Felix Mitterer sagt: "Die Opfer sind ,die Anderen . Und diese ,Anderen - die Außenseiter, die Ausgestoßenen - sind ein durchgehendes Thema meiner literarischen Arbeit. Ein großer Teil der Menschen hat ständig Angst vor den ,Anderen , hegt ständig Aggressionen gegen sie, ganz gleich auf welche Art sie anders sind (und es beginnt ganz harmlos): andere Frisur, andere Kleidung, anderes Gehabe, andere Neigungen, andere Ansichten, andere Sprachen, andere Hautfarben, andere Religion, andere Sitten und Gebräuche."Darum geht es auch in der Inszenierung von Felix Mitterers Stück "Die Kinder des Teufels". Kinder! Immer mehr Kinder. Kinder, die bettelnd durch die Gegend ziehen. Respektlose Kinder, die fluchen und drohen. Die beunruhigen und Angst machen. Die auf der Straße leben wie Tiere. Woher kommen sie? Wie leben sie? Wohin mit ihnen .? Ein Kind allein unter Fremden. Allein im Verhör. Allein mit seiner Angst: Der Betteljunge Dionysus verirrt sich als Erster in den Fragen des Kommissars nach dem Zauberer-Jackl und dem Teufel. Nach Verwandlung und Hexerei, Feuerbesen und Teufelsmal. Doch Dionysus bleibt nicht allein. Bald drängen sich im dunklen Kerker immer mehr Kinder.In den Jahren 1675 bis 1681 fand bei Salzburg der größte Hexenprozess Europas statt, in dessen Folge 133 Kinder und Jugendliche wegen "Teufelspakt" und "Schadenzauber" zum Tod verurteilt wurden. Auf der Grundlage historischer Prozessakten hat Felix Mitterer ein ebenso packendes wie beunruhigendes Stück geschrieben, das Manuel Schöbel auf der großen Bühne inszeniert.Während des Probenprozesses fanden Begegnungen des Ensembles mit obdachlosen Jugendlichen statt, die als heutige "Straßenkinder" zwar nicht verteufelt werden, aber ausgegrenzt leben. Die Kontakt- und Beratungsstelle (KUB) ist eine der Einrichtungen, die sich in verschiedenen Projekten um diese Jugendlichen kümmert. Eines der Projekte, die Theatergruppe, gastiert Ende März mit der Produktion "Gibt es einen Gott?" im Carrousel-Theater.Im Umfeld der Inszenierung "Die Kinder des Teufels" entsteht ein Videofilm, den obdachlose und nichtobdachlose Jugendliche gemeinsam produzieren. In der Ausstellung "Teufelskinder" präsentieren sich u.a. Straßen-Jugendliche in Texten und Bildern. Außerdem stellen sich verschiedene Berliner Hilfseinrichtungen für Kinder und Jugendliche vor.Am Welttheatertag, dem 27. März, wird diese Ausstellung eröffnet. Im Anschluß lädt der Freundeskreis des Theaters am Abend zu einem Podiumsgespräch unter dem Motto "Vernetzung und Zusammenarbeit von Einrichtungen der Kinder- und Jugendkultur" ein.Die Kinder des Teufels von Felix Mitterer. Regie: Manuel Schöbel, Bühne: Frank Prielipp, Kostüme: Susanne Goder, Musik: Schrottfisch, Choreografische Mitarbeit: Kristine Keil.PREMIERE 29. März, 18 Uhr. Weitere Vorstellungen: 30. März, 18 Uhr; 31. März, 10 & 18 Uhr; 1. April, 10 & 18 Uhr; 2. April, 10 Uhr.Welttheatertag am 27. März - Ausstellungseröffnung 16 Uhr: Öffentl. Hauptprobe "Die Kinder des Teufels" 18 Uhr: Podiumsgespräch und Diskussion.Parkaue 29, 10367 Berlin (Lichtenberg, Nähe S-/U-Bahn-Station Frankfurter Alle).Kartentelefon: Tel. (030) 55 77 52-52/-53 www. carrousel. de.JÖRG METZNER Schuldig oder unschuldig? - Opfer im festen Griff der Obrigkeit.