So also sieht die "Bankfiliale der Zukunft" aus: In der Eingangshalle steht ein Mann vor einem Geldautomaten, daneben stehen zwei Frauen und sind dabei, eine Entscheidung zu treffen. Soll es die Ingwermarmelade für 3,90 Euro sein, oder doch lieber die mit Erdbeeren. Diese Diskussion hört man sonst eher in Supermärkten, gehört aber zum Werbekonzept der Deutschen Bank, die in ihrer Filiale in der Friedrichstraße 181 gestern einen Verkaufsraum des Londoner Warenhauses Harrods eröffnet hat.Bis 7. Januar können Bankkunden und Besucher vergleichen, was Harrods hat - und was KaDeWe und Galeries Lafayette möglicherweise nicht haben. Und zwar montags bis sonnabends von 10 bis 20 Uhr, mittwochs bis 18 Uhr. Europas größtes Warenhaus präsentiert sich auf kleinem Raum: Es gibt Kugeln für den Weihnachtsbaum, Kerzen und Kekse. Aber es werden auch Sachen angeboten, die richtig schön britisch sind: Tee, Pfefferminzplätzchen, Pfefferminzduschgel, Entfernungsmesser für Golfspieler, Regenschirme, 250 Artikel insgesamt.Im September hatte die japanische Kaufhauskette Muji für ein paar Wochen eine Filiale in der Bank eröffnet. Und Harrods war voriges Jahr auch schon mal da. Das alles dient dem Zweck, Geldgeschäfte "emotionaler zu gestalten" sagt Banksprecher Michael Tirpitz. Das Ganze hat auch eine praktische Seite: Wenn beim Shoppen das Geld ausgeht, kann der Kundenberater der Bank sogleich mit einem Kredit aushelfen. Schalter gibt es allerdings nicht, sondern Stehtische, weil die kommunikativer sein sollen. Während Muji bereits Filialen in Düsseldorf und München betreibt (und angeblich in Berlin demnächst eine eröffnen will), gibt es bei Harrods keine Expansionspläne. "Unser Mythos ginge verloren, wenn wir neben unserem Stammsitz in London weitere Warenhäuser öffnen würden", sagt Sprecher Peter Willasey. Der Verkaufsraum in der Bankfiliale soll vielmehr "Appetizer" sein und Berliner zu einem Besuch bei Harrods in London animieren.Zu den Stammkunden von Großbritanniens berühmtestem Warenhaus zählten lange Zeit die Royals: Die Queen bezog Haushaltswaren, Prinz Philip seine Anzüge. Dieser entzog dem Warenhaus 2001 aber das Privileg eines offiziellen Hoflieferanten. Harrods-Besitzer Mohamed Al-Fayed ist bei Hofe nicht so beliebt. Er ist der Vater von Lady Dianas letztem Liebhaber.------------------------------Foto: Bären und Börsenkurse: In der Deutschen Bank können Kunden jetzt bei Harrod's einkaufen.