztepräsident: Schulen könnten regional bis Jahresende zu bleiben

Der Präsident des Weltärzteverbands, Frank Ulrich Montgomery, geht davon aus, dass Schulen in einigen Regionen Deutschlands für den Rest des Jahres geschlossen bleiben. Montgomery sprach sich am Montag in der "Bild"-Zeitung für ein nach Corona-Infektionsschwerpunkten gestaffeltes Vorgehen aus. Demnach könnten erste Schulen ab Mai wieder öffnen.

"Wenn sich die Zahlen weiter so entwickeln wie jetzt, sollten wir im Mai damit rechnen können, dass Schulen wieder aufmachen in Regionen, die nicht extrem belastet sind", sagte der Ärztepräsident. Man müsse dann aber auch bereit sein, regional Schulen wieder zu schließen, wenn sich die Lage ändere. In Corona-Hotspots drohe eine Schließung bis Jahresende.

Der langjährige Präsident der Bundesärztekammer warnte vor einem vorschnellen Lockern der geltenden Kontaktsperren und einem raschen Wiederhochfahren der Wirtschaft. "Wir dürfen erst wieder die Kontaktschleusen öffnen, wenn wir sicher sind, dass es dadurch nicht zu einem Anstieg der Todeszahlen kommt." Demnach müsse sich zunächst die Zeitspanne, innerhalb derer sich die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland verdoppelt, auf 14 Tage erhöhen. (AFP)

Bundesregierung sieht noch kein Ende der Corona-Beschränkungen 

Die Bundesregierung hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Beschränkungen gedämpft. "Wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Derzeit ist die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus noch deutlich zu hoch, um die Einschränkungen zu lockern." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei "überzeugt, es wäre unverantwortlich, Hoffnungen zu wecken, die hinterher nicht erfüllt werden können", sagte Seibert. "Dann kämen wir vom Regen in die Traufe."

Die Bundesregierung bewerte die Lage ständig neu, beteuerte Seibert. "Die Bundeskanzlerin wäre die erste, die auf Basis der Fakten die Lockerung der Maßnahmen verkünden würde - und zwar mit Freude, denn sie weiß, dass diese Einschränkungen vielen Menschen zu Zeit sehr viel abverlangen." Am Mittwoch wolle Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz eine Zwischenbilanz zu den Corona-Maßnahmen vornehmen. (AFP)

Barca-Spieler verzichten auf 70 Prozent der Gehälter 

Die Spieler des spanischen Fußballmeisters FC Barcelona um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen werden in der Coronakrise nun doch auf große Teile ihres Gehalts verzichten. In einer Erklärung über die sozialen Medien kündigten Superstar Lionel Messi und Sturmkollege Luis Suarez an, dass die Mannschaft auf 70 Prozent ihrer Bezüge verzichten werde. (sid)

Netanjahu in Quarantäne - Beraterin mit Coronavirus infiziert 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begibt sich vorsorglich in Quarantäne, weil sich Medienberichten zufolge eine seiner Beraterinnen mit dem Coronavirus infiziert hat. Der Regierungschef und sein enger Mitarbeiterstab würden vorerst in Quarantäne bleiben, bis die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen seien, teilte sein Büro am Montag mit. Anschließend würden das Gesundheitsministerium und Netanjahus Leibarzt ein Ende der Quarantäne festlegen. Zuvor war Netanjahus Beraterin für strengreligiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie israelische Medien berichteten. (dpa)

Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis Ende der Osterferien 

Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. (dpa)

Mundschutz wird in Österreich beim Einkaufen Pflicht

Die österreichische Regierung hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Maßnahmen verschärft und unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe angekündigt. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte am Montag in Wien, dass die Supermärkte voraussichtlich ab Mittwoch mit der Verteilung von Masken an den Eingängen beginnen werden. Derzeit werde auf entsprechende Lieferungen gewartet. «Es ist jetzt schon klar, dass viele Menschen an dieser Krankheit sterben werden - das lässt sich auch nicht verhindern. Aber wir müssen zumindest unser Möglichstes tun, damit nicht mehr Menschen sterben, als sterben müssen», sagte Kurz. (dpa)

Erneut mehr als 800 Corona-Tote in Spanien 

Im schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind binnen 24 Stunden 812 neue Todesopfer gezählt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mit. Damit waren bereits am dritten Tag in Folge mehr als 800 Tote zu beklagen. Die Zahl erfasster Nachweise lag Montag bei mehr als 85 000 - gut 6000 mehr als am Vortag. (dpa)

Wirtschaftsweise fürchten Einbruch der Wirtschaft um bis zu 5,4 Prozent 

Die deutsche Volkswirtschaft wird wegen der Corona-Pandemie deutlich schrumpfen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in einem am Montag veröffentlichen Sondergutachten mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP)  im schlimmsten Fall von 5,4 Prozent im Gesamtjahr. Bei einer kürzeren Dauer der Einschränkungen wegen der Krise und einer schnellen Erholung der Wirtschaft könnte das BIP demnach auch nur um 2,8 Prozent zurückgehen. Die zweite Variante wird laut dpa von den Ökonomen als das wahrscheinlichste Szenario beschrieben. Dabei normalisiert sich die wirtschaftliche Lage über den Sommer hinweg. Im anderen Fall dauert die Erholung bis ins nächste Jahr. 

Spaniens «Winterschlaf» gegen Corona beginnt erst am Dienstag 

In Spanien tritt die ebenso drastische wie umstrittene Verschärfung der Ausgangssperre zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erst am Dienstag voll in Kraft. Am Montag dürften die betroffenen Personen und Unternehmen «die letzten unbedingt erforderlichen Arbeiten» zur Einstellung der Aktivitäten erledigen, heißt es in dem in der Nacht zum Montag im Amtsblatt veröffentlichten Dekret. Ursprünglich sollte der «Winterschlaf», wie die Finanzministerin und Sprecherin der linken Regierung María Jesús Montero sich ausdrückte, am Montag beginnen. (dpa)

Herzstörungen nach Einnahme von "Corona-Mittel" in Frankreich 

In Frankreich haben mehrere Menschen gefährliche Herzrhythmusstörungen bekommen, nachdem sie ohne ärztliche Aufsicht ein angebliches Mittel gegen das Coronavirus eingenommen hatten. In einigen Fällen sei sogar die Einweisung auf eine Intensivstation nötig gewesen, erklärte die regionale Gesundheitsbehörde in Bordeaux am Sonntagabend. Die Menschen hatten den Wirkstoff Hydroxychloroquin eingenommen.

Das Mittel wird eigentlich gegen Malaria eingesetzt. Er dürfe "in keinem Fall zur Selbstmedikation eingenommen werden", sondern allenfalls unter Aufsicht eines Arztes, warnte die Gesundheitsbehörde. Sie verwies auf die starken Nebenwirkungen des Mittels, zu denen neben Herzrhythmusstörungen unter anderem auch neurologische Probleme gehören. Eine Überdosis kann tödlich sein. (AFP)

Umstrittener Regierungsberater Cummings in Selbstisolation 

Auch der umstrittene britische Regierungsberater Dominic Cummings hat sich möglicherweise mit dem Coronavirus angesteckt. Er leide unter entsprechenden Symptomen und habe sich in Selbstisolation begeben, berichteten britische Medien am Montag in London. Eine Regierungssprecherin wollte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dazu keine Stellungnahme abgeben. Der Wahlkampfstratege Cummings gilt als unberechenbarer Strippenzieher, der die Politik von Premierminister Boris Johnson maßgeblich prägt. (dpa)

Ansturm auf Website zur Meldung von Corona-Verstößen führt zum Crash 

Eine Website, auf der Neuseeländer Verstöße gegen die Ausgangssperre wegen des Coronavirus melden können, ist wegen des großen Ansturms nach kurzer Zeit zusammengebrochen. Die am Sonntagnachmittag bereitgestellte Website sei von meldewilligen Neuseeländern geradezu überrannt worden, sagte Polizeisprecher Mike Bush am Montag. Innerhalb kürzester Zeit habe es bereits rund 4200 Meldungen gegeben.

"Das zeigt, wie wichtig es den Kiwis (Neuseeländern) ist, dass alle sich daran halten", zeigte sich Bush überzeugt. Gemeldet worden sei beispielsweise eine Party von rund 60 Leuten in einem Hostel für Rucksackreisende in Queenstown oder Fälle von Touristen, die trotz Ausgangsbeschränkungen weiter im Wohnmobil durchs Land reisten. (AFP)

Mediziner: Corona-Patienten gleichmäßig verteilen

Intensivmediziner in Deutschland fordern die bundesweit zentrale Verteilung von Coronavirus-Patienten auf die Kliniken des Landes. Sollte in "zwei bis vier Wochen" der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht werden, seien die Belastungsgrenzen für Kliniken in einigen Regionen überschritten, warnte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bundesregierung müsse deshalb so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteile. Dabei sollten das Robert-Koch-Institut (RKI), das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, forderte Janssens. 

Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister der DIVI zu melden, sagte Janssens. Von den rund 1160 Kliniken haben nach seinen Angaben erst rund 700 ihre freien und belegten Intensivbetten gemeldet.

Corona-Patienten statt Eurovision Song Contest in Rotterdam 

Notklinik statt Musikfest: Dort, wo eigentlich Sänger um das beste europäische Lied wetteifern sollten, sollen nun Corona-Patienten versorgt werden. Das Rotterdamer Veranstaltungszentrum Ahoy richtet seit Montag einige Hallen als Not-Klinik ein. Zunächst werde Platz für 88 Patienten geschaffen, teilte Ahoy auf seiner Website mit. Die Kapazität könne auf 680 Betten erweitert werden. (dpa)

Expertin: Leben in Großbritannien könnte sich im Herbst normalisieren

Das Leben in Großbritannien dürfte sich nach Expertenangaben frühestens in etwa einem halben Jahr normalisieren. Ein zu schnelles Aufheben der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie könnte eine zweite Infektionswelle auslösen, warnte Jenny Harries, die die Regierung in Medizinfragen berät, am Sonntagabend in London. «Das bedeutet aber nicht, dass wir sechs Monate lang eine komplette Ausgangssperre haben werden.» Die Maßnahmen müssten regelmäßig überprüft und angepasst werden.

In Großbritannien sind bereits mehr als 1200 Menschen an den Folgen der Covid-19-Lungenkrankheit gestorben, darunter mindestens zwei Ärzte. Die Regierung steht unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe. Ein großes Problem in Großbritannien ist, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen und der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) chronisch unterfinanziert und marode ist. Es mangelt unter anderem auch an Schutzausrüstungen wie Masken. (dpa)

Russlands Regierungschef empfiehlt Ausgangssperren fürs ganze Land

Nach der Hauptstadt Moskau könnte es in Russland nun auch landesweit Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie geben. Das empfahl Ministerpräsident Michail Mischustin am Montag in Moskau. Die Gouverneure und Chefs der Verwaltungen sollten auf die Erfahrung in Moskau achten. Sie sollten zudem die Möglichkeit schaffen, «solche Maßnahmen in ihren Regionen zu ergreifen», sagte er. «Es ist jetzt unsere Aufgabe, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.»

In der Hauptstadt und im Umland gelten seit Montag Ausgangssperren. Ausnahmen gibt es nur für den Weg zur Arbeit, zum Supermarkt und zur Apotheke. Erlaubt sind außerdem der Gang zum Müllcontainer und Gassigehen mit dem Hund im Umkreis von 100 Metern um die Wohnung. In Europas größter Stadt sind nach offiziellen Angaben mit mehr als 1000 Infizierten die meisten Corona-Fälle in Russland registriert. (dpa)

Easyjet stellt gesamten Flugbetrieb ein

Easyjet hat seinen regulären Flugbetrieb wegen der Corona-Krise vorerst eingestellt. Sämtliche Flugzeuge blieben bis auf Weiteres am Boden, teilte der britische Billigflieger am Montag mit. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit den weltweiten massiven Reisebeschränkungen und den Beschränkungen des öffentlichen Lebens in zahlreichen Ländern Europas, berichtet die Agentur AFP. Wann der kommerzielle Flugbetrieb wieder aufgenommen wird, ließ Easyjet offen. Die Airline hatte bereits vergangene Woche fast alle Flüge gestrichen. Zugleich beteiligte sich Easyjet aber an der Rückholung von Kunden aus dem Ausland. Nach eigenen Angaben startete das Unternehmen dafür 650 Flüge und brachte mehr als 45.000 Menschen zurück.

Corona-Maßnahmen bleiben bis mindestens 20. April: Städtetag zeigt Verständnis 

Der Deutsche Städtetag hat verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Corona-Krise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde. Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. «Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen.» Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

«Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch», sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, «dass wir das nicht monatelang durchhalten können». Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. «Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können.»

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen. (dpa)

Donald Trump rechnet mit 100.000 Corona-Toten in den USA

US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronavirus-Krise in den USA 100 000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmaßnahmen auf 100 000 zu begrenzen, «dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht», sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. «Das ist eine furchtbare Zahl.» Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht - allerdings ohne Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmaßnahmen seiner Regierung.

Noch vor Kurzem sprach Donald Trump von vollen Kirchen zu Ostern - nun hat der US-Präsident seine Vorhersagen stark revidiert. Er  erwartet nun doch kein rasches Abflauen der Pandemie in seinem Land mehr. Anfang Juni würden sich die USA auf dem Weg hinaus aus der Krise befinden, sagte Trump am Sonntag. Bislang hatte er davon gesprochen, dass die Maßnahmen nach Ostern wieder gelockert werden.  Am Sonntag sagte er: «Wir können erwarten, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Besserung sein werden.»

Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle in den USA stieg nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis zum Sonntagabend (Ortszeit) weiter deutlich an und erreichte rund 142.350. Damit rangieren die Vereinigten Staaten mit immer deutlicherem Abstand vor Italien, China und Spanien. Die Zahl der registrierten Todesfälle durch die Pandemie in den USA nahm der Universität zufolge auf 2494 zu.

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Trump äußerte am Sonntag die Erwartung, dass die Rate der Todesfälle in den USA zu Ostern - also in zwei Wochen - ihren Höhepunkt erreichen werde. Danach werde die Zahl neuer Todesfälle nachlassen, und zwar "hoffentlich sehr substanziell". Noch kürzlich hatte der Präsident eine deutliche Besserung der Lage bereits zu Ostern vorausgesagt. (AFP)

Präsdent Donald Trump und sein Berater in Corona-Fragen  Anthony Fauci am Sonntag im Rosengarten des Weißen Haus in Washington. 
Foto: Patrick Semansky/AP

US-Behörde lässt beschränkte Nutzung von Malariamitteln gegen Coronavirus zu 

Die US-Arzneimittelbehörde hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Nutzung von zwei Malaria-Medikamenten in Notfällen erlaubt. Die US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) habe die Herausgabe oder Verschreibung von Chloroquin und Hydroxychloroquin "durch Ärzte an im Krankenhaus liegende jugendliche und erwachsene Patienten mit Covid-19" genehmigt, teilte das US-Gesundheitsministerium am Sonntag (Ortszeit) mit. Dies sei angebracht, wenn kein klinischer Test verfügbar oder machbar sei. (AFP)

Easyjet lässt komplette Flotte wegen Pandemie am Boden 

Die britische Fluggesellschaft Easyjet lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden. Bereits zuvor hatte die Airline ihren Flugverkehr infolge der Grenzschließungen und Reisebeschränkungen stark eingeschränkt. Easyjet führte nach eigenen Angaben bis Sonntag noch über 650 Rückführungsflüge durch und brachte mehr als 45 000 Kunden nach Hause. «Wir werden weiterhin mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um zusätzliche Rückführungsflüge nach Bedarf durchzuführen», teilte das Unternehmen mit. Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden können, sei noch nicht absehbar. (dpa)

Arbeitsfreie Woche in Russland im Kampf gegen Corona-Pandemie 

Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die an diesem Montag in Kraft tritt. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen große Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet. Die Bevölkerung sollte jetzt «Disziplin und Verantwortung» zeigen und zu Hause zu bleiben, hatte Putin an seine Landsleute appelliert.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin verhängte zudem am Sonntagabend eine allgemeine Ausgangssperre. Sie soll ebenfalls von diesem Montag an gelten - wie lange, war zunächst unklar. Die Wohnung dürfe nur verlassen werden, wer etwa zur Arbeit, zum Arzt oder einkaufen gehen müsse, heißt es in der Anordnung. Solche Einschränkungen gab es bislang nur für Menschen im Alter von über 65 Jahren. (dpa)

Chinas Notenbank senkt kurzfritige Zinsen für Geschäftsbanken 

Die chinesische Notenbank greift der Wirtschaft des Landes im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise mit niedrigeren kurzfristigen Zinsen für die Banken unter die Arme. Der Zinssatz für Notenbankgeld, das den Geschäftsbanken den Landes für einen Zeitraum von sieben Tagen zur Verfügung gestellt wird, werde von zuvor 2,4 Prozent auf 2,2 Prozent gesenkt, teilte Chinas Zentralbank am Montagmorgen mit. (dpa)

Twitter löscht zwei Botschaften von Brasiliens Präsident zu Corona-Krise 

Der Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, in denen der Staatschef den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hatte. Die Botschaften hätten gegen die bei Twitter geltenden Regen verstoßen, erklärte das US-Unternehmen am Sonntag. Es würden solche Botschaften gelöscht, die den Informationen der Gesundheitsbehörden zu der Pandemie widersprächen und das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus erhöhen könnten. (AFP)

Braun: Tragfähigkeit des Gesundheitssystems bestimmt Maßnahmendauer

Die Dauer der Kontaktbeschränkungen zur Abwehr des Coronavirus richtet sich nach den Worten von Kanzleramtsminister Helge Braun nach der Tragfähigkeit des Gesundheitssystems. Dieses dürfe nicht überfordert werden, erklärte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF. «Der essenziellste Maßstab ist wirklich, dass jeder, der bei uns so krank wird, dass er eine stationäre Behandlung braucht, die auch gut bekommt.»

Der Bund werde mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch noch einmal beraten. Ein wesentlicher Teil der Maßnahmen sei schon am 12. März in Kraft gesetzt worden und gelte in den Bundesländern zum Teil bis zum 20. April. Auf die Frage, ob die Maßnahmen darüber hinaus verlängert werden könnten, sagte er: «Das können wir noch nicht sagen.»

Vor Beginn der Maßnahmen verdoppelte sich die Zahl der Infektionsfälle nach Brauns Angaben alle drei Tage, jetzt sind es ihm zufolge etwa sechs Tage. «Wir brauchen 10, 12 oder 14 Tage», sagte er. «Dann hätten wir erstmal den Punkt erreicht, dass unser Gesundheitssystem nicht überfordert wird.» (dpa)

Aufnahmestopp am Klinikum Wolfsburg wegen Corona-Infektion 

Das Klinikum Wolfsburg nimmt aufgrund von Corona-Infektionsfällen unter den Mitarbeitern bis auf wenige Ausnahmen keine neuen Patienten mehr auf. Diese werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Davon ausgenommen seien die Notaufnahme der Kinderklinik und der Kreißsaal, wie eine erste «intensive Analyse der Situation» am späteren Sonntagabend ergeben habe. Zuvor hieß es zudem, dass ab sofort keine Besuche mehr erlaubt seien, «auch nicht die bisherigen Ausnahmen». Die Stadt hat stark mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen - in einem Wolfsburger Alters- und Pflegeheim sind insgesamt 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben. (dpa)

Coronavirus: Südkorea meldet weniger Neuinfektionen 

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erneut auf unter 100 gesunken. Am Sonntag seien 78 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 9661. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus wurde mit 158 angegeben.

Zwar hatte sich in diesem Monat im Vergleich zum Februar ein deutlicher Abwärtstrend bei den Neuansteckungen eingestellt. Doch Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen sowie «importierte» Fälle. (dpa)


+++ 29. März +++

Norwegen will sich mit Zufallstests besseres Corona-Bild verschaffen

Ein Mitarbeiter des Norwegischen Roten Kreuzes geht durch eine Turnhalle einer Grundschule in Oslo.
Foto: dpa/Heiko Junge

Norwegen will bald auch Menschen ohne Symptome testen. Damit wolle man ein besseres Bild von der Zahl der Coronavirus-Infektionen im Land  erhalten, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den norwegischen Rundfunksender NRK. Die norwegischen Gesundheitsbehörden bereiteten sich demnach darauf vor, solche zufälligen Tests in die Wege zu leiten. Derzeit werde abgeklärt, wie dies durchgeführt und finanziert werden solle, sagte ein Vertreter des nationalen Gesundheitsinstituts dem Sender NRK. Ziel solcher Zufallstests soll sein, die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus besser einschätzen zu können.

Vorbild soll dabei Island sein, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte. Bis Mitte der Woche sind auf der Nordatlantik-Insel nach Angaben der isländischen Regierung 12 000 der rund 360 000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind. Ziel soll es letztlich sein, die gesamte Bevölkerung zu testen.

Bis Sonntag wurden in Norwegen nach Behördenangaben 4102 Infektionen nachgewiesen. 22 Menschen sind bislang nach einer Coronavirus-Infektion gestorben, ihr Durchschnittsalter lag bei 84 Jahren. Rund 85 000 Menschen wurden bis dato auf Sars-CoV-2 getestet, was bedeutet, dass die Tests bei etwa vier Prozent positiv ausgefallen sind. (BLZ)

Zahl der Coronafälle in Italien steigt langsamer

In Italien hat sich der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus deutlich verlangsamt. Aber auch am Sonntag gab es wieder Hunderte Todesfälle. Wie der Zivilschutz am Abend mitteilte, stieg die Zahl der Corona-Toten um 756 auf 10.779. Dies ist die höchste Zahl weltweit.

Die Gesamtzahl der Infizierten in Italien seit Beginn der Pandemie stieg am Sonntag um 5217 auf jetzt 97 689. Der Tagesanstieg ist deutlich geringer als am Samstag (5974) und entspricht einer Zunahme um 5,6 Prozent. Vor einer Woche waren die Zuwachsraten noch zweistellig, am Samstag waren es noch 6,9 Prozent.

Robert Koch-Institut meldet rund 4000 neue Infektionen an einem Tag

Innerhalb eines Tages ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland um mindestens 4000 Fälle gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut am Sonntagvormittag veröffentlichte (Stand Sonntag 00.00 Uhr). Demnach zählte es bislang insgesamt 52.547 Fälle - 63 pro 100.000 Einwohner. Das waren 3965 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt seien bislang 389 Infizierte gestorben. Die Zahlen lassen sich nicht einfach von Tag zu Tag vergleichen. So hat das RKI nach eigenen Angaben am Samstag von drei Bundesländern keine Zahlen übermittelt bekommen.

Nach Daten der Deutschen Presse-Agentur sind in den Bundesländern bis Sonntagmittag (Stand 13.30 Uhr) insgesamt mehr als 56.500 Infektionen registriert worden. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 13 630 nachgewiesenen Fällen und 110 Toten (Stand 29.3.), Bayern mit 13.263 Fällen und ebenfalls 110 Toten (Stand 29.3.) sowie Baden-Württemberg mit 10.819 Fällen und 118 Toten (Stand 28.3.).

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 105,1 die meisten Infektionen. Es folgt Bayern mit 101,4. Im Bundesschnitt waren es 66,9. Die Zahl der Toten in Deutschland ist nach dpa-Daten auf mindestens 428 gestiegen.

Experten gehen auch in Deutschland von einer hohen Dunkelziffer bei den Infektionszahlen aus. (dpa)

Spanien meldet mit 838 neuen Höchststand an Corona-Todesfällen an einem Tag

Ein Rettungswagen in Madrid.
Foto: Imago

Mit 838 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Spanien einen neuen traurigen Rekord gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land stieg damit auf 6528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78.797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der bereits wieder genesenen Patienten seit Samstag um 19,7 Prozent auf 14.709, wie das Ministerium weiter mitteilte. (afp)

RKI-Chef Wieler warnt vor dramatischen Zuständen in deutschen Kliniken wegen Corona-Krise

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts.
Foto: Imago

Nach Einschätzung des Chefs des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, droht in der Corona-Krise auch das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenzen zu geraten. "Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte Wieler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Mit Blick auf die vergleichsweise niedrige Sterberate in Deutschland warnte der Seuchenexperte vor Illusionen: Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass in Deutschland viel getestet werde.

Zustände wie in Italien seien auch in Deutschland möglich, warnte Wieler. "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben."

Dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den von der Virusinfektion betroffenen Patienten, betonte der RKI-Chef. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."

Eine rasche Rückkehr zur Normalität hält Wieler für den falschen Weg aus der Krise. "Aus medizinischer Sicht möchte ich, dass wir alle die räumliche Distanzierung möglichst lange durchhalten", sagte er. Deutschland stehe "immer noch am Anfang der Welle". Die Menschen müssten die Pandemie "sehr ernst nehmen", mahnte der RKI-Chef. (afp)

Maas: Bislang mehr als 160.000 deutsche Urlauber zurückgebracht 

Nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sind wegen der Coronavirus-Pandemie bislang mehr als 160.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgeholt worden. Er dankte am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter allen Beteiligten, die daran "unfassbar hart" gearbeitet hätten. An die noch im Ausland Verbliebenen appellierte Maas: "Bitte haben Sie Geduld, wenn wir Ihnen noch nicht helfen konnten."

Die Bundesregierung schätzt die Zahl der Rückkehrwilligen, zumeist Urlauber, auf etwa 200.000. "Wir machen weiter", twitterte Maas.

Zunächst hatten alle EU-Länder versucht, angesichts der im Zuge der Pandemie verhängten Reisebeschränkungen ihre Bürger in Eigenregie zurück nach Hause zu holen. Mittlerweile gibt es eine Koordination. (afp)

Baby in den USA stirbt an Covid-19

Die USA haben China und Italien bei der Zahl der Erkrankungen inzwischen überholt und sind mit mehr als 124.000 Fällen das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Mehr als 2100 Menschen in den Vereinigten Staaten starben an der Lungenkrankheit Covid-19.

Unter ihnen ist auch ein Säugling aus Chicago. Der Gouverneur des Bundesstaats Illinois, J.B. Pritzker, äußerte sich am Samstag erschüttert über den Tod des Babys, das nach Angaben der Gesundheitsbehörden noch kein Jahr alt war. Es ist äußerst selten, dass die Krankheit bei jungen Menschen einen schweren Verlauf nimmt. Als Hauptrisikogruppe gelten Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen. (afp)

Ungebremster Anstieg der Corona-Todesfälle in Europa und den USA

Die Coronavirus-Pandemie hat Europa und die USA weiter fest im Griff: Europaweit sind nach offiziellen Zahlen vom Samstag inzwischen mehr als 20.000 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. In den USA stieg die Zahl der Toten auf mehr als 2100. Im chinesischen Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie, kehrte wieder etwas Normalität ein. In Spanien wird das öffentliche Leben hingegen weiter heruntergefahren.

Weltweit wurden inzwischen mehr als 30.000 Corona-Todesfälle gemeldet, mehr als 640.000 Menschen infizierten sich. Italien ist mit mehr als 10.000 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Binnen 24 Stunden starben dort 889 Menschen an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

In Spanien wurden bis Samstag mehr als 5800 Todesfälle verzeichnet, auch dort erhöhte sich die Zahl der Opfer innerhalb eines Tages um mehr als 800. Im Kampf gegen die Pandemie ordnete die Regierung in Madrid die vorübergehende Schließung aller "nicht lebenswichtigen" Unternehmen an. Alle Angestellten dieser Firmen sollten in den kommenden zwei Wochen zu Hause bleiben, teilte Regierungschef Pedro Sánchez am Samstagabend mit. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien.

Auch in Deutschland geht der Anstieg der Corona-Fallzahlen weiter: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag stieg die Zahl der Infizierten um 6294 auf 48.582. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 325. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland bereits knapp 57.700 Infizierte und 433 Todesfälle. (afp)

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an 

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: «Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen.» Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA. (dpa)

Trump entscheidet sich gegen Quarantäne für Bundesstaat New York 

US-Präsident Donald Trump will nun doch keine Quarantäne für New York und angrenzende Bundesstaaten anordnen. "Eine Quarantäne wird nicht nötig sein", schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in der Region hatte er wenige Stunden zuvor angekündigt, dass er "New York, New Jersey, vielleicht ein oder zwei andere Orte und gewisse Teile von Connecticut" womöglich abriegeln werde.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hatte sich nach einem Treffen mit Trump irritiert über den Vorstoß des Präsidenten gezeigt. Eine Quarantäne sei in dem Gespräch kein Thema gewesen, sagte Cuomo. "Ich weiß nicht, wie das rechtlich durchsetzbar sein sollte. Und ich weiß nicht, was man damit aus medizinischer Sicht erreichen würde."

New York ist mit mehr als 52.000 Infektionsfällen und 728 Toten der am stärksten von der Pandemie betroffene US-Bundesstaat. Landesweit sind inzwischen mehr als 2000 Menschen an der von dem neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Mit mehr als 120.000 Corona-Fällen sind die USA das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. (afp)

+++ 28. März +++

Jetzt mehr als 10.000 Corona-Tote in Italien

Aufgebahrte Särge in einer Kirche in der italienischen Provinz Bergamo.
Foto: AFP/Piero Cruciatti

In Italien sind inzwischen mehr als 10.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wie der Zivilschutz am Samstagabend in Rom mitteilte, starben binnen 24 Stunden 889 weitere Menschen. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 10.023 Menschen. Italien hat in der Coronavirus-Pandemie die weltweit meisten Toten zu verzeichnen.

Die Zahl der Infektionen stieg um 5974 Fälle auf insgesamt 92.472. Gleichzeitig verlangsamte sich der Anstieg bei den Neuinfektionen weiter: Der Anstieg um 6,9 Prozent am Samstag war der schwächste seit dem Beginn der Pandemie in Italien vor mehr als einem Monat. In den Tagen zuvor lag die Infektionsrate bei 7,4 beziehungsweise 8,3 Prozent. (AFP)

Corona-Pandemie: Spanien schließt „nicht lebenswichtige Unternehmen“

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat im Kampf gegen das Coronavirus eine weitere Verschärfung der bereits seit zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Ab Montag sollen aller Arbeitnehmer, die keine unbedingt notwendigen Arbeiten verrichten, zwei Wochen lang zu Hause bleiben, erklärte der Regierungschef am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Welche Sektoren genau gemeint sind, sagte er nicht. Das Gehalt werde den Betroffenen in dieser Zeit weiter gezahlt, die nicht geleisteten Arbeitsstunden könnten sie später schrittweise nachholen.

Seit dem Inkrafttreten des Alarmzustandes am 15. März durften Angestellte und Selbstständige trotz Ausgangsbeschränkungen weiter in ihre Büros gehen. Jedoch war die Bevölkerung aufgefordert, so viel wie möglich von Zuhause aus zu arbeiten. Jetzt schickt Sánchez die meisten Arbeitnehmer komplett in eine Art «Zwangsurlaub». Die Bevölkerung darf bereits seit zwei Wochen nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus, so etwa zum Einkaufen und nur alleine. Spazieren gehen oder Sport im Freien sind in Spanien derzeit nicht erlaubt. (dpa)

Trump erwägt Quarantäne für gesamten US-Bundesstaat New York

US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar eine Quarantäne für den gesamten Bundesstaat New York. "Wir möchten, dass New York unter Quarantäne gestellt wird, weil es ein Hotspot ist - New York, New Jersey, vielleicht ein oder zwei andere Orte und gewisse Teile von Connecticut", sagte Trump am Samstag in Washington. Allerdings blieb unklar, was genau er damit meinte.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, der sich zuvor am Samstag mit Trump getroffen hatte, sagte, eine Quarantäne sei in dem Gespräch kein Thema gewesen. "Ich weiß nicht einmal, was das bedeutet", aber ihm gefalle die Sache nicht, sagte Cuomo auf einer Pressekonferenz. "Ich weiß nicht, wie das rechtlich durchsetzbar sein sollte. Und ich weiß nicht, was man damit aus medizinischer Sicht erreichen würde."

Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde die für den 28. April angesetzte Vorwahl für die Präsidentschaftswahl in New York verschoben. Die Wahl werde nun am 23. Juni stattfinden, erklärte Cuomo am Samstag. Zehn weitere Bundesstaaten hatten ihre Vorwahlen ebenfalls bereits verschoben.

New York ist mit 52.318 Infektionsfällen und 728 Todesfällen der am stärksten von der Pandemie betroffene US-Bundesstaat. (AFP)

Spanien meldet 832 Corona-Tote binnen 24 Stunden

Spanische Soldaten in Schutzanzügen.
Foto: dpa/David Zorrakino/Europa Press

In Spanien hat die Zahl der Toten durch die Corona-Pandemie einen traurigen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden starben 832 Menschen - so viele wie nie zuvor an einem Tag, wie die Regierung am Samstag mitteilte. Damit starben in Spanien bislang insgesamt 5690 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 72.000.

Spanien ist nach Italien das Land, das weltweit die meisten Toten durch die Pandemie zu beklagen hat. Die Tests auf eine Infektion werden derzeit deutlich ausgeweitet.

Bei der Zahl der Infektionen stehen derzeit die USA mit mehr als 100.000 an der Spitze, gefolgt von Italien mit rund 86.500 Fällen. In Italien gab es mit mehr als 9100 Toten aber die höchste Sterberate.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Zahlen vom Samstag haben sich mittlerweile weltweit mehr als 600.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 28.000 Menschen starben. Betroffen sind 183 Länder und Gebiete. Die Zahlen bilden aber nur einen Bruchteil der tatsächlichen Fallzahlen ab, da viele Länder lediglich die Patienten registrieren, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. (afp)

Fast 50.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 316 Tote 

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 48.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen.

Mehr als 316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

UN fordern dringend Waffenruhe in Syrien wegen erster Coronafälle 

Die Vereinten Nationen haben angesichts der ersten Fälle von Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Syrien zu einer Waffenruhe aufgerufen. Es gelte, eine weitere Katastrophe zu verhindern, sagte der Chef der UN-Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, am Samstag in Genf.

Nach neun Jahren Bürgerkrieg seien viele Gesundheitseinrichtungen zerstört, außerdem hätten 70 Prozent der Menschen, die einst im Gesundheitswesen gearbeitet hätten, das Land verlassen, warnte Pinheiro. Die Kommission unterstrich, dass vor allem die Angriffe auf Helfer, Kliniken und Arznei-Transporte sofort eingestellt werden müssten.

Zu den besonders Gefährdeten zählen demnach die 6,5 Millionen Menschen, die in Syrien außerhalb ihrer Heimatorte unter oft schlimmen hygienischen Bedingungen leben müssten.

Durch Luftangriffe der syrischen Armee und des Verbündeten Russland sind viele Krankenhäuser zerstört worden. Verbreitet sich das Virus, drohen auch die verbliebenen Einrichtungen zusammenzubrechen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Rebellenprovinz Idlib mit flächendeckenden Tests begonnen. Auch dringend benötigte Schutzkleidung wird dorthin gebracht. (dpa)

Kanzleramtschef: Corona-Maßnahmen bleiben bis 20. April bestehen

Helge Braun CDU, Chef des Bundeskanzleramts.
Foto: Imago

Die wegen der Corona-Pandemie in Deutschland geltenden Einschränkungen bleiben laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mindestens bis zum 20. April bestehen. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte Braun dem "Tagesspiegel". "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen", betonte Braun. "Läden, Restaurants, Schulen und die Universitäten sind geschlossen."

Unmittelbar nach Ostern werde feststehen, wie es nach dem 20. April weitergehe, sagte der Kanzleramtschef. Entscheidend sei hierbei die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Braun.

Als Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie nannte Braun Südkorea. "Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte."

Zudem habe das Land einen "sehr breiten Ansatz beim Testen" verfolgt, sagte Braun. Auch die Bundesregierung setze auf eine Ausweitung der Testkapazitäten. Es solle auch ein Test entwickelt werden, um zu sehen, wer schon infiziert war, ohne es zu merken und sich so bereits immunisiert hat. Die Nutzung spezieller Apps im Kampf gegen Corona müsse mit dem Datenschutz in Deutschland vereinbar sein, betonte Braun.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag haben sich in Deutschland fast 42.300 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 253 Patienten starben. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete mehr als 50.0000 Infizierte und 342 Tote in Deutschland. (afp)

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: «Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen.» Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA. (dpa)

TÜV-Frist wegen Corona verlängert - Lob vom ADAC

Um Autofahrer in der Corona-Krise zu entlasten, bekommen sie für die Erneuerung der TÜV-Plakette nach den Worten von Verkehrsminister Andreas Scheuer vorübergehend mehr Zeit. Die Frist für die Überziehung sei von zwei auf vier Monate verlängert worden, sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung.

Dafür gab es Lob vom Autoclub ADAC: „Damit ist der Widerspruch zwischen den Notwendigkeiten der Krise und den gesetzlichen Vorschriften für die Hauptuntersuchung aufgehoben“, sagte Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand am Samstag. Autofahrer sollten jedoch weiterhin darauf achten, Fahrzeuge nur in verkehrssicherem Zustand zu nutzen. (dpa)

Isolation chinesischer Millionenmetropole Wuhan beendet

Nach zwei Monaten im Ausnahmezustand kehrt in der zentralchinesischen Metropole Wuhan allmählich wieder Alltag ein: Die Isolation der Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt, ist am Samstag beendet worden. Die Einreise in die Hauptstadt der Provinz Hubei ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt aber noch bis zum 8. April. Der U-Bahn- und Fernverkehr wurde wiederaufgenommen, Einkaufszentren dürfen kommende Woche ihre Pforten öffnen. (afp)

+++ 27. März +++

Corona-Test von Till Lindemann negativ

Der Rammstein-Sänger Till Lindemann ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte seine Band am Freitag auf ihrer Facebook-Seite mit. Lindemann war am Donnerstag in ein Krankenhaus eingewiesen worden und soll dort auch eine Nacht auf der Intensivstation verbracht haben. Am Freitag sei er auf eine andere Station gebracht worden, da es ihm wieder besser gehe, hieß es.

Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass sich Lindemann mit dem Coronavirus infiziert und dadurch eine Lungenentzündung bekommen habe. 

Tirol droht wegen Corona-Krise Sammelklage hunderter Skifahrer

Rund 400 Skifahrer könnten sich einer Sammelklage gegen die Tiroler Behörden wegen einer zu späten Reaktion auf den Beginn der Coronavirus-Epidemie anschließen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) teilte am Freitag mit, bereits zwei Tage nach einem entsprechenden Aufruf hätten sich rund 400 Menschen gemeldet, mehr als 350 davon Deutsche. Die meisten hätten in Ischgl und im Paznauntal Urlaub gemacht. Der Verband hatte zuvor Anzeige gegen den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Bürgermeister, Seilbahngesellschaften und weitere Behördenvertreter erstattet. Zugleich startete er einen europaweiten Aufruf an mögliche Betroffene, die davon ausgehen, dass sie sich beim Ski-Urlaub in Tirol mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben.

Den Behörden in Tirol wird vorgeworfen, zu spät auf erste Anzeichen eines Ausbruchs in dem beliebten Wintersportort Ischgl reagiert und damit der Ausbreitung in Europa und darüber hinaus Vorschub geleistet zu haben. Der VSV erklärte, er wolle über seine Website Zeugenaussagen sammeln. Diese sollten belegen, „dass die Schließung des Skiresorts aus kommerziellen Gründen hinausgezögert wurde“. (AFP)

Bundeswehr schickt 15.000 Soldaten in den Einsatz gegen Corona 

Zur Unterstützung von Ländern und Kommunen setzt die Bundeswehr in der Corona-Krise 15 000 Soldaten ein. Volle Einsatzbereitschaft solle in der kommenden Woche hergestellt sein, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Freitag in einer telefonischen Pressekonferenz. Es werde vier regionale Führungsstäbe geben. Auf eventuelle Lageverschärfungen sei das Militär vorbereitet. Bis Freitagmorgen seien 200 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vortag. Schelleis ist der Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr.

Gefragt sei vor allem Hilfe aus dem Sanitätswesen. Er nannte aber auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen. (dpa)

US-Kongress beschließt wegen Corona-Krise Billionen-Konjunkturpaket

Der US-Kongress hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Nach dem von den Republikanern dominierten Senat beschloss am Freitag auch das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf mit Unterstützung über Parteigrenzen hinweg. US-Präsident Donald Trump hat bereits angekündigt, das Gesetzespaket umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen. Trumps Republikaner, seine Regierung und die Demokraten hatten sich erst nach zähen Verhandlungen auf das Konjunkturpaket einigen können. Der Senat hatte den Entwurf in der Nacht zu Donnerstag ohne Gegenstimmen beschlossen. (dpa)

IWF sieht Weltwirtschaft wegen Corona bereits in einer Rezession 

Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine «schwere» Rezession erleben, warnte Georgiewa. Auch die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet wegen der Corona-Krise eine Rezession in vielen Volkswirtschaften.

Jeder Monat mit Ausgangsbeschränkungen werde das jährliche Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte drücken, warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Er nannte als eine besonders betroffene Branche den Tourismus. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaft in mindestens zwei Quartalen hintereinander schrumpft. (dpa)

WHO: Mangel an Schutzkleidung ist enorme Bedrohung im Kampf gegen Coronavirus

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird der Mangel an Schutzkleidung für das medizinische Personal immer mehr zu einem drängenden Problem. "Wenn das medizinische Personal in Gefahr ist, sind wir alle in Gefahr", warnte am Freitag in Genf der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dies sei eine enorme Bedrohung. Tedros zufolge schickte die WHO bereits knapp zwei Millionen Stück Schutzkleidung in 74 Länder. Etwa ebenso viel solle demnächst an weitere 60 Staaten gehen. (AFP)

Frankreich verlängert Ausgangsbeschränkungen bis zum 15. April

In Frankreich sind die strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus um gut zwei Wochen verlängert worden. Die Französinnen und Franzosen müssten mindestens bis zum 15. April zu Hause bleiben, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron am Freitag an. „Dieser Zeitraum kann verlängert werden, wenn die gesundheitliche Situation dies erfordert“, sagte Philippe. (dpa)

Britischer Premier Johnson positiv auf Coronavirus getestet

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Regierungschef habe am Donnerstag "leichte Symptome" entwickelt und sich daraufhin testen lassen, sagte ein Sprecher am Freitag in London. 

Bundesrat billigt Hilfspaket

Der Bundesrat hat am Freitag den Nachtragshaushalt der Bundesregierung gebilligt, mit dem das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung für Wirtschaft, Krankenhäuser und Bürger finanziert werden soll. Damit können die am Mittwoch vom Bundestag verabschiedeten Maßnahmen in Kraft treten, die die wirtschaftlichen Folgen der durch das Coronavirus verursachten Krise abmildern sollten. Mieterinnen und Mieter, aber auch kleine Gewerbetreibende sind jetzt vor Kündigungen geschützt, wenn sie wegen der Coronakrise in Verzug mit Miet- oder Pachtzahlungen kommen.

Der Bundesrat räumte der Bundesregierung auch zusätzliche Kompetenzen bei der Epidemiebekämpfung ein. Mit entsprechenden Änderungen im Infektionsschutzgesetz obliegt es nun der Bundesregierung, den grenzüberschreitenden Personenverkehr einzuschränken oder per Verordnung gesundheitliche Maßnahmen zu erlassen. Angenommen wurde auch eine Neuregelung des Insolvenzrechtes, wonach Betriebe ihre Geschäfte vorerst weiterführen können, auch wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Insolvenzantragspflicht wurde bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Auch für Genossenschaften und GmbHs wurden Fristverlängerungen beschlossen, die die Geschäftstätigkeit in Zeiten beschränkter Versammlungsfreiheit erleichtern sollen. Das Gesetzespaket wurde ohne Gegenstimme verabschiedet. (cd.)

Bundeswehr bereitet sich auf Corona-Einsatz mit 15.000 Soldaten vor

Die Bundeswehr bereitet sich auf einen umfassenden Unterstützungseinsatz in Deutschland wegen der Corona-Pandemie vor. Es gehe um „die Aufstellung eines Kontingents zur Hilfeleistung“, sagte ein Sprecher des Kommandos Streitkräftebasis am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. „Das Personal kommt dabei aus den verschiedenen Organisationsbereichen der Teilstreitkräfte.“ Wie der „Spiegel“ berichtete, soll das Kontingent 15.000 Soldaten umfassen. In einem Plan der Bundeswehrführung würden detailliert die Einsatzfelder beschrieben: So sollten etwa 5500 Soldaten für „Absicherung“ und „Schutz“ eingesetzt werden. und weitere 6000 für die „Unterstützung der Bevölkerung“. 600 Mitglieder der Feldjäger sind dem Bericht zufolge für „Ordnungs-Verkehrsdienst“ vorgesehen und rund 250 Soldaten der ABC-Abwehr für Desinfektionsmaßnahmen. 2500 Logistiksoldaten sollten sich mit 500 Lastwagen um „Lagerung, Transport, Umschlag“ kümmern.

Nach Merkels Corona-Test: Syrer bedanken sich mit Graffiti-Porträt

Unter Syrern genießt Bundeskanzlerin Angela Merkel große Sympathien. Nach ihrem negativen Corona-Test haben ihr zwei Graffiti-Künstler aus der Rebellenprovinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes nun in besonderer Form ihren Dank gezeigt: mit einem überlebensgroßen Porträt der Kanzlerin. Dazu ein Herz in Rot und der Text: «Frau Merkel, Ihr Wohlergehen freute uns in Idlib.» Bilder davon machen seit Tagen in den sozialen Medien die Runde. (dpa)

Aziz Al-Asmar (r), ein syrischer Maler aus Binnish, malt ein Wandgemälde in einem beschädigten Gebäude, das die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel darstellt.
Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Schweden begrenzt Versammlungen auf 50 Teilnehmer 

Schweden führt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schärfere Begrenzungen von öffentlichen Versammlungen ein. Zusammenkünfte mit mehr als 50 Teilnehmern werden verboten, wie Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekanntgab. Bislang lag diese Grenze bei 500 Personen. Von der neuen Maßnahme seien unter anderem Examensfeiern, Hochzeiten und Beerdigungen betroffen, fügte Sozialministerin Lena Hallengren hinzu. Laut Innenminister Mikael Damberg gilt die neue Begrenzung ab Sonntag.

Industrie- und Handelskammern verschieben Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) verschieben wegen der Corona-Krise die für April und Mai geplanten schriftlichen Azubi-Abschlussprüfungen in den Sommer 2020. Hiervon seien rund 210.000 Auszubildende betroffen, teilten die Kammern am Freitag mit. Bis einschließlich Mai finden demnach auch keine IHK-Weiterbildungsprüfungen statt. Sie sollen zwischen Juni und August nachgeholt werden.

Die schriftlichen IHK-Ausbildungsprüfungen werden nach jetzigem Stand in der Zeit vom 16. bis zum 19. Juni 2020 nachgeholt, teilten die Kammern mit: die industriell-technischen Prüfungen am 16. und 17. Juni und die kaufmännischen am 18. und 19. Juni. (AFP)

Erstmals Corona-Fall im Kreml

Im Kreml hat sich erstmals ein Mitarbeiter mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Er könne einen Fall bestätigen, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Der Mitarbeiter hatte demnach keinen Kontakt zu Präsident Wladimir Putin gehabt. Der Kremlchef selbst setze seine Arbeit wie gewohnt fort, werde nun aber besser geschützt. «Es handelt es sich um zusätzliche vorbeugende Maßnahmen, die man auch sonst anwenden sollte», sagte Peskow, ohne Details zu nennen. In Russland gibt es mit Stand Freitag 1036 bestätigte Corana-Infektionen und nach Angaben der Johns Hopkins Universität drei Tote. (dpa)

Corona-Hotspot Ischgl? Verbraucherschützer sammelt Hinweise 

Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben. «Den Schwerpunkt bilden derzeit deutsche Urlauber mit 356 Meldungen. Bislang betreffen rund 90 Prozent der Meldungen Ischgl und das Paznauntal» teilte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein VSV am Freitag mit. Die Zuschriften sammelt er seit Mittwoch. (dpa)

Wegen Corona: FC Barcelona kürzt Fußballstars das Gehalt 

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht mit seinen Stars hat der FC Barcelona dem Team und vielen Mitarbeitern die Arbeitszeit und damit den Lohn gekürzt. Der spanische Fußballmeister begründete die Eingriffe in die Verträge mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Laut spanischem Recht können Unternehmen im Falle höherer Gewalt zu solchen Mitteln greifen. Zuvor hatte der Club mit den Profis um Superstar Lionel Messi keine Einigung über eine freiwillige Gehaltskürzung erzielen können, wie spanische Medien berichteten. (dpa)

Australien steckt alle Heimkehrer in Quarantäne 

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie schickt die Regierung Australiens alle aus dem Ausland heimkehrenden Bürger für zwei Wochen in Quarantäne. Sie würden direkt vom Flughafen in Hotels oder andere Unterkünfte gebracht, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag in Canberra. Die Kosten der Unterbringung trügen die jeweiligen Bundesstaaten. Die neue Verordnung soll an diesem Samstag ab Mitternacht in Kraft treten. (dpa)

Europol sieht schnelle Zunahme von Corona-Verbrechen 

Europol sieht eine schnelle Zunahme von Verbrechen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Kriminelle und organisierte Banden hätten ihre Methoden sehr schnell angepasst und profitierten von der Krise, warnt die europäische Polizeibehörde in einem am Freitag in Den Haag veröffentlichten Bericht. Ermittler stellten demnach zunehmend Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen fest. (dpa)

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US-Schauspieler Mark Blum an Corona gestorben

Der New Yorker Film- und Theaterschauspieler Mark Blum ist mit 69 Jahren an den Folgen von Covid-19 gestorben. Seine Infektion mit dem neuen Coronavirus habe zu Komplikationen geführt, denen der Darsteller schließlich erlegen sei, teilte die Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild am Donnerstag (Ortszeit) mit. (dpa)

Vereinzelt Angriffe auf Deutsche im Ausland wegen Corona-Krise 

Wegen der Corona-Krise ist es in einigen Ländern vereinzelt zu Diskriminierungen oder sogar Gewalt gegen Deutsche gekommen. «Es gab einige Anfeindungen in manchen Ländern, in denen kursierte, dass das Virus von Europäern eingeschleppt worden sei. Es gab auch tätliche Angriffe», sagte der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts, Frank Hartmann, der Deutschen Presse-Agentur. «Das sind aber Einzelfälle. Die große Sorge, dass ein anti-europäischer Rassismus in der Krise entstehen könnte, die sehe ich nicht.» (dpa)

Südkorea meldet leichten Rückgang von Infektionen

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder leicht zurückgegangen. Wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten, kamen am Donnerstag 91 Fälle hinzu. Damit liegt die Zahl der täglich erfassten Fälle seit einigen Tagen um die Schwelle von 100. Bisher wurden in dem Land 9332 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Es wurden 139 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus gebracht. (dpa)

China meldet dutzende weitere Fälle von "importierten" Corona-Infektionen

China hat neue dutzende Fälle von mit Coronavirus-Infektion ins Land eingereisten Menschen gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 54 Ansteckungsfälle unter Eingereisten verzeichnet, wie der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung am Freitag in Peking mitteilte. Hinzu kam ein einziger neuer Fall einer Ansteckung innerhalb von Festlandchina.

Während laut den offiziellen Angaben die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in China seit Wochen drastisch gesunken sind, nahmen zuletzt die Zahlen der "importierten" Ansteckungsfälle zu. Inzwischen verzeichneten die chinesischen Behörden rund 600 solcher Fälle. (AFP)


+++ 26. März +++

Merkel: Debatte über Lockerung der Corona-Maßnahmen zu früh

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch keinen Grund, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. „Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein“, sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Infektionen verdoppeln. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Deswegen müsse sie die Menschen in Deutschland um Geduld bitten. (dpa)

EU-Parlament gibt grünes Licht für Investitionsoffensive wegen Corona-Krise 

Das EU-Parlament hat grünes Licht für eine 37 Milliarden Euro schwere Investitionsoffensive zur Bewältigung der Corona-Krise gegeben. Mit 671 zu drei Stimmen und 14 Enthaltungen sprach sich eine breite Mehrheit der Abgeordneten am Donnerstag im Schnellverfahren für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aus. Das Geld soll primär in die Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten und an kleinere und mittlere Unternehmen fließen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um frisches Geld, sondern um bislang nicht abgerufene Posten im EU-Haushalt. (AFP)

Coronavirus-Fälle an Bord eines Flugzeugträgers des US-Militärs

An Bord eines US-Flugzeugträgers sind acht Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekanntgeworden. Die Soldaten der „USS Theodore Roosevelt“ seien umgehend in eine Einrichtung der Streitkräfte auf der Pazifikinsel Guam ausgeflogen worden, sagte der amtierende Marineminister Thomas Modly am Donnerstag in Washington. Der Flugzeugträger mit rund 5000 Besatzungsmitgliedern sei nun auch auf dem Weg nach Guam. Nun werde die gesamte Mannschaft auf das Virus Sars-CoV-2 getestet, sagte er. (dpa) 

Malta schickt Rentner, Schwangere und Kranke in häusliche Quarantäne

Malta schickt wegen der Covid-19-Pandemie ältere Menschen über 65, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen in häusliche Quarantäne. Die Anordnung gelte ab Samstagmorgen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit. Rund 118 000 Menschen seien von der Maßnahme betroffen, mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. Malta hatte schon vor zwei Wochen Schulen und Universitäten geschlossen und später auch alle Restaurants und Bars. Auch alle Geschäfte, die nicht lebenswichtige Waren anbieten, sollen ab Montag nicht mehr öffnen. Bisher wurden nach offiziellen Angaben 134 Coronavirus-Fälle registriert. Tote gab es nicht. (dpa)  

Erste bewaffnete Gruppen folgen UN-Aufruf zu weltweitem Waffenstillstand wegen Corona-Krise

Die ersten bewaffneten Gruppen sind dem UN-Aufruf zu einem weltweiten Waffenstillstand angesichts der Corona-Krise gefolgt. Die Vereinten Nationen begrüßten, dass die Aufforderung von UN-Generalsekretär António Guterres von einigen Rebellengruppen in Kamerun und auf den Philippinen gehört worden sei, erklärte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Donnerstag. Am Montag hatte Guterres zu einem „sofortigen weltweiten Waffenstillstand“ aufgerufen. (AFP)

Ärztepräsident Reinhardt rät Bevölkerung zu einfachen Schutzmasken

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat in der Corona-Krise zum Tragen von Schutzmasken einfacher Art aufgerufen. «Mein Rat: besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum», sagte der 59-Jährige der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Die Masken würden keinen Schutz vor einer Ansteckung garantieren. «Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden.»

Einfache Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien zwar nur ein Hilfskonstrukt. «Aber sie sind besser als nichts, weil sie die Atemluft filtern», sagte der Allgemeinmediziner, der von dem Kauf professioneller Schutzmasken dringend abriet: «Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken.» Diese würden von Erkrankten, vor allem aber von Ärzten und Pflegern dringender benötigt. (dpa)

G20 investieren in Corona-Krise zusammen fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft. Es gehe darum, „Vertrauen wiederherzustellen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erklärten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer am Donnerstag nach einer Videokonferenz. In einer Erklärung bekannten sie sich dazu, der Bedrohung durch die Pandemie „geeint entgegenzutreten“. In der Erklärung hieß es wörtlich: „Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen.“

Die G20 versprachen, ihre Produktionskapazitäten für medizinische Versorgungsgüter auszubauen, damit sie dem wachsenden Bedarf gerecht werden. So soll sichergestellt werden, „dass diese Güter überall dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden, zu erschwinglichen Preisen, ausgewogen und so schnell wie möglich verfügbar sind“.

In vielen Ländern mangelt es an Schutzmasken, Virus-Tests und Beatmungsgeräten. Die G20-Staaten wollen sich nun stärker abstimmen, auch mit dem Privatsektor, „damit zügig Diagnoseverfahren, antivirale Medikamente und Impfstoffe wirksam, sicher, gerecht, zugänglich und erschwinglich entwickelt, produziert und vertrieben werden können“. (AFP)

China schließt seine Grenzen für die meisten Ausländer

Aus Angst vor einer zweiten Corona-Infektionswelle will China den meisten Ausländern die Einreise ins Land verwehren. Die Maßnahme trete am Samstag in Kraft und gelte auch für Ausländer mit gültigen Visa beziehungsweise einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung, erklärte am Donnerstag das Außenministerium in Peking. Es sprach zugleich von einem „vorläufigen“ Schritt, wie er auch von anderen Ländern vorgenommen worden sei. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde der Volksrepublik bereits angekündigt, ab Sonntag die Zahl der internationalen Flugverbindungen drastisch zu reduzieren.

Chinesische Airlines dürften jedes Land pro Woche nur noch einmal anfliegen; auch ausländische Gesellschaften dürften nur noch einen Flug pro Woche nach China anbieten. Die chinesischen Behörden befürchten nach eigenen Angaben, dass die Einreise infizierter Menschen aus dem Ausland eine zweite Infektionswelle auslösen könnte. Bislang wurden insgesamt 541 solcher Fälle gezählt. (AFP)

Junge-Union-Chef: Sommerferien notfalls verschieben

Wegen der unsicheren Lage an den Schulen bei den Prüfungsterminen kann sich der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, auch einen späteren Beginn der Sommerferien vorstellen. Dem „Focus“ sagte Kuban: „Die Sommerferien müssen wir notfalls aufschieben, damit alle Schulabsolventen die gleichen Chancen haben.“ Die Kultusminister der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, nach derzeitigem Stand die Schulabschlussprüfungen in diesem Jahr stattfinden zu lassen.

Da man nicht damit rechnen könne, dass die Prüfungen vor dem Frühsommer stattfänden, könne ein Aufschub der Ferien für die Abiturienten und Abschlussjahrgänge in einigen Bundesländern eine logische Konsequenz sein, sagte Kuban. Ebenso müssten Einschreibefristen für Studiengänge im kommenden Wintersemester auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. „Der 15. Juli ist definitiv zu früh.“ Niemand wisse, ob die Schüler bis dahin überhaupt ein Ergebnis hätten, sagte der JU-Chef. Realistisch sei eine Fristende im Frühherbst. (dpa)

Spahn: Bei Corona-Krise «noch Ruhe vor dem Sturm» 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit weiter steigenden Belastungen für Krankenhäuser und Praxen in der Corona-Krise. «Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm», sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. «Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt.» Daher sei es weiterhin nötig, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und gleichzeitig die Kapazitäten in den Kliniken auch mit Intensivbetten zu erhöhen.

Spahn bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen beginnen konnte. Die Kapazität liege mit 300 000 bis 500 000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Es sei weiterhin wichtig, dass sie zielgerichtet eingesetzt würden. (dpa)

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sprunghaft angestiegen 

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind infolge der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA sprunghaft angestiegen. Ihre Zahl hat sich von 282 000 in der Vorwoche auf nunmehr rund 3,3 Millionen verzehnfacht, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. (dpa)

Kreise: Tui kurz vor Einigung auf milliardenschwere Staatshilfen 

Der weltgrößte Reisekonzern Tui steht in der Corona-Krise laut Insidern kurz vor einer Einigung über staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe. Es gehe um Staatshilfe im Umfang von knapp zwei Milliarden Euro, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Das Unternehmen habe sich mit der staatlichen Förderbank KfW zu Wochenbeginn auf die Bedingungen geeinigt. Ein Tui-Sprecher bestätigte lediglich, dass man sich in guten Gesprächen befinde.

Dem Bericht zufolge soll die KfW nach der vorläufigen Vereinbarung rund 80 Prozent der von Tui benötigten Darlehen gewähren, 20 Prozent sollten Geschäftsbanken liefern. Diese dürften das Paket in den nächsten Tagen freigeben, hieß es. (dpa)

Experten: Bei Mangel an Intensivbetten nicht das Alter entscheidend 

Im Falle einer Knappheit in der aktuellen Corona-Pandemie sollen in deutschen Krankenhäusern Intensivbetten nach Erfolgsaussicht der Behandlung verteilt werden. Die Entscheidung über die Zuteilung von Ressourcen müsse medizinisch begründet und gerecht sein, heißt es in den Handlungsempfehlungen, die sieben medizinische Fachgesellschaften am Donnerstag in Berlin vorlegten. Als Kriterium solle die Wahrscheinlichkeit gelten, ob der Patient die Intensivbehandlung überleben wird.

Nach Einschätzung von Experten wird es wegen der Corona-Krise auch in Deutschland bald an Betten zur intensiven Betreuung von Schwerkranken fehlen. Die Ärzte müssten dann Entscheidungen über Leben und Tod treffen. (dpa)

Coronavirus: Ortsteile der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt unter Quarantäne

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in einem Pflegeheim stehen in der Stadt Jessen (Sachsen-Anhalt) zwei Ortsteile ab Donnerstagmorgen unter Quarantäne: Jessen und Schweinitz. Der Landrat des Landkreises Wittenberg habe eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 erlassen, teilte der Sprecher des Kreises am Mittwochabend mit. Ab Donnerstag, 7 Uhr, seien die Stadtteile gesperrt.

Personen sei der Zutritt oder die Zufahrt nur gestattet, wenn sie dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. «Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen», sagte der Sprecher. (dpa)

Bosch entwickelt Corona-Schnelltest

Der Technologiekonzern Bosch hat nach eigenen Angaben einen Coronavirus-Schnelltest unter anderem für Krankenhäuser und Arztpraxen entwickelt. Das vollautomatische Verfahren zum Nachweis von Virenerbgut soll von der Entnahme der Probe bis zum Ergebnis weniger als zweieinhalb Stunden brauchen, wie Bosch am Donnerstag mitteilte.

Laut Bosch hat der neue Test auf Sars-CoV-2 eine «Genauigkeit von über 95 Prozent». Die Fragen, wie oft das System falschen Alarm schlägt oder wie viele Infektionen es übersieht, konnte ein Sprecher zunächst nicht beantworten. Laut Bosch erfüllt der Test die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO). (dpa)

Wegen Corona-Krise: Neue Regeln für Kinder-Vorsorge

Die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder haben eigentlich feste Termine. Wegen der Corona-Krise werden diese nun aber teilweise aufgehoben. Das haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) beschlossen.

Konkret bedeutet das: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr – Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Keine Änderungen gibt es bei den früheren Untersuchungen U2 bis U5: Das sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll. Die neuen Regeln zur Kinder-Vorsorge gelten ab sofort und bis Ende September 2020. (dpa)

Apple spendet zehn Millionen Atemschutzmasken an US-Mediziner 

Apple hat zehn Millionen Atemschutzmasken beschafft und spendet sie an amerikanische Mediziner. Weitere Millionen Masken sollen in besonders schwer betroffene Regionen in Europa gehen, wie Konzernchef Tim Cook in der Nacht zum Donnerstag über Twitter ankündigte. Sie würden Apple-Zulieferern abgekauft und die Aktion werde mit lokalen Regierungen koordiniert, erläuterte er. (dpa)

US-Infektiologe: Coronavirus könnte saisonal wiederkehren 

Der renommierte US-Experte Anthony Fauci hat davor gewarnt, dass das neuartige Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte. Deshalb müssten dringend ein Impfstoff und wirksame Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden, sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) Fauci am Mittwoch in Washington. (AFP)

US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket

Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) ohne Gegenstimme angenommen. Nun muss noch das Repräsentantenhauses zustimmen, das sich am Freitag damit befassen soll. Präsident Donald Trump hatte angekündigt, das Gesetzespaket dann umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen.

Mit dem Paket wird die Arbeitslosenversicherung deutlich ausgeweitet. Zudem bekommen der Gesundheitssektor und besonders vom Coronavirus betroffene Staaten zusätzliche Milliardenbeträge. Ein wichtiger Teil des Konjunkturpakets sind Kredite für kleinere und mittlere Unternehmen von insgesamt rund 350 Milliarden Dollar, die zu bestimmten Bedingungen später erlassen werden können. Das Finanzministerium soll zudem noch 500 Milliarden Dollar für weitere Notkredite für Unternehmen zur Verfügung haben.

Zudem soll es umgehend direkte Auszahlungen an die meisten Steuerzahler geben, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Erwachsene sollen 1200 US-Dollar pro Person bekommen, zusätzlich soll es 500 US-Dollar pro Kind geben. Finanzminister Steven Mnuchin erklärte, die Auszahlungen könnten bereits im April beginnen. Zudem sind in dem Gesetzespaket Hilfen für bestimmte Wirtschaftszweige vorgesehen, die unter anderem Fluggesellschaften und dem Luftfahrtkonzern Boeing zu Gute kommen dürften. (dpa)

Umfrage: Corona-Krise stimmt Bundesbürger äußerst pessimistisch 

Die Corona-Krise stimmt die Bundesbürger laut einer Umfrage so pessimistisch wie kein anderes Ereignis seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Nur 24 Prozent blicken hoffnungsvoll auf die nächsten zwölf Monate, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ergab. (AFP)

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Helsinki wird wegen Coronavirus abgeriegelt 

Die finnische Hauptstadt Helsinki wird wie zahlreiche andere Großstädte auf der Welt wegen des Coronavirus abgeriegelt. Die Aus- und Einreiseverbote für die Hauptstadtregion Uusimaa gelten ab Freitag und für mindestens drei Wochen, wie Ministerpräsidentin Sanna Marin am Mittwoch mitteilte. Reisen aus sehr wichtigen Gründen wie etwa beim Tod eines Angehörigen oder zum Besuch eines getrennt lebenden Kindes bleiben aber erlaubt. (AFP)

Zwei Pariser Flughäfen machen wegen Corona-Krise dicht 

Zwei der drei großen internationalen Flughäfen von Paris werden wegen der Corona-Krise vorübergehend geschlossen. Wie Behörden und Betreiber am Mittwoch mitteilen, machen die Airports Orly und Beauvais-Tillé dicht. Als Grund wurde der drastisch gesunkene Betrieb infolge der Reisebeschränkungen genannt. Geöffnet bleibt aber der Flughafen Charles de Gaulle, der größte Airport der französischen Hauptstadt. (AFP)