Für junge Menschen ist die Erfahrung der Geburt einscheidender als für Ältere, die ein Kind bekommen.
Foto: imago

BerlinDie Geburt eines Kindes stellt das Leben der Eltern auf den Kopf. Auf einmal erscheint alles anders. „Nichts hat mich so verändert wie die Geburt meiner Kinder“, hört man Väter oder Mütter häufig sagen. Aber stimmt das auch? Wie sehr verändern die Kinder ihre Eltern? Das wollten die Psychologinnen Jule Specht und Eva Asselmannn von der Humboldt-Universität zu Berlin genauer wissen. Sie haben untersucht, ob sich die Persönlichkeit von Eltern in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes wandelt. Vor allem wollten sie wissen, ob Väter und Mütter durch die neue Verantwortung reifer und erwachsener werden.

Das Ergebnis war für sie selbst überraschend. „Wir wissen, dass sich die Persönlichkeit über das ganze Leben hinweg verändert“, sagt Eva Asselmann. „Dass aber die Geburt eines Kindes grundsätzlich zu einer Reifung der Eltern führt, konnten wir nicht bestätigen.“ Ihre Persönlichkeit verändere sich in den ersten Jahren mit Baby weit weniger, als man gemeinhin vermuten würde, berichteten die Psychologinnen, deren Studie kürzlich im European Journal of Personality erschienen ist. Anders gesagt: Die Geburt eines Kindes macht einen nicht zu einem völlig anderen Menschen. Und: Mütter und Väter sind nicht grundsätzlich reifer als Nicht-Eltern.

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