Endlich kommt Bewegung in den Klerus und seine verkrustete Hierarchie: Nachdem es bislang nur Standard-Bischöfe und Erzbischöfe von der Stange gab, wurde nun in Limburg der erste Protzbischof geweiht. Großer Glaubenseifer herrscht seitdem in Deutschland. Die Menschen suchen überall nach weiteren Deluxe-Kirchenbauten.

In Köln sind Touristen dabei auf eine 157 Meter hohe Größenwahnsinnstat gestoßen, deren Errichtung sich über viele Jahrhunderte hingezogen haben soll. Hier erinnert nicht nur das Investitionsvolumen, sondern auch die Bauzeit an den Berliner Großflughafen.

Vielerorts entdeckten schockierte Bürger Sakral-Immobilien, die mit goldenen Glaubensarmaturen ausgestattet sind – und gern auch mit Buntscherbenfenstern, durch die man zwar prächtig imponieren, aber gar nicht richtig gucken kann.

Für die Inneneinrichtungen wurden häufig Weltstars der Malerei engagiert. Dabei wäre es kostengünstiger gewesen, Fotos des Heiligen Geistes im Copy-Shop ausdrucken zu lassen. Klarheit gibt es im Fall einer besonders spektakulären Geldverschwendungsdekadenz: Beim Neubau des Berliner Stadtschlosses handelt es sich eindeutig um das Prestigeprojekt eines katholischen Würdenträgers.

Für Rätselraten sorgt Stuttgart 21: Überkandidelte Gottesmänner bauen normalerweise nicht unterirdisch, sondern in Richtung Gott. Kritiker behaupten deshalb, der Bahnhof sei ein Werk des Teufels.

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Bei Twitter sorgt ein Fake-Account des Limburger Bischofs für Schmunzeln: