Köln - Discounter sind für den Einkauf bei vielen Deutschen beliebt. Manche bevorzugen Lidl, andere Aldi. Die Kunden denken, dass sie bei ihrem Lieblingssupermarkt bessere Angebote für ihr Geld bekommen. Doch wie gut sind die beiden größten Discounter wirklich? Und wie stark unterscheiden sie sich in ihrem Sortiment?

Das testet Nelson Müller im ZDF. Der große Einkaufs-Check wird am Dienstag, 24. September, um 20.15 Uhr im ZDF gezeigt. Der Starkoch vergleicht das Angebot von Lidl, Aldi Süd und Aldi Nord in den Kategorien: Markenprodukte, Geschmack, Schadstoffe, Bio und Fairness.

Markenprodukte

Auch bei den Discountern finden Kunden immer häufiger Markenprodukte in den Regalen – oft in speziellen Sondergrößen. Die Qualität wird dadurch nicht beeinträchtigt, auch wenn die Discounter-Größe günstiger ist als die Originalgröße. Bei welchem Markt Kunden Marken wie Nutella, Coca-Cola oder Philadelphia für einen kleineren Preis finden, hat das ZDF-Team neun Wochen lang untersucht. Das Ergebnis: Preislich liegen Aldi und Lidl bei den Markenprodukten fast gleichauf. Doch bei Lidl haben Kunden eine Auswahl von 950, bei Aldi hingegen nur von 160 Markenprodukten.

Geschmack

50 Tester ließ Nelson Müller die Frühstücksklassiker von Aldi und Lidl testen – alles Eigenmarken der Discounter. Erdbeermarmelade, Orangensaft, Kaffee, Toastbrot und Früchte-Müsli wurde durch die strengen Gaumen der Tester bewertet. In Sachen Geschmack hatte der Discounter aus dem Ruhrgebiet klar seine Nase vorn – nur beim Kaffee konnte das Produkt von Lidl überzeugen.

Schadstoffe

Damit Orangen, Zitronen oder Mandarinen in den Auslagen der Discounter nicht so schnell verschimmeln, werden die Schalen der Citrusfrüchte chemisch behandelt – zum Beispiel mit Thiabendazol. Dass die Früchte mit den Mitteln konserviert wurden, muss auf der Verpackung angegeben werden. In den Labortests sind diese Schadstoffe auch in den Früchten der beiden Discounter zu finden – alle Werte liegen aber unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Doch in den Orangen, Zitronen oder Mandarinen stecken teils bis zu 100 chemische Stoffe. Denn die Schalenbehandlung muss zwar auf der Packung stehen, welche Pestizide beim Anbau der Früchte eingesetzt wurden, hingegen nicht. Verbraucherschützer raten daher das Obst, die Hände und Brettchen oder Messer gründlich zu waschen. Starkoch Nelson Müller gibt den Tipp auf Bio-Obst zurückzugreifen, wenn man nicht mit Schadstoffen in Berührung kommen möchte.

Bio

Seit 2018 hat Lidl Bio-Produkte nach Bioland-Kriterien in den Regalen. Bei Bioland gelten strengere Regeln als bei den EU-Bio-Vorschriften. Zum Beispiel darf nach EU-Bio bis zu fünf Prozent des Tierfutters aus konventionellem Anbau stammen, nach Bioland-Standards müssen 100 Prozent des Futters aus Bio-Anbau stammen und 60 Prozent aus eigenem Anbau des Bio-Hofes. Durch die strengeren Vorgaben ist die Herstellung von Bioland-Produkten teurer. Preislich ist der Fruchtquark nach Bioland-Standard bei Lidl nicht teurer, als der Fruchtquark bei Aldi nach EU-Standard. Das gelinge durch eine Mischkalkulation des Discounters – bei den Bioprodukten mache er keinen Gewinn, sondern locke nur Kunden in den Markt.

Bei Aldi finden Kunden Bio-Produkte nach EU-Bio-Vorgaben. Der Test von Nelson Müller zeigt, dass Aldi mehr Bioprodukte in den Regalen hat als Lidl. Dafür bietet Lidl seinen Kunden durch die Bioland-Produkte hochwertigere Biowaren.  

Fairness

Der ZDF-Test zeigt, dass bei Aldi fünf Prozent des Sortiments Fairtrade-Produkte sind, bei Lidl sind es nicht einmal ein Prozent. Die Nichtregierungsorganisation Oxfam untersucht Supermärkte auf ihre Fairness bei Arbeitnehmerrechten, den Lieferanten und den Kleinbauern. Bei der Auswertung aus 2019 schneidet kein Discounter gut ab: Aldi Süd erfüllt 19 Prozent der Fairness-Kriterien, Lidl neun Prozent und Aldi Nord nur fünf Prozent.

Im Test wird am Beispiel Wein gezeigt, wie viel Marktmacht die beiden Discounter haben. Winzer haben als die Hersteller meist keinen direkten Kontakt zu Lidl oder Aldi – der Wein wird über Großkellereien vertrieben. Die Weine stehen bei den Discountern zu niedrigen Preisen im Regal. Sie sind die größten Anbieter des Weins und nutzen ihre Stellung aus – wollen die Hersteller ihren Wein loswerden, müssen sie die Preise der Discounter akzeptieren. Verbraucher bezahlen 3, 39 Euro pro Liter, davon landen nur 73 Cent bei den Winzern. Das Urteil im ZDF-Test: In Sachen Fairness haben beide Discounter noch viel Aufholbedarf.

Das ZDF testet beim großen Einkaufs-Check auch noch Rewe und Edeka (Ausstrahlung am 1. Oktober) und Penny und Netto (Ausstrahlung am 8.Oktober).