Berlin ist neulich bei der Bewerbung darum gescheitert, sich bewerben zu dürfen. Doch nur ein paar Tage später hat die Stadt es den Zweiflern gezeigt: Mega-Projekte sind hier überhaupt kein Problem. Die Berliner Sonnenfinsternis war ein Riesenerfolg.

Dieses Spektakel war viel größer als Olympia – so gewaltig, dass man es live in weiten Teilen Europas verfolgen konnte. Mit diskreter, beharrlicher Lobby-Arbeit hatten Senat und Wirtschaft das galaktische Event an die Spree geholt. Das gelang nur, weil die Bürger dahinter standen. Niemand nörgelte, dass man statt effekthascherischer Shows nachhaltige Investitionen brauche, etwa in vernünftige Schulklos oder lange Leitern, damit die Kraftfahrer aus den Schlaglöchern kommen.

Es war auch eine logistische Meisterleistung. Immerhin bugsierten die zuständigen Kräfte eine 70 Trillionen Tonnen schwere Verdunkelungskugel vor das Zentralgestirn. Und, was die eigentliche Überraschung war: Sie wurde sogar pünktlich wieder von dort entfernt. Bis zuletzt hatte man befürchtet, dass die Beendigung der Berliner Sonnenfinsternis sich um Jahre verzögern und das Licht nicht so bald wieder angehen könnte. Doch alles lief perfekt. Die deutsche Hauptstadt konnte sich mit neuem Selbstbewusstsein um ein weiteres Großereignis bewerben.

Und, siehe da, sie hat bereits den Zuschlag für die totale Mondfinsternis am 28. September.