Die Sommerferien sind vorbei. Zumindest für die Filmbranche. Die Hollywoodstars Harrison Ford ("Indiana Jones") und James-Bond-Darsteller Daniel Craig haben gestern Abend zusammen mit Kollegin Olivia Wilde und Regisseur Jon Favreau im Cinestar im Sony-Center am Potsdamer Platz ihren Film "Cowboys & Aliens" vorgestellt und damit ein paar heiße Filmtage eingeleitet. Bereits morgen nämlich will Matthias Schweighöfer sein Regiedebüt "What A Man" präsentieren, bei dem er nicht nur sich, sondern auch Sibel Kekilli, Elyas M'Barek und Mavie Hörbiger Hauptrollen zugeschustert hat.Sichtlich gut gelaunt erschienen gestern Harrison Ford und Daniel Craig mit Olivia Wilde zur Cowboy-Premiere. Die Rolle habe ihn gereizt, weil er einen Charakter spielen durfte, "der nicht sofort und direkt sympathisch ist", sagte Ford. Und Craig gab auf die Frage, ob er im Wilden Westen überlebt hätte, zu: "Nein, nicht einen einzigen Tag."Wie unterschiedlich die Voraussetzungen für zwei Filme sein können, mögen die Rahmendaten belegen. "Cowboys&Aliens" kostete mehr als 160 Millionen Dollar (110 Millionen Euro), für Schweighöfers "What A Man" wurde ein Budget von 1,6 Millionen Euro genannt. Entsprechend sind die weiteren Zahlen: Die Mischung aus Western und Science Fiction spielte am ersten Wochenende in Nordamerika 36,4 Millionen Dollar ein, ist inzwischen aber hinter die 3D-Produktion "Die Schlümpfe" zurückgefallen. Schweighöfer drohte schon mal an, halbnackt durchs Brandenburger Tor zu laufen, wenn seinen Film am ersten Wochenende 500000 Besucher gesehen haben sollten. Da beide Filme am 25.August ins Kino kommen, ist ein hübscher Vergleich möglich.Um "Cowboys & Aliens" weltweit ins Gespräch zu bringen, ist die hochkarätige Darstellerriege aus Hollywood dieser Tage in Europa unterwegs. Am Wochenende machte der Tross beim Festival im schweizerischen Locarno halt, wo Harrison Ford auch einen Ehren-Leoparden fürs Lebenswerk erhielt. Dabei wirkte der 69-Jährige reichlich zerzaust und erschöpft. Daniel Craig tat, was man in Anwesenheit eines Weltstars wohl tun muss. Er schwärmte für ihn ("ein wirklich lustiger Typ"). Außerdem sprach er von einem in Erfüllung gegangenen Traum, einen Westernhelden spielen zu dürfen und dachte sich schon ein paar Titel für mögliche Fortsetzungen aus ("Cowboys und Nazis", "Cowboys und Zombies", "Cowboys und Bakterien"). Die hierzulande aus der Arztserie "Dr. House" bekannte Olivia Wilde nannte ihre Kollegen "perfekte Cowboys". Im Übrigen könne sie für den Rest ihres Lebens in Daniel Craigs blaue Augen starren.Am Sonntag traf die Crew in Berlin ein, Regisseur Favreau, der spätestens seit "Iron Man" als Fachmann für leichte Themen gilt und Hauptdarstellerin Wilde waren am Abend im Borchardt essen. Olivia Wilde hatte auch noch Zeit für einen gut einstündigen Stadtbummel durch Berlin gefunden. Den Montag verbrachten alle mit Interviews, ehe sie am Abend auf dem Roten Teppich standen und anschließend den Film im Saal präsentierten. Angeschaut haben sie sich ihr gemeinsames Werk übrigens nicht, das Flugzeug nach London wartete schon.Die Kritiken für "Cowboys & Aliens" sind indes gespalten. Während etwa die Los Angeles Times von einem "bleiernen Mix" schrieb, der "laut, grotesk und abschreckend" sei, lobte die Chicago Tribune: "Fans von Cowboys- und Aliens-Filmen - ihr habt lange genug gewartet. Hier ist euer Film." Daniel Craig sieht es so: "Es ist ein guter Sommerfilm oder einer fürs erste Date. Wer dabei keine Romantik-Komödie sehen will, geht hin."------------------------------Foto: Siehst du hier irgendwo Außerirdische? Noch stehen Harrison Ford (l.) und Daniel Craig in Western-Manier in der beeindruckenden Gegend herum.Foto: Die Westernhelden und Hollywoodstars haben gestern Abend im Sony-Center ihren Film "Cowboys & Aliens" präsentiert: Harrison Ford (l.), Olivia Wilde und Daniel Craig.