Washington, Bonn, London, Paris - jetzt macht Hans Helmut Speidel auf seiner "Hauptstadt-Tournee" in Berlin Station. Nicht von einem Popstar ist die Rede, der 57jährige ist Brigadegeneral der Bundeswehr. Heute wird Bundesverteidigungsminister Volker Rühe ihm in der Julius-Leber-Kaserne in Wedding das Kommando für den Verteidigungsbezirk Berlin übergeben. Damit löst der gebürtige Mannheimer als Standortkommandant in Berlin Hasso Freiherr von Uslar-Gleichen ab, der das Verteidigungsministerium seit dem 3. Oktober 1990 an der Spree vertrat und nun in den Ruhestand geht.Hans Helmut Speidel hat bereits vor dem Antritt seines neuen Amtes eine ebenso lange wie abwechslungsreiche Dienstzeit hinter sich: Unmittelbar nach dem Abitur schlug er 1957 die militärische Laufbahn ein und ließ sich zum Offizier ausbilden. In 38 Jahren bei der Bundeswehr kommandierte Speidel unter anderem eine Panzerdivision sowie ein Jägerbataillon, arbeitete mehrmals im Bonner Bundesverteidigungsministerium sowie beim Bundeswehrkommando Ost und war als Heeres-und Verteidigungsattache der deutschen Botschaften in Washington, London und jüngst in Paris der militärische Vertreter der Bundesregierung im Ausland.Als militärischer Repräsentant des Verteidigungsministers in Berlin wird der Vater von vier Kindern insbesondere die Aufgabe haben, die Stationierung der Bundeswehr in Berlin abzuschließen. Außerdem hat er die Aufgabe, Militärtransporte und Hilfseinsätze der Bundeswehr in Katastrophenfällen zu koordinieren. Nicht zuletzt wird Speidel die Bundeswehr als oberster Soldat bei offiziellen Anlässen wie etwa Ehrungen und Empfängen in Berlin repräsentieren.Der Sprecher der Bundeswehr in Berlin, Wolfgang Dobrig, beschreibt seinen neuen Chef als "aufgeschlossen, interessiert und menschlich". Zudem tippt Dobrig, daß Speidel seine "Hauptstadt-Tournee" in Berlin beenden wird: "Ein General geht mit 60 Jahren in den Ruhestand. Ich denke, der neue Kommandant wird drei Jahre hier bleiben. Aber garantiert ist das nie." +++