Am Montag abend stand er wieder vor seiner Kuppel und war tief gerührt. Sir Norman Foster, der Architekt des umgebauten Reichstags, erhielt aus der Hand des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland."Es ist eine Ordensverleihung, die vom Volk unterstützt wird", sagte Thierse in Anspielung auf die mehr als 150 000 Besucher an den Tagen der offenen Tür im Reichstag. Die Berliner hätten Schlange gestanden, um Fosters Bau zu sehen, sagte Thierse. Der britische Architekt habe es geschafft, Modernität und Geschichte zu verbinden. Sir Norman Foster selbst zeigte sich überrascht von der Ehrung. Er sei tief bewegt, sagte er: "Ich habe gedacht, ich bin hier zu einem Dinner eingeladen." Nach der Ehrung im dritten Stock des Reichstags fand das Dinner tatsächlich statt, im Dachgartenrestaurant am Fuß der Kuppel des Foster-Baus. Das erst am Montag eröffnete Lokal wurde extra aus diesem Anlaß wieder für die Öffentlichkeit gesperrt.Für die nächsten zehn Tage ist das Restaurant der Firma Käfer abends jedoch so gut wie ausgebucht. Tagsüber gilt laut Geschäftsführer Florian Hettler die Regel: "Wenn die Kuppel aufmacht, wird es voll." Viele der Besucher, die nur die Kuppel hatten besichtigen wollen, verliefen sich am Montag ins Kuppel-Restaurant. Dort, so Hettler, funktioniere zwar die Beleuchtung im Restaurant noch nicht richtig, aber am Eröffnungstag hatte er die Zusage bekommen, daß im Restaurant geraucht werden darf. Im übrigen Gebäude ist es streng verboten. Die Beamten am Westportal des Bundestagssitzes führten jedoch ausgiebige Sicherheitskontrollen durch und verzögerten so den Weg der Gäste auf das Dach.