Das Erste Deutsche Fernsehen hat zu Ostern sein neues Studio für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ in Betrieb genommen. Dass es fast 24 Millionen Euro gekostet hat, dürfte viele Gebührenzahler erleichtern: Die ARD hätte das Geld schließlich auch für 15 Christine-Neubauer-Freitagsfilme ausgeben können oder sogar für weitere Shows mit Guido Cantz. Außerdem hat man nun „optimale Möglichkeiten, komplexe Sachverhalte besser zu erklären“.

Die Nachrichtensprecher sind nicht länger auf Hüfthöhe mit einem Pult verschraubt, sondern können sich zwischen zwei Tischen frei, aufrecht und wild gestikulierend im Raum bewegen. Zur Stunde hat Jan Hofer so womöglich schon den Beweis geführt, dass er tatsächlich über einen personengebundenen Unterleib verfügt. Der Name von Caren Miosga wird zu Beginn der „Tagesthemen“ nicht mehr eingeblendet, sondern von ihr selbst getanzt. Dank harten Trainings ist Thomas Roth in der Lage, während einer Sendung mehrere Kilometer unfallfrei hin und her zu wandern.

Das renovierte Design verleiht allen Informationen einen, laut Anstalt, „erzählerischen Ansatz“ und „mehr Emotionen“. Im Idealfall wirkt die „Tagesschau“ künftig so gefühlvoll und kompetent wie ein Song von Helene Fischer. Diesbezüglich hilfreich ist eine gewölbte, 18 Meter breite Medienabspielwand: Angeblich ist es damit erstmals möglich, Peter Altmaier im Originalformat abzubilden.