Wird durch Mücken übertragen: Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

Köln - Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus, auf den Menschen wird es durch Mückenstiche übertragen. Aktuelle Zahlen sind alarmierend. Allein in diesem Jahr wurden insgesamt 231 Fälle in Europa nachgewiesen (Stand 9. August 2018). 59 Fälle in Griechenland, zwei in Frankreich, 23 Fälle in Ungarn, ebenso viele in Rumänien. In Italien wurden 123 Fälle mit sogar drei Toten nachgewiesen, wie das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mitteilt.

Insgesamt seien im laufenden Jahr 17 Menschen in Europa am West-Nil-Virus verstorben. Das ECDC sammelt Daten zur Ausbreitung des West-Nil-Virus in Europa. Ziel ist es, die Ausbreitung hierzulande einzudämmen.

Übertragung auf Menschen durch Stechmücken

Bereits im Juni 2018 wurde das Virus im tschechischen Brünn nachgewiesen. Das Gesundheitsamt vermutete damals, das Virus sei durch Wandervögel aus Afrika eingeschleppt worden. So konnte das Virus von den Mücken aufgenommen und weiterverbreitet werden.

Das West-Nil-Virus gilt als Erreger von West-Nil-Fieber. Die Übertragung auf den Menschen oder auf Pferde erfolgt durch Stechmücken, im schlimmsten Fall kann eine Infizierung zum Tod führen. Etwa 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen jedoch ohne Symptome, wie die Apotheken Umschau erklärt. Nur in rund 20 Prozent der Fälle leiden Patienten unter grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall und Hautausschlag. Insgesamt dauert die Erkrankung etwa eine Woche. 

Hirnhautentzündung kann zum Tod führen

In schwerwiegenden Fällen jedoch kann es zu Entzündungen des Gehirns und der Gehirnhäute sowie zu akuten Lähmungserscheinungen kommen, die sich nur teilweise oder gar nicht mehr zurückbilden. In solchen Fällen können Erkrankungen sogar zum Tod führen.

Nach einer West-Nil-Virus-Infektion können auch Spätfolgen Monate nach dem Abklingen der Symptome auftreten. Diese äußern sich in Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Konzentrationsstörungen.

Keine Impfung, keine Medikamente

Bislang existiert weder eine Impfung noch ein Medikament zur Behandlung von West-Nil-Fieber. Normalerweise endet die Krankheit von selbst. Die Therapie ist lediglich auf die Linderung der Symptome wie Fieber oder Gliederschmerzen. Verläuft die Erkrankung schwer, kann ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll sein, um schnell auf die Symptome reagieren zu können.

Einzig der Schutz vor Mückenstichen helfe, so Experten. „Die einzige Prophylaxe ist daher der konsequente Schutz vor Mückenstichen durch entsprechende Kleidung und Insektenschutzmittel“, erklärt Dr. med. Markus Frühwein in der Apotheken Umschau

Noch keine Fälle in Deutschland bekannt, aber Experten warnen

In Deutschland sind bislang noch keine Fälle von West-Nil-fieber bekannt, das durch Mücken übertragen wurde. Trotzdem warnen Experten, wie die Kaufmännische Krankenkasse, dass immer mehr exotische Stechmücken in Deutschland eingeschleppt würden, die sich Dank des Klimawandels heimisch fühlen würden. – wie beispielsweise die Asiatische Tigermücke. Generell stellten die Experten fest, dass immer mehr Insektenstiche ärztlich behandelt werden müssten.

(sar)