Keilmesser der Neandertaler.
Foto: D. Delpiano, UNIFE

Über einen gewaltigen Zeitraum lebten sie in weiten Teilen Europas, im Nahen Osten und drangen bis an die Grenzen Sibiriens und sogar bis in das Altai-Gebiet vor. Die Neandertaler hinterließen von etwa 400.000 bis 40.000 Jahren vor heute Spuren in ihren Siedlungsgebieten. Und auch schon diese frühen Vertreter der Gattung Homo mussten sich – wie neue Forschungen nahelegen – mit Fragen des Klimawandels auseinandersetzen.

Als kräftig gebaute Jäger und Sammler fertigten sie ihre Werkzeuge und Waffen aus Holz und Gesteinen an. Dabei waren sie bereits teilweise in der Lage, diese Materialien zu kombinieren. Vor etwa 100.000 Jahren war ihr Universalwerkzeug zum Schneiden und Schaben ein Messer aus Stein, bei dem die Kante gegenüber der Schneide bereits beim Rohling stumpf, sozusagen bereits als ein integrierter Griff vorhanden war. Dann bearbeitete der Jäger und Sammler diesen Rohling mit einem weichen Schlaginstrument aus Geweih oder Holz, nahm kleine Abschläge vor und schälte so ganz gezielt ein von Fachleuten als „Zweiseiter“ oder auch „Keilmesser“ bezeichnetes Werkzeug aus dem Rohmaterial. War der Neandertaler geübt, dürfte es ihn nach Expertenmeinung kaum länger als zehn Minuten gekostet haben, ein solches Keilmesser herzustellen.

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