Blitze erzeugen sehr viel mehr der umweltschädlichen Stickoxide (NOX), als Forscher bisher annahmen. Das ergibt eine weltweite Blitzzählung, die Colin Price und seine Kollegen vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien mit Hilfe von Wettersatelliten und Bodenmeßstationen vorgenommen haben. In jeder Sekunde, so berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist", registrierten die Forscher 70 bis 100 Blitze auf dem Globus. Nach ihren Messungen liegt die Stromstärke eines einzelnen Blitzes mit durchschnittlich 36 000 Ampere weitaus höher, als bislang vermutet. Berechnungen anhand der neuen Daten ergaben, daß in der unmittelbaren Umgebung von Blitzen, wo extrem hohe Temperaturen und Drücke herrschen, pro Jahr zwischen zehn und 20 Millionen Tonnen der schädlichen Gase entstehen. Damit geht rund ein Viertel der weltweiten Stickoxidproduktion auf das Konto der Gewitterboten.Bisher hat man vor allem Auto- und Industrieabgase als Verursacher der Schadgase gesehen, welche zum sauren Regen beitragen, die Atemwege reizen und die Entstehung von bodennahem Ozon fördern. Auf der Nordhalbkugel blitzt es aufgrund der größeren Landmasse häufiger als auf der Südhalbkugel. Auch deshalb, so Price, sei die höhere Stickoxidbelastung im Norden nicht nur auf die stärkere Industrieansiedlung zurückzuführen. Auch in der vorindustriellen Zeit sei dort die Stickoxidkonzentration doppelt so hoch gewesen wie auf der Südhalbkugel. +++