Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen sind am Montag von Damaskus aus aufgebrochen, um die angeblich mit Giftgas bombardierten Gebiete in Augenschein zu nehmen. Das berichtete ein Augenzeuge, der vor dem Hotel wartete, in dem das Team untergebracht ist. Der libanesische Fernsehsender Al-Mayadeen meldete, Ziel der Inspekteure sei die Ortschaft Duma nordöstlich von Damaskus.

Regimegegner hatten kurz zuvor von vereinzelten Angriffen der Regierungstruppen auf Dörfer in dem Gebiet im Osten und Süden der syrischen Hauptstadt berichtet. Dort sollen am vergangenen Mittwoch mehrere Dörfer mit Giftgas bombardiert worden sein. Die USA bereiten sich auf ein militärisches Eingreifen vor, haben aber offiziell noch keine Entscheidung gefällt.

Islamistische Extremisten hatten dem Regime nach den mutmaßlichen Giftgas-Angriffen Rache geschworen. Anhänger der Al-Nusra-Front erklärte am Montag, sie habe nach dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ den alawitischen Geistlichen Scheich Badr Wahib Ghasal getötet. Der Scheich war Anfang August in der Provinz Latakia verschleppt worden. (dpa)