Damit wieder mehr Deutsche ihr Kreuz machen, sollten Wahlen wochenlang stattfinden und überall, etwa in Bahnhöfen, Bibliotheken oder Umkleidekabinen. Das hat SPD-Generalsekretärin Fahimi vorgeschlagen. Sie wollte damit nicht den Medien über die schlagzeilenschwachen Feiertage helfen, sondern dafür sorgen, dass die Bürger sich leichter zwischen einer alternativlosen Politik entscheiden können.

Ja, was spricht denn dagegen, auf dem Friedhof mal einen anderen Urnengang zu praktizieren? Entscheidend ist, dass sich die Akzeptanz des nicht mehr ganz so stark nachgefragten Produkts Demokratie verbessert.

Die Wirtschaft beobachtet nun gespannt, ob Frau Fahimis Idee sich durchsetzt. Gerade Anbieter mäßig populärer Waren stehen bereit, jedwede Produktentwicklung einzustellen und stattdessen die Stückzahlen ihrer Ladenhüter zu erhöhen. Ein Hersteller extrem reparaturanfälliger Autos setzt nicht länger auf Rückrufaktionen, sondern will seine Zielgruppe mit Fahrzeugen überschwemmen, die ab Werk defekt sind.

Borussia Dortmund verspricht sich für die Bundesliga-Rückrunde mehr Erfolg, wenn man nicht mehr nur einmal pro Woche, sondern täglich ein Spiel verliert. Allerdings gibt es auch Stimmen, die statt der Erweiterung eine Verknappung des Angebots fordern: Würde das Wählen erschwert oder gar verboten, könnten viele Menschen glauben, damit etwas zu bewirken.