Sein wächserner Doppelgänger ist dem Komiker Hape Kerkeling nicht ganz geheuer. Am Rande der Enthüllung seiner Wachsfigur am Freitag bei Madame Tussauds Unter den Linden gab er zu: "Ich finde es ganz unheimlich." Unsicher mustert er sein Ebenbild: "Ist der genau so groß wie ich? Ich habe das Gefühl, der ist größer..." Viel stärker als diese Verunsicherung ist allerdings der Stolz: "Da wird schon ein Traum wahr. Jetzt bei Madame Tussauds in Berlin zu stehen, ist eine große Ehre." Eine Ehre, für die er allerdings nicht jeden Quatsch mitmacht. Dem Fotografen, der beim Posieren rief "Jetzt küssen!" zeigt Kerkeling einen Vogel. Und die RTL-Reporterin, die ihn nach seinen "Problemzonen" fragt, lässt er kühl abblitzen: "Ich rede doch nicht mit wildfremden Menschen über meine Problemzonen!" Kurz darauf passt ihm eine weitere Frage von ihr nicht. Kerkeling scheinbar sehr empört: "So, jetzt fliegen Sie raus!" - War dann aber doch alles bloß Spaß. Auch die Frage, ob bei so einer Wachsfigur nicht die Gefahr besteht, dass sie irgendwann zum Mahnmal für den Jo-Jo-Effekt wird (Kerkeling kämpft schließlich immer mehr oder weniger erfolgreich mit den Pfunden), weist er zunächst mit gespielter Empörung zurück: "Diese Frage ist mir zu persönlich." Um schließlich grinsend hinzuzufügen: "Die wahre Antwort ist: Ja!" Die Nachbarschaft, in der seine Wachsfigur gelandet ist, findet der 45-Jährige ganz passend. Zwischen Günther Jauch, Thomas Gottschalk, Stefan Raab und Michael "Bully" Herbig fühlt er sich wohl. Seiner Wachsfigur hat er ein Sakko mit Geschichte spendiert: "In dem habe ich ,Let's Dance' und eine große Abendshow für Sat.1 moderiert und ein Bambi entgegengenommen."Die Geste der ausgestreckten Arme, für die er sich entschieden hat, erklärt Kerkeling so: "Eine Pose, die den Betrachter einlädt, näher zu kommen... Ich bin halt ein Kuscheltyp." Und vielleicht hilft ihm die Wachsfigur ja auch dabei, seine Fans glücklich zu machen und dabei noch Zeit zu sparen: "Jetzt können Omas, die sonst durch Berlin streifen und ein Foto von mir wollen, hierher kommen."***Bei Bands, das ist wohl die Lehre aus dieser Geschichte, achten wir ab sofort etwas besser auf die Mädels, die im Hintergrund trällern. Bei der Band Jessica, die Tino Eisbrenner 1983 mit Schulfreunden gründete, gehörte nämlich eine gewisse Simone Thomalla, inzwischen eine bekannte Schauspielerin, zu den Backgroundsängerinnen. Die "Tatort"-Kommissarin besuchte am Donnerstagabend das Konzert von "Hausboot", dem neuen Projekt von Tino Eisbrenner und Heiner Lürig (der Heinz Rudolf Kunze manchen Hit bescherte), im Frannz Club. Eisbrenner erinnert sich gern an die gemeinsame Zeit 1986 auf Tournee: "Das waren 90 Konzerte in 100 Tagen. Simone hat einen guten Job gemacht, traf alle Töne und sah vor allem wunderbar aus. Ich habe mich verliebt." Er ist überzeugt, dass sie auch heute als Sängerin Erfolg hätte: "Sie könnte definitiv einen Blumentopp gewinnen, wenn sie sich entschließen würde, wieder zu singen."***Bei der verstörenden Band Knorkator, die 2008 ihre 14-jährige Bandgeschichte durch Selbstauflösung beendete, stand Alf Ator von Anfang an am Keyboard und sang. Inzwischen zieht er vorlesend durchs Land. Zuletzt mit seinem Buch "Die satanische Achillesferse", neuerdings unter dem Titel "Das noch neuere Testament". Die nächste Gelegenheit, seine "Ein-Personen-Theaterlesung" zu erleben, bietet sich am 16. Oktober ab 21 Uhr im Admiralspalast "101" (Tickettelefon 47 99 74 99).------------------------------Foto: Die Wachsspezialisten haben sich Mühe gegeben: Hape Kerkeling (l.) ist von seinem Modell nicht zu unterscheiden.Foto: Simone Thomalla und Tino EisbrennerFoto: Alf Ator singt nicht mehr, liest dafür aber vor.