Im Westen was Neues: Gutachter unterstützen den Plan des Senats, das Streckennetz der S-Bahn über den Bahnhof Spandau hinaus zur Gartenstadt Staaken zu erweitern. Ihre Bewertung hat ergeben, dass die vom Land gewünschte Trasse zur Hackbuschstraße wirtschaftlich wäre. Das sagte Manuela Damianakis, Sprecherin der Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), der Berliner Zeitung.Die Untersuchungen haben ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,64 ergeben, teilte sie mit. Das bedeutet: Jeder Euro, der in den Bau der rund drei Kilometer langen Strecke investiert wird, bringt einen 2,64-fachen Nutzen - unter anderem deshalb, weil das neue Angebot neue Fahrgäste anlockt, die jetzt noch mit dem Auto aus dem Westen Spandaus in die Innenstadt fahren.Baubeginn könnte nach den derzeitigen Planungen frühestens 2012 sein, sagte Damianakis. 37 Millionen Euro soll die Strecke kosten. Mit neun Millionen Euro kommt das Land für die S-Bahnhöfe Nauener Straße und Hackbuschstraße auf. Den Rest zahlt der Bund, der versprochen hat, den Wiederaufbau von 1961 stillgelegten S-Bahn-Trassen zu finanzieren. Die Route, um die es hier geht, gehört dazu. Sie ist ein Teilstück der Strecke Spandau-Falkensee, auf der vor dem Beginn des Mauerbaus in der Nacht zum 13. August 1961 zum vorerst letzten Mal ein S-Bahn-Zug gefahren war.Kurz darauf war die Trasse am Rand der Gartenstadt Staaken übrigens Schauplatz einer spektakulären Flucht. Am 5. Dezember 1961 brach dort der Lokführer Harry Deterling mit seinem Personenzug aus Oranienburg auf West-Berliner Gebiet durch. Mit an Bord seine Ehefrau, seine Kinder, Freunde und Bekannte. Die gleich danach unterbrochene Trasse wurde 1995 für den Fern- und Regionalverkehr wieder eröffnet. Die Rückkehr der S-Bahn lässt bislang auf sich warten. (pn.)