: Gulag-Museum in Perm : Wie in Russland ein Kampf um die Erinnerung tobt
PERM - Hier saßen sie, Tag um Tag. An schmalen Werkbänken stanzten sie Kleinteile für Bügeleisen, Schicht um Schicht. Im Kesselhaus schippten sie Kohle, Stunde um Stunde. Die Unbelehrbaren, die Staatsfeinde und Widerständler, vom System dazu erklärt und weggesperrt. Weit weg vom Machtzentrum Moskau, hinter Stacheldraht. Gewissensgefangene wie der Schriftsteller Leonid Borodin, späterer Solschenizyn-Preisträger, der Bürgerrechtler Sergej Kowaljow, später erster Menschenrechtsbeauftragter unter Präsident Jelzin, oder der ukrainische Lyriker Wassyl Stus, der in einer der betonierten Isolierzellen unter nie ganz geklärten Umständen ums Leben kam. In dieser Abgeschiedenheit sollten sie vergessen gemacht werden. Irgendwo im Nirgendwo des Uralvorlandes, am Fluss Tschussowaja. Heute ist hier ein Museum, als Perm-36 bekannt. Es ist ein einzigartiges für ganz Russland, um das allerdings ein erbitterter Konflikt ausgebrochen ist.
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