Berlin - In der Corona-Pandemie sind viele planbare Operationen verschoben wurden. Wie eine aktuelle Datenerhebung der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt, nahm die Zahl der stationären Operationen bei Versicherten 2020 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent ab. Den stärksten Rückgang gab es demnach bei verschiebbaren Eingriffen: bei Zahn- und Mandel-OPs ein Minus von 27,6 Prozent, gefolgt von Operationen an Nase und Ohren – ein Minus von 26,5 und 24,7 Prozent. Laut KKH wurden Eingriffe unter anderem an der Brust, die unter anderem wegen einer Krebserkrankung unumgänglich sind, auch am seltensten verschoben. Sie sanken um rund sechs Prozent.

Rückläufig waren auch Herz- sowie Lungen-Operationen mit 6,5 beziehungsweise 7,6 Prozent. Stationäre Eingriffe am Bewegungsapparat wie an der Wirbelsäule sowie am Verdauungstrakt – der bundesweit der häufigste Grund für einen operativen Eingriff ist – standen 2020 zu jeweils elf Prozent weniger auf den OP-Plänen als noch 2019, so die KKH weiter. Augen-OPs fanden um 16,4 Prozent, Eingriffe an der Haut um 10,5 Prozent weniger statt.

Operationen von KKH-Versicherten nahmen laut der Datenerhebung in den Monaten der ersten und zweiten Infektionswelle mit hohen Corona-Infektionszahlen stark ab. Das würden Fallzahlrückgänge mit Spitzen im März (minus 26 Prozent) und April 2020 (minus 39 Prozent) sowie Januar und Februar 2021 (minus 34 und 23 Prozent) widerspiegeln.

Dass im ersten Corona-Jahr weniger plan- und verschiebbare Operationen stattfanden, lag unter anderem daran, möglichst viele Klinikbetten für Covid-19-Patientinnen und -Patienten freizuhalten. Zeitweise durften Ärztinnen und Ärzte in den deutschen Krankenhäusern nur überlebenswichtige Eingriffe durchführen. Damit sollte die hohe Überlastung von Medizinern sowie Pflegepersonal durch die Behandlung schwer erkrankter Infizierter verringert werden. Der Rücklauf der stationären Eingriffe könnte auch daran liegen, dass viele Menschen aus Angst vor einer möglichen Corona-Infektion trotz Beschwerden nicht zum Arzt oder zu Vorsorgeuntersuchungen gingen – was die Zahl der Klinikeinweisungen ebenfalls reduzierte.

Die KKH hat nach eigenen Angaben als eine der größten bundesweiten Krankenkassen mehr als 1,6 Millionen Versicherte.