Großeinsatz für die Polizei aus Brandenburg und Berlin am vergangenen Sonnabend: Etwa 120 Beamte suchten nach einer Frauenleiche. Ein Spaziergänger hatte die Polizei gerufen, nachdem sein Hund im Wald von Groß Glienicke bei Potsdam frisches Blut gewittert sowie Haare und Frauenkleidung aufgestöbert hatte.Gestern nun Entwarnung bei den zuständigen Kriminalisten. Das Blut stammt nicht von einem Menschen. "Die ersten Untersuchungen haben das zweifelsfrei ergeben", betonte ein Polizist. Nähere Erkenntnisse werden heute erwartet. Am Sonnabend mittag gegen 11.45 Uhr machte ein Spaziergänger an der Seeburger Chaussee, gegenüber einer früheren Kaserne der DDR-Grenztruppen in Groß Glienicke, die zuerst vermutete, schreckliche Entdeckung. Etwa 400 Meter von der Straße entfernt, hatte sein Hund in einem Gebüsch eine pinkfarbene Damenjacke, einen rechten schwarzen Pumps sowie einen blauen Slip aufgestöbert. Außerdem hingen Büschel von roten Haaren im Gestrüpp. An den Bäumen und auf dem Boden eine Blutspur. Der Spaziergänger hat Mühe seinen Hund ruhig zu halten. Der Mann alarmiert die Polizei. Kurz vor 13 Uhr rückte eine Hundertschaft der Berliner Polizei an. Stück für Stück durchkämmten die Beamten zusammen mit Kollegen aus dem Land Brandenburg das etwa ein Hektar große Waldstück. Vergeblich. Als die Dunkelheit nahte, wurde die Suche abgebrochen. Seit gestern haben die Ermittler Gewißheit. "Gott sei Dank, kein Verbrechen", so ein Potsdamer Polizeisprecher. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen ergaben, daß irgendein Tier das Blut verloren hat. Woher die Kleidung stammt, ist noch unklar.Erst am Donnerstag nachmittag hatte eine Spaziergängerin auf dem ehemaligen Grenzstreifen bei Kleinmachnow die Leiche der 23jährigen Polin Agnieszka Kozicz aus Kutno gefunden. Die junge Frau war mit mehreren Messerstichen getötet und zuvor vermutlich vergewaltigt worden. Die Kripo schließt nicht aus, daß die 23jährige nicht auf dem ehemaligen Grenzstreifen starb, sondern dahin gebracht worden ist. Agnieszka Kozicz soll als Prostituierte in der Kurfürstenstraße gearbeitet haben. Kriminalisten aus Potsdam und Berlin untersuchen jetzt, ob der Mord an der 23jährigen im Zusammenhang mit den Verbrechen an den Prostituierten Dana Franzke sowie Sabrina Graf steht. Beide Fälle sind bislang nicht aufgeklärt. Dana Franzke war im Juni 94 zerstückelt im Oder-Havel-Kanal gefunden worden. Im November fand ein Autofahrer auf einem Autobahnrastplatz unweit von Lübeck den abgeschnittenen Kopf von Sabrina Graf aus Weißensee. Beide Mädchen hatten ebenfalls als Prostituierte auf der Kurfürstenstraße gearbeitet. +++