Kriminalhauptkommissar in Berlin, mit 59 kurz vor der Pensionierung, eine persönliche Marathonbestzeit von zwei Stunden, 24 Minuten und ein "paar Zerquetschten" sowie weltweit - Ausnahme Niederlande - einziger offizieller "Berufsschwuler" einer Polizeibehörde: Das ist Heinz Uth. "Ich bin Polizist aus Überzeugung, kein Sozialarbeiter", sagt er.Seit 1993 ist der Beamte "Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Berliner Polizei". Eine Funktion, die zunächst mit Skepsis beäugt wurde. Vom Polizeipräsidenten ebenso wie von Betroffenen. Schätzungen zufolge dienen in der Hauptstadt rund 1 500 homosexuelle Polizisten. Viele sahen den Posten mehr als Feigenblatt denn als wirkliche Hilfe für die Probleme der Schwulen. Dank Uth änderte sich das recht schnell. Der frühere Marathonmann und heutige Trainer eines Lauf- und Triathlon-Klubs ist selbst nicht schwul. Schließlich sei die Ausländerbeauftragte keine Türkin, der Drogenbeauftragte kein Fixer, argumentiert er. Nach seiner Scheidung lebt Uth seit gut fünf Jahren mit seiner Lebensgefährtin zusammen. "Ohne ihr Vertrauen, ihr Verständnis", so der Hermann-Hesse-Fan, "könnt` ich den Job nicht machen."Uth konnte in der Behörde zwar keine alten Moralvorstellungen umkrempeln, wohl aber die Kollegen sensibilisieren. Schon ein Erfolg. Heute erhält er aus den Händen von Innensenator Heckelmann (CDU) das Bundesverdienstkreuz am Bande. Stunden später wird der "Hetero" Ehrenmitglied im "Homosexuellen Arbeitskreis Polizei". +++