Die Berliner Filiale des "Planet Hollywood" macht dicht. Am 13. August werden die Türen an der Mohrenstraße endgültig geschlossen. Allen 78 Mitarbeitern ist gekündigt worden. "Wir hatten uns bessere Umsätze an diesem Standort versprochen", sagt Annette Zierer-Ludwig, Marketing-Direktorin von "Planet Hollywood". Der Verdacht, dass Millionenverluste eingefahren wurden, sei allerdings falsch."Planet Hollywood" habe mit zu vielen Touristen gerechnet, als im September 1996 die Berliner Filiale an der Mohrenstraße eröffnet wurde. Es habe sich gezeigt, "dass Berlin als touristisches Zentrum in seiner Entwicklung weit länger braucht als angenommen", sagt Zierer-Ludwig. Das Restaurant sei für den Standort zu groß. Noch habe Berlin längst nicht so viele Touristen wie Paris oder London - in dieser Größenordnung sei aber die Berliner Filiale angelegt gewesen.Erhebliche VerlusteDas Konzept von "Planet Hollywood" ist auf Touristen zugeschnitten: Jede einzelne Filiale soll einen Hauch von Hollywood verströmen. Es gibt Devotionalien von Film-Stars, Plakate von Kinohelden und einen Kinosaal. Gegründet wurde die Kette 1991 von Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Demi Moore und Sylvester Stallone. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 100 "Planet Hollywood"-Filialen in etwa 30 Ländern eröffnet. Auf Grund der raschen Expansion fuhr die Aktiengesellschaft ("Planet Hollywood" ging 1996 an die Börse) erhebliche Verluste ein. Neun der 32 Filialen in den USA mussten im vergangenen Jahr schließen, Schwarzenegger verkaufte seine Anteile.Diese weltweiten Probleme sind angeblich nicht der Grund für das Aus der Berliner Filiale. Verantwortlich gemacht wird auch die Entwicklung der Friedrichstraße. "Die haben wir 1996 nicht absehen können", sagt Marketing-Direktorin Zierer-Ludwig. Die Friedrichstraße entwickelt allmählich Renommee als Einkaufszone "für den höher- und hochrangigen Bereich", sagt Johannes Tenkhoff, Geschäftsführer der Tishman Speyer Properties Deutschland GmbH. Die Gesellschaft ist Eigentümerin des Quartiers 205, in dem auch "Planet Hollywood" untergebracht ist.Leiden unter dem Edel-Image müssen die Läden, die diesem neuen Profil nicht entsprechen. Darunter fällt nicht nur "Planet Hollywood", sondern auch benachbarte Kaufhaus von Karstadt Sport. Die Filiale wird bereits zum 31. Juli geschlossen. "Unser Konzept ist an diesem Standort nicht aufgegangen", sagt Personalleiter Johannes Essig. Das Kaufumfeld sei sehr gut, aber eben nicht für das Angebot von Karstadt Sport. Wer in die bald leer stehenden Räume von "Planet Hollywood" und Karstadt Sport einziehen wird, will Tenkhoff bereits in der kommenden Woche bekannt geben.BERND EICHEL Platz für bis zu 280 Gäste unterm hängenden Cadillac: das Berliner "Planet Hollywood" an der Mohrenstraße.