Lange hat es gedauert. Fünf Jahre nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs sind gestern die Bauarbeiten für eine bessere Verkehrserschließung der Station gestartet worden. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann, BVG-Chefin Sigrid Nikutta und Deutsche-Bahn-Manager Ingulf Leuschel setzten auf dem Bahnhofsvorplatz den symbolischen ersten Spatenstich für den Bau der S-Bahn-Linie 21 und der Straßenbahn zum Hauptbahnhof.Die neue Straßenbahnstrecke soll vom Nordbahnhof über die Invalidenstraße bis zum Hauptbahnhof führen. Von dieser Verbindung profitieren vor allem die Bewohner aus dem Nordosten der Stadt. Geplant ist, dass die ersten Straßenbahnzüge noch im Jahr 2013 zum Hauptbahnhof rollen. Weitere folgen im Jahr 2015, wenn der gesamte Streckenabschnitt fertig ist. Die Kosten für den Straßenbahnabschnitt belaufen sich auf 22,8 Millionen Euro.Mit dem Bau der neuen S-Bahn-Linie 21 werden die Fahrgäste aus dem Norden Berlins besser zum Hauptbahnhof gelangen. Sie kommen ab dem Jahr 2017 von der Ringbahn ohne umzusteigen direkt zur größten Bahnstation in Berlin. Dadurch wird vor allem der Bahnhof Friedrichstraße entlastet.Der neue S-Bahnhof für die S21 entsteht neben der Station der jetzigen U-Bahn-Linie 55, die vom Hauptbahnhof bis zum Brandenburger Tor verkehrt. Die Kosten für den Bau der S21 belaufen sich auf rund 350 Millionen Euro. Die U55 ist der erste Abschnitt der geplanten Verlängerung der U5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof.Dass die Arbeiten für die bessere Verkehrserschließung des Hauptbahnhofs erst jetzt beginnen, begründete Bahn-Manager Leuschel gestern unter anderem mit den Finanzierungskosten. Man habe sich zunächst auf die Fertigstellung des Hauptbahnhofs zur Fußball-WM 2006 konzentriert. Junge-Reyer erinnerte daran, dass die Planung für die Trasse der Straßenbahn auf der Invalidenstraße noch einmal aufgerollt werden musste, weil in der Stadtentwicklungsbehörde zunächst nur die neue Straßenbahn, aber nicht der nötige Umbau der Invalidenstraße berücksichtigt worden war. Verantwortlich dafür war Junge-Reyers Amtsvorgänger Peter Strieder (SPD). Er wollte die Straßenbahn schnell bauen, was am Ende zur Verzögerung führte.Der Fahrgastverband Igeb äußerte sich gestern zurückhaltend zum Baubeginn für die S21 und die Straßenbahn. Die beiden Projekte "nutzen nur relativ wenigen Fahrgästen, solange die beiden Strecken am Hauptbahnhof enden" kritisierte der Verband. Denn viele Fahrgäste würden gar nicht zum Hauptbahnhof reisen wollen, sondern von Mitte nach Moabit unterwegs sein. Deswegen müsse die Straßenbahn nach Moabit verlängert werden - "mindestens bis zur Beusselstraße". Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer sagte dazu, die Verlängerung gehöre zu den "prioritären Projekten". Über die Finanzierung müsse aber erst noch verhandelt werden.Den Bau der S21 vom Nordring zum Hauptbahnhof hält der Fahrgastverband "für kein wichtiges Projekt". Da die Entscheidung für den Bau nun aber gefallen sei, müsse auch ein Bahnhof an der Perleberger Brücke verwirklicht werden, fordert er. Ebenso wichtig ist aus Sicht des Fahrgastverbandes, dass die S21 vom Hauptbahnhof nach Süden zum Potsdamer Platz weitergeführt wird. Bahn-Manager Leuschel sagte gestern zu, die S21 zum Potsdamer Platz zu verlängern. Dies ist laut Bahn ab 2019 geplant.Beim Bau der Straßenbahn könnte es indes noch Probleme geben. Die Bürgerinitiative Invalidenstraße kündigte an, sie habe weitere rechtliche Schritte gegen den Ausbau der Straße eingeleitet.------------------------------Karte: Berlin, neue S-Bahn-Strecke zum Hauptbahnhof: Ab 2013 hält die Straßenbahn am Hauptbahnhof, ab 2017 die S21.Karte: Berlin, Straßenbahn zum Hauptbahnhof: Ab 2013 hält die Straßenbahn am Hauptbahnhof, ab 2017 die S21.Foto: Ein ICE im Berliner Hauptbahnhof. Künftig sollen die Reisenden besser mit dem Zug zum Zug kommen. Mit der Straßenbahn und der S21.