Der so genannte "Satansmörder" Hendrik Möbus muss wieder ins Gefängnis. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den 23-jährigen Geschichtsstudenten am Freitag zu einem Jahr und sechs Monaten Haft. Möbus hatte den Menschen verunglimpft, den er vor sechs Jahren ermordet hat. Es handelt sich um den damals 15-jährigen Mitschüler von Möbus, Sandro Beyer. Gemeinsam mit zwei weiteren Gymnasiasten hatte Beyer ihn im thüringischen Sondershausen erdrosselt. Die jugendlichen Täter huldigten damals dem Satanskult. Möbus war daraufhin im Februar 1994 wegen Mordes zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach fünf Jahren kam er auf Bewährung frei.Bereits zwei Wochen später äußerte er in einem Interview für die "Berliner Zeitung": "Ich weiß nicht, ob man in der Nazizeit bestraft worden wäre, wenn man einen Volksschädling unschädlich macht." Die beiden Journalisten bestätigten vor Gericht, dass Möbus wörtlich gesagt habe, was sie zitierten. Sie hatten damals darüber berichtet, wie Möbus nach der Haft seine Tat sieht, und wie er sich in der "schwarzen Musikszene" als Held feiern lässt. Noch während seiner Haft war eine Musikkassette erschienen, die den Grabstein des ermordeten Sandro Beyer zeigt. Die Verteidigung von Hendrik Möbus hingegen zweifelte das Zitat an.Das hohe Strafmaß begründete Amtsrichter Georg Plüür mit dem "unfassbaren Verhalten" des Angeklagten kurz nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis. Was müsse die Mutter des Ermordeten denken, die so etwas in der Zeitung lese. Eine Gesellschaft, die das hinnehme, sei tot, sagte der Richter. Bereits im Juli war Hendrik Möbus vom Erfurter Amtsgericht zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er während eines Musikkonzertes einen Hakenkreuz-Aufnäher trug und den Hitlergruß zeigte. Das Erfurter Amtsgericht hatte zudem Ende Oktober die Bewährung rückgängig gemacht. Dagegen legte Möbus aber Beschwerde beim Landgericht ein. (sd.)