Berlin - Manchmal sind es acht schwarze Milchzähne auf einmal, die Christian Splieth an der Uniklinik Greifswald ziehen muss. Seine Patienten sind gerade mal drei Jahre alt. Und sie liegen unter Vollnarkose auf dem OP-Tisch, weil kein Kleinkind diese Prozedur freiwillig über sich ergehen lassen würde.

Deutschlands Zahnärzten reichen solche Erfahrungen. Sie schlagen Alarm, weil ihnen die Karies-Raten bei Säuglingen und Kleinkindern zu hoch sind - vor allem in sozial schwachen Familien ohne viel Bildung, darunter auch zahlreiche Migranten. Viele dieser Eltern wüssten viel zu wenig über Mundhygiene, sagen die Zahnärzte. Sie wollen Säuglinge deshalb vom sechsten Lebensmonat an für feste Vorsorgeuntersuchungen in ihren Praxen haben. Bisher sind die Kinder zweieinhalb, wenn sie das erste Mal einen Zahnarzt sehen. Früherkennungsuntersuchungen (U1 bis U9) von Geburt an sind Sache der Kinderärzte.

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