Ob ihn der flammende Appell des Springer-Chefs Mathias Döpfner für die wehrhafte Demokratie von dem Wechsel überzeugt hat? Oder eher die Passagen des Döpfner-Textes von vor vier Wochen, in denen der konservative Manager des konservativen Medienhauses den Hang des Muslime zur Unfreiheit geißelte? Oder mag er einfach nur nicht mehr neben so wunderlichen Autoren wie Bastian Sick und Matthias Matussek schreiben?Alles reine Spekulation. Sicher ist nur: Henryk M. Broder hört beim Spiegel und bei Spiegel online auf und wechselt zum Springer-Verlag, wo er künftig Artikel für die Welt, die Welt am Sonntag und für Welt online schreiben wird, wie Springer am Montag nicht ganz ohne Stolz mitteilte.Der Islamist lachtBroder sei ein "hemmungsloser Freiheitskämpfer", erklärte Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters. Er schreibe "unerschrocken und leidenschaftlich über alle Themen, bei denen man sich leicht die Finger verbrennen kann, über Antisemiten und Terroristen, zuletzt viel über die Gefahren eines fanatischen Islamismus". Genau so einer hat den Titeln des Springer-Verlages offenbar noch gefehlt. Es kann ja nicht immer der Chef selbst die Tastatur zur Hand nehmen wie mit seinem zwei Zeitungsseiten füllenden Beitrag "Der Westen und das höhnische Lachen der Islamisten".Der Welt, die einen kleinen Relaunch hinter sich hat, kann die forsche Stimme Broders nur gut tun. Denn zwar hat die Welt den wohl umfangreichsten Meinungs- und Debattenteil aller deutscher Zeitungen. Dessen Bedeutung ist aber ausbaufähig - mag Springer sein Blatt in der Pressemitteilung zur Broder-Verpflichtung auch energisch "zu den führenden Zeitungen Europas" zählen. Aber auch sonst passt der Neuzugang bestens zu Springer: Broder ist Mitautor des Internet-Blogs "Die Achse des Guten". (mi.)------------------------------Foto: Springers Neuer: Henryk M. Broder.