Im November 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die deutsche Teilung ist in vielerlei Hinsicht Geschichte geworden. Da stellt sich die Frage, ob Deutschland eigentlich noch eigens einen Ostbeauftragten braucht. Wenn man diese Frage bejaht, dann ist Johanna Wanka eine gute Kandidatin – vorausgesetzt, sie bleibt Ministerin für Bildung und Forschung.

Amtsinhaber Christoph Bergner ist integer und fleißig. Nur ein Alphatier ist er nicht. Ohnehin ist der CDU-Politiker eher zufällig an den Posten gekommen. Und: Er ist nicht Minister. Wanka ist zwar auch keine Lautsprecherin. Doch sie kommt wie Bergner aus dem Osten und hat sich als niedersächsische Ministerin überdies im Westen Respekt verschafft. Die 62-Jährige hat Kabinettsrang. Und vor allem kann sie helfen, wo es der Osten nötig hat. Denn ausgerechnet in dem Moment, in dem die Ost-Unis bei West-Studenten immer beliebter werden, wird dort eisern gekürzt. Letzteres gefährdet deren Existenz. Auch in der Forschung hapert es, was die Kooperation mit der Wirtschaft betrifft. Dagegen hat die Verkehrsinfrastruktur längst Westniveau.

Wanka wäre eine plausible Wahl. Es gibt nur zwei Bedenken. Erstens wäre sie logischerweise dem Verdacht ausgesetzt, den Osten zu bevorzugen. Zweitens fragen manche, ob ein gesamtdeutscher Beauftragter für strukturschwache Regionen nicht inzwischen näher läge. Die Frage ist berechtigt.