Hugo Süchting

Aus dem kleinen ostholsteinischen Dorf Brackrade stammte Hugo Süchting (1874-1916).Er wuchs auf einem Bauernhof auf und besuchte die Landwirtschaftsschule im nahe gelegenen Eutin. Nach dem Tod des Vaters übernahm er die elterliche Wirtschaft und später mit seiner Frau ein Hofgut in Valluhn bei Ludwigslust. Bauer Süchting zeigte im Schach ein schier unglaubliches Naturtalent. Beim Kongress des Deutschen Schachbundes in Kiel 1893 gewann er auf Anhieb das Hauptturnier und errang damit die Meisterwürde. Er war Teilnehmer der internationalen Turniere Berlin 1897, Ostende 1906, Wien und Prag 1908 und Karlsbad 1911. Der als äußerst schweigsam beschriebene Süchting wusste mit "seinen rauen, abgearbeiteten Fingern" die Figuren elegant zu führen. Der lupenreine Amateur galt als Remisspezialist.Häufig gelang es ihm aber auch, die Meistergilde seiner Zeit bei Turnieren in arge Bedrängnis zu bringen und dabei Schachlegenden wie Janowski, Teichmann, Gunsberg, Duras, Bernstein und Walbrodt zu bezwingen. Ein in Deutschland damals weit verbreitetes unheilbares Lungenleiden führte zum frühen Tod von Hugo Süchting. Der berühmte Schachmeister Dr. Tarrasch schrieb 1904 über ihn launig: "Der Sieger dieser Partie ist ein Vertreter des Bauernstandes und nimmt seit langen Jahren an den Meisterturnieren des Deutschen Schachbundes mit Ehren teil. Nach seiner geistvollen und pikanten Führung dieser Partie scheint er nicht zu denjenigen Bauern zu gehören, die die größten Kartoffeln haben."W. JOHN - H. SÜCHTING, Coburg 19041.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0-0 S:e4 5.Te1 Sd6 6.L:c6 d:c6 7.S:e5 Le7 8.De2 Le6 9.b3 0-0 10.S:f7 L:f7 11.D:e7 Dc8! 12.Dg5 h6 13.Dg3 Sf5 14.Dc3 Te8 15.d315. Sd4!! 16.Le3 Dg4! 17.L:d4 Ld5! 18.g3 Dxd4 19.Tf1 Dg4 20.Sd2 Te2 21.Se4? (21.Tfe1!) 21. Df3! 22.Da5 T:e4 23.c4 T:c4 0-1Paul Werner Wagner