MITTE. Die Überreste der Fußball-Weltmeisterschaft sind nun endgültig aus Berlin verschwunden: Die große Rasenfläche vor dem Reichstag, auf der während der WM eine Mini-Nachbildung des Olympiastadions stand, ist in ihren Ursprungszustand zurück versetzt worden. Gestern Mittag wurde auf dem Platz der Republik der letzte Baum gepflanzt, ein Silberahorn.Der 30 000 Quadratmeter große Platz ist nun wieder mit dicht gewachsenem Rollrasen bedeckt - ein idealer Untergrund zum Fußball-Spielen. "Nein, Fußball wird hier nicht gespielt", sagt der neue Stadtrat für Stadtentwicklung des Bezirks Mitte, Ephraim Gothe (SPD). Im Klartext: Jetzt ist der Platz wieder das, was er war. Eine große Grünfläche.Asphalt statt GrünAls die Firma Adidas im Frühjahr mit der Vorbereitung für den Aufbau ihrer Fußball-Arena auf dem Platz begonnen hatte, war die Entrüstung groß. 5 000 Heckenpflanzen und 52 Bäume, die erst im Jahr 2002 gepflanzt worden waren, wurden entfernt. Auch der Rasen verschwand. Dafür wurde die Fläche mit 3 800 Tonnen Asphalt bedeckt. In den Folgewochen entstand dort aus 12 000 Tonnen Stahl ein Nachbau des Olympiastadions. Dort wurden nicht nur die Spiele der WM gezeigt, sondern auch Fußball gespielt - auf sechs Kleinfeldern. Ausgerechnet dort, wo bislang das Kicken verboten war.Harald Büttner, de Chef des Straßen- und Grünflächenamtes von Mitte, lässt keinen Zweifel daran, dass das Spielen die Ausnahme war. "Wenn auf der Grünfläche Fußball gespielt wird, werden die Besucher des Platzes an den Rand gedrängt", sagt er. Es bleibe deshalb beim Verbot. Wer in der City Fußball spielen wolle, könne das im Großen Tiergarten oder im Spreebogen-Park tun. Büttner lobte die Neugestaltung des Platzes ausdrücklich. "Der Rasen ist sogar besser als vorher."Auch mit den Bäumen und Sträuchern hat sich die Firma Adidas alle Mühe gegeben. Alle Heckenpflanzen, die im Frühjahr weichen mussten, befinden nun sich wieder an ihrem angestammten Platz. Immens war der Aufwand bei den Bäumen. Jeder einzelne wurde vor dem Fällen im Frühjahr von zwei Seiten fotografiert. Mit Hilfe dieser Fotografien wurde bundesweit nach ebenbürtigen Nachfolgern gesucht - in der gleichen Art, genau so groß und genau so dick wie die gefällten Bäume. Selbst die Zahl der Äste sollte möglichst nahe an das Original heran kommen. Wert gelegt wurde aber auch darauf, dass die Rasenfläche nicht durch separate Holzhalterungen für die frisch gepflanzten Bäume verunstaltet wird. Damit sich die Ballen der bis zu 2,5 Tonnen schweren Bäume nicht in der Erde bewegen, wurden sie extra mit Draht im Erdreich verankert.Wie viel Geld Adidas in seine weltmeisterliche Arena und die anschließende Renaturierung des Platzes investiert hat, will man beim Sportartikelhersteller nicht sagen. Claus Gladanyuk, Projektmanager bei Adidas, spricht allerdings von einem zweistelligen Millionenbetrag. Der Bezirk Mitte hatte keine Kosten zu tragen. Dafür muss der sich nun wieder mit den Fußball-Wünschen herum schlagen.------------------------------"Es sind exakt die gleichen Bäume. Selbst der Stammumfang stimmt." Claus Gladanyuk, Adidas------------------------------Foto: So sah die Grünfläche im Sommer aus: Statt Rasen, Büschen und Bäumen befand sich dort eine Nachbildung des Olympiastadions mit 9 000 Plätzen.------------------------------Foto: Der letzte von 52 Bäumen wurde gestern auf dem Platz der Republik gepflanzt. Auch sein Vorgänger hatte für die Adidas-Arena weichen müssen.