An der Humboldt-Universität ist die Aufführung des USA-kritischen Dokumentarfilms "Loose Change" verboten worden. Der von US-Filmemachern produzierte und bereits weltweit ausgestrahlte Film, der die offizielle Version der Attentatshintergründe vom 11. September 2001 in Frage stellt, sollte am Freitagabend im Kinosaal der Universität aufgeführt werden. Das Büro des Uni-Präsidenten zog jedoch kurzfristig eine bereits erteilte Aufführungserlaubnis zurück.Begründet wurde das Verbot damit, dass das "Machwerk" Vorurteile und unwissenschaftliche Behauptungen vortrage, "die eine Verantwortlichkeit und unmittelbare Täterschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten und anderer Personen der dortigen Administration, aber auch von Personen aus der dortigen Wirtschaft und Gesellschaft unterstellen". Außerdem enthalte der Film angeblich "rassistische und diskriminierende Behauptungen". Durch seine Ausstrahlung drohe "ein Imageverlust für die H(umboldt)U(niversität), wenn sie in einem Atemzug mit dieser Filmpräsentation genannt wird".Kritiker sprechen von ZensurDer Film "Loose Change" (zu Deutsch: "Allmählicher Wandel"), an dem der 22-jährige US-Regisseur Dylan Avery drei Jahre lang mit zwei Freunden gearbeitet hat, setzt die längst zum Begriff gewordenen "unanswered questions" (unbeantwortete Fragen) der 9/11-Skeptiker mit Originalbildern, Interviews und Musiksequenzen perfekt in Szene. So geht der Film etwa ausführlich auf mögliche andere Gründe für den Einsturz des World Trade Centers ein und weist Widersprüche in der offiziellen Darstellung zum Einschlag einer dritten Maschine in das Pentagon nach. Am Ende kommt Avery zu dem Fazit, dass nicht El Kaida die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA zu verantworten hat, sondern eine machtgierige Clique aus dem Zentrum der US-Macht. Einen Beweis für diese These bleibt der Film aber schuldig.Die Veranstalter der jetzt verbotenen Filmvorführung warfen dem Uni-Präsidenten Zensur und vorauseilenden Gehorsam vor. Sie wiesen in einer Pressemitteilung darauf hin, dass der - auch in vielen deutschen Zeitungen besprochene - Film bislang über 70 Millionen Mal aus dem Internet heruntergeladen worden sei und von Fernsehstationen in Frankreich, Israel, Italien, Polen, Belgien, Holland und Australien ausgestrahlt worden sei. "Es gibt zu denken, dass ein Film aus den USA, der dazu aufruft, selbst zu recherchieren und zu prüfen, an der Humboldt-Universität zensiert wird", hieß es in der Pressemitteilung, in der auch juristische Schritte gegen die Entscheidung der Uni-Leitung angekündigt wurden. Zunächst aber wollten die Veranstalter am Abend DVDs mit dem Dokumentarfilm kostenlos vor der Uni verteilen.