Glosse zu den Liberalen: Die FDP wird flauschiger denn je

In der Adventszeit denkt der brave Mensch auch an jene Geschöpfe, denen es nicht so gut geht, an Borussia Dortmund, Stopflebergänse oder Thomas Middelhoff. Ja, vor lauter Besinnlichkeit mag mancher sich gar fragen, was wohl aus der FDP geworden ist. Nun, da gibt es eine frohe Botschaft: Die Partei steht, laut der beauftragten Werbeagentur, vor einem „radikalen Neustart in der Darreichungsform“. Noch ist geheim, ob die Liberalen sich dem Wähler tröpfchenweise oder in Form von Salbe, Kapseln oder Zäpfchen anbieten wollen.

Doch, egal wie, es wird in neuen Farben geschehen. Optisch wärmere Töne sollen „sichtbar machen, was an Menschlichem und Einfühlsamem im Programm der Partei steht“. Es rührt das kälteste Herz, wie die FDP um ein flauschig-heimeliges Erscheinungsbild ringt.

Immerhin heißt es bereits in ihrem derzeit noch gültigen Corporate-Design-Handbuch: „In der Farbpsychologie steht Gelb häufig für Optimismus und Lebensfreude, Blau für Vertrauen und Zuverlässigkeit. Um diese positiven Assoziationen zu verstärken, wurde beiden Farben bei der letzten Überarbeitung etwas mehr Wärme gegeben.“

Leider hat „etwas mehr Wärme“ nicht genügt. Nun geht es farblich wohl in Richtung Apfelsine, Kerzenschein und Weihnachtsmann. Würde die Partei im Wahldiagramm jemals wieder gesondert ausgewiesen, stünde dort statt des gelben Balkens das Foto eines Plüschtiers.