Hoffmann sagt Finale ab: Zum Abschluß ein Titel für Cathleen Rund

Die Berlinerin Cathleen Rund hat am letzten Tag der 23. Schwimm-Europameisterschaften in Sevilla Aufsteigerin Antje Buschschulte die Show gestohlen. Mit ihren letzten Zügen über 200 Meter Rücken sicherte sich die 19jährige Bronzemedaillen-Gewinnerin von Atlanta in 2:11,46 Minuten ihren ersten europäischen Einzeltitel. Die 18jährige Magdeburgerin Buschschulte, die das gesamte Rennen über geführt hatte, verbesserte ihre persönliche Bestzeit (2:12,37) um mehr als eine Sekunde.Sprinterin Sandra Völker (SG Hamburg) über 50 Meter Freistil und die 4 x 100 Meter-Lagenstaffel der Männer mit Ralf Braun (SG Coubertin Berlin), Jens Kruppa (Leipzig), Thomas Rupprath (Neuss) und Christian Tröger (München) steuerten zur Bilanz des Deutschen Schwimm-Verbandes gestern zwei weitere Silbermedaillen bei. Dagegen mußte der vierfache Europameister Jörg Hoffmann seinen Traum begraben, den 1 500-Meter-Titel zum fünften Mal in Folge zu verteidigen. Der Potsdamer lag mit einer Nebenhöhlenentzündung und Fieber im Bett und bekam von der Mannschaftsärztin Startverbot. Statt seiner schwamm der Italiener Emiliano Brembilla, der auch schon die 400- Meter-Distanz gewonnen hatte, ein großes Rennen, schlug in 14:58,65 Minuten an und blieb damit nur etwas mehr als acht Sekunden über dem Europarekord, den Hoffmann 1991 in Perth aufgestellt hatte.Bereits am Sonnabend hatte die Berlinerin Kerstin Kielgaß den Titel über 800 Meter gewonnen. "Eigentlich sprachen meine Trainingsergebnisse eher für die 200 oder die 400", sagte die 29 Jahre alte Schwimmerin von den Wasserfreunden Spandau, "aber nun sind es eben die 800 geworden. Och jut." Auch der Titel über 4 x 100 Meter Lagen ging an die Frauen des DSV. Mit insgesamt acht Gold-, vier Silber- und sieben Bronze- Medaillen schlossen die deutschen Schwimmer den Wettbewerb als erfolgreichste Nation vor Rußland (7 - 3 - 2) ab, die Männer des DSV verbuchten allerdings mit lediglich fünf Medaillen ihr bisher schlechtestes EM-Ergebnis.