Prozeß um Ghetto-Buch Berlin, 10. Oktober. Die Überlebenden des Rigaer Ghettos haben ihren Rechtsstreit mit Wolfgang Scheffler abermals gewonnen. Wie in der Berliner Zeitung vom 9. 10. berichtet, hatte die in New York ansässige Society of Survivors of the Riga Ghetto gegen den emeritierten TU-Professor geklagt, weil dieser ein vertraglich zugesichertes, von den Überlebenden mit 160 000 Mark finanziertes Buch über das Schicksal der 1941/42 aus dem Deutschen Reich nach Riga deportierten Juden nicht fertiggestellt hatte. Scheffler war schon 1996 verurteilt worden, die Vorschüsse in voller Höhe zurückzuerstatten, war aber in die Berufung gegangen. Allerdings hatte er in der letzten Woche eingelenkt und die geforderte Summe zurückerstattet. Nachdem der Fall so in der Hauptsache erledigt war, hatte der 5. Zivilsenat des Kammergerichts am Freitag allein über die Kosten für die Zweite Instanz zu entscheiden und erlegte sie Scheffler in voller Höhe auf. Ungeklärt blieb die Frage, wie und wann Scheffler die Originaldokumente herausgibt, die ihm die Überlebenden gegeben haben. (ga.)