Parkinson ist eine Störung des zentralen Nervensystems mit möglichen Symptomen wie Zittern und Sprachstörungen.
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BerlinZittern, Sprachstörungen, eine starre Mimik, Gedächtnisverlust: Bei immer mehr Menschen mittleren Alters treten diese Symptome auf. Die mögliche Diagnose: Parkinson, auch Schüttellähmung genannt.

Parkinson ist eine neurodegenerative Bewegungsstörung, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben. Sie produzieren dann kein Dopamin mehr, mit dessen Hilfe der Körper normalerweise Bewegungen steuert. Zahlreiche Störungen sind die Folge. Zusätzliche Symptome können Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz sein.

Meist erkranken Männer zwischen 50 und 60 Jahren. Parkinson gehört weltweit zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems. In Deutschland sind etwa 220.000 Patienten betroffen. Studien gehen davon aus, dass sich – auch wegen der alternden Bevölkerung – die Zahl der Patienten bis 2030 verdoppeln könnte.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V., dpa

Ziel ist die Entwicklung kausaler Therapien

Parkinson ist bisher nicht heilbar. Die Ursachen sind kaum erforscht. Es gibt zwar Therapieansätze zur Behandlung, doch viele Betroffene leben noch unter dem Damoklesschwert einer sich verschlimmernden Krankheit, leiden unter Nebenwirkungen, Depressionen oder sozialer Ächtung. Das soll sich nach dem Wunsch einer neuen Initiative ändern: Die Yuvedo Foundation ist ein internationaler Verband aus Betroffenen, Medizinern, Wissenschaftlern und Unternehmern. Gegründet im Juni in Berlin von Jens Greve und Jörg Karenfort, die beide selbst erkrankt sind. 

Die Stiftung will auf neurodegenerative Erkrankungen aufmerksam machen und ein Bewusstsein für Betroffene schaffen. „Wir haben hoffentlich noch die notwendige Energie, um diejenigen zu unterstützen, die sich dem Kampf gegen diese Krankheiten verschrieben haben“, sagt Jens Greve. In der Vergangenheit sei zu wenig geschehen, um die Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen zu bekämpfen. „Wir sind davon überzeugt, dass Parkinson heilbar ist, und wir wollen davon noch selbst profitieren“, sagt Jörg Karenfort.

Die Yuvedo Foundation möchte die Forschung für Parkinson, MS und Demenz fördern und dafür Gelder sammeln. Im Mittelpunkt steht dabei der Brainstorm Fund, aus dessen Topf die Entwicklung kausaler Therapien von Start-ups und mittelgroßen Pharmaunternehmen finanziert werden soll. Offizielle Partner der Stiftung sind nationale sowie internationale Forschungseinrichtungen und Patientenverbände wie das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen und die Deutsche Parkinson Vereinigung.

Radfahrt am Sonnabend, Infoveranstaltung nächsten Freitag

Startschuss für das Projekt ist eine Radfahrt am Sonnabend, 12. September. Ein Team aus Parkinson-Patienten und Unterstützern, darunter der Comedian Markus Maria Profitlich, macht sich mit dem Fahrrad auf den Weg von Köln nach Baden-Baden. Das Motto: Sich selbst bewegen, um etwas zu bewegen. Treffpunkt ist um 9 Uhr, Start um 10 Uhr vor dem Kölner Dom, dann geht es in mehreren Etappen bis zum 18. September die Rhein- und Weinroute entlang. Geplant war ursprünglich, die politischen Forderungen der Initiative per Sternfahrt nach Brüssel zu überbringen. Coronabedingt wird diese Fahrt auf 2021 verschoben.

Dennoch soll schon jetzt bei politischen Akteuren und auch in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Erforschung solcher Erkrankungen geschärft werden. Hierfür ist ein Online-Briefing geplant, an dem jeder teilnehmen kann, das allerdings der Anmeldung bedarf unter yuvedofoundation.de/de/briefing

Auf dem Tagesordnungspunkt für diese Veranstaltung am Freitag, 18. September, 15 bis 16 Uhr, stehen unter anderem eine Einführung der Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley (SPD), Kommentare von Neurologen und Forschern sowie eine anschließende Diskussion. 


Die Berliner Zeitung ist Medienpartner der Yuvedo Foundation.