Rettung im Paradies: Den Galápagos-Pinguinen geht es so gut, wie schon lange nicht mehr. Der Bestand der seltensten, vom Aussterben bedrohten Pinguinart hat sich deutlich erholt: Noch im vergangenen Jahr wurden auf den Galápagos-Inseln 1451 Exemplare gezählt, in diesem Jahr sind es 1940; das ist der höchste Stand seit 2006. Bei den ebenfalls endemischen Stummelkormoranen, den Galápagos-Scharben, gibt es eine ähnliche Entwicklung: Ihr Bestand wuchs von 1914 auf 2220 Vögel. Nach Angaben des Parque Nacional Galápagos leben die meisten Kolonien auf den Inseln Isabela und Fernandina sowie auf den Mini-Inseln Marielas – also im Westen des Archipels.

Den Vögeln soll laut Nationalpark vor allem das Wetterphänomen „La Niña“ mehr Nahrung beschert haben: Passatwinde treiben hier warmes Oberflächenwasser von der Küste Perus verstärkt nach Südostasien – und mit ihnen auch die Fische. Außerdem habe der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Rückgang an Touristen dazu geführt, dass die Tiere ungestört nisten konnten. Kurzum: mehr Fisch und weniger Menschen lassen die Bestände wachsen.

Eifrige Jäger: ein Trupp Galápagos-Pinguine auf einem Lavafelsen.
Foto: imago images/blickwinkel

Die Galápagos-Pinguine werden nur bis zu 35 Zentimeter groß und gehören damit zu den kleinsten Vertretern ihrer Art. Zudem sind sie die einzige Pinguin-Art, die am Äquator lebt. Auch die Galápagos-Scharben sind besondere Tiere: Die Vogelart hat die Fähigkeit zum Fliegen verloren, sich dafür aber über die Zeit auf das Tauchen spezialisiert.

Die Galápagos-Inseln gehören seit 1979 zum Unesco-Weltnaturerbe. Die einzigartige Tier - und Pflanzenwelt der Inselgruppe inspirierte den britischen Forscher Charles Darwin zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie. Die größtenteils geschützte Inselgruppe befindet sich etwa 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors.