Ronald Pofalla will Eisenbahner werden. Das ist ganz normal. Viele Jungs wollen das. Doch bei ihm regt es die Leute auf. Nur, wo soll er denn sonst hin? Etwa zur Post? Oder gar wieder ins Kanzleramt? Was ist denn daran so schlimm, dass für ihn ein Vorstandsposten geschaffen wird?

Seit Hartmut Mehdorn weg ist, braucht die Deutsche Bahn dringend jemanden, der an allem schuld ist. Außerdem gibt die Politik der Wirtschaft ein Beispiel und zeigt sich erneut als leistungsfähiger Ausbildungsbetrieb: Die Bundesregierung bereitetet talentierte Kader für die Arbeit in großen deutschen Unternehmen vor, die genau auf diese Kräfte angewiesen sind, um Einfluss auf die Bundesregierung nehmen zu können. Und niemand muss sich nun sorgen, seine berufspendelnden Angehörigen jemals wiederzusehen.

Ronald Pofalla arbeitet weder als Lokführer noch in einem Stellwerk. Es ist beinahe ausgeschlossen, dass seine unverwechselbare Stimme eines Tages aus dem Bordfunk schnarrt: „Liebe Fahrgäste, hat vielleicht von ihnen jemand die Bedienungsanleitung dieses ICE?“ Denkbar wäre indes, dass er seine Kernkompetenz in den Schienenverkehr einbringt: Pofalla kann Vorgänge auf unvergessliche Weise für abgeschlossen beziehungsweise „vom Tisch“ erklären. Er ist also prädestiniert für die Durchsage: „Dieser Zug endet hier. Ausstieg links“ – auf freier Strecke und bei 150 Stundenkilometern.