In einer Studie zu geleisteten Arbeitsstunden bilden die Deutschen das Schlusslicht – sie arbeiten die wenigsten Stunden im Vergleich zu den anderen Ländern. „Nur“ 1371 Stunden gearbeitete Stunden arbeitet der deutsche Arbeitnehmer im Schnitt, so zeigt es die Auflistung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Innerhalb Europas sind es die Griechen, die statistisch die meisten Arbeitsstunden ableisten, weltweit führt Mexiko mit 2246 Stunden Arbeitszeit pro Arbeitnehmer die Liste an.

Wie wurde das berechnet?

In der OECD-Studie werden alle Arbeitsstunden eines Jahres durch die Beschäftigten des Landes geteilt. Das bedeutet, das dort Vollzeit genauso wie Teilzeitbeschäftigung sowie bezahlte und unbezahlte Überstunden mit eingerechnet wurden. Auch Zweit- und Drittjobs zählen. Gerade in ärmeren Ländern wie Griechenland haben viele Arbeitnehmer mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen. In Deutschland gibt es im Gegensatz dazu verhältnismäßig viele Teilzeitstellen.

Sind die Deutschen fauler als alle anderen?

Die Berechnung der Arbeitsstunden ist allerdings kein Indikator dafür, dass die Deutschen fauler sind. Denn die niedrige Zahl erklärt sich auch dadurch, dass es hierzulande auch verhältnismäßig viele Urlaubstage gibt: In der Regel steht einem Vollzeitbeschäftigen Arbeitnehmer ein Anspruch von 20 freien Tagen zu. Hinzu kommen die gesetzlichen Feiertage, von denen es in anderen Ländern oft weniger gibt. Das erklärt, warum es in anderen Ländern eine höhere Zahl an Arbeitsstunden gibt.

Außerdem zeigt eine andere OECD-Studie, dass die Deutschen im Verhältnis zu anderen Ländern überdurchschnittlich produktiv sind, auch wenn sie weniger Stunden arbeiten. (chs)