Zu den Fahrzeugherstellern in Spandau, deren Tätigkeit bis in die Gegenwart reicht, gehört auch Hellmuth Butenuth. 1948 gründete er in der Rhenaniastraße 14 in Haselhorst das "Econom-Werk".Auf dem 3 500 Quadratmeter großen Grundstück standen zwei Werkshallen, in denen anfangs 50 Angestellte arbeiteten. Wirtschaftlich und preiswert sollten die Fahrzeuge sein, mit einem kleinen Motor eine große Zugkraft entwickeln. Die Produktion hatte anfangs aber unter Materialknappheit zu leiden, so daß man versuchte, aus verschiedenen Restfahrzeugen neue Lastwagen zusammenzubauen und Baugruppen von mehreren Zulieferern verwendete. Doch mit Stolz konnte Hellmuth Butenuth sagen: "Dies waren die ersten Nachkriegsfahrzeuge in Deutschland!" Der Econom hatte einen 25 PS-Motor, mit dem er bis zu 35 Kilometer pro Stunde fuhr. Er konnte fünf Tonnen Nutzlast und ebensoviele Tonnen Anhängelast befördern.1952 kam das neue 45 PS starke Modell mit einem Deutz-Diesel heraus. Das "Econom-Kommunal-Fahrzeug" wurde nicht nur als herkömmlicher Laster, sondern auch als Müllwagen mit bis zu 13 Kubikzentimetern Fassungsvermögen, als Sattelschlepper mit Tankauflieger mit bis zu 12 500 Liter Fassungsvermögen, als Baggersaugwagen und als Schneepflug angeboten. Der Econom wurde nicht nur in der Presse gelobt, er fand auch im Ausland seine Abnehmer. So konnte das Spandauer Sparwunder nach Belgien, Portugal und in die Türkei exportiert werden.1954 wurde ein dreiachsiges Modell vorgestellt, bei dem die beiden Vorderachsen lenkbar waren. Gleichzeitig konnte sich das Kleinserienprogramm des Econom-Werkes gegen die Großserien der westdeutschen Lkw-Hersteller aber nicht mehr behaupten. So beschloß Butenuth, seine Produktion in Spandau zu schließen. Insgesamt haben zirka 1 000 Econom-Lkw die Werkstore in der Rhenaniastraße verlassen.Ein weiterer Versuch Butenuths, die Nachkriegs-Automobilisierung in Gang zu bringen, waren seine Kleinwagenpläne. 1950 wurden die ersten beiden Prototypen des "Teddy", wie der Wagen nach dem Firmenemblem hieß, der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Kleinwagen hatte einen 250 ccm Einzylindermotor, der 6,2 PS entwickelte. Die Karossierie der "Krabbe", wie der Zwerg scherzhaft genannt wurde, bestand aus einer Blechplatte, an die nur die vordere und hintere Stirnwand angeschweißt wurde. Vorne hatten zwei Personen Platz. Hinten neben dem Motor konnte eine dritte Person quer zur Fahrtrichtung sitzen. Schließlich war der ganze Wagen nicht länger als 2,15 und nicht breiter als 1,13 Meter. Immerhin brachte es der "Teddy" auf 70 km/h und verbrauchte dabei nicht mehr als 3,4 Liter.Der Preis sollte unter 2 000 Mark liegen, womit er knapp halb so viel wie eine Käfer gekostet hätte. Aber die Absatzchancen waren schlecht, die Konstruktion zu einfach und zu klein. Es gab zu dieser Zeit schon bessere Kleinwagen, die nicht teurer waren. Insgesamt sind nicht mehr als drei "Teddys" in Spandau gebaut worden. +++