Heute abend findet um 19 Uhr die Generalprobe für die Abschiedsparade der in Berlin stationierten russischen Weststreitkrafte an der Wuhlheide in Köpenick statt. Offiziell werden sich die Soldaten am kommenden Sonnabend ab 11 Uhr von der Stadt verabschieden."Lebe wohl, Deutschland" -- mit diesem Lied wollen die in Berlin stationierten russischen Soldaten der 6. motorisierten Garde-Schützen-Brigade den Berlinern "do swidanja" sagen. Die rund 1 500 aufziehenden Soldaten haben das Lied sowohl in russischer als auch in deutscher Sprache für die Abschiedsparade am kommenden Sonnabend einstudiert. Zur Generalprobe erheben sie heute abend in der Straße An der Wuhiheidc schon einmal probeweise die Stimme. Wie dies klingt, erlebten Badelustige im Karlshorster Freibad bereits an den vergangenen drei Sonntagen: Eher unfreiwillig wurden sie während der Proben auf dem benachbarten Kasernenhof Zeugen russischer Gesangsfreude.Ebenfalls heute abend wartet das Militärorchester der Westgruppe der russischen Streitkräfte mit Marschmusik auf. Am Sonnabend mittag kommen ab 12.30 Uhr die Darbietungen des russischen Tanz- und Gesangsensembies vor dem Freizeitund Erholungszentrum in der Wuhlheide hinzu.Panzer werden die Berliner während der Abschiedsparade, zu der auch Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) eingeladen ist, nicht zu sehen bekommen. Lediglich gepanzerte Radfahrzeuge fahren auf.Die Polizei weist auf Verkehrsänderungen während der Probe sowie am Wochenende hin. Die Straße An der Wuhiheide ist heute zwischen 18 und 22 Uhr sowie am Sonnabend ab 8 Uhr bis zum fruhen Nachmittag zwischen Treskowallee und Welskopffstraße gesperrt. Ebenso die Treskowallee ab Trabrennbahn bis Wuhlheide.Vor dem endgültigen Abzug der Militärs wird es am 31. August noch einen Festakt der russischen Streitkräfte mit Bundeskanzler Helmut Kohl und dem russischen Präsidenten Boris Jelzin in Berlin geben. Eine Woche später, am 8. September, soll dann der Abschied von den West-Allilerten mit Frankreichs Präsident Mitterrand, dem britischen Premierminister Major und US-Vizepräsident Al Gore feierlich begangen werden. sd