Antje Boetius im Tieranatomischen Theater der Humboldt-Universität, in dem sie ihr "Theater des Anthropozän" inszenierte.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinAntje Boetius betritt den Hörsaal des Tieranatomischen Theaters  und ist gleich wieder begeistert: die Eleganz des Raums, die theatrale Atmosphäre, die Wandgemälde! So hat man im 18. Jahrhundert Wissenschaft in Szene gesetzt. Der Bau ist das älteste erhaltene akademische Lehrgebäude in Berlin, entstanden als Teil der neuen Tierarzneischule. In dem kreisrunden Hörsaal wurden Tierkadaver seziert. Vor einem halben Jahr wurde der Raum für einen Abend zur Bühne: Hier zeigte das von der Humboldt-Universität präsentierte und von Antje Boetius mit erdachte "Theater des Anthropozän" seine erste Vorstellung. Wegen der Corona-Pandemie wird das Projekt derzeit auf anderen Wegen fortgesetzt, auch digital. Wer glaubt, die Meeresbiologin habe als Leiterin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts, Universitätsprofessorin, gefragte Klimaexpertin und Mitglied renommierter Institutionen wie der Leopoldina  doch unmöglich Energie für andere Projekte übrig, der kennt sie schlecht. 

Frau Boetius, im März standen Sie in diesem Saal, barfuß und im grünen Kleid, und erzählten einem Publikum von der Entstehung der Bäume und Wälder. Sie waren in dem Moment fast mehr Schauspielerin als Wissenschaftlerin. Warum der Rollenwechsel?

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