Nun sind es wieder zwei mehr: Kurz nach 1 Uhr sind in der Nacht zum Montag im Zoo von Beauval in Frankreich zwei Riesenpandas zur Welt gekommen. Mutter ist die aus China ausgeliehene Huan Huan. Ihr Name bedeutet „glücklich“ auf Chinesisch. Sie erfreut nun Forschung und Tierschützer. Laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN leben noch rund 2000 Pandas in freier Wildbahn in China, 500 der Tiere sind in Zoos untergebracht. Dort ist die Fortpflanzung ein wichtiges Anliegen. Für den Zoo ist es bereits die zweite Panda-Geburt innerhalb von vier Jahren.

„Beide Babys sind rosa. Beide sind völlig gesund. Sie sehen ziemlich groß aus. Sie sind wunderschön“, erklärte Zoodirektor Rodolphe Delord. Eine Mitarbeiterin des Forschungszentrums für Riesenpandas im chinesischen Chengdu, die eigens für die Geburten angereist war, wog eines der Babys. Es brachte ein Gewicht von 149 Gramm auf die Waage. Das zweite Tier kam auf 128 Gramm.

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Geburtshilfe durchs Gitter: Eine Pflegerin nimmt Huan Huan das erste Baby weg.

Laut dem leitenden Tierarzt des Zoos Baptiste Mulot ist dies ein „sehr beruhigendes“ Gewicht für ein Pandababy. „Je schwerer sie sind, desto weniger anfällig sind sie. Sie liegen damit im oberen Bereich, denn sie sollten bei der Geburt zwischen 100 und 150 Gramm wiegen“, erklärte der Tierarzt. Mulot geht davon aus, dass es sich bei den kleinen Bären um Weibchen handelt. Mit Sicherheit lässt sich das Geschlecht jedoch erst in einigen Tagen bestimmen. „Die ersten zehn Tage sind eine heikle Phase“, sagte Mulot. Doch Huan Huan „zeigt sich als gute Mutter“.

Bevor die Besucher die Kleinen zu Gesicht bekommen, werden noch einige Wochen vergehen. Die Jungen würden zunächst in einem Brutkasten rund um die Uhr überwacht und abwechselnd von ihrer Mutter gesäugt, erläuterte Zoodirektor Delord. Auch die Namensgebung zieht sich noch hin: Die Neugeborenen sollen in rund 100 Tagen von der Frau des chinesischen Staatschefs Xi Jinping benannt werden, wie der Zoo mitteilte.

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Versorgung im Brutkasten

Die Hoffnung auf Panda-Nachwuchs war bereits im März durch das Liebesspiel zwischen Huan Huan mit dem Männchen Yuan Zi geweckt worden. Weibliche Pandas sind nur einmal im Jahr fruchtbar, und das auch nur für bis zu 48 Stunden. Um möglichst wenig dem Zufall zu überlassen, wurde das Weibchen zudem einer künstlichen Befruchtung unterzogen. Experten des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung waren damals eigens zur Unterstützung angereist.

In freier Wildbahn bekommen Pandas alle zwei Jahre Nachwuchs. In Zoos misslingt dies meistens, da das Zeitfenster so knapp ist und männliche Pandas in Ermangelung von Partnerinnen entweder das Interesse oder die Kenntnisse zur Fortpflanzung verlieren. Im August 2017 hatte Huan Huan nach künstlicher Befruchtung das erste Pandababy Frankreichs zur Welt gebracht – das Männchen Yuan Meng. Die Begeisterung war riesig, auch die französische Präsidentengattin Brigitte Macron besuchte den Zoo und schaute sich den Nachwuchs an. Sie ist inzwischen Patin von Huan Huan.