BerlinSeit Wochen machen Umfragen über die mutmaßliche sinkende Impfbereitschaft gegen Covid-19 die Runde. Seit April sank sie dem Covid-19 Snapshot Monitoring (COSMO) zufolge von 70 Prozent auf 48 Prozent Anfang Dezember. Vertrauen in die Sicherheit der Impfung stellte sich dabei als wichtigster Faktor heraus, der die Impfbereitschaft positiv beeinflusst. Doch wie kann diese hergestellt werden? Diese Frage stellt sich auch vor dem Hintergrund der jetzt begonnenen Impfaktionen. Wie können Menschen davon überzeugt werden, sich für eine Impfung zu entscheiden? Nicht nur für ihre eigene Gesundheit, sondern zum Wohle aller?

„Auf der individuellen Ebene stehen der Aussicht auf Schutz vor Ansteckung große Ängste vor Nebenwirkungen gegenüber“, sagt Florian Zimmermann, Wirtschaftsprofessor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und dem Institute on Behavior and Inequality (briq) in Bonn. Das Thema Gesundheit sei häufig von großer Unsicherheit geprägt, welche Ängsten viel Raum lässt. „Solche Ängste sind im Fall der Covid-19-Impfstoffe potenziell besonders ausgeprägt, zum einen auf Grund der kurzen Dauer der Entwicklung und Prüfung, zum anderen auf Grund der Vielzahl von Falschmeldungen und von Impfgegnern in Umlauf gebrachten Narrativen, die in privaten und sozialen Netzwerken kursieren“, sagt er. Es herrsche ein Spannungsfeld: Auf der einen Seite kann man durch eine Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch andere schützen. Auf der anderen Seite sei man vermutlich weniger bereit, sich impfen zu lassen, wenn man beobachtet, dass bestimmte Teile der Gesellschaft dies nicht tun.

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