Was im vorigen Jahr noch unmöglich war, soll in diesem Sommer nun Wirklichkeit werden: Im Juni öffnet in Grünau, neben den verfallenden Traditionsgaststätten Gesellschaftshaus und Riviera, ein Biergarten. Der Eigentümer des rund 9 000 Quadratmeter großen Areals, die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), hat mit der Bürgerbräu-Brauerei in Friedrichshagen einen entsprechenden Vertrag geschlossen und das Biergartengelände planiert. "In zwei bis drei Wochen kann dort wie früher unter den Kastanienbäumen eingekehrt werden", sagt Brauereichef Paul Häring. Der Ur-Bayer führt das Friedrichshagener Unternehmen seit 1992. Den Biergarten wird er jedoch nicht selber betreiben. "Ich habe dafür einen echten Oktoberfestwirt ausgesucht", sagt Häring. Der Ausschank in Grünau mit bis zu 1 600 Plätzen soll der "erste bayerische Erlebnis-Biergarten" in Berlin sein. Täglich könnten Gäste mit einem historischen Dampfer von Grünau zur Brauerei am Müggelsee schippern, um frisches Bier in Eichenfässern zu holen. Doch nicht nur das Bier, auch Brot und Wurst werden täglich frisch angeliefert: Für einen Bäcker und einen bayerischen Metzger, sagt Häring, werde in der Brauerei extra Platz geschaffen. Auch die Laugenbrezel, ohne die kein Bayer leben kann, ist dann original: "Nicht etwa wie hier in Preußen üblich aus tiefgefrorenem Teig", sagt der Brauer.Investor für TraditionshäuserIn den nächsten beiden Wochen werden Tische und Bänke an der Regattastrecke aufgebaut. Ebenso eine Küchenanlage mit Kühlhaus sowie Toiletten und ein großes Zelt aus Holz und Segeltuch. Auch was zu einem echten bayerischen Biergarten gehört, müssen die Gäste nicht entbehren: Das Weißbier kommt aus Härings zweiter Brauerei in Cham-Loifling im Bayerischen Wald.Über das Schicksal der beiden Traditionsgaststätten Gesellschaftshaus und Riviera, die seit zehn Jahren leer stehen, ist indes noch nicht entschieden. Noch vor zwei Jahren wollte die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft das lukrativ am Langen See gelegene Areal selbst entwickeln, jetzt gibt es dafür einen Investor. Dieser will dort Wohnen, ein Hotel und Gastronomie etablieren. Der Ballsaal der Riviera, des einst vornehmen Ausflugslokals, sowie die Stuckatur des Logenzimmers, stehen unter Denkmalschutz. "Wir berechnen gerade, was es einen Investor kosten würde, den Riviera-Saal zu erhalten", sagt TLG-Sprecherin Sabine Pentrop. Erst danach könnten Nutzungskonzepte geprüft werden.