Berlin. os Der PDS-Pressesprecher Hanno Harnisch hat nach Unterlagen der Gauck-Behörde, die der Berliner Zeitung vorliegen, seit 1971 inoffiziell mit dem früheren Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zusammengearbeitet. Vor seiner Einberufung zum NVA-Wehrdienst bei den Grenztruppen ließ er sich als Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit (GMS) anwerben. 1972 berichtete er über einen ehemaligen Schulfreund, den die Stasi wegen einer geplanten DDR-Flucht observierte. Als ihm wegen unbefugter Kfz-Benutzung 1971 die Fahrerlaubnis entzogen wurde, bat er das MfS, ihm diese wieder zu besorgen.Seit 1976 berichtete er als IM "Egon" über Freunde und Bekannte aus der Kulturszene der DDR, besonders über jene, die Kontakt zu Wolf Biermann hatten. Dabei brachte Harnisch, wie die Autorin Katja Lange-Müller der Berliner Zeitung sagte, verschiedene Leute selbst in den Biermann-Kreis hinein, um später über sie zu berichten. Eine befreundete Lektorin denunzierte er wegen ihrer zahlreichen Kontakte zu Intellektuellen und Abgeordneten der Partei "Die Grünen" im Westen. Geichzeitig lobte Harnisch ihre Kochkünste und berichtete über ihre Partnerschaften sowie ihr Sexualleben. +++